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	<title>Zeit im Blog &#187; Monitor</title>
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	<description>Live aus dem 21. Jahrhundert</description>
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		<title>Ist auch BP zu groß, um untergehen zu dürfen?</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 12:07:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eberhard Lauth</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Egal, wie teuer die Ölpest noch wird – BP darf nicht pleite gehen. Droht hier ein weiterer Bail Out aus Steuergeld? Seit die Londoner Tageszeitung The Times – in einem aufgrund ihrer Paywall nicht zu verlinkenden Bericht – nebulos davon erzählt hat, dass sich die britische Regierung mit einem Notfallplan auf den Zusammenbruch von BP [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_11303" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank"><img class="size-full wp-image-11303" title="BP T-Shirt, Foto: Josh Hill, Lizenz: CC BY 2.0" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/07/bp-t-shirt.jpg" alt="" width="570" height="382" /></a><p class="wp-caption-text">BP im Golf von Mexiko: Ein T-Shirt aus besseren Tagen. Foto: Josh Hill | flickr.com/jbhill, Lizenz: CC BY 2.0</p></div>
<p><strong>Egal, wie teuer die Ölpest noch wird – BP darf nicht pleite gehen. Droht hier ein weiterer Bail Out aus Steuergeld?<span id="more-11302"></span><br />
</strong></p>
<p><strong>Seit die Londoner Tageszeitung The Times</strong> – in einem aufgrund ihrer Paywall nicht zu verlinkenden Bericht – nebulos davon erzählt hat, dass sich die britische Regierung mit einem Notfallplan auf den Zusammenbruch von BP vorbereitet, wird allerorten heftig über die Gründe für diesen Schritt debattiert (siehe dazu die Links am Ende des Textes)</p>
<p>Der Grund für diese Aufregung ist schnell erklärt: BP gilt als einer der großen Fünf der Ölbranche als ähnlich systemrelevant wie weiland die Investmentbank Lehman Brothers. Wenn BP untergeht, reißt der Konzern daher möglicherweise gleich die ganze Weltwirtschaft aus ihrer sanften Erholung, von der derzeit viele träumen. Und das, obwohl BP keine Kredite an andere Unternehmen vergibt und daher keine gesamtwirtschaftlich unersetzliche Rolle für sich in Anspruch nehmen darf, <a href="http://www.wiwo.de/finanzen/die-nutzniesser-der-schwarzen-pest-434811/" target="_blank">wie wiwo.de erklärt</a>.</p>
<p><strong>Das Problem liegt hier ganz woanders</strong>: BP gehört zu den wichtigsten britischen Konzernen. Die Dividende, die der Konzern ausschüttet, ergibt etwa ein Siebtel der Einnahmen, die britische Pensionsfonds von den größten Unternehmen des Königreichs beziehen. Ginge BP über den Jordan, wären zahllose Pensionen in Gefahr. Und für die Psychologie der Märkte – ein wichtiger Faktor in der Weltwirtschaft – wäre eine Insolvenz ebenfalls von großem Schaden.</p>
<p>Was dann wiederum zur Frage führt: Könnte es tatsächlich sein, dass auch der durch einen folgenschweren Unfall in Bedrängnis geratene Ölkonzern BP <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Too_Big_to_Fail" target="_blank">„too big to fail“</a> ist und durch einen staatlichen Bail Out gestützt werden muss, der sich letztlich aus Steuern finanziert?</p>
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<p><strong>Die Fakten dazu</strong> bleiben leider noch recht dürr. Fest steht, dass jeder Notfallplan – egal ob staatlich oder vom Konzern betrieben, der etwa einzelne Geschäftsbereiche verkaufen könnte – mit einer großen Unbekannten besetzt ist: den tatsächlichen Kosten der Ölpest, die mal auf 30, mal auf 100 Milliarden Dollar geschätzt werden. Die bergen ein langfristiges Risiko, was zumindest potenzielle staatliche Retter nervös machen müsste.</p>
<p>Es macht aber nicht einmal die Anleger nervös, denn BPs Aktienkurs hat sich zwar seit dem Untergang von Deepwater Horizon halbiert, doch die BP-Aktien stiegen am Dienstag im New Yorker Handel um fast neun Prozent (Mehr dazu <a href="http://derstandard.at/1277337547053/Trotz-Oelkatastrophe-BP-Aktie-steigt-um-neun-Prozent" target="_blank">auf derstandard.at</a>). Der Konzern hatte mitgeteilt, die durch die Ölpest entstandenen Kosten ohne die Ausschüttung neuer Aktien stemmen zu können. Und Analysten, so <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,704773,00.html" target="_blank">verrät SPIEGEL ONLINE</a>, raten noch immer zum Kauf von BP-Aktien.</p>
<p><strong>Soll heißen</strong>: Auch wenn die britische Regierung bereits an Notfallplänen bastelt, trauen die Börsen BP noch immer eine Rettung aus eigener Kraft zu. Diese Logik nimmt selbstverständlich keine Rücksicht auf Umweltschäden und Folgen für die Menschen vor Ort. Und diese Logik nimmt auch keine Rücksicht darauf, dass der Untergang von BP gesund sein könnte.</p>
<p>Der Ölmarktanalyst Jeff Rubin etwa erwartet sich von einer eventuellen Pleite BPs <a href="http://derstandard.at/1277337359665/Interview-Oelmarktanalyst-BP-wird-sehr-wahrscheinlich-pleitegehen" target="_blank">in diesem Interview mit dem Standard</a> mittelfristig eine längst überfällige Neuordnung der globalen Wirtschaft. So gesehen wäre es nicht einmal mehr zynisch, die Ölpest als historischen Glücksfall zu betrachten. Aber wie gesagt: Die Fakten zur Zukunft von BP bleiben dieser Tage noch recht dürr.</p>
<h3>Quellen und weiterführende Links:</h3>
<ul>
<li><a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-07/bp-oelpest-aktienkurs" target="_blank">ZEIT ONLINE: London fürchtet Kollaps von BP</a></li>
<li><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,704773,00.html" target="_blank">SPIEGEL ONLINE: Wie BP die Zerschlagung verhindern will</a></li>
<li><a href="http://www.wiwo.de/finanzen/die-nutzniesser-der-schwarzen-pest-434811/" target="_blank">wiwo.de: Die Nutznießer der Schwarzen Pest</a></li>
<li><a href="http://derstandard.at/1277337359665/Interview-Oelmarktanalyst-BP-wird-sehr-wahrscheinlich-pleitegehen" target="_blank">derstandard.at: &#8220;BP wird sehr wahrscheinlich pleitegehen&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.nytimes.com/interactive/2010/05/27/us/20100527-oil-landfall.html?ref=earth" target="_blank">NYtimes.com: Interaktive Karte der Ölpest im Golf von Mexiko</a></li>
<li><a href="http://mashable.com/2010/07/06/oil-spill-stats/" target="_blank">Mashable: Are We Losing Interest in the Oil Spill?</a></li>
<li><a href="http://www.nytimes.com/2010/07/07/science/earth/07rocks.html" target="_blank">NYTimes.com: Louisiana and Scientists Spar Over How to Stop Oil</a></li>
</ul>
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		<title>Kopftuch und Perücke –  und Vorurteile, die bleiben</title>
