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	<title>Zeit im Blog &#187; Denkzeit</title>
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	<description>Live aus dem 21. Jahrhundert</description>
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		<title>Der Papst &amp; die Priesterin</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 15:26:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frater Gladius</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkzeit]]></category>
		<category><![CDATA[katholische kirche]]></category>
		<category><![CDATA[priesterinnenweihe]]></category>
		<category><![CDATA[pädophilie]]></category>
		<category><![CDATA[religion]]></category>
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		<description><![CDATA[Vatikan lenkt ein: Weihe zur Priesterin doch nicht ganz so kriminell wie priesterliche Pädophilie. Das vergangenen Donnerstag vom Vatikan veröffentlichte Dokument hieß „Normae de gravioribus delictis“ (Bestimmungen über schwerwiegende Straftaten gegen Glaube und Sakramente), und eigentlich sollte es demonstrieren, dass es ab sofort ernsthaftere Konsequenzen hat, wenn sich ein katholischer Kleriker an jenen vergreift, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_11453" class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><strong> </strong><strong><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:Sinead_rips_into_the_Pope.jpg"><img class="size-full wp-image-11453" title="Sinead_rips_into_the_Pope" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/07/Sinead_rips_into_the_Pope.jpg" alt="" width="400" height="300" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Mother Bernadette &amp; der Papst. Foto: wikipedia/Y. Hernsey</p></div>
<p><strong>Vatikan lenkt ein: Weihe zur Priesterin doch nicht ganz so kriminell wie priesterliche Pädophilie. </strong><span id="more-11452"></span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Das vergangenen Donnerstag vom Vatikan veröffentlichte Dokument </strong>hieß „Normae de gravioribus delictis“ (Bestimmungen über schwerwiegende Straftaten gegen Glaube und Sakramente), und eigentlich sollte es demonstrieren, dass es ab sofort ernsthaftere Konsequenzen hat, wenn sich ein katholischer Kleriker an jenen vergreift, die sich nicht wehren können (bei anderen wagen sie es bekanntlich nicht). Die Opfer (zumeist Kinder und geistig Behinderte, die berühmte Köchin wird nicht erwähnt) können nun bis zum 38. Lebensjahr ihre Klagen gegen den Missbraucher geltend machen. Eine willkommene Geste, wenngleich sich die Übeltäter jetzt nicht in die Kutte machen müssen: Über etwaige Konsequenzen für die Missbraucher sagt das Dokument genau nichts.</p>
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<p>Die Römisch-katholische Realität signalisiert seit Jahrzehnten natürlich anderes. Der Schutz der kircheneigenen Doktrin über Geschlecht und Geschlechtlichkeit wurde traditionell immer wichtiger genommen als der Schutz der minderjährigen „Schäfchen“. Während pädophile Priester weitgehend unbehelligt blieben, wurden kritische katholische Theologen stets verfolgt, ein unorthodoxer Gedanke zu Verhütung, Scheidung oder Sexualität reichte und der Geistliche war Ex-Geistlicher.</p>
<p><strong>Dass das Thema Pädophilie</strong> weitgehend verdrängt wurde, führt in der kritischen theologischen Debatte meist zu einer simplen logischen Wurzel: „Die Pädophilie eines Priesters hat immer die Frage zur Folge, ob die zölibatäre Disziplin eine ganze Zunft von Männern überfordert.“ Eine Frage, auf deren Antwort man verzichten wollte und will, solange sie nicht befriedigend ausfallen kann.</p>
<p>Zumal das auch zur Frage führen muss, ob weibliche Priester der spirituellen Aufgabe nicht eher gewachsen sind. Aber da verharrt die katholische Kirche weiterhin bei den Erkenntnissen des <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_von_Aquin">Thomas von Aquin</a></span> (13. Jh), wonach Frauen deswegen nicht Priesterinnen werden können, weil sie von minderwertigem Geschlecht sind. Punkt.</p>
<p><strong>Und so ist die katholische Kirche</strong> unter Ratzinger weiterhin unbeirrt Richtung Sekte unterwegs, und die Frage ist unter  anderem: Wen kümmerts, welche Frau ist schon behämmert genug, katholische Priesterin werden zu wollen? Nun, abgesehen von Kindern, die das Recht auf besseren Schutz kümmern muss, eigentlich nur so weltfremde Geschöpfe wie Mutter Bernadette Mary Marley, die in einem anderen Leben Sinead o´Connor hieß und 1999 von einem Bischof der Irisch-orthodoxen Katholiken  zur Priesterin geweiht wurde. Die dem Papst Johannes Paul II) schon zuvor wiederholt mit <a href="http://www.strangecultureblog.com/2007/05/mother-bernadette-mary-or-sinead.html">„ketzerischen“ Aktionen</a> Aufsehen erregend an die Nieren gegangen war (besonders eindrucksvoll anlässlich eines Auftritts bei Saturday Night Live, als sie Bob Marley´s „War“ sang und dabei ein Foto des Papstes zerriss). Die aber mit <a href="http://www.youtube.com/watch?v=iUiTQvT0W_0"><span style="text-decoration: underline;">Liedern wie diesem</span></a> auch bewies, dass sie mehr spirituelle Glaubwürdigkeit am kleinen Finger hat als ein Bischof unter der Kutte. Aber in Wahrheit ist der katholische Karren derart verfahren, dass man die ganze Kirche am besten ignorierte, wäre da nicht diese <a href="http://www.zib21.com/3134/fragla/wort-zum-sonntag-bock-zum-gartner/">massive pädophile Brut</a>, die nie einen Richter sah.</p>
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		<title>Kopftuch und Perücke –  und Vorurteile, die bleiben</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 11:21:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Kreisler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Monitor]]></category>
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		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[MUSLIMISCHE KOPFBEKLEIDUNG]]></category>
		<category><![CDATA[religion]]></category>
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		<category><![CDATA[vorurteil]]></category>
		<category><![CDATA[west meets east]]></category>

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		<description><![CDATA[Sandra Kreisler über religiöse Frauen und Vorurteile. Vor etlichen Jahren, in einer anderen Stadt, habe ich Aishe kennengelernt. Sie hiess nicht immer so, geboren wurde sie als Christiane. Aber dann hat sie sich in einen syrischen Mann verliebt, und ist zum Islam übergetreten. Inzwischen hat sie mit ihm 3 Kinder, trägt – gegen seinen Willen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_11248" class="wp-caption aligncenter" style="width: 580px"><strong> </strong><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/40279823@N00/2991557870"><img class="size-full wp-image-11248" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/06/2991557870_1a21671310.jpg" alt="" width="570" height="380" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Ihr Kopftuch und das Vorurteil der anderen. Foto: CharlesFred</p></div>
<p><strong> Sandra Kreisler über religiöse Frauen und Vorurteile.</strong><span id="more-11247"></span></p>
<p><strong>Vor etlichen Jahren, in einer anderen Stadt</strong>, habe ich Aishe kennengelernt. Sie hiess nicht immer so, geboren wurde sie als Christiane. Aber dann hat sie sich in einen syrischen Mann verliebt, und ist zum Islam übergetreten. Inzwischen hat sie mit ihm 3 Kinder, trägt – gegen seinen Willen, aus eigener Entscheidung – das Kopftuch und lange <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kaftan">KAFTANS</a>, und lebt streng nach islamischen Gesetzen. Ausserdem arbeitet sie in federführender Position in der islamischen Gesellschaft der Stadt, leitet Pressekonferenzen und organisiert Gemeinschaftstreffen und dergleichen. Sie hat diese hohe Position, wie sie mir bestätigt hat,  <em><strong>obwohl</strong> </em>sie eine Frau ist,  weil sie nämlich,  anders als die anderen Gemeindemitglieder, muttersprachlich deutsch spricht. Sie hat mir auch zugegeben, dass sie sich sehr für Frauenrechte einsetzen muss innerhalb der islamischen Gemeinde – und sogleich angefügt, wie viel Freude ihre diese Aufgabe bereitet.</p>
