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Renee PorneroRenee Unplugged 18. Alles Gute von der Nutte

Von Renee Pornero | 17.11.2009, 15:43 | 6 KommentareShare/Save
Renee Sunny Side Up by Reismann

Renee Sunny Side Up by Reismann

Mick Jaggers Ex Jerry Hall meinte einmal (sinngemäß), die perfekte Ehefrau wäre in Gesellschaft nobel und im Bett eine Nutte. Das stimmt nicht ganz.

Nun bin ich zwar weit davon entfernt, Ehefrau zu sein (und so Gott will, bleibt das auch so), aber das Ideal, welches die gute Frau Hall sich (so hoffe ich doch) zum Lebensmotto nimmt, lässt sich auch ohne Weiteres auf eine schlichte Partnerschaft ummünzen. Wer heiratet denn noch heutzutage? Ich kenne niemanden (mich eingeschlossen), der es mit dem/der Angetrauten ein Leben lang ausgehalten hätte. Die Nachkriegs-Generation und alle davor mal ausgeschlossen. Das Nuttenrezept gab es damals noch nicht (Gegenbeweise erbeten), daran kann’s also nicht gelegen haben.

Ich finde Frauen unglaublich aufregend, wenn man sie im alltäglichem Leben adrett gekleidet vorfindet, mit einem charmantem Lächeln und edlen, grazilen Gestiken. Feminin, schick, aber zugeknöpft bis oben. Genauso reizvoll muss es für den Mann sein (stell ich mir vor) wenn er weiß, dass seine Begleitung, ganz gleich ob frisch aufgegabelt oder seit Jahren das Bett teilend, so solide und konservativ sie auch aussehen mag, sexuell gesehen eine Bombe ist, die jeden Moment in die Luft gehen kann. Ich gehe auch davon aus, dass Männer gerne mit ihrem heißen Feger angeben („Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie die im Bett abhebt“), immer in Gedanken daran, dass in den Köpfen der anderen gerade ein höchst derber Film abläuft, der nie Realität werden wird. Denn das gute Stück wird nicht verborgt, no way!

Eine Nutte im professionellem Sinne war ich nie, ein Sexworker schon. Dass ich während dieser Zeit nicht einfach nur die Beine breit gemacht habe, sondern auch einige Tipps & Tricks mit auf dem Weg genommen habe, zeige ich meinem Bettgenossen nur zu gerne. Er hat zwar nun nicht die freie Wahl zwischen all den Sexualpraktiken, die ich in meiner Pornolaufbahn erlernt habe, aber ich gönne ihm gerne etwas, dass ihm bisher (und da bin ich mir mehr als sicher) verwehrt blieb.

So weiß ich zum Beispiel, dass es Mann mehr als antörnt, wenn ich ihn davon in Kenntnis setze, dass ich jetzt gerne Sex hätte. Und wenn es beim Mittagstisch mit der versammelten Verwandtschaft oder während einer Theatervorstellung ist.  Ich kenne keinen Mann, der dabei nur ein abwesendes „Aha“ von sich gibt. In der Regel hat er dann eine Latte. Die er dann hoffentlich baldigst einsetzt. Genauso spannend kann es sein, wenn ich sage: „Oje, schon wieder eine Laufmasche!“ und im selben Moment meinen Rock hochziehe, unter dem keine Laufmasche, sondern ein hübscher Strumpfhalter hervor blitzt. Vorausgesetzt, er steht drauf (Ein Auf-was-stehst-Du-so-Quiz ist immer von Vorteil), hast Du seine volle Aufmerksamkeit.

Das Objekt meiner Begierde auf Touren zu bringen, könnte man fast als eines meiner Hobbys bezeichnen. Natürlich ist das in meiner Position leicht zu verrichten. Die Latte (das ist jetzt eine andere) ist allerdings hoch gesetzt, bin ich doch eine geschulte Porno-Actrice.  Mann erwartet da so einiges. Ich muss mein Handwerk verstehen, darin sind sich die Herrschaften stets einig. Und in diesem Punkt beweise ich gerne, dass dem auch so ist. Nicht, dass ich stets darauf Lust hätte, mich unter Beweis zu stellen, ganz im Gegenteil.