		<link>http://www.zib21.com/11247/sankre/kopftuch-und-perucke-und-vorurteile-die-bleiben/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 11:21:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Kreisler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sandra Kreisler über religiöse Frauen und Vorurteile. Vor etlichen Jahren, in einer anderen Stadt, habe ich Aishe kennengelernt. Sie hiess nicht immer so, geboren wurde sie als Christiane. Aber dann hat sie sich in einen syrischen Mann verliebt, und ist zum Islam übergetreten. Inzwischen hat sie mit ihm 3 Kinder, trägt – gegen seinen Willen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_11248" class="wp-caption aligncenter" style="width: 580px"><strong> </strong><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/40279823@N00/2991557870"><img class="size-full wp-image-11248" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/06/2991557870_1a21671310.jpg" alt="" width="570" height="380" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Ihr Kopftuch und das Vorurteil der anderen. Foto: CharlesFred</p></div>
<p><strong> Sandra Kreisler über religiöse Frauen und Vorurteile.</strong><span id="more-11247"></span></p>
<p><strong>Vor etlichen Jahren, in einer anderen Stadt</strong>, habe ich Aishe kennengelernt. Sie hiess nicht immer so, geboren wurde sie als Christiane. Aber dann hat sie sich in einen syrischen Mann verliebt, und ist zum Islam übergetreten. Inzwischen hat sie mit ihm 3 Kinder, trägt – gegen seinen Willen, aus eigener Entscheidung – das Kopftuch und lange <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kaftan">KAFTANS</a>, und lebt streng nach islamischen Gesetzen. Ausserdem arbeitet sie in federführender Position in der islamischen Gesellschaft der Stadt, leitet Pressekonferenzen und organisiert Gemeinschaftstreffen und dergleichen. Sie hat diese hohe Position, wie sie mir bestätigt hat,  <em><strong>obwohl</strong> </em>sie eine Frau ist,  weil sie nämlich,  anders als die anderen Gemeindemitglieder, muttersprachlich deutsch spricht. Sie hat mir auch zugegeben, dass sie sich sehr für Frauenrechte einsetzen muss innerhalb der islamischen Gemeinde – und sogleich angefügt, wie viel Freude ihre diese Aufgabe bereitet.</p>
<p>Sie war über 30 Jahre alt, als sie sich für den <a href="http://www.youtube.com/watch?v=yX3UHNhQ1Zk">ISLAM</a> entschied. Inzwischen ist sie bald 50, und immer noch von dieser Wahl überzeugt.</p>
<p>Mit Yael bin ich fast schon richtig befreundet. Sie wuchs in einer <strong>assimilierten bürgerlichen jüdischen Familie</strong> in Ravensburg auf, und entschied sich gemeinsam mit ihrem Mann ebenfalls mit ca 30 Jahren dafür, orthodox zu werden. Ihre Eltern haben lange gebraucht, um das zu akzeptieren.  Das junge Paar übersiedelte mit den beiden noch krabbelnden Kindern nach Jerusalem, Yael trägt heute einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Turban">TURBAN</a> oder eine <a href="http://www.n-tv.de/panorama/dossier/Juedische-Frauen-wollen-s-modisch-article758827.html">PERÜCKE</a>, lange Röcke über weiten Hosen, führt einen koscheren Haushalt und arbeitet als Grafikerin.</p>
<p>Beide sind modern, aufgeschlossen, humorvoll, hochintelligent und eigenständig.</p>
<p>Beide sind, was man als „starke Frau“ bezeichnen kann.</p>
<p><strong>Beide sind schön, innen wie aussen. </strong></p>
<p>Keine von beiden hat je auch nur mit einem Haar den Eindruck erweckt, als sei mein – hochgradig unreliglöses – Leben nicht absolut ebenbürtig zu ihren Entscheidungen, religiös zu leben. <strong>Niemals habe ich einen auch noch so kleinen Versuch erlebt, mich zu missionieren</strong>, zu überzeugen, oder sich selbst und ihre Wahl zu rechtfertigen. Es war halt so – so wie im Leben mal die Eine rothaarig ist und die Andere blond, ist halt hier die Eine religiös und die Andere nicht.</p>
<p>Mit beiden Frauen, das fühle ich deutlich,  könnte durchaus eine enge Freundschaft wachsen, lebten wir nicht in verschiedenen Städten. Wir können zusammen lachen und denken, diskutieren und fühlen, wir sind uns nah wenn wir uns sehen, auch ohne Worte. Wir sehen uns halt leider nie, und als wir uns kennenlernten, war es zu kurz, um etwas aufzubauen, was auch in der Distanz hält.</p>
<p>Und noch etwas verbindet diese beiden Frauen: Sie ruhen auf eine eigentümliche Weise sehr in sich, strahlen aus, dass sie irgendwie „angekommen“ sind.</p>
<p><strong>Die Einhaltung der täglichen Vorschriften</strong>, der religiösen Gesetze sind ihnen nicht lästige Pflicht und nicht besondere Freude – wie etwa: „jeden Tag Eiskreme“ für ein Kind – sondern ganz einfach etwas völlig Selbstverständliches, das weder stört noch ruft, so wie  für uns essen und trinken und Zähneputzen. Es gehört einfach dazu.</p>
<p>Ich habe nie diese Sehnsucht verstanden, religiös zu sein, noch weniger orthodox zu leben. Ich verstehe nicht, wie ein so <strong>strukturierter, reglementierter und von Ver- und Geboten durchsetzter Tag </strong>Halt geben kann – mir wäre er ein Gefängnis. Zumal bei Menschen, die ja von vornherein stark, frei und intelligent sind. Irgendwie hatte ich für mich immer die Erklärung, dass so eine starke religiöse Bindung, die alles was man tut bestimmt, vor allem für jene Menschen hilfreich ist, die sonst Gefahr liefen, im wilden Wahnsinn der Zeit unterzugehen.</p>
<p>Dem ist aber offenbar nicht so.</p>
<p>Es wäre leichter zu begreifen, wenn die beiden Frauen schon so aufgewachsen wären. Wer schon als Kind eine religiös motivierte und strukturierte Welt um sich hat, dem ist sie auch als Erwachsener nichts Besonderes, und fehlte vielleicht sogar eher, wenn man sie verließe.</p>
<p>Aber beide Frauen lieben das Leben, die sogenannten „schönen Dinge“, können genießen und lachen und vor allem: sie haben sich beide vollkommen frei entschieden, sogar gegen einen Druck von außen.</p>
<p>Ich achte das sehr, finde es unverständlich und doch bewundernswert: Da hat sich jemand sein Leben wirklich ausgesucht, das ist selten und kostbar: <strong>Die meisten Menschen rutschen in ihre Leben mehr hinein, als dass sie sie wählen.</strong></p>
<p>Aber obwohl ich diese beiden Frauen kenne und schätze, sehe ich bei anderen religiös lebenden Frauen trotzdem immer noch mehr das Kopftuch als das Gesicht.</p>