<p>Sie war über 30 Jahre alt, als sie sich für den <a href="http://www.youtube.com/watch?v=yX3UHNhQ1Zk">ISLAM</a> entschied. Inzwischen ist sie bald 50, und immer noch von dieser Wahl überzeugt.</p>
<p>Mit Yael bin ich fast schon richtig befreundet. Sie wuchs in einer <strong>assimilierten bürgerlichen jüdischen Familie</strong> in Ravensburg auf, und entschied sich gemeinsam mit ihrem Mann ebenfalls mit ca 30 Jahren dafür, orthodox zu werden. Ihre Eltern haben lange gebraucht, um das zu akzeptieren.  Das junge Paar übersiedelte mit den beiden noch krabbelnden Kindern nach Jerusalem, Yael trägt heute einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Turban">TURBAN</a> oder eine <a href="http://www.n-tv.de/panorama/dossier/Juedische-Frauen-wollen-s-modisch-article758827.html">PERÜCKE</a>, lange Röcke über weiten Hosen, führt einen koscheren Haushalt und arbeitet als Grafikerin.</p>
<p>Beide sind modern, aufgeschlossen, humorvoll, hochintelligent und eigenständig.</p>
<p>Beide sind, was man als „starke Frau“ bezeichnen kann.</p>
<p><strong>Beide sind schön, innen wie aussen. </strong></p>
<p>Keine von beiden hat je auch nur mit einem Haar den Eindruck erweckt, als sei mein – hochgradig unreliglöses – Leben nicht absolut ebenbürtig zu ihren Entscheidungen, religiös zu leben. <strong>Niemals habe ich einen auch noch so kleinen Versuch erlebt, mich zu missionieren</strong>, zu überzeugen, oder sich selbst und ihre Wahl zu rechtfertigen. Es war halt so – so wie im Leben mal die Eine rothaarig ist und die Andere blond, ist halt hier die Eine religiös und die Andere nicht.</p>
<p>Mit beiden Frauen, das fühle ich deutlich,  könnte durchaus eine enge Freundschaft wachsen, lebten wir nicht in verschiedenen Städten. Wir können zusammen lachen und denken, diskutieren und fühlen, wir sind uns nah wenn wir uns sehen, auch ohne Worte. Wir sehen uns halt leider nie, und als wir uns kennenlernten, war es zu kurz, um etwas aufzubauen, was auch in der Distanz hält.</p>
<p>Und noch etwas verbindet diese beiden Frauen: Sie ruhen auf eine eigentümliche Weise sehr in sich, strahlen aus, dass sie irgendwie „angekommen“ sind.</p>
<p><strong>Die Einhaltung der täglichen Vorschriften</strong>, der religiösen Gesetze sind ihnen nicht lästige Pflicht und nicht besondere Freude – wie etwa: „jeden Tag Eiskreme“ für ein Kind – sondern ganz einfach etwas völlig Selbstverständliches, das weder stört noch ruft, so wie  für uns essen und trinken und Zähneputzen. Es gehört einfach dazu.</p>
<p>Ich habe nie diese Sehnsucht verstanden, religiös zu sein, noch weniger orthodox zu leben. Ich verstehe nicht, wie ein so <strong>strukturierter, reglementierter und von Ver- und Geboten durchsetzter Tag </strong>Halt geben kann – mir wäre er ein Gefängnis. Zumal bei Menschen, die ja von vornherein stark, frei und intelligent sind. Irgendwie hatte ich für mich immer die Erklärung, dass so eine starke religiöse Bindung, die alles was man tut bestimmt, vor allem für jene Menschen hilfreich ist, die sonst Gefahr liefen, im wilden Wahnsinn der Zeit unterzugehen.</p>
<p>Dem ist aber offenbar nicht so.</p>
<p>Es wäre leichter zu begreifen, wenn die beiden Frauen schon so aufgewachsen wären. Wer schon als Kind eine religiös motivierte und strukturierte Welt um sich hat, dem ist sie auch als Erwachsener nichts Besonderes, und fehlte vielleicht sogar eher, wenn man sie verließe.</p>
<p>Aber beide Frauen lieben das Leben, die sogenannten „schönen Dinge“, können genießen und lachen und vor allem: sie haben sich beide vollkommen frei entschieden, sogar gegen einen Druck von außen.</p>
<p>Ich achte das sehr, finde es unverständlich und doch bewundernswert: Da hat sich jemand sein Leben wirklich ausgesucht, das ist selten und kostbar: <strong>Die meisten Menschen rutschen in ihre Leben mehr hinein, als dass sie sie wählen.</strong></p>
<p>Aber obwohl ich diese beiden Frauen kenne und schätze, sehe ich bei anderen religiös lebenden Frauen trotzdem immer noch mehr das Kopftuch als das Gesicht.</p>
<p>Was sagt das über mich?</p>
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		<title>Das Feindbild Neoliberalismus</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 07:17:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boyang Xia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die menschliche Psyche funktioniert geradezu idiotisch einfach. Statt die Welt in allen ihren Facetten zu sehen, teilen wir sie gerne entlang einer Utopie in zwei Lager. Bei manchen wird die Welt nun derart vereinfacht, dass von der Dualität nur noch das Böse übrig bleibt. Im Gegensatz zu den Konservativen in Amerika, die dem Bösen – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10838" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank"><img class="size-full wp-image-10838" title="milton-friedman-sticker" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/06/milton-friedman-sticker.jpg" alt="" width="570" height="381" /></a><p class="wp-caption-text">Feindbilder: stereotyp und dumm. Foto: Steve Rhodes, Lizenz: cc by-nc-nd 2.0</p></div>
<p><strong>Die menschliche Psyche funktioniert geradezu idiotisch einfach. Statt die Welt in  allen ihren Facetten zu sehen, teilen wir sie gerne entlang einer  Utopie in zwei Lager.<span id="more-10795"></span></strong></p>
<p><strong>Bei manchen wird die Welt</strong> nun derart vereinfacht, dass von der Dualität nur noch das Böse übrig bleibt. Im Gegensatz zu den Konservativen in Amerika, die dem Bösen – das sie im &#8220;Kommunismus&#8221; personifiziert durch Barack Obama erkennen – einen imaginären Amerikanischen Traum entgegensetzen, bleibt viele Menschen in Europa nur noch das Feindbild Neoliberalismus, ohne dem irgendwelche realisierbare Alternativen entgegenzusetzen (Es gibt die Anekdote von einem Plakat bei einer Demonstration mit der Aufschrift &#8220;Replace capitalism with something nice&#8221;).</p>
<p><strong>Was versteht man hierzulande unter Neoliberalismus?</strong> Neoliberalismus ist, wenn Tierschützer Dank Antiterror-Gesetzen verhaftet werden. Neoliberalsimus ist, wenn die USA und China mittels staatlicher Rohstoffkonzerne in Zusammenarbeit mit lokalen Diktatoren und Sklavenhaltern die Ressourcen armer Länder ausplündern. Neoliberalismus ist, wenn der Staat durch den Markt zurückgedrängt wird. Und Neoliberalismus ist, wenn der Staat sich ausweitet. Für manche sind dieses Definitionen oft paradox, aber für jemanden, der mit der marxistischen Dialektik vertraut ist, lösen sich alle Widersprüche auf in ein klares Feindbild.</p>
<p>An sich ist es natürlich, dass Wörter im Laufe der Zeit ihre Bedeutung ändern. Aber leider belegen die Anhänger der neoliberalen Ideologie das Wort Neoliberalismus mit einer anderen Bedeutung als dere Gegner und so passiert es oft, dass man die Neoliberalen schlicht als Bösewichte sieht, ohne deren Standpunkte zu kennen.</p>
<p><strong>Überhaupt haben in den vergangenen Jahrzehnten</strong> manche Begriffe völlig neue und oft vom Ursprung völlig gegensätzliche Bedeutung bekommen. &#8220;Kapitalismus&#8221; ist ein Synomym für das Böse. &#8220;Solidarität&#8221; ist, wenn der Staat mit Zwang Privateigentum in Form von Steuern abschöpft. Unterschiede im Wohlstand heißen jetzt &#8220;Ungleichverteilung&#8221;, als ob die göttliche Institution Staat der Schöpfer allen Wohlstands ist, den sie an die passiven Individuen verteilt. (Soziale) &#8220;Gerechtigkeit&#8221; ist, wenn alle Menschen gleich sind. &#8220;Freiheit&#8221; (der Gruppe) ist, wenn eine Gruppe von der Außenwelt abgeschirmt ihre Mitglieder zu Uniformität zwingen kann.</p>