Fellatio, nur als Beispiel, ist eine große Leidenschaft von mir. Und was man gern macht, macht man gut. Der einzig wahre Trick dabei ist, auf den Besitzer des begehrten Lümmels zu achten. Denn Blasen ist nicht gleich Blasen. Der eine will, dass Du ihn richtig in die Mangel nimmst, bei manch anderem reicht es, das Köpfchen feucht zu halten und zart mit Finger oder Zunge darauf Runden zu drehen. Viele haben mächtig Freude daran, wenn auch die Eier nicht außer Acht gelassen werden, andere sind hier zu empfindlich. Aber am meisten Vergnügen daran hat er natürlich dann, wenn er sieht, dass Du es mit einer solchen Inbrunst betreibst, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt.

Manche Mannsbilder sind allerdings derart porno-geblendet, dass sie diese nette Geste gerne ausnutzen. Deep Throat ist nichts Alltägliches und bedarf einiger Übung, auch mag es Frau selten, wenn man ihr dabei den Kopf hält, um das Teil möglichst tief zu versenken. Männer: Finger weg, aber zackig! Sonst war es der letzte BJ und ihr könnt Euch in Auto-Fellatio üben.

Es geht nicht darum, dem Mann dienlich zu sein, sich als sein Hab und Gut ständig von der besten Seite zu präsentieren und stets einsatzbereit die Fickmatratze zu spielen. Um jedoch für den Allerliebsten begehrenswert zu sein (und zu bleiben), muss man sich schon hin und wieder ins Zeug legen. Und wenn das Zeug aus feinster Spitze oder einem sündhaften Lack-Outfit besteht, umso besser. Er will nicht, dass Du eine Nutte bist, sondern dass Du SEINE Nutte bist. Ich sehe es als ein schmutziges Kosewort, ein Liebesbekenntnis der besonderen Art.

Und diese verbalen Liebkosungen sind Pflicht. Liegt er beim Genießen nur stumm da und nimmt meine Hingabe als selbstverständlich hin, bin ich seine Nutte gewesen. Ich will für meinen Einsatz belohnt werden, ob mit Worten oder einem harten Teil, das mich im Anschluss beglückt. Also nicht bequem machen, liebe Herren. Auf dieser Welt gibt es nichts umsonst, auch keine Nutte.

6 Kommentare »

  • majella reismann sagt:

    nichts neues, die 5 musts seit generationen: liebende ehefrau, perfekte hausfrau, beste mutter, aufopfernde krankenschwester, treue geliebte und überirdische nutte im bett.
    was ist mit den männern? warum lese ich nicht einmal, die 5 musts-
    held und gentlemen, ernährer und eroberer mit göttlichen zauberstab immerdar;-))???

    • Liebe Majella,

      gebe Dir Recht, es ist auch nix Neues. Wollte auch nur festhalten, dass ich gerne die Haus- und Hofnutte bin. Vielleicht mag ja ein Herr Sax eine Beichte ablegen und davon erzählen, wie es den Männern in ihrer Klischee-Rolle ergeht?

      Allerherzlichst,
      Renee

  • truetigger sagt:

    Jaja, der Film im Kopf.

    In Boston Legal gab es den wundervollen Dialog zwischen Denny und Alan:

    Denny: Alan, Bev is the woman I’ve always dreamed of. An angel in the bedroom and a whore in the kitchen.
    Alan: I think it’s the other way around.
    Denny: Not last night.

    Und schon spielt er sich ab, dieser Film: man hat wilde Phantasien im Schädel, denkt an bestimmte Szenen in Schlafzimmer und Küche der letzten Wochen und ist ganz auf- und angegeregt – während im Fernsehen zwei Männer zigarrerauchend in ihren Sesseln sitzen und eigentlich NIX dort passiert ;)

  • AnjinSan sagt:

    Hilfe,ich bin durchschaut. Frau hat mein Wünsche notiert und spielt nun ihre Trümpfe aus.
    Gut geschrieben, wersd’s weitergeben.
    Gruss aus derm oxymorinischten Landstrich Deutschlands (Ostwestfalen).

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