<p>Was sagt das über mich?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Nach dem G-20-Gipfel: Jeder bleibt sich selbst am nächsten</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 09:21:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eberhard Lauth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jetztzeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Das G-20-Treffen ist vorbei. Außer der Erkenntnis, dass auch Staatsoberhäupter Fußball schauen, war nicht viel. Leider. Ich weiß, England hat gegen die Deutschen verloren, Angela Merkel und David Cameron haben das im Fernsehen verfolgt, und das Match ist historisch gesehen sowieso furchtbar wichtig. Aber auch wenn Fußball-WM ist, gehören ein paar durchaus weltbewegendere Dinge zurecht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_11192" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de"><img class="size-full wp-image-11192" title="Foto: flickr.com/jbcurio, Lizenz: CC BY 2.0" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/06/g20-toronto.jpg" alt="" width="570" height="428" /></a><p class="wp-caption-text">Das war‘s, Toronto. Foto: flickr.com/jbcurio, Lizenz: CC BY 2.0</p></div>
<p><strong>Das G-20-Treffen ist vorbei. Außer der Erkenntnis, dass auch Staatsoberhäupter Fußball schauen, war nicht viel. Leider.<span id="more-11189"></span><br />
</strong></p>
<p><strong>Ich weiß, England hat gegen die Deutschen verloren</strong>, <a href="http://www.cbc.ca/politics/insidepolitics/2010/06/g20-dispatch-cameron-merkel-catch-the-world-cup-match.html" target="_blank">Angela Merkel und David Cameron haben das im Fernsehen verfolgt</a>, und das Match ist historisch gesehen sowieso furchtbar wichtig. Aber auch wenn Fußball-WM ist, gehören ein paar durchaus weltbewegendere Dinge zurecht gerückt. Der G-20-Gipfel in Toronto wäre eine gute Gelegenheit dazu gewesen.</p>
<p>Und die teilnehmenden Nationen haben sie lieber verstreichen lassen. Die Krise flaut – zumindest in den Köpfen – ab, die vor ein paar Monaten noch beschworene Einigkeit ist damit wieder futsch, die Staaten streben mit ihren Ansätzen wieder auseinander.</p>
<p><strong>Das Resultat von Toronto</strong> ist abgesehen von Fotos mit brennenden Polizeiwägen drauf (den rund 30.000 friedlichen Demonstranten haben sich die üblichen paar Kaputtmacher angeschlossen), eher dürftig. Alle wollen mit ihrer Politik die Haushalte sanieren (sprich: die Defizite bis 2013 halbieren) und das Wachstum fördern. Die USA wollen dieses Wachstum nicht mehr wie in früheren Jahren durch ihr Leben auf Pump finanzieren. Und jeder wird es so machen, wie es ihm am besten gefällt – also entweder sparen oder weiter Schulden machen.</p>
<p>Und ja, die Banken waren natürlich auch noch Thema. &#8220;Wir sind uns einig, dass der Finanzsektor einen gerechten und substanziellen Beitrag für die Begleichung jener Kosten leisten sollte, die durch die staatlichen Eingriffe entstanden&#8221;, heißt es in der Abschlusserklärung. Einige Länder wollten eine Abgabe für Finanzinstitutionen erheben, heißt es weiter, andere nicht.</p>
<p><strong>Soll heißen: Das war’s fürs erste.</strong> Nur <a href="http://www.guardian.co.uk/world/2010/jun/27/g20-banking-reform-agreed" target="_blank">über eine kleine Banken-Reform</a> konnten sich die Teilnehmer verständigen. Alles weitere wird bis zum nächsten Gipfel in Südkorea aufgeschoben, der für November geplant ist.</p>
<p>So gesehen ist es vielleicht sogar dürftig, das Ergebnis des Gipfels als &#8220;dürftig&#8221; abzutun. Der G-20-Gipfel war ein Flop, weil nationalstaatliche Dünkel einmal mehr die Einigung zur brennenden Frage unserer Zeit verhindert haben. Regulierung des Finanzmarktes? Ist doch egal.</p>
<p><strong>Genau so egal wie das Thema Entwicklungshilfe</strong>. 7,3 Milliarden Dollar gehen in den kommenden fünf Jahren in Entwicklungsprojekte für die Gesundheitsvorsorge von Müttern und Kindern. Das ist wenig Grundlagenarbeit und Zukunftsvorsorge in einem. Fünf Milliarden dieser Gelder stammen von den reichsten Ländern dieser Erde, der Rest von privaten Institutionen. Allein 1,5 Milliarden macht die Gates Foundation locker, eine gewaltige Summe, die aber schon fast wieder einen schalen Beigeschmack hat – weil sie zeigt, wie spärlich das Engagement der G-20 in Bereichen wie diesen ist.</p>
<p>Aber wie gesagt: Wenn die Krise in den Köpfen abflaut, ist sich wieder jeder selbst der nächste.</p>
<h4><strong>Quellen und weiterführende Links</strong></h4>
<p><a href="http://www.huffingtonpost.com/bill-nighy/its-up-to-robin-hood-to-s_b_626725.html" target="_blank">Bill Nighy in der Huffington Post: It’s up to Robin Hood to save the G20<br />
</a><a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-06/obama-g-20-wirtschaftsmotor" target="_blank">ZEIT ONLINE: USA sind der Führungsrolle überdrüssig<br />
</a><a href="http://www.guardian.co.uk/world/2010/jun/27/g20-banking-reform-agreed" target="_blank">Guardian: G20 banking reform agreed<br />
</a><a href="http://www.nytimes.com/2010/06/28/business/global/28bank.html" target="_blank">New York Times: At Summit, Banks Avoid New Global Regulations<br />
</a><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,703195,00.html" target="_blank">SPIEGEL ONLINE: Gipfel der halbseidenen Siege</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Neu und gut: Erin Brockovich gegen BP</title>
		<link>http://www.zib21.com/11103/ebelau/erin-brockovich-gegen-bp/</link>
		<comments>http://www.zib21.com/11103/ebelau/erin-brockovich-gegen-bp/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 12:07:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eberhard Lauth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jetztzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Monitor]]></category>
		<category><![CDATA[BP]]></category>
		<category><![CDATA[Corexit]]></category>
		<category><![CDATA[Entschädigung]]></category>
		<category><![CDATA[Erdöl]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest]]></category>

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		<description><![CDATA[20 Millarden Hilfsgelder von BP wollen gerecht verteilt werden. Nicht zuletzt die Aktivistin Erin Brockivich wird dafür sorgen. Es zieht derzeit viele Anwälte, freiwillige Helfer und Umweltaktivisten in die Küstenorte am Golf von Mexiko, wo das Öl die Strände verschmutzt und die ersten Helfer über Atemprobleme, Übelkeit, Schwindel und starke Kopfschmerzen klagen, weil sie den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_11104" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><img class="size-full wp-image-11104" title="erin-brockovich" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/06/erin-brockovich.jpg" alt="" width="570" height="570" /><p class="wp-caption-text">Erin Brockovich, das Original. Foto: Office of US Senator Daniel Akaka, Lizenz: Public Domain</p></div>
<p><strong>20 Millarden Hilfsgelder von BP wollen gerecht verteilt werden. Nicht zuletzt die Aktivistin Erin Brockivich wird dafür sorgen.<span id="more-11103"></span><br />
</strong></p>