<p>Das erinnert stark an 1984, wo unabhängiges Denken durch eine restriktive und widersprüchliche Sprache unmöglich gemacht wird.</p>
<p><strong>Mir ist bewusst</strong>, dass ich nicht frei von Stereotypen ist. Ich habe mit allen Kräften versucht, im Text nicht das Feindbild des europäischen Bobo-Sozialisten zu beschwören. Wo ich eigentlich &#8220;Sozialist&#8221; schreiben wollte, ersetzte ich es durch vage und ähnliche Ausdrücke.</p>
<p>Also achten Sie, liebe Leser, darauf, dass Sie Menschen nicht nach Stereotypen oder Feindbildern beurteilen. Halten Sie sich zurück, wenn jemand sich als Sozialisten oder Sozialistin bezeichnet. Erst wenn das Gegenüber seine Standpunkte dargelegt hat, dürfen Sie losschimpfen.</p>
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		<title>Im Trend: Hau die Neoliberalen</title>
		<link>http://www.zib21.com/10725/boyxia/trend-hau-die-neoliberalen/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 08:15:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boyang Xia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Text &#8220;Das Leben ist kein Wettbewerb&#8221;, kritisiert Martin Margulies, ein Wiener Grüner, den Neoliberalismus und das kapitalistische System. Zu Unrecht. Denn was er eigentlich kritisieren sollte, ist der Staat. Margulies schreibt: Die gegenwärtige Wirtschaftskrise ist keine Zufallserscheinung. Sie ist auch nicht das Ergebnis von faulen Krediten, Leerverkäufen oder fallenden Grundstückspreisen in den USA. Wer dies [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10740" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank"><img class="size-full wp-image-10740   " src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/06/milton-friedman.jpg" alt="" width="570" height="381" /></a><p class="wp-caption-text">Nicht überall beliebt: Milton Friedman, Nobelpreisträger &amp; Neoliberalist. Foto: Steve Rhodes</p></div>
<p><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/"></a><a href="http://martinmargulies.wordpress.com/2009/05/21/das-leben-ist-kein-wettbewerb/"><strong>Im Text &#8220;Das Leben ist kein Wettbewerb&#8221;,</strong></a><strong> kritisiert Martin Margulies, ein Wiener Grüner, den Neoliberalismus und das kapitalistische System. Zu Unrecht.</strong><span id="more-10725"></span></p>
<p>Denn was er eigentlich kritisieren sollte, ist der Staat. Margulies schreibt:</p>
<blockquote><p>Die gegenwärtige Wirtschaftskrise ist keine Zufallserscheinung. Sie ist  auch nicht das Ergebnis von faulen Krediten, Leerverkäufen oder  fallenden Grundstückspreisen in den USA. Wer dies behauptet, versucht  bewusst den Blick auf die realen Ursachen zu verstellen. Vielmehr  handelt es sich um eine zwangsläufige Begleiterscheinung neoliberaler  Wirtschaftspolitik. [...] Generell gilt: Krisenerscheinungen sind systemimmanent [...]</p></blockquote>
<p>Warum die Wirtschaftskrise nicht &#8220;das Ergebnis von faulen Krediten, Leerverkäufen oder fallenden Grundstückpreisen in den USA&#8221; ist, erkärt er nicht (Ich kann nur annehmen, es wird im politischen Jahrbuch der Wiener Grünen 2009 detailliert dargestellt, worauf allerdings nicht verlinkt wurde). Aber jeder, der &#8220;dies behauptet, versucht bewusst den Blick auf die realen Ursachen zu verstellen.&#8221; Nämlich die &#8220;zwangsläufige Begleiterscheinung neoliberaler Wirtschaftspolitik&#8221; – und nicht die zwangsläufigen Begleiterscheinungen von übermäßigen staatlichen Regulierungen (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alternative_Mortgage_Transaction_Parity_Act_of_1982" target="_blank">Alternative Mortgage Transactions Parity Act 1982</a>) und Interventionen (<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,576850,00.html" target="_blank">siehe Fannie Mae und Freddie Mac</a>).</p>
<p><strong>Dass der Staat versagt, </strong>gilt in dieser Logik absurd; dass der Neoliberalismus böse ist, liegt auf der Hand. Deshalb musste Marguiles wohl nicht näher erläutern, was er genau meinte.</p>
<p>Interessanterweise kritisiert er auch, dass &#8220;weltweit Tausende Milliarden Euro zur Stützung eines kranken Systems&#8221; fließen. Das tun neoliberale Gelehrte nämlich ebenfalls, die die Finanzkrise von 2008 als Gelegenheit sehen, den Bankern ihre Dummheit vor Augen zu führen. Ließe man sie bankrott gehen, wäre ihnen diese schmerzhafte Erinnerung eine gute Lektion. Stattdessen kauften die Staaten – im Sinne der von Sozialdemokraten geliebten keynesianischen Interventionspolitik– die Banken von ihren Schulden frei. Margulies müsste also sauer auf diese staatliche Intervention sei und nicht auf die Neoliberalen.</p>
<p>Staatdessen fordert er mehr vom Gleichen. Ihm sind die Nationalstaaten alleine nicht genug, er will noch eine EU als Sozial- und Beschäftigungsunion, sprich einen EU-Superstaat. Am Ende resümiert Marguiles, dass es &#8220;kein zurück (sic!) zur Planwirtschaft&#8221; gibt. Ich kann ihm nur voll zustimmen. Es wird kein Zurück geben, weil in Österreich niemals (kommunistische) Planwirtschaft herrschte. Das einzige Mal, als in Österreich die Wirtschaft geplant wurde, bescherte uns die Voestalpine, damals unter anderem Namen.</p>
<p><strong>Doch weiter mit Margulies</strong>, der schreibt:</p>
<blockquote><p>Doch ohne Reglementierung, ohne Gebote und Verbote werden  Krisenerscheinungen in immer schnelleren Wellen auf die Bevölkerung  einstürzen und jenseits von ökonomischen Zusammenbrüchen die Bevölkerung  der EU neben einer sozialen auch in eine ökologische Katastrophe  führen. Einer Katastrophe, wie sie uns schon jetzt<em> tagtäglich in breiten Teilen Asiens und Afrikas vor Augen geführt </em>[Betonung hinzugefügt] wird. Ausgelöst durch die  Auswirkungen eben jenes kapitalistischen Systems, dass trotz  gegenwärtiger Krise seine menschenverachtenden Auswüchse vor allem  außerhalb Europas zeigt.</p></blockquote>
<p>Er will uns also tatsächlich weismachen, dass die Neoliberalisten schuld am Elend in Afrika und Asien sind. Wen meint er damit? Die Kolonialherren und Imperialisten? Die waren weder liberal noch neu, sondern Vertreter von Staaten – also genau dem, was die Neoliberalen so sehr hassen. Oder meint Marguiles die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Common_Agricultural_Policy#Anti-development">Gemeinsame Agrarpolitik der EU</a>, die die Agrarwirtschaft der Entwicklungsländer ruiniert, indem die Europäer mit durch staatlichen Subventionen geförderten Agrarprodukten die afrikanischen Märkte überschwemmen? Die monopolistischen staatlichen Rohstoffindustrien? Die ortansässigen Diktatoren? All das ist nicht neoliberal.</p>
<p><strong>Was bedeutet Neoliberalismus also?</strong> In Österreich: nichts. Es ist ein Schimpfwort, das die Linken inflationär gegen einen nebulösen Feind benützen. Genauso, wie wenn man kritische Menschen als islamophob, konservative Menschen als rassistisch oder Umweltschützer als realitätsfern abkanzelt. Eine konstruktive und von Fakten getragene Debatte ist so nicht möglich.</p>
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		<title>S&amp;C-Generation: Endstation Wüste</title>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 12:14:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ana Tajder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaftskritik]]></category>
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		<category><![CDATA[Sex & the city]]></category>
