#unibrennt: Audimax ist ein Prototyp für Österreich
Audimax ist weit mehr als ein Protest. Es ist das Cockpit des Gesellschafts-Dialogs in Österreich.
Seit mehr als zwei Wochen ist das Audimax besetzt; Österreichs Studierende fordern mehr Priorität für Bildung: finanziell, personell, substanziell. Inzwischen wurde der zuständige Minister nach Brüssel befördert; die Bildungs-Proteste weiteten sich aus und andere EU-Unis sind besetzt.
Österreichs Regierung versäumt weiterhin den Zug ins 21. Jahrhundert, indem sie diese Studierenden- und SchülerInnenbewegung ignoriert. Und indem sie den gesellschaftspolitischen Ruf dieser Bewegung kaltstellt. Die Koalition, die Top 50 Unternehmen, die „opinion leaders“ verpassen weiterhin eine Chance, von dieser Bewegung zu lernen. Normalerweise bezahlen diese Leute für Simulationsspiele und für Centers of Excellence; normalerweise lieben sie es, wenn sich Österreich international und europäisch top positioniert. Diesmal bleiben sie schlafend und scheu, und das ist ein Fehler.
Denn folgende Einschätzung ist klar: die Bewegung „Audimax“ ist hier und sie wird erstmal bleiben. Diese Bewegung ist einerseits ein selbstverwaltetes 24/7 Organisationswunder an diversen Unis, allen voran der BesetzerInnen des Audimax in Wien. Andererseits ist diese Bewegung längst die gesellschaftliche Rückkopplung auf ein unzureichend modernisiertes politisches System im geografischen Herzen der EU.
Diese Bewegung stellt eloquente, junge, internationale SprecherInnen auf ihre Bühnen in den Straßen und im Audimax. Sie versammelt sogenannte Bindestrich-ÖsterreicherInnen (zum Beispiel Österreich-Türkinnen), Erasmus-StudentInnen, gehörlose Studierende (angeblich etwa 20 in Österreich, versus 600 in Schweden).
Warum so optimistisch? Weil diese Bewegung drei zentrale Ingredienzen der Zukunft in sich vereint: Audimax, dieses sozio-politische Experiment im Saal, ist prozesshaft wie die Europäische Union, hochqualifiziert wie ein Center of Excellence und partizipativ wie „2.0“. Audimax ist Europa. Audimax ist ein Center of Excellence. Audimax ist 2.0.
Audimax, dieses über Nacht entstandene Cockpit des Gesellschafts-Dialogs in Österreich ist damit weit mehr als ein Protest. Die Bewegung für Bildung hat das Zeug, zum Prototypen für Österreich zu werden; nein, zum Prototypen für Österreich 2.0.
Zum Video meines Vortrags im Audimax am 6. 11. 2009»
Update am 17. 11. 2009:
Heute erschien von mir auch ein Gastkommentar zum Thema in der österreichischen Tageszeitung Die Presse: Joseph Schumpeter wäre ins besetzte Audimax gegangen. 7 Gründe, warum die Studentenprotesten positiv sind.


nun revoltiert es auch bei uns an der uni:
http://www.nw-news.de/lokale_news/bielefeld/bielefeld/3235597_Bielefelder_Studentenversammlung_endet_in_Protestaktion.html
so nebenbei wird eben auch ösiland erwähnt.
ja, das hochschulsystem krankt schon lange und wird wohl nie genesen.
Den Zuhörern ist anzumerken, wie überrascht sie von der Wirkung ihres Projektes sind und wie wertvoll Frau Ringler es achtet. Ich war hingerissen von den Ideen ihres Vortrags, die insgeheim auch meine Haltung zum Stil des Protestes sind.
Der Vortrag ist ein echter Motivationsschub weiter zu machen, durch zu halten. Ich stimme mit Frau Ringler überein, jetzt gilt es Verbündete in der Gesellschaft zu finden. Verständnis ist ausreichend vorhanden.Man kann den Initiatoren nur größtes Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit wünschen. Für neue, eine gerechtere Gesellschaft.
[...] den Anmerkungen zum basisdemokratischen Prozedere der Bewegung Audimax letztens jetzt ein paar lose Gedanken zu den Inhalten. Das zentrale Anliegen der Bewegung, so wie [...]
audimaxismus
geil
endlich ist die demokratie angekommen
ok, ist noch ein experimentier-stadium, aber die wahrheit:::
mehr demokratie gabs noch nie hierzulande
kein gesicht, das mit dem richtigen mascherl irgend was verkaufen muss, das irgendeine selbstdefinierte elite (siehe schüssel/grasser) als richtig erkannt hat.
sondern
eine idee, die abwechselnd von gerade zur verfügung stehenden experten transportiert wird.
geil, nur geil!
[...] This post was mentioned on Twitter by Eberhard Lauth and evilmoe, mahmoud. mahmoud said: Hey #unsereuni http://bit.ly/1iPCLu (#unsereuni live › http://ustre.am/7pMZ) [...]