<p><strong>Es zieht derzeit viele Anwälte</strong>, freiwillige Helfer und Umweltaktivisten in die Küstenorte am Golf von Mexiko, wo das Öl die Strände verschmutzt und die ersten Helfer über Atemprobleme, Übelkeit, Schwindel und starke Kopfschmerzen klagen, weil sie den giftigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Corexit" target="_blank">Corexit</a>-Dämpfen ausgesetzt waren. 2,2 Millionen Liter davon wurde über der Wasseroberfläche versprüht, um das treibende Öl zu zersetzen. Der Einsatz der Chemikalie ist mittlerweile untersagt, sie war wohl doch nicht „harmlos wie Spülmittel“, so wie anfangs von BP verkündet.</p>
<p>Seit Barack Obama dem Ölkonzern BP 20 Milliarden Dollar für einen Treuhandfonds zur Opferhilfe abgerungen hat, gibt es jedenfalls viel Geld zu verteilen.</p>
<p><strong>Das weiß auch Erin Brockovich</strong>. Ihr Job ist Gerechtigkeit. Wer fahrlässig die Gesundheit von Menschen aufs Spiel setze, müsse mit ihr rechnen – so ihr Credo. Dem folgen zwar viele, doch sie hat dabei einen gewichtigen Startvorteil: Brockovich ist berühmt. Ihr Leben wurde verfilmt. Und Julia Roberts bekam 2001 den Oscar, weil sie Erin Brockovich gespielt hatte. Diesen Startvorteil nutzt sie seither konsequent. Wenn sie bei Bürgerversammlungen auftaucht, lenken große Konzerne eher ein.</p>
<p>Heute ist vor allem Corexit ihr großes Thema. Darum reist sie derzeit von einer Küstenstadt zur anderen. So macht sie klar, dass nun die Welt und BP von ihr hören werden. Es soll schlechtere Symbolfiguren für Widerstand von unten geben. Hier Brockovichs <a href="http://www.brockovich.com/gulfoilspill.html" target="_blank">programmatische Worte</a> zur Ölpest im Golf von Mexiko.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Quellen und weiterführende Links:</span></p>
<p><a href="http://www.brockovich.com/ " target="_blank">Website von Erin Brockovich<br />
</a><a href="http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:oelpest-neuer-fall-fuer-erin-brockovich/50132564.html" target="_blank">Financial Times Deutschland: Ein Fall für Erin Brockovich<br />
</a><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/stunde_der_anwaelte_am_golf_1.5828712.html" target="_blank">NZZ Online: Stunde der Anwälte am Golf<br />
</a><a href="http://www.nachtmagazin.de/ausland/oelpest248.html" target="_blank">Nachtmagazin.de: Rote Karte für Chemiekeule Corexit<br />
</a><a href="http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2010-06/oelpest-chemie-gesundheit" target="_blank">zeit.de: Wie Agent Orange im Golf von Mexiko<br />
</a><a href="http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/us_and_americas/article7133508.ece" target="_blank">Stand up to BP and say: ‘You know, I’m not taking your s*** any more’</a></p>
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		<title>Die Ölindustrie: dreckig aus Prinzip</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 07:03:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eberhard Lauth</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alle hassen BP, weil seit drei Monaten Rohöl in den Golf von Mexiko strömt. Shell versaut das Nigerdelta schon seit 50 Jahren – und keinen juckt’s. Mit 22. Juni sind es zwei Monate, dass aus der geborstenen Leitung der untergegangen Ölförder-Plattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko unkontrolliert Rohöl ausfließt. In diesen drei Monaten ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_11092" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><img class="size-full wp-image-11092" title="shell-nigeria" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/06/shell-nigeria.jpg" alt="" width="570" height="428" /><p class="wp-caption-text">Das war das Niger-Delta. Und das war Shell. Foto: Remember Saro-Wiwa</p></div>
<p><strong>Alle hassen BP, weil seit drei Monaten Rohöl in den Golf von Mexiko strömt. Shell versaut das Nigerdelta schon seit 50 Jahren – und keinen juckt’s.<span id="more-11090"></span><br />
</strong></p>
<p><strong>Mit 22. Juni sind es zwei Monate</strong>, dass aus der geborstenen Leitung der untergegangen Ölförder-Plattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko unkontrolliert Rohöl ausfließt. In diesen drei Monaten ist viel passiert. Der BP-Krisenmanager Tony Hayward ist <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,701725,00.html" target="_blank">vom strahlenden Manager zum Buhmann mutiert</a> und mittlerweile ersetzt worden. Die Konkurrenz hat sich <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,700504,00.html" target="_blank">gegen BP gewendet</a> und vollmundig verkündet, mit ihren Sicherheitsstandards hätte so ein Unglück nie geschehen können – was vor allem damit zu tun hat, dass alle <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-06/bp-kritik?page=all" target="_blank">Angst vor höheren Sicherheitstandards</a> haben, weil diese zwangsläufig höhere Kosten verursachen. Und vor lauter revidierten Angaben über die tatsächlich Menge des ausströmenden Rohöls weiß man heute nur mehr, dass es morgen mehr sein wird. Laut eines internen BP-Dokuments, <a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bp130.html  " target="_blank">das der Kongressabgeordnete Ed Markey veröffentlicht hat</a>, strömen pro Tag 100.000 Barrel Öl ins Meer, also rund 15,9 Millionen Liter.</p>
<p>Per 22. Juni ergäbe das insgesamt rund 6.200.000 Barrel. Das sind allesamt Zahlen, die eindrucksvoll belegen, wie gewaltig hier ein System an einem kleinen Fehler gescheitert ist. Diese Fehler brauchen Sündenböcke wie Tony Hayward und Kollegen, die als Feindbilder drauf und dran sind, den Investment-Banker als verwerflichste Kreatur unserer Zeit zu ersetzen. Banker spielen wenigsten bloß mit Geld, das es nicht gibt. Ölbohrer spielen mit einem Rohstoff, der zwar die Welt antreibt, aber der sie auch nachhaltig kaputt macht. Meistens schleichend, im Falle Deepwater Horizon so, dass es viele Menschen betrifft und manche in ihrer Existenz bedroht.</p>
<p><strong>Bloß sollten diese Erkenntnisse niemanden mehr überraschen.</strong></p>
<p>Dazu nur ein Beispiel, das vielleicht prototypischste für die Verwerfungen unseres Weltbildes, in dem das persönliche Wohlergehen meistens das Leid der anderen bedeutet. Das Beispiel gerät immer so regelmäßig in Vergessenheit wie es von Kritikern der perversen Auswüchse des internationalen Öl-Geschäfts wieder hervor gekehrt wird.</p>