		<category><![CDATA[sexualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Sex &#38; the City befreite einmal die weibliche Sexualität. Leider hat sich diese Befreiung bald gegen die Frauen gerichtet. „Sex &#38; the City 2“ eröffnet heute in Europa, und ich als der ultimative S&#38;C-Fan sollte ekstatisch sein. Bin es aber nicht. Ich ging an einem Kino vorbei, mit einen Riesenposter über dem Tor, darauf Carrie, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10598" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><img class="size-full wp-image-10598" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/05/sex-and-the-city-2.jpg" alt="" width="570" height="428" /><p class="wp-caption-text">Foto: New Line Cinema</p></div>
<p><strong>Sex &amp; the City befreite einmal die weibliche Sexualität. Leider hat sich diese Befreiung bald gegen die Frauen gerichtet.<span id="more-10596"></span></strong></p>
<p><strong>„Sex &amp; the City 2“ eröffnet heute in Europa</strong>, und ich als der ultimative S&amp;C-Fan sollte ekstatisch sein. Bin es aber nicht. Ich ging an einem Kino vorbei, mit einen Riesenposter über dem Tor, darauf Carrie, Charlotte, Samantha und Miranda (in einer Wüste?!), und ich hatte ein sehr seltsames Gefühl. Es war ein wenig wie auf eine Leiche zu blicken. Eine Mischung aus Neugier, Abscheu und Trauer.</p>
<p>S&amp;C war mal unsere Bibel. Was wir am TV-Schirm sahen, war unser Leben. Ja, wir waren genau wie sie. Und unsere Geschichten waren genau wie ihre. Wir hatten Bildung und tolle Jobs und zahlten für unseren eigenen Luxus, wir sahen gut aus, hatten enormen Spaß und hatten Sex mit prächtigen Männern. Wir waren vollkommen unabhängig. Und angezogen von unserem Leben. Wir erlebten wahrscheinlich die beste Phase unseres Lebens. Und S&amp;C war die Bestätigung dafür.</p>
<p><strong>Das war vor zwölf Jahren.</strong> Vieles hat sich seither geändert. Dem Ende zu war die Serie nicht mehr so wahr, so frech, so knusprig und vergnüglich wie zu Beginn. Der erste S&amp;C-Film kam in die Kinos und obwohl es uns freute, unsere alten Freundinnen wieder zu sehen, waren wir enttäuscht. Und jetzt der zweite Teil? Ich weiß nicht. Ich muss mir sogar überlegen, ob ich mir den Film anschauen soll. Ich fürchte, es wird alles Mögliche sein, nur nicht ermächtigend.</p>
<p>Weil erstens: Sex ist nicht mehr, was er war. Der S&amp;C-Sex nämlich. S&amp;C-Sex befreite einmal eine neue Form weiblicher Sexualität. Eine Sexualität, die gleichzeitig unsere Waffe und unser Schild war. Sexualität als der ultimative Beweis einer neu errungenen Unabhängigkeit in allen Aspekten unseres Lebens. Leider hat sich diese Sexualität, die wir damals befreiten, bald gegen uns gerichtet.</p>
<p><strong>In dem Moment, als wir weibliche Sexualität</strong> in ein Mittel zum Erreichen eines Zieles verwandelten, benützten andere sie für ihre eigenen Zwecke: um Geld zu verdienen. Im Nu hat sich unsere Gesellschaft in eine übersexte und pornografisierte Welt verwandelt: Die Mode kopiert SM-Styles. Musik-Clips wirken wie Softpornos. Schulkinder schauen sich per Handy Hardcore-Pornos an. Swingerclubs werden uns als Kunst verkauft.</p>
<p>Medien bombardieren uns mit dem neuen Image der Frau, einer übersexten, übernatürlichen Sexpuppe. Sie wird durch Styling, Schönheitsoperation und Photoshop erzeugt. Sie erfüllt uns (Frauen und Männer) mit einer Sehnsucht nach einer unerreichbaren, konstruierten „Perfektion“ und bringt uns dazu, Milliarden auszugeben, um sie zu kaufen. Sie verwandelt Frauen in Objekte. Erneut. Unsere Großmütter und Mütter hatten noch dagegen gekämpft – wie kam es, dass wir, die S&amp;C-Generation, das geschehen ließen?</p>
<p><strong>Dann das Shopping.</strong> Die vier gaben damit ein Vermögen aus. Und es machte ihnen enormen Spaß. Uns auch. Shopping symbolisierte die Verbindung zwischen unserer finanziellen Unabhängigkeit und unserer befreiten Sexualität. Wir kauften sexy Zeug (mit unserem eigenen Geld), mit dem wir uns großartig in unserer Haut fühlten. Und das uns half, die Welt zu manipulieren, eine Welt, die sich durch attraktives Äußeres eben leicht manipulieren lässt.</p>
<p>Aber dann kam die finanzielle Krise. Und machte uns klar, dass wir Geiseln unseres eigenen Konsums waren. Wir arbeiteten um zu konsumieren, wir identifizierten uns mit dem Konsumierten, und wir suchten dort nach Erfüllung, wo keine Erfüllung zu finden ist. Es war schmerzhaft, als wir erkannten, dass die konsumistische Haltung auch andere Aspekte unseres Lebens reflektierte. Wir konsumierten Männer, Beziehungen, Freundschaften. Uns selbst. Und dann drohte deshalb eine Umweltkatastrophe. Es macht keinen Spaß, für Sachen zu zahlen, von denen du weißt, dass sie dich mal begraben werden. Nein, wir gehen nicht mehr shoppen.</p>
<p><strong>Sex &amp; the City zeigte uns</strong>, wie fantastisch eine Freundschaft sein kann, eine konstruierte Familie. Vier Freundinnen, alle von sich selbst und ihrem engsten Kreis besessen. Vier Freundinnen und ihre ewige Suche. Nach Liebe, nach der perfekten Partnerschaft, nach DEM Richtigen, nach Glück &#8230;</p>
<p>Die Suche währte zwölf Jahre. Und sie geht weiter. Das war mal nett. Ist es nicht mehr. Weil es das Produkt einer Individualisierung ist, die unsere Gesellschaft ruiniert. Eine der wichtigsten Lektionen, die wir von der Finanzkrise lernen sollten, ist, dass Globalisierung uns alle von einander abhängig machte. Wir können uns nicht mehr lediglich auf uns selbst konzentrieren. Wenn Griechenland crasht, crasht ganz Europa. Dasselbe gilt für Frauen. Wir können unsere Emanzipation nicht alleine leben. Es gibt afrikanische Frauen, die an unsere Männer als Sexarbeiter verkauft werden. Indische Frauen nähen unsere Designer-Jeans für 16 Dollar im Monat. Und es gibt wunderschöne Girls aus Osteuropa, die aus Mangel an Einkommens-Alternativen wieder ihre traditionellen Geschlechtsrollen akzeptieren. Sie sind willens, ihre Jugend und Schönheit gegen finanzielle Sicherheit einzutauschen.</p>
<p>Eine schöne osteuropäische Gattin zu haben, die ihren Mund hält und sich mit ein paar Designer-Schuhen zufrieden gibt, ist eine Art Trend geworden: Wiener Geschäftsleute fahren nach Osteuropa, um eine Gemahlin zu finden. Und aus Angst, ihren „Wettbewerbs-Vorsprung“ zu verlieren, lassen viele westeuropäische Girls nun die Emanzipation eine solche sein. Eine neue Prostitution?</p>
<p><strong>Ja, die Welt hat sich drastisch geändert</strong>, in diesen zwölf Jahren, seit Sex &amp; the City das Symbol unserer Emanzipation wurde. Die finanzielle Krise enthüllte eine tiefere Krise: Unser gesamtes System ist in der Krise. Wenn wir überleben wollen, müssen wir alles neu überdenken: das Wirtschaftssystem, die Werte, die Prioritäten. Um uns noch einmal inspirieren zu können, müsste S&amp;C sich drastisch ändern. Hier eine Idee: Da nun klar ist, dass wir die Grenzen der männlichen Weltordnung erreicht haben, wie wäre es mit einer neuen Alternative? Wie wäre es mit einer weiblichen, solidarischen, ko-operativen, humanistischen Weltordnung?</p>
<p>Ich weiß, das ist zuviel verlangt von einer amerikanischen Fernseh-Serie, die Film geworden ist. Aber ich darf ja wohl träumen. Oder?</p>
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		<title>Islamophobie ist fragwürdig, aber nicht verboten</title>
