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Manfred SaxSexklinik News. iSex

Von Manfred Sax | 29.01.2010, 15:29 | Kein KommentarShare/Save
Foto: gnta

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Im Zeitalter von iPhone und iPod und iPad ist es zu iSex nur ein Gedankenschritt. Drei Fallbeispiele.

Wenn das iPhone zweimal klingelt. Wenn der Wunsch nach einem Kind zum Vater sexueller Gedanken wird, verwandelt sich Geschlechtsverkehr häufig in die notorische eheliche Pflicht. Die richtige Software kann da Wunder wirken. Zum Beispiel der „Menstruationskalender“ von FertilityFriend. Die Userin (für Männer ist der Behelf relativ sinnlos) hat dabei nur die Eckdaten ihrer Periode in ihr iPhone zu tippen – das sich nach wenigen Monaten mit Infos zu den fruchtbaren Tagen der Userin revanchiert. Eine Schottin namens Lena Bryce deponierte nun ihre Anwartschaft auf den Titel „Erste iPhoneBabyMutter der Insel“. Nach vier Jahren erfolgloser Mühe, behauptet sie, bescherte ihr der Menstruationskalender binnen weniger Monate das Glück der Schwangerschaft – und nun eine Tochter namens Lola.

Befund: klarer Fall von iSex. Die Härten bei dieser Art von Geschlechtsverkehr liegen natürlich beim Partner des iPhone-hörigen Weibes. Der hat nicht nur auf Abruf bereit zu sein, er muss dann auch seinen Mann stehen. Sein iSex erfordert präzises erektiles Timing.

Foto: Ahd Child

Foto: Ahd Child

Einhändergelenk? Man kann es eine „Geisel der Gegenwart“ nennen. Die Krankheitsbilder dazu werden RSI-Syndrom (= Verletzung durch wiederkehrende Belastung) oder auch Karpaltunnelsyndrom (Kompression eines Handwurzelnervs) genannt. Effekt: Schmerzen im Handgelenk. Als Ursachen dafür werden generell häufige monotone manuelle Tätigkeiten – etwa am Computer oder beim Gitarrenspiel – in die Debatte gebracht. Ein Wissenschaftler namens Dr John Zenian hat nun im medizinischen Journal „Medical Hypotheses“ das Spektrum der Ursachen um eine mögliche Variante erweitert: Sex. Laut Zenian seien die dramatisch steigenden Fälle von Handgelenksschmerzen auf kongenial gesteigerte sexuelle Aktivitäten seit Ende der Neunziger Jahre zurück zu führen, Viagra und Cialis sei Dank. So sei es auch zu erklären, dass Frauen zumeist beidhändig leiden (Missionarsstellung mit der Frau obenan, gekoppelt mit Übergewicht – dessen Last von den liegestützenden Handgelenken mitgetragen wird), während sich Männer wesentlich häufiger über Schmerzen in der Rechten beklagen (seltsam, no?).

Befund: Im Fall eines Solomannes möglicher Weise iSex (nämlich wenn computer-bezogen) mit dem einen Menschen, den er liebt. Als Vorbeugung werden Aufwärmeübungen für die lädierten Gelenke empfohlen.

Foto: public15

Foto: public15

y-Chromosom R1b1b2. Der Computer war die treibende Kraft, um das HumanGenomProjekt – das Sequenzieren des „Vokabulars“ unserer DNA – zu ermöglichen. Und es ist dieser Tage insbesondere das Jahrzehnte lang als „nutzlos“ betrachtete Y-Chromosom, das für die Schlagzeilen in der relevanten Szene sorgt und verblüffende Einblicke in die Geschichte des Homo Sapiens liefert. So wissen wir, dass sich heute 16 Millionen Asiaten mit einer schicken Dosis Dschingis Khan brüsten können (zib21 berichtete HIER, siehe G wie Genghis Khan). Nun wurde auch bekannt, dass 60% der männlichen Nordländer (Irland, Island, UK …) ihre „Roots“ auf ein Y-Chromosom namens „R1b1b2“ zurück führen können.

Das Interessante dabei: Die „R1b1b2“-Träger waren Bauern aus Osteuropa, die vor 10 000 Jahren in den – von Jägern und Sammlern dominierten – Nordwesten emigrierten. Und der lokalen Weiblichkeit offenbar derart attraktiv erschienen, dass sie reihenweise zu den (im Kern friedlicheren) einwandernden Bauern überliefen.

Befund: kein iSex sondern ySex – immer gut für einen faszinierenden Blick in unsere Geschichte.

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