<p>Seit 50 Jahren fördert Shell in Nigeria Öl (siehe <a href="http://www.guardian.co.uk/world/2010/may/30/oil-spills-nigeria-niger-delta-shell" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/nigeria120.html" target="_blank">hier</a>). Dort fließt der Schampus unter den Rohölen, in seiner Qualität fast unerreicht. Und dort kriegt die Bevölkerung vom Reichtum nicht viel mehr mit, als dass er ihren Lebensraum zerstört. Wegen zahlloser Lecks in den maroden Pipelines des Niger-Deltas ist Ackerland auf Generationen zerstört (Die <a href="http://www.guardian.co.uk/world/2010/may/30/oil-spills-nigeria-niger-delta-shell" target="_blank">hier</a> zitierten Schätzungen gehen von rund 11 Millionen Barrel unkontrolliert ausgeflossenen Rohöls über fünf Jahrzehnte aus), die verpesteten Mangroven-Sümpfe im Niger-Delta sind ein Vorgeschmack dessen, was denen an der nordamerikanischen Golfküste droht. Die Lebenserwartung vor Ort ist wegen des Drecks auf 40 Jahre gesunken (Shell fackelt das bei der Förderung auftretende Erdgas einfach ab). Und wenn wieder einmal Kritik wegen dieser skandalösen Vorgänge in einem geopolitisch irrelevanten Teil der Welt aufflammt, führt Shell zweifelhafte Gutachten auf, die dem Konzern die sauberste Arbeit der Welt nachweisen (Mehr dazu <a href="http://www.humanrights.de/doc_de/countries/nigeria/background/impact_multinationals_environment.html" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.amnesty.de/journal/2009/august/die-kloake-der-oelindustrie" target="_blank">hier</a>).</p>
<p><strong>Eh wurscht eigentlich</strong>, denn das Land ist hin, die Bevölkerung ist hin – und das Öl, das dort gefördert wird, ist ohnehin für andere bestimmt. Die 606 Quellen im Nigerdelta sorgen für 40 Prozent der US-Importe an Rohöl. Das nur zu Shell, einem Ölkonzern, der neben anderen vor ein paar Tagen vollmundig verkündet hat, bei seinen Förderanlagen könne auch in größten Tiefen nichts geschehen – Shell fördert übrigens nicht nur im Delta, sondern über eine Tochterfirma vor der nigerianischen Küste.</p>
<p>So unterschiedlich die Fälle gelagert sind – das Schicksal der Bevölkerung im Niger-Delta interessiert die Welt einen Dreck, während Barack Obama die historische Chance ergreifen konnte, ein harter Bursche zu sein und BP 20 Milliarden Dollar für einen Treuhandfonds für Geschädigte der Ölpest abzutrotzen – so ähnlich sind die Methoden, wie die Verantwortlichen damit umgehen. So wie im Golf von Mexiko lange Zeit mit fantastisch niedrigen Mengenangaben Krisen-PR betrieben wurde, log sich Shell eben über Jahrzehnte in Nigeria mit dürftigen Gutachten ein reines Gewissen herbei. Und wenn den Hinterbliebenen des 1995 nach einem Schauprozess hingerichteten nigerianischen Schriftstellers Ken Saro-Wiwa – ein umtriebiger Aktivist gegen Shells Praktiken – <a href="http://www.zeit.de/online/2009/24/shell-vergleich-zahlung" target="_blank">nach 14 Jahren 15,5 Millionen Dollar überwiesen werden</a>, gilt dies natürlich nicht als nachträgliches Eingeständnis einer Mitschuld, sondern bloß als menschliche Geste.</p>
<p><strong>Das Geschäft, so lernen</strong> wir einmal mehr, kommt besonders beim Treibstoff unserer Welt prinzipiell vor der Moral. Die Benzinpreise an Amerikas Tankstellen sind seit dem Untergang von Deepwater Horizon übrigens nicht gestiegen. Und das gilt selbstverständlich als gute Nachricht.</p>
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		<title>Diese Ölpest ist auch unser Werk</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 10:16:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eberhard Lauth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jetztzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Monitor]]></category>
		<category><![CDATA[BP]]></category>
		<category><![CDATA[Erdöl]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Treibstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Schuldige im Golf von Mexiko scheint ausgemacht. Aber warum hat BP dort eigentlich gebohrt? Weil wir es so wollten. Man kann es drehen und wenden wie man will. Wir – also unsere Wirtschaft national wie international, unsere Infrastruktur, unser tägliches Leben – sind von Erdöl abhängig. So abhängig, dass es uns eigentlich schon lange [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10970" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/deed.en" target="_blank"><img class="size-full wp-image-10970" title="Foto: US Coast Guard, Lizenz: CC BY-NC" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/06/olpest-lousiana.jpg" alt="" width="570" height="294" /></a><p class="wp-caption-text">Ölpest vor Lousiana. Foto: US Coast Guard, Lizenz: CC BY-NC</p></div>
<p><strong>Der Schuldige im Golf von Mexiko scheint ausgemacht. Aber warum hat BP dort eigentlich gebohrt? Weil wir es so wollten.<span id="more-10967"></span><br />
</strong></p>
<p><strong>Man kann es drehen und wenden wie man will</strong>. Wir – also unsere Wirtschaft national wie international, unsere Infrastruktur, unser tägliches Leben – sind von Erdöl abhängig. So abhängig, dass es uns eigentlich schon lange stutzig machen hätte müssen.</p>
<p>Aber der Mensch wird nicht stutzig, so lange nichts passiert.</p>
<p><strong>Er wurde nicht stutzig</strong>, als in den USA plötzlich Leute Häuser kauften, die eigentlich keinen Cent besaßen – ein Vorgang, der heute als eine der Initialzündungen für die jüngste Wirtschaftskrise gilt. Und er wurde nicht stutzig, als im Golf von Mexiko und anderswo begonnen wurde, in Tiefen über 1500 Metern nach Erdöl zu bohren – ein Vorgang, der sich heute als riskantes Verfahren erweist.</p>
<p>Wie immer, wenn man erst hinterher klüger ist, steht man ein bisschen blöd da. Warum, fragen wir, hat niemand vorher etwas dagegen unternommen? Warum konnte es so weit kommen?</p>
<p><strong>Weil wir alle mit drin hängen</strong>. Weil wir alle ein bisschen BP sind. Wie Thomas L. Friedman in seiner Kolumne in der New York Times <a href="http://www.nytimes.com/2010/06/13/opinion/13friedman.html" target="_blank">ganz richtig schreibt</a>, ist der ökologische Gau im Golf von Mexiko auch unser Werk.</p>
<p>Wir mit unserem täglich herbei fantasierten Recht auf billigen Treibstoff für unseren Lifestyle, unsere Wirtschaft, unsere Infrastruktur und unserem gelebten Recht auf individuelle Mobilität. Ohne unsere Nachfrage wäre BP nie auf die Idee gekommen, dort zu bohren, wo nun das Öl unkontrolliert ausrinnt. Ohne uns sähe die kanadische Provinz Alberta heute nicht <a href="http://www.prixpictet.com/files/artworks/modified/165/2297.zoom.jpg" target="_blank">in großen Teilen so aus</a>, weil sich dort seit ein paar Jahren aus Ölsand Rohöl gewinnen lässt. Ohne uns wäre die Welt wohl prinzipiell besser.</p>
<p><strong>Aber wo wir schon einmal da </strong>sind und uns nachweislich selbst der größte Feind, stünde nun endlich eine grundlegende Änderung unseres Lifestyle an. Das klingt zwar pathetisch, doch bleibt auch dann die Wahrheit, wenn der Golf von Mexiko weit weg ist.</p>