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		<pubDate>Tue, 25 May 2010 04:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boyang Xia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Burka]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Verbot von Gesichtsverhüllung in Frankreich wird in ganz Europa Diskussionen über Islamophobie auslösen. Dabei ist Islamophobie nicht bloßer Rassismus, sondern begründeter Diskurs. Die Islamophobie hat zwei Facetten. Manche sogenannte Islamophobe sind Rassisten, die ähnlich wie viele Antisemiten ihren Hass hinter Israelkritik verstecken. Sie werden zu Recht kritisiert. Die andere Facette ist eine intellektuelle Kritik. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10543" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en " target="_blank"><img class="size-full wp-image-10543" title="Burka Foto: flickr.com/niomix2008, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/05/burka.jpg" alt="" width="570" height="428" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: flickr.com/niomix2008, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0</p></div>
<p><strong>Das Verbot von Gesichtsverhüllung in Frankreich  wird in ganz Europa Diskussionen über Islamophobie auslösen. Dabei ist Islamophobie nicht bloßer Rassismus, sondern begründeter Diskurs.</strong><span id="more-10464"></span></p>
<p><strong>Die Islamophobie hat zwei Facetten</strong>.  Manche sogenannte Islamophobe sind Rassisten, die ähnlich wie  viele Antisemiten ihren Hass hinter Israelkritik verstecken. Sie werden zu Recht  kritisiert.</p>
<p>Die andere Facette ist eine intellektuelle Kritik. Der Islam ist eine Religion, und als solche eine Idee.  Wie die Geschichte demonstriert hat, können Ideen Menschen zu Großem verleiten  oder Verheerendes anrichten. Dass man Angst davor  hat, ist verständlich. Ob die Angst begründet ist, muss man rational  diskutieren, anstatt alle Islamkritiker von vornherein als  Rassisten an die Wand zu stellen.</p>
<p><strong>Dass manche Menschen Rassismus</strong> mit Islamkritik vermischen,  ist unbestritten.  Das wirft ein schiefes Licht auf die betreffenden Personen, aber  deshalb darf die intellektuelle Islamkritik nicht pauschal verteufelt  werden.</p>
<p>Viele soziale und moralische Probleme sind mit dem Islam verbunden: Die Stellung  der Frauen in der Gesellschaft, die Einstellung zu Politik, zu anderen  Religionen und zu Homosexualität müssen alle diskutiert und  kritisiert werden. Ob die Problematik nur eine temporäre  Erscheinung des Islams ist, oder ob es im Kern dieser Religion liegt, gehört ebenso hinterfragt.</p>
<p><strong>Vor dem Intellekt</strong> gibt es kein Allerheiligstes, das vor Diskussion  geschützt ist. Und für den Islam darf und wird es keine Ausnahme geben. Man darf also zu Recht vor einer Idee Angst haben. Und man darf eine Idee in  jeder Hinsicht diskutieren. Im zivilen Diskurs ist der Islam wie alle  anderen Ideen einfach nur Freiwild.</p>
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		<title>Die Utopie eines Weltstaates</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 09:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boyang Xia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UNO]]></category>

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		<description><![CDATA[Wäre eine Welt nicht schön, in der alle ohne Grenzen nebeneinander leben? Ja, das wäre schön. Aber auch völlig unrealistisch. In einem Beitrag von Andreas Sator auf dem Blog zurPolitik.com, das von meinem Kollegen auf ZiB21, Thomas Schaffer, gegründet worden ist (lesenswert!), träumt der Autor von der &#8220;Utopie eines Weltstaates, der nicht unbedingt ein Staat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10452" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en" target="_blank"><img class="size-full wp-image-10452" title="globus" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/05/globus.jpg" alt="" width="570" height="427" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: flickr.com/schallkoerper, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0</p></div>
<p><strong>Wäre eine Welt nicht schön, in der alle ohne Grenzen nebeneinander leben? Ja, das wäre schön. Aber auch völlig unrealistisch.</strong><span id="more-10417"></span></p>
<p><strong><a href="http://zurpolitik.com/2010/05/15/globalisierung-des-denkens/" target="_blank">In einem Beitrag von Andreas Sator</a></strong> auf dem Blog zurPolitik.com, das von<a href="http://www.zib21.com/author/tomsch/"> meinem Kollegen auf ZiB21, Thomas Schaffer</a>, gegründet worden ist (lesenswert!), träumt der Autor von der &#8220;Utopie eines Weltstaates, der nicht unbedingt ein Staat sein muss.&#8221; Paradoxerweise hat dieser Nicht-Staat alle Kompetenzen eines Staates, wie zum Beispiel über Steuerpolitik und Menschenrechte inklusive einer Institution, die &#8220;die sich um solche Belange [machtgierige Diktatoren, ungleiche Verteilung von Wohlstand] kümmert und globalen Ungerechtigkeiten und  Fehlentwicklungen entgegenwirkt.&#8221;</p>
<p>Sein Einwand ist, dass die Konzerne in Länder auswandern, wo die Löhne und Steuern für die Produktion günstiger sind. Er negiert die Theorie, dass die Abwanderung der Firmen zu einer Verschiebung des Wohlstandes führt, und kritisiert, dass die Machthaber der armen Länder oft korrupt sind und dass die Globalisierung nur den Eliten dieser Länder begünstigt.</p>
<p><strong>Erstens,</strong> gesellschaftliche und technologische Innovationen werden immer zuerst von den Eliten, also der reichen Oberklasse, in Anspruch genommen, bevor die breite Bevölkerungsschicht Zugang dazu bekommt. Sei es das Wahlrecht, das in England zuerst nur den Grundbesitzern, dann den Männern und erst später den Frauen gegeben wurde, Flugreisen oder Essenskonserven, die bei ihrer Erfindung eine Neuheit unter den Reichen darstellten, bevor man sie als eine günstige Verpflegung für die Arbeiterklasse entdeckte.</p>
<p>Ich bestreite also nicht, dass die Eliten <em>anfänglich</em> mehr von der Globalisierung profitieren als die Armen, aber dieses Problem – falls man es als ein Problem sieht – besteht in jeder Gesellschaft und ich sehe nicht, wie ein Weltstaat es besser lösen soll als in der jetzigen Situation, außer wir reden von einem Weltsozialstaat mit tiefgreifender Wohlstandsverteilung.</p>
<p><strong>Zweitens,</strong> Globalisierung leidet unter korrupten Machthabern. Wenn Firmen sich in einem Land ansiedeln wollen, dann brauchen sie Rechtssicherheit, die der ansässigen Bevölkerung genauso nützt wie den ausländischen Investoren. Mehr Investitionen führen zu größerem Rechtsschutz. So sind die Fabriken von McDonald&#8217;s und Nike in den Schwellenländern strengen Auditing-Prozessen unterworfen. Wenn ein Land korrupt wird, wandern die Betriebe aus. Das sieht man deutlich an den ost- und südostasiatischen Ländern, wo die Globalisierung zu einem Aufschwung geführt hat, und den afrikanischen Ländern, wo aufgrund der politischen Instabilität wenige Betriebe angesiedelt sind.</p>
<p>Ausgenommen davon ist die Rohstoffindustrie. Erdöl- und Minenkonzerne profitieren oft vom politischen Chaos und die daraus resultierende Rechtsfreiheit, dank der Unterstützung ihrer Mutterländer wie China oder USA, deren Militär die Schuldeneintreiber und Schlägertruppen der Konzerne sind. Es stellt sich wiederum die Frage, wie ein Weltstaat das Problem lösen soll, wenn die zwei wichtigsten politischen Komponenten, China und USA, das Problem für die eigenen nationalen Interessen ausnützen.</p>
<p><strong>Es ist auch nicht anzunehmen</strong>, dass die  Despoten, die in vielen Ländern herrschen, sich von Sators Idealismus anstecken lassen und ihre Macht  freiwillig aufgeben. Also brauchen wir wohl auch eine Armee, die die  unterdrückten Völker befreien. Und ehe man sich versieht, marschiert  man in den Krieg gegen die Tyrannen, wie es die Vereinigten Staaten in  Irak und Afghanistan vorgemacht haben.</p>
<p>Möglicherweise hat Andreas nicht genau durchdacht, wie ein  Weltstaat konkret friedlich realisiert werden kann, aber es lohnt sich natürlich weiterhin, über so eine Utopie nachzudenken.</p>
<p><strong>Ich persönlich stelle mir eine Welt vor</strong>, wo alle Menschen glücklich  und friedlich miteinander leben, in einer Welt ohne Grenzen, weder in den  Köpfen noch auf den Landkarten, wo jedem Individuum die Möglichkeit  freisteht, seine eigenen Träume und Wünsche zu realisieren, und wo die  Ernährung der Menschheit nicht die industrielle Folter und  Massenvernichtung von Tieren voraussetzt.</p>
<p>Leider stammt diese Idee weder von Andreas noch von mir,  sondern ist vor dreitausend Jahren von jüdischen Priestern ersonnen worden. Es gibt ein  fantastisches Buch dazu, das wir heute einfach &#8220;das Buch&#8221;, auf  griechisch <em>biblia</em>, nennen. Und wenn jemand das Paradies herbei führen kann, dann halte ich es sogar wahrscheinlicher, dass Jesus dafür wiederkehren muss anstatt darauf zu hoffen, dass es der UNO gelingt.</p>
<p><strong>Doch bleiben wir beim Weltstaat.</strong> Brauchen wir den überhaupt? Andreas zitiert die Idee einer Weltsteuerbehörde von Christian Felber, Gründungsmitglied und Sprecher von attac Österreich:</p>
<blockquote><p>Wenn Unternehmen und Privatpersonen Standort und Steuersitz frei wählen  können, dann ist es eben keine “<em>nationaldemokratische</em>” [Betonung durch den Autor] Entscheidung  mehr, wie hoch an jedem Ort die Vermögens-, Gewinn-,  Kapitalertragssteuern und die Spitzensteuersätze der Einkommenssteuer  sind.</p></blockquote>
<p>Warum sollte es eine nationale oder demokratische oder nationaldemokratische Entscheidung sein? Muss eine Person zuerst ihre Nation um einen demokratischen Bescheid bitten, bevor sie ein Land verlassen (oder betreten) darf? Wenn eine Person frei ihren Wohnsitz wählen darf, wieso sollte es nicht auch eine Gruppe von Personen dürfen? Und darf diese Gruppe dann nicht auch frei über ihr Eigentum verfügen und es dorthin verfrachten, wo es ihr beliebt?</p>
<p><strong>Nun, scheinbar nicht, </strong>denn würden wir frei über unser Eigentum verfügen, müssten wir nicht zwangsweise Teile davon in Form von Steuern an den Staat abgeben. Aber das disktutieren wir dann im nächsten Beitrag.</p>
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		<title>Der Staat und die Demokratie</title>
		<link>http://www.zib21.com/10380/boyxia/der-staat-ungleichheiten-und-die-demokratie/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 05:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boyang Xia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkzeit]]></category>
		<category><![CDATA[demokratie]]></category>
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		<description><![CDATA[In einem Denkzeit-Beitrag schrieb mein Kollege Eberhard Lauth, &#8220;wo sich der Staat zurückzieht, schürt er Ungleichheiten.&#8221; Das veranlasste mich, über den Staat und die Demokratie zu sinnieren. Ich denke, dass Lauth in seiner Analyse die Kausalität verkehrt hat. &#8220;Solidarität&#8221; verschwand nicht wegen des Liberalismus, sondern wegen der Unmöglichkeit, ein sozialistisches System zu finanzieren. Ronald Reagan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10405" class="wp-caption alignnone" style="width: 580px"><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en"><img class="size-full wp-image-10405" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/05/demokratie-museum.jpg" alt="" width="570" height="428" /></a><p class="wp-caption-text">flickr.com/photos/kalavinka, Lizenz: cc by-nc-sa 2.0</p></div>
<p><a href="http://www.zib21.com/denkzeit/sozialdemokratie-solidaritat-krise/" target="_blank"><strong>In einem Denkzeit-Beitrag schrieb </strong></a><strong>mein Kollege Eberhard Lauth, &#8220;wo sich der Staat zurückzieht, schürt er Ungleichheiten.&#8221; Das veranlasste mich, über den Staat und die Demokratie zu sinnieren.</strong><span id="more-10380"></span></p>
<p>Ich denke, dass Lauth in seiner Analyse die Kausalität verkehrt hat.  &#8220;Solidarität&#8221; verschwand nicht wegen des Liberalismus, sondern wegen der  Unmöglichkeit, ein sozialistisches System zu finanzieren. Ronald Reagan  und Margaret Thatcher haben sich nicht zum höchsten Posten des Staates  hinaufgeschmuggelt, sondern wurden von einer Bevölkerung gewählt, die  das Übel der sogenannten &#8220;Solidarität&#8221; auf die Gesellschaft erkannte.   Liberalismus wurde nicht gegen den Willen des Volkes zur politischen Leitlinie, sondern war die Lösung gegen die destruktive Macht der Gewerkschaften, die Ineffizient der staatlichen Betrieben und die ausufernden Kosten des Sozialstaates. Der einzige Weg, wählbar zu werden, war für Blair und  Schröder also ein Rechtsruck in der Wirtschaftspolitik.</p>
<p><strong>Noch immer können die Sozialisten</strong> sagen, dass die Wahlsiege  konservativer Politiker aufgrund der Missinformation der Bevölkerung  durch die Massenmedien zustandekamen. Für viele Linke ist die  Bevölkerung eine dumme, uninformierte Masse, die nicht im Stande ist, in  demokratischen Wahlen die richtigen Parteien, d.h. linke Parteien, zu  wählen. Das wäre nur ein allzu gutes Argument gegen Demokratie.</p>
<p><strong>Man sollte nicht vergessen</strong>, was eine Demokratie ist: eine  Staatsform. Blickt man in die Vergangenheit zurück, so galt der Staat nur selten als Hüter und Bewahrer von Gleichheiten unter Menschen. Der Mythos vom Gesellschaftsvertrag ist eine naive Theorie der Aufklärung, die wenig der Wirklichkeit entspricht.</p>
<p>Staaten entstehen durch Konflikt oder Zwang. Wenn primitive Gesellschaften um begrenzte Ressourcen streiten, wie es nach der Eiszeit am Nil der Fall war, so entstehen Bündnisse zwischen Stämmen und Dörfern. Die Kriegsherren übernehmen die Herrschaft und errichten zum Ausbau und Erhalt der Macht eine Bürokratie, die durch Freunde und Verwandte besetzt werden. Zwei moderne Beispiele sind die Sioux Nation und Lesotho, wo sich die eingeborenen Völker sich zu Staaten anschlossen, um die europäischen Kolonialherren abzuwehren.</p>
<p><strong>Die andere Variante</strong> passiert, wenn westliche Länder ihr eigenes Weltbild der ganzen Welt aufzwingen und die Erde mit Nationalstaaten färben, siehe Papua-Neuguinea und Afrika.</p>
<p>Sei es in der Monarchie unter Despoten und Feudalherren oder in einer Republik unter den Sklavenhaltern – der Staat bemühte sich nicht um Gleichheit, sondern um die Erhaltung der vorherrschenden Klassenverhältnisse. Obwohl die amerikanische Unabhängigkeitserklärung rühmlich die Gleichheit aller Menschen verkündete, brauchte es weitere hundert Jahre und einen blutigen Krieg zur Beendung der Sklaverei, und zweihundert Jahre, bis die Segregation abgeschafft wurde.</p>
<p><strong>Indien</strong>, das die westliche Welt im Gegensatz zum diktatorischen China als Demokratie hervorhebt, hat eine in Kasten zersplitterte Gesellschaft, wo die auf dem Papier stehende Rechtstaatlichkeit von Politikern und Polizei gleichermaßen ignoriert und missachtet wird.</p>
<p>Der Staat bemüht sich nicht um Recht oder Fairness, sondern um die Interessen der Regierenden. Viele mögen einwenden, dass die westliche Demokratie diese Makel nicht hat, dass sich ein solcher Staat wundersamerweise zum Hüter von Recht und Fairness verwandelt. Nun, ich wundere mich wie solche Argumente mit den Tatsachen umgehen, dass etwa 10 Prozent der österreichischen Bevölkerung gar nicht wahlberechtigt sind, weil sie aus erblichen Gründen keinen österreichischen Elternteil haben. Ich frage mich, wie Kärntner Slowenen oder die Muslime darüber denken, deren Rechte auf eigene Sprache und Religionsausübung durch politische Agitatoren behindert werden.</p>
<p><strong>Es wäre einer Demokratie</strong> sogar verzeihlich, wenn sie – auf Kosten von Minderheiten – der Mehrheit dienen würde. Tatsache aber ist, dass jedes Regierungssystem den Regierenden alleine dient. Der Vorteil der Demokratie ist, dass die Regierenden zur Machterhaltung ab und zu an Feiertagen einen Hunderter an die Bevölkerung austeilen.</p>