<p>Apropos Golf von Mexiko. Die Einigkeit, mit der andere Ölkonzerne bisher hinter BP gestanden sind, <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,700504,00.html" target="_blank">geht langsam flöten</a>. Die Marktführer Exxon, Shell, Chevron und ConocoPhillips werfen BP nun vor, die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wäre vermeidbar gewesen. Die Bohrer hätten sich bloß an die Branchenstandards halten müssen, und nichts wäre geschehen. Hintergrund dieses Schritts: Den Konzernen drohen verschärfte Vorschriften bei Tiefseebohrungen. Die können ziemlich teuer werden, auch für uns an den Tankstellen – und spätestens dann werden wir wieder allen anderen die Schuld daran geben. Wetten?</p>
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		<title>Ungesund: Ein Tauchgang im Golf von Mexiko</title>
		<link>http://www.zib21.com/10591/aktdie/ungesund-ein-tauchgang-im-golf-von-mexiko/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 07:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aktueller Dienst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jetztzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Monitor]]></category>
		<category><![CDATA[BP]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
		<category><![CDATA[usa]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest]]></category>

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		<description><![CDATA[Der amerikanische Sender ABC hat Philippe Cousteau Jr. engagiert, um die angeblich gelungene Zersetzung des Erdöls mit Chemikalien zu besichtigen. Mit folgendem Ergebnis:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-7394" title="play" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2009/12/play.jpg" alt="" width="0" height="0" />Der amerikanische Sender ABC hat Philippe Cousteau Jr. engagiert, um die angeblich gelungene Zersetzung des Erdöls mit Chemikalien zu besichtigen. Mit folgendem Ergebnis:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="570" height="428" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/7lBQkNgY3bY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="570" height="428" src="http://www.youtube.com/v/7lBQkNgY3bY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Wie Wikileaks die Welt verändert. Oder zumindest den Journalismus</title>
		<link>http://www.zib21.com/9226/ebelau/wikileaks-irak-video-journalismus/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2010 22:10:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eberhard Lauth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kampfzone Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Monitor]]></category>
		<category><![CDATA[Netzzeit]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
		<category><![CDATA[web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Organisation Wikileaks hat ein Video veröffentlicht, das den Mord von US-Soldaten an zwölf Menschen zeigt. Das muss Folgen haben. Am einfachsten wäre es natürlich, den Weg manch bequemer Blogger zu gehen und mit Häme zu reagieren. Schauschau, die alten analogen Deppen haben auch endlich entdeckt, worüber wir digitale Elite schon lange diskutieren. Schauschau, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-9227" title="Foto: Wikileaks" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/04/collateral_murder_still.jpg" alt="" width="570" height="427" /></p>
<p><strong>Die Organisation Wikileaks hat ein Video veröffentlicht, das den Mord von US-Soldaten an zwölf Menschen zeigt. Das muss Folgen haben</strong>.<span id="more-9226"></span></p>
<p><strong>Am einfachsten wäre es natürlich</strong>, den Weg manch bequemer Blogger zu gehen und mit Häme zu reagieren. Schauschau, die alten analogen Deppen haben auch endlich entdeckt, worüber wir digitale Elite schon lange diskutieren. Schauschau, was wir schon längst kennen, hieven sie nun in die <a href="http://viralvideochart.unrulymedia.com/youtube/collateral_murder__wikileaks__iraq?id=5rXPrfnU3G0" target="_blank">Viral Video Charts</a>. Schauschau, wie lahm sie alle wieder sind.</p>
<p>Ist ja gut, liebe Leute. Und jetzt konzentriert euch wieder auf die Sache. Die Sache nämlich ist nämlich zu groß, um sie für kleine Selbstgefälligkeiten zu benutzen. Die Organisation <a href="http://wikileaks.org/" target="_blank">Wikileaks</a> (mehr auch <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8605055.stm" target="_blank">hier bei der BBC</a>) hat am 5. April ein Video veröffentlicht, das am 12. Juli 2007 in Bagdad aufgenommen wurde – von Bord jenes Kampfhubschraubers, der auch die Schützen transportierte, die zwei Reuters-Journalisten und zehn weitere Zivilisten erschossen. Das Video zeigt keinen schnieken embedded Journalism, sondern kaltblütigen Mord. Hier die komprimierte Version davon, eine längere findet sich auf <a href="http://collateralmurder.org" target="_blank">collateralmurder.org</a>.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="570" height="370" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/5rXPrfnU3G0&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xcfcfcf&amp;hl=en_US&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="570" height="370" src="http://www.youtube.com/v/5rXPrfnU3G0&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xcfcfcf&amp;hl=en_US&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><strong>Es sind Aufnahmen wie diese</strong>, die einen Krieg ins rechte Licht rücken, die den Mythos von den tapferen Boys daheim in den USA zerstören – und die ihn vielleicht beenden helfen. Es sind Aufnahmen wie diese, die – sofern einmal veröffentlicht – von keiner Organisation der Welt mehr zensiert werden können. Es sind Aufnahmen wie diese, die einmal mehr zeigen, welch aufklärerische Kraft im Netz liegt.</p>
<p>Und Wikileaks – ich weiß, liebe Alpha-Blogger, euch erzähle ich damit sicher nichts Neues – als Organisation, die seit 2006 Dokumente veröffentlicht, die unethisches Verhalten in Regierungen und Unternehmen dokumentieren, ist eine der wichtigsten dieser aufklärerischen Kräfte. Wikileaks schützt (vor allem auch mit ausgeklügelten Verschlüsselungstechnologien) seine Quellen. Und Wikileaks hat mittlerweile eine solche Bedeutung, dass der amerikanische Geheimdienst CIA Pläne ausheckte, wie die Organisation unterwandert und in ihrer Glaubwürdigkeit erschüttert werden könnte – die entsprechenden Dokumente gerieten prompt in die Hände von Wikileaks und wurde selbstverständlich veröffentlicht (mehr dazu in der <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1641858/" target="_blank">futurezone</a>).</p>
<p><strong>Die Rezeption des erschütternden Videos</strong> aus Bagdad ist nun ein weiteres Musterbeispiel für neue Mechanismen der Veröffentlichung, die klassischen Journalismus nur mehr als Transporter oder Aggregator braucht. Journalismus multipliziert bloß mehr die Wirkung der Geschichte, die sich dann aus der Folgearbeit, den weiteren Recherchen anderer ergibt.</p>