<p>Es gibt etwas, was ich an Demokratie für gefährlich halte: nämlich die Tatsache, dass sie den Staat legitimiert. Gegen Monarchen und Despoten würden die Menschen zu Waffen greifen. Eine Demokratie hingegen würden sie mit Waffen verteidigen, und sei die Demokratie nur das Kreuz, das manche Menschen, die weder die Namen noch die Politik der Kandidaten kennen, alle fünf Jahre auf einem Zettel hinkratzen.</p>
<p>Der Staat gibt wenigen Menschen Macht über die Mehrheit. Und Macht korrumpiert. Dagegen hilft auch eine Demokratie nicht.</p>
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		<item>
		<title>Sozialdemokratie ohne Solidarität: Das musste schief gehen</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 13:40:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eberhard Lauth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[spö]]></category>

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		<description><![CDATA[In Krisenzeiten erinnern sich alle an soziale Gerechtigkeit. Doch auch jene Partei, die einmal dafür stand, kann damit nichts mehr anfangen. &#8220;Was ist eigentlich mit den Sozis los?&#8221;, fragt Robert Misik im heute erschienenen Falter. „Ist die SPÖ doch nicht die bessere Partei für schlechtere Zeiten?“, fragen in der selben Ausgabe Armin Thurnher und Stefan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Solidarit%C3%A4t.gif&amp;filetimestamp=20090430100614" target="_blank"><img class="size-full wp-image-9170 alignright" title="Bild: Wikimedia Commons" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/03/solidaritaet_briefmarke.jpg" alt="" width="228" height="272" /></a><br />
<strong>In Krisenzeiten erinnern sich alle an soziale Gerechtigkeit. Doch auch jene Partei, die einmal dafür stand, kann damit nichts mehr anfangen.<span id="more-9168"></span></strong></p>
<p><strong>&#8220;Was ist eigentlich mit den Sozis los?&#8221;</strong>, <a href="http://www.misik.at/texte-aus-dem-falter-wien/was-ist-eigentlich-mit-den-sozis-los.php" target="_blank">fragt Robert Misik</a> im heute erschienenen Falter. „Ist die SPÖ doch nicht die bessere Partei für schlechtere Zeiten?“, fragen in der selben Ausgabe Armin Thurnher und Stefan Apfl den amtierenden sozialdemokratischen Wiener Bürgermeister Michael Häupl.</p>
<p><strong>Die Sozialdemokratie</strong> steckt dieser Tage tatsächlich so in der Krise, dass voller Sorge nach ihrem Befinden gefragt werden muss. Gerade einmal zehn Jahre ist es her, als ganze elf Regierungschefs der damals 15 EU-Mitgliedsstaaten Sozialdemokraten waren. Seither hat sich viel verändert. Die Roten verlieren in Österreich und anderswo eine Wahl nach der anderen. Die Roten stehen vor dem Problem, dass die Neue Mitte, die sie damals ausgerufen haben, mit ihnen gerade während Krisenzeiten nichts zu tun haben will. Die Roten stehen vor dem Problem, dass sie wieder nach links rücken müssten, um ihr Profil zu schärfen. Die Roten erkennen auf dem Weg zurück, dass viele ehemals klassische sozialdemokratische Standpunkte längst von der bürgerlichen Konkurrenz besetzt sind. Und die Roten stehen damit weiterhin ratlos vor der Misere, die sie selbst angerichtet haben.</p>
<p><strong>Ein Begriff wie Solidarität</strong> entsprach einfach nicht dem Zeitgeist, als Tony Blair oder Gerhard Schröder eine neue Sozialdemokratie erfinden wollten. Vor allem die institutionalisierte Solidarität, die sich etwa in einer allgemein verpflichtenden Krankenversicherung ausdrückt, war auch vielen Sozialdemokraten nicht mehr en vogue. Der Sozialsaat galt als zu aufgebläht, das Individuum als zu bequem für neue Zeiten. Also musste es endlich in die wohlverdiente Eigenverantwortung entlassen werden.</p>
<p>Blöd nur, dass der Rückzug des Staats in Kombination mit der Forderung nach mehr Eigenverantwortung vor allem den Abstand zwischen Arm und Reich vergrößert – und gleichzeitig die Chancen des Individuums mindert, diese Distanz zu überwinden. Diese Erkenntnis ist nicht von mir, sondern vom britischen Sozialforscher Richard Wilkinson, <a href="http://www.zeit.de/2010/13/Wohlstand-Interview-Richard-Wilkinson?page=all" target="_blank">der sie vor ein paar Tagen in einem Interview mit der „Zeit“ näher erläutert hat</a>.</p>
<p><strong>Der spannendste Punkt darin</strong> ist die Diskussion um die Verantwortlichkeiten für die so gewachsenen Ungleichheiten innerhalb einer Gesellschaft. Wilkinson erklärt, dass es in Europa und den USA noch immer Common Sense ist, den rasanten technischen Wandel und die Globalisierung dafür verantwortlich zu machen – eine Lesart des Problems, die es der Politik recht leicht gemacht hat.</p>
<p>Sie erlaubt Liberalisierungen und den Rückzug des Staates, um damit das Individuum wettbewerbsfähiger zu machen. So plausibel dies in der Theorie klingt, so heikel ist es im Detail. Jede Liberalisierung ist ein Rückzug des Staates. Wo sich der Staat zurückzieht, schürt er Ungleichheiten. Und nicht nur das: Er schmälert damit auch die Chancen auf die geforderte Wettbewerbsfähigkeit des Einzelnen, denn wer auf der falschen Seite aufwächst, kann sich seinen Traum von der höheren Bildung getrost in die Haare schmieren.</p>
<p><strong>Was ist also mit den Sozis los?</strong> Wo sie doch einmal jene Partei waren, die soziale Gerechtigkeit im Programm hatte?</p>
<p>Solidarität steht zwar, wie Misik im Falter schreibt, noch immer ganz oben auf der Wunschliste des Wahlvolks. Bloß glaubt das längst nicht mehr, dass die Sozialdemokratie tatsächlich viel dazu beizutragen hat. Ich fürchte: Da hat Misik wohl recht. Und das Volk auch.</p>
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		<title>Feminismus interessiert mich nur, wenn er interessant ist</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 16:46:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manfred Sax sen.</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Sehen Sie sich bitte das Foto links an. Der dunkle Arm ist der meine, sie ist die eine, die ich meine. Weiteres Detail: Sie verdient das Vierfache dessen, was ich verdiene, obwohl unsere Arbeitszeiten einander entsprechen – wenn man Arbeit, die nichts einbringt, dazu zählen darf. Die Kinder, das Einkaufen, die Kinder, das Kochen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-8908" href="http://www.zib21.com/denkzeit/weltfrauentag-uberholt/attachment/marthastraverse/"><img class="alignleft size-full wp-image-8908" title="MARTHAsTRAVERSE" src="http://www.zib21.com/wp-content/uploads/2010/03/MARTHAsTRAVERSE.jpg" alt="" width="205" height="256" /></a><strong>Sehen Sie sich bitte das Foto links an. Der dunkle Arm ist der meine, sie ist die eine, die ich meine. Weiteres Detail: Sie verdient das Vierfache dessen, was ich verdiene</strong>, <span id="more-8907"></span>obwohl unsere Arbeitszeiten einander entsprechen – wenn man Arbeit, die nichts einbringt, dazu zählen darf. Die Kinder, das Einkaufen, die Kinder, das Kochen, die Kinder.</p>
<p>Den Blog.</p>
<p>Okay, nehmen wir die Kinder wieder weg. Die sind keine Arbeit. Man kann nicht mal sagen, dass sie Zeit kosten. Die Zeit mit ihnen kostet nichts, im Gegenteil, diese Zeit bringt es. Na gut, anderswo geht sie einem auch wieder ab, aber so what, alles eine Frage der Prioritäten.</p>
<p>Würde ich gern mehr verdienen? &#8211; Positiv.  Nur leider: keine Zeit. Meine Zeit ist optimal eingeteilt, da seh ich keine Fehler. Die Prioritäten, wie gesagt.</p>
<p><strong>Nun zum Wetter am Weltfrauentag</strong>: Klima bei Gleichstellung von Mann und Frau? Stabil mies. Gehaltsschere? Vollkommen aus dem Lot. Teilen sich Frau und Mann die beruflichen Führungsetagen redlich? Nächste Frage.</p>