<p><strong>Es war Mike Masnick</strong> von Techdirt, der in diesem Zusammenhang eine entscheidende Frage <a href="http://techdirt.com/articles/20100405/1857418890.shtml" target="_blank">formuliert hat</a>: Warum wird uns eigentlich immer noch erzählt, dass sich keiner mehr um investigativen Journalismus kümmert?</p>
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		<title>Sex Für Fortgeschrittene 09. Die Sapiosexuellen oder: Wie geil ist g’scheit?</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:08:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manfred Sax</dc:creator>
				<category><![CDATA[Monitor]]></category>
		<category><![CDATA[Sexklinik]]></category>
		<category><![CDATA[albert einstein]]></category>
		<category><![CDATA[blowjob]]></category>
		<category><![CDATA[brille]]></category>
		<category><![CDATA[david beckham]]></category>
		<category><![CDATA[kant]]></category>
		<category><![CDATA[luise rainer]]></category>
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		<category><![CDATA[zeitgeist]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Gehirn war immer das mächtigste Aphrodisiakum. Erst jetzt geht es auch aktiv in die Horizontale: Die Sapiosexuellen kommen. Es soll vorkommen, dass es dann aktiv wird, wenn es traditionell Sendepause hat: in den gesegneten Minuten danach, nach den paar Sekunden Ewigkeit  zuvor, die man auch „kleiner Tod“ nennt. In solchen Momenten ist es immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8552" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><strong> </strong><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/inertiacreeps/388920700/"><img class="size-full wp-image-8552 " title="Foto: InertiaCreep" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/02/sexy-geek03.jpg" alt="" width="570" height="380" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Sapio-Accessoire Brille. Foto: InertiaCreep</p></div>
<p><strong>Das Gehirn war immer das mächtigste Aphrodisiakum. Erst jetzt geht es auch aktiv in die Horizontale: Die Sapiosexuellen kommen.<span id="more-8550"></span></strong></p>
<p><strong>Es soll vorkommen</strong>, dass es dann aktiv wird, wenn es traditionell Sendepause hat: in den gesegneten Minuten danach, nach den paar Sekunden Ewigkeit  zuvor, die man auch „kleiner Tod“ nennt. In solchen Momenten ist es immer drin, dass plötzlich die Worte „<a href="http://www.zib21.com/sexklinik/sex-fur-fortgeschrittene-die-zigarette-danach/">woran denkst du</a>?“ im Raum stehen. Die Frage hatte mal das Zeug zum Stimmungskiller (woran denkt schon ein vorübergehend Toter?). Heute öffnet sie Alternativen. Blogger Mokami &#8211; zum Beispiel – fantasierte postkoital, sein Girl würde ihm <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ontological_argument">„Kant´s Ontologisches Argument laut vorlesen“</a> und war bei diesem Gedanken gleich wieder vorzeitig ergussgefährdet.<!--noadsense--></p>
<p>Aber zumeist stehen derlei Libido aufbauende Gedanken für einen vielversprechenden Beginn, und sie kommen in allen möglichen Varianten daher. Bei Erotikbloggerin Silkenvoice etwa als vorbeugende cerebrale Erregung. „Geeks und Nerds sind sexy“, findet sie, „<a href="http://sapiosexual.com/">am liebsten würde ich meine Klit an ihren Gehirnen reiben</a>“.</p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_8585" class="wp-caption alignleft" style="width: 295px"><strong> </strong><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/78918241@N00/214287992"><img class="size-medium wp-image-8585" title="sexy geek02" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/02/sexy-geek02-285x213.jpg" alt="" width="285" height="213" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Sapiosexy by News Fedora</p></div>
<p><strong>Bei einem jungen Mann</strong> namens <a href="http://sapiosexual.com/">brtkrbzhnv</a> war es ein Gedanke auf ersten Blick, der den Platz zwischen den Ohren wärmte und gleich auch die Lenden entflammen ließ: „Ihr T-shirt hatte ein Dreieck mit dem pythagoräischen Lehrsatz drauf. Schade, dass nicht viele sapiosexy Girls ihre geistigen Reize so ungeniert outen.“</p>
<p>Bloggerin <a href="http://www.experienceproject.com/stories/Am-A-Sapiosexual/454749">chancesbreathe</a> überkam es unvermutet im College: „Die Lehrerin fragte, wann die Kreuzzüge starteten. Eine Weile war Stille, die plötzlich von einer sanften, präzisen männlichen Stimme unterbrochen wurde: `Im Jahr 1095, unter Papst Urban II.´“ –  Das war es für chancesbreathe auch schon: „Ich drehte mich zum Sprecher um und sah einen gut angezogenen, attraktiven Nerd. Er war gescheiter als ich, viel gescheiter. Und Omygod, wie mich das antörnte. Ich liebe smarte Jungs.“ –</p>
<p>Journalblogger <a href="http://wolfieboy.livejournal.com/2262.html">Wolfieboy</a> geht noch weiter. Er „möchte jemanden, für den philosophische Diskussion Vorspiel ist und dessen Intellekt und böser Humor mich autsch gehen lassen.“ Was in seinen Augen nur eines bedeuten kann: „Ich habe beschlossen, dass ich Sapiosexueller bin.“</p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_8584" class="wp-caption alignleft" style="width: 214px"><strong> </strong><strong><a href="http://www.weloveunderwear.se/"><img class="size-medium wp-image-8584" title="calvin-klein-mark-wahlberg" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/02/calvin-klein-mark-wahlberg-204x285.jpg" alt="Mark Wahlberg 1991. Foto: Calvin Klein" width="204" height="285" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Mark Wahlberg 1991. Foto: Calvin Klein</p></div>
<p><strong>Der Zeit ihren Sex</strong>. Lange gedauert hat es diesmal nicht. Im vergangenen Jahrzehnt hatten drei Jahre vergehen müssen, bis die Nuller auf einen Sextyp zur Zeit pochen konnten. Man nannte ihn den <a href="http://www.zib21.com/museum-des-21-jahrhunderts/das-sex-abc-der-nullerjahre/">Metrosexuellen</a> und es war ein stiller, von der forschen Postfeministin etwas eingeschüchterter Junge aus der Großstadt, horizontal etwas konzeptlos, aber kam es wider Erwarten doch mal zu Sex (bevorzugte Spielarten: <a href="http://www.zib21.com/museum-des-21-jahrhunderts/museum-des-21-jahrhunderts-txtsex-oder-i-wanna-ferrari-u/">SEXTING</a> und <a href="http://www.zib21.com/sexklinik/sex-fur-beginner-02-vorspiel-teil2-cunnilingus-sexuelle-haltung/">BLOWJOB</a>), dann würdigte er den Anlass makellos gepflegt und mit einem Spritzer Gaultier Eau de Toilette.</p>