<p>Noch einmal: Meine Frau verdient das Vierfache dessen, was ich verdiene. Sie werden also verstehen, wenn solche Fragen aus meinem Blickwinkel ein wenig überholt wirken. Aber wissen Sie, meine Frau macht einen verdammt guten Job. In meinen Augen ist sie das Beste, was der Landesregierung Hampshire je passierte. Gutmenschlich, unbestechlich, gerecht. Und das sind nur ihre Schwächen!</p>
<p><strong>Würde ich gern mit ihr tauschen</strong>? Leide ich unter der „Gehaltsschere“? Hab ich einen unfairen Deal? Negativ. Manchmal habe ich das Gefühl, das Umgekehrte sei der Fall. Es gibt Abende, da kommt sie geschafft nach Hause und platzt ins Wohnzimmer, wo ich am Sofa mit unserem 7jährigen Boy Nummer Vier gerade seelenbaumle. Dann kann schon sein, dass sie vorübergehend der Frust übermannt und etwas auf „Gleichstellung“ murmelt. Nur beißt sie damit bei mir auf Granit. Warum etwas ändern, wenn es funktioniert?</p>
<p>Schuld an unserer Vielfalt von Ungleichheiten, die sich erst zusammengezählt zur Einheit runden, ist wohl das „Konzept Kleinfamilie“. Meiner Meinung nach geht da nichts mit Quote und fiftyfifty. Nenn mir eine Familie, in der beide Elternteile gleich viel verdienen und ich nenne dir ein paar unterwältigte Kinder. Besser, wenn sich jeder seinen/ihren Talenten gemäß einbringt. So erledigen sich die Dinge quasi organisch: Sie ist besser beim Geldmachen, ich kann besser Fußball spielen (sehr wichtig bei vier Buben). Sie ist besser beim Rechnungzahlen, ich kann besser kochen (eine Rarität, gute Küche ist unter Briten verpönt). Sie verbraucht wesentlich mehr Energie als ich, aber bitte, ich mache das nach besten Kräften wett, koche Powerfood für die Powerfrau, halte ihr die Kinder vom Leib. Und wenn sie ausgepowert zwinkert und „verwüste mich“ flüstert, dann verwüste ich sie (Sie wissen schon: Ein Orgasmus triggert <a href="http://www.zib21.com/sexklinik/sex-fur-fortgeschrittene-06-doktor-house-seine-milf-das-treuehormon/">neben vielem anderen</a> auch eine Welle aus Testosteron; sowas erfrischt). Per Ungleichheit zur Harmonie, sage ich immer.</p>
<p>Ich nehme an, ich hab Sie mittler Weile verloren, verstehe, Sie haben Schwierigkeiten damit. Sie sind nicht mehr gewöhnt, in „Units“ zu denken. Sie sehen da nur eine riesige Masse von Individuen, die in „weiblich“ und „männlich“ geteilt werden, die alsogleich in vielerlei Merkmale zerfallen, deren einige dann wieder statistisch hochgerechnet werden: Der durchschnittliche Mann verdient um eine beträchtliche Prozentzahl mehr als die durchschnittliche Frau. Neunmal mehr Männer als Frauen bevölkern die Führungsetagen. Und so weiter. Solche Fragen können einen mitunter ein wenig unrund machen, aber mir gehen sie am Hintern vorbei.</p>
<p><strong>Hab ich schon erwähnt</strong>, dass mir der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weltfrauentag">Weltfrauentag</a> überholt erscheint? Der Weltfrauentag ist überholt. So überholt wie die Fragen zum Tag unwesentlich. In den vergangenen Tagen wurde viel über Frauen und Feminismus diskutiert. Ein paar Ansagen blieben bei mir sogar hängen, zum Beispiel der Frater vom Sonntag, der über die „<a href="http://www.zib21.com/monitor/wort-zum-sonntag-die-erste-feministin/">erste Feministin</a>“ Hypathia nachdachte: „Sie wollte Freiheit und Wahrheit“, sagte er, „und sie hatte ausreichend Mut, um sich die Freiheit zu nehmen, diese Wahrheit zu suchen. Das Quoten-fiftyfifty des Gegenwartsfeminismus ist vergleichsweise eine kleinkarierte Angelegenheit.“ Hätte ich selber nicht besser sagen können.</p>
<p>Vor einer Woche landete ich auch bei einem post-Dohnalschen Club 2, einer matten Sache, wo lediglich Schriftstellerin (und zib21-Autorin) <a href="http://www.zib21.com/jetztzeit/bitte-lasst-mich-eine-frau-sein/">Ana Tajder</a> die wenigen wesentlichen Akzente beisteuerte. Sie machte sich dafür stark, dem Gleichheit-nach-Zahlen-und-Daten-Feminismus eine Pause zu gönnen und stattdessen den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus">Humanismus</a> zu thematisieren, mit dem es im Argen liege. Liegt es mit dem Humanismus im Argen? Was ist human? Was ist menschlich? Ist menschlich human? Leider nein. Es menschelt gehörig auf unserem Planeten, human ist das nicht. Stichworte: Rezession, Kriege, Terrorismus, Global Warming, Banker, Arbeitslosigkeit, Profitgier. Überhaupt letzteres.</p>
<p>Seit das Wort „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkapitalismus">Kulturkapitalismus</a>“ existiert, ist es zwar wieder unschick, den Kapitalismus für irgendwas verantwortlich zu machen, aber am Samstag las ich im „Album“ des Standard ein beeindruckendes <a href="http://diestandard.at/1267743374444/Real-existierender-Konsumismus">kapitalismuskritisches Essay der Philosophin Andrea Roedig</a>, in der sie auf den Punkt brachte, warum dieses manische Teilen und Aufwiegen nach „männlich“ und „weiblich“ den Kapitalisten so am Herzen liegt: weil man alles doppelt verhökern kann, sie kriegt halt die rosa Packung, er die blaue. Ich könnte jetzt einiges daraus zitieren, nur brauche ich es nicht, die Beispiele für das Beschissene am Kapitalismus liegen praktisch am Straßenrand. Gestern war ich bei einem Freund, der von seinem Boss 18 Monate vor der Pension entlassen wurde (was der Firma Geld sparte). An seiner Stelle arbeitet nun eine Frau, die jünger ist und den Job für wesentlich weniger macht. Womit sich zwar die feministische Kritik &#8211; Frauen kriegen für gleiche Arbeit weniger bezahlt – bestätigt, aber der Kern des Problems liegt doch eher in einer Denke, die man als „wirtschaftliche Vernunft“ beschönigt. Sogar mein geschasster Freund sah das so.</p>
<p>Dann ist da noch ein anderer Bekannter, der für Twinings in China eine Fabrik baute. Wodurch die Fabrik unweit von Winchester aufgelassen werden konnte (2000 Arbeitslose mehr). Die machte zwar Profit, aber die neue Fabrik in China macht mehr Profit. Einfach widerlich.</p>
<p><strong>Hier was Privates</strong>, erzählen Sie es nicht weiter: Meine Frau und ich sind seit 25 Jahren verheiratet. Gut zwanzig Jahre davon haben wir gestritten. Bis aufs Messer. Es gab Zeiten, da fragte ich mich, was ist besser, eine komplizierte Scheidung oder ein simpler Mord?</p>
<p>Worüber wir gestritten haben? Natürlich über obige Fragen. Die Gleichstellung. Die Gehaltsschere. Die Verzichtsfrage. Die Grundsätze. Wenn eine Partei 20% verdient und die andere 80%, soll die andere Partei dann auch 80% der „Unit“-kosten berappen? Oder sollen beide je 50% der „Unit“-kosten beisteuern und der Rest ist eine jeden persönlich ermächtigende Sache? Die üblichen Banalitäten. Aber gut, manchmal stritten wir auch, weil die Versöhnungen so verdammt cool sind &#8230;</p>
<p><strong>Apropos Verzicht</strong>. Hab ich das Gefühl, ich verzichte auf vieles, weil ich mir weniger kaufen kann? Negativ. Ist eher eine Frage von Entscheidungen. Man muss wissen, was man will. Wenn man weiß, was man will, ist der Verzicht auf alles andere kein Verzicht. Wenn man weiß, wen man will, erübrigt sich das Weiterweibern, so-to-speak.</p>
<p>Ich habe kein Problem mit Verzicht. Der Kapitalismus schon. Für den ist Verzicht ein Tabuwort. Verzicht bringt rote Zahlen. Und im Feminismus ist das Wort Verzicht immer nur negativ besetzt. Verzichtet dort mal eine Frau, wird sie auch schon dazu „gezwungen“.</p>
<p><strong>Also</strong>: Der Internationale Frauentag ist überholt, die immanente Kapitalismusfreundlichkeit des Feminismus eigentlich widerlich. Aber bitte, das bin nur ich. Ich finde den Frauentag schlimmstenfalls überflüssig und bestenfalls erniedrigend. Er bringt mich nicht weiter. Und der zeitgenössische Feminismus verbellt die falschen Bäume. Und aus.</p>
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