<p>Der Metro war ein Mann der äußeren Werte, frau konnte sich mit ihm vor allem sehen lassen. Als Prototyp wurde gemeinhin der Fußballer <a href="http://www.youtube.com/watch?v=P842Tmi6lrc">David Beckham</a> gefeiert, unerwähnt sollte aber nicht bleiben, dass der klassische und bis heute populäre Look dazu – ein Paar Jeans, die maximal den halben Arsch bedecken (einst „Maurer-Dekolleté“ genannt), darunter Unterhosen von Calvin Klein – tatsächlich von CK-Model Mark Wahlberg inspiriert wurde (1991, siehe Foto).</p>
<p>Man nennt es „dekadent“, wenn die Oberfläche den Inhalt habituell dominieren darf. Zeitgeistig logisch ist aber auch, dass Trends ihr Ablaufdatum haben und sich gelegentlich antithetisch umkehren. Dass also ein sinnlicher Zeitgenosse (oder eine -In) irgendwann die leibliche Hülle ignoriert, sich stattdessen an der Substanz seines/ihres Gegenübers erwärmt und etwas auf „I wanna fuck your brains out“ murmelt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_8583" class="wp-caption alignright" style="width: 230px"><strong> </strong><strong><a href="http://s255.photobucket.com/albums/hh150/karengunderson/?action=view&amp;current=Einsteinjpg.jpg&amp;newest=1"><img class="size-medium wp-image-8583" title="Einsteinjpg" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/02/Einsteinjpg3-220x285.jpg" alt="" width="220" height="285" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Einstein by karengundersen</p></div>
<p><strong>Die „Zehnerjahre“</strong> waren zwei Wochen alt, als mir der Begriff „sapiosexuell“ vor Augen geriet. Anlass war der 100. Geburtstag der deutsch-österreichischen, in London wohnenden Schauspielerin <a href="http://www.youtube.com/watch?v=YX25GTZXPGw">Luise Rainer</a>. Die Diva ist zweifache Oscar-Preisträgerin (1936 &amp; 1937), zu ihrem Hunderter hagelte es auf der Insel Würdigungen, ihre Affäre mit Albert Einstein (Rainer: „Er war ein simpler Mann“) blieb nicht unerwähnt – und dort fand sich auch das Wort „sapiosexual“. Ein Check bei Wikipedia verlief zunächst ergebnislos, seit wenigen Tagen aber ziert die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sapiosexual">englische Ausgabe</a> eine kleine Referenz. Demnach meint „sapiosexual“ Leute, die „den Intellekt sexuell attraktiv finden“. Oben erwähnter „wolfieboy“ behauptet übrigens, den Begriff bereits 1998 erfunden zu haben. Der relevante Wind wurde aber von Sozialen Netzwerken gemacht. Auf Facebook gibt es <a href="http://www.facebook.com/home.php?#!/group.php?v=wall&amp;ref=search&amp;gid=2908121034">drei sapiosexuelle Fanseiten</a>, wo einschlägig animiert wird („Lass uns mit Einstein masturbieren“) oder auch den schönen-und-sonst-nix Menschen vorbeugend Abfuhren erteilt werden („Du bist schön, aber leer. Niemand könnte für dich sterben.“)</p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_8596" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><strong> </strong><strong><a href="http://www.facebook.com/search/?q=sapiosexual&amp;init=quick#!/group.php?v=wall&amp;ref=search&amp;gid=118926308695"><img class="size-thumbnail wp-image-8596" title="n118926308695_4647" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/02/n118926308695_4647-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Illu: fb-page sapiosexual</p></div>
<p><strong>Wie geil ist g´scheit?</strong> Einschlägige sapiosexuelle Ausbrüche wurden eingangs der Story zitiert. Einzubringen wäre noch das alte Wissen vom Gehirn als mächtigstem Aphrodisiakum des Menschen. Nur war es traditionell immer so, dass das Abenteuer Gehirn Pause machte, sobald die Dinge zwischen zwei Menschen hormonell wurden. Ein bewusster „Link“ zur zerebralen Aktivität während des horizontalen Geschehens klingt also nach einem interessanten Experiment.</p>
<div id="attachment_8587" class="wp-caption alignright" style="width: 295px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bacchantes/3505612586/"><img class="size-medium wp-image-8587" title="sapiosex01" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/02/sapiosex01-285x213.jpg" alt="" width="285" height="213" /></a><p class="wp-caption-text">sapiosexy by MohamedMHussein</p></div>
<p><strong>Interessant außerdem</strong>, dass durch die Betonung auf den Intellekt die Frage, ob das attraktive Gegenüber weiblichen oder männlichen Geschlechts ist, eine absichtlich sekundäre Rolle spielt. Ein Hauch von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pansexualit%C3%A4t">Pansexualität</a> ist also dem Sapiosexuellen nicht abzusprechen.</p>
<p>Klar weiters, dass die Suche nach sapiosexuell Gleichgesinnten vor allem in Nerdland auf Gegenliebe stößt, dort, wo der physische Eindruck nichts, die Potenz bei der Bedienung eines Computers alles ist. Dort, wo Sätze wie „wir sollten Sapiosex haben und unsere fleischliche Hülle hinter uns lassen“ eine befreiende Wirkung erzeugen. Und wie erkennt nun ein Sapiosexueller einwandfrei, ob ein anderer auf ihn abfährt? Ganz einfach: wenn der andere <a href="http://www.experienceproject.com/stories/Am-A-Sapiosexual/852822">„das wusste ich nicht“</a> sagt. Das bedeutet soviel wie „Nimm mich, jetzt und hier.“</p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_8577" class="wp-caption alignleft" style="width: 129px"><strong> </strong><strong><a href="http://www.barbie.com"><img class="size-medium wp-image-8577   " title="barbie.com" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/02/barbie.com_-213x285.jpg" alt="" width="119" height="160" /></a></strong><p class="wp-caption-text">New Nerd Barbie. Foto: barbie.com</p></div>
<p><strong>Die Frage ist, ob Sapiosex Zukunft hat</strong>, die Antwort schwer positiv. Das gewichtigste Anzeichen: Die Barbiepuppe, früher mal eine dumme Blondine, kommt heuer als <a href="http://fm4.orf.at/stories/1639407/">NerdIn</a> auf den Markt. Und selbstverständlich trägt sie Brille. Überhaupt hat die Brille alle Chancen, zum <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZliUIbWM0IY">wichtigsten Accessoire der Zehnerjahre</a> zu avancieren, kein anderes lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters so zuverlässig auf das Gesicht des Trägers.</p>
<p>Bleibt noch, auf den ersten sapiosexuellen Pornovideo hin zu weisen. Er hat bislang über 11 Mio Hits und ist vollkommen anders als alles bislang pornografisch Dagewesene. Aber er bringt es. Er dringt in jene Zonen des Gehirns vor, die von traditionellen Pornos nie erreicht wurden. <strong>Enjoy!</strong><br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=42E2fAWM6rA"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="570" height="428" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/42E2fAWM6rA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="570" height="428" src="http://www.youtube.com/v/42E2fAWM6rA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></a></p>
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