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Sex für Fortgeschrittene 01. Die Nächte des Pilatus

Von | 03.03.2009, 15:02 | 16 Kommentare

Der Tag war verhindert, aber dann folgte im Schutz der Mauern von Villa E ein besinnlicher Abend, den ich in E´s Abwesenheit einem Test seiner Prostatakrebsvorbeugeworkoutanlage widmete.

manuela_a-tergo400

Das ist eine tadellos karge Sitzbank an der Wand des Esszimmers mit einem mehrere Prostatakrebswarnungen gleichzeitig ausstrahlenden Notebook am Esstisch zur linken und TVschirm drei Meter vor den Augen, wo unser beider Freundin Renee in tadelloser Manier via DVD zum einschlägigen Workout animiert.

Mühelose Prophylaxe für alle geübten Liebhaber der Multimedialität, etwas kompliziert für einen Seher wie mich, der bei der Hinundherwendung von Computer zu TVschirm und retour gezwungen ist, die Brillen zu wechseln, wofür die linke Hand dienen müsste, wär sie nicht zum Halten der permanenten Zigarette verdammt. Die rechte liegt bekanntlich E-style zum Zweck der Abtötung zwischen Arsch und Sitzbank, damit es sich bei allfälligen manuellen Work-outs so anfühlt, als gehörte die Hand einem anderen.

Die versuchte Bewältigung von derlei Komplexität für den guten Zweck geht natürlich schwer an die Zeit, die auch dem geübten Network-outer zwischen den Fingern zerrinnt, generell, weil es der Schöpfer bei Erstellen der Regeln für die Spiele des Lebens anders ersonnen hat, und im Besonderen, weil gegen Mitternacht im Hof der Villa E das Licht anging und zwanzig Sekunden später – die zum Vergoogeln des Computers und Umschalten des TVschirms auf „arte“ locker reichten – ein unerwarteter 40jähriger Germane im Zimmer erwuchs, der sich als Freund von E und Sänger von Beruf vorstellte und meine taube Rechte schüttelte und sich kurzer Hand in Villa E einquartierte.

Wir rauchten und plauderten und auf „arte“ lief gerade eine Archäologiesendung zur Bestimmung einiger in Deutschland ausgegrabener Objekte, Abteilung primitive Schmiede, also Bronzezeit, die ich Richtung 2000 BC argumentierte und die TV-Archäologen an 1500 BC fest machten (fälschlicher Weise, würde ich sagen, aber das führt jetzt zu weit).

Der Freund und Sänger hieß André Bauer und ist um diese Zeit gern für „Jesus Christ Superstar“ als Pilatus im Einsatz. Im Gespräch wurde weiters transparent, dass er auch schon mal Sweeney Todd war, was uns, naturally, zur Sangeskunst des Schauspielers Johnny Depp brachte, die bekanntlich nicht existiert, und eine Nacht später war auch E da und Andre gab spontan ein paar Minuten seines Sweeney für dieses handverlesene Publikum von zwei. Er zog sein Messer und sang uns was vor, eleganter Weise die ersten zwei Zeilen so tonlos wie Depp, um dann via Bariton aufzumachen. Der erwuchs in dem kleinen Esszimmer mit der kargen Sitzbank wahrlich zu einem die Rückenhaare sträubenden Bariton und so kommt es, dass selbst der gewissenhafteste Mann nicht jede Nacht dem Prostatakrebs vorbeugen kann.

andre-bauer65 André Bauer (li.) ist derzeit mit dem Udo Jürgens-Musical beschäftigt. „Little Josefine“ von Renee P (o.) ist im Handel (Infos here). Manfred Sax weist darauf hin, dass regelmäßige Ejakulation die Prostata von Carzinogenen säubern kann.

16 Kommentare »

  • eselin sagt:

    ha wunderbar
    nach monaten
    verspätet quasi aber doch
    ein genüßlicher genuß bietet einblick in für eselinen völlig verschlossene welten
    ein bisserl ein grinsen breitet sich aus in den zitzen und fragt sich, ob gemärmutterhalskrebs vergleichbar vorgesorgt werden kann???

    und herzlichen dank auch für die netten kommentare dazu
    IahIah

    • Manfred Sax sagt:

      liebe eselin,

      herzlichen dank; ich bin ganz betört vom bild der grinsenden zitzen …
      ich wär ein scharlatan, würde ich mich zum thema gebärmutterhalskrebsverhütung als experte ausgeben (obwohl ich generell stets enthusiastisch mein teil dazu beisteuere). die theorie zur prostatakrebsvorbeugung geht jedenfalls davon aus, dass bei der Samenentladung (ohne welche diese technik der prostatakrebsvorbeugung, zugegeben, einen etwas peinlich-bitteren nachgeschmack hinterlassen kann) nicht nur ein potenzieller kindersegen sondern auch ein guter satz körperlichen „restmülls“ sozusagen baden geht, der sich andernfalls – also bei (langfristig sträflicher) vernachlässigung der horizontalen bedürfnisse des körpers – nicht nur als lästiger luststau an die psyche schlägt sondern auch als „schmutzschicht“ an die prostata setzt und so dem entsprechenden krebs langsam die türe öffnet.
      dennoch möchte ich entsprechende experimente zur gebärmutterhalskrebsverhütung wärmstens empfehlen. es mag zwar nichts helfen, aber es kann unmöglich schaden. die kommunikation mit den eigenen organen sorgt meiner erfahrung nach stets für interessanten gesprächsstoff. und sollte Sie dieser gesprächsstoff langweilen, dann wissen Sie wenigstens mit sicherheit, dass Sie was falsch machen.
      in diesem sinne
      wuff

      • eselin sagt:

        es fragt sich mir
        -so selbstbestehende zitzen haben ja nicht nur vergnügungswert, wertester-
        das darübersitzende kleindingsbums unter-oder unerlässlich, ob auf vergleichbarem wege unerwünschte spuren vergangener dominanz vertilgt werden können.
        prostatakrebsvorsorgeriche habens ja leicht im entsorgen, so ein gebärmutterhals ist halt so, so, na wie sag ichs ohne sexismus, so aufnehmend.
        gehörmutterhals ist ja ein nicht unvergleichbares wort, steckt mir da ein organ dahinter, dass mir bisher oberhalb der zitternden zitzen erschien?
        nun, wertester, die eselin freut sich an fibrierenden gedanken und bedankt sich nochmals ganz herzlich für die
        die
        die
        vibrationen
        ganz allgemein
        iahiah

        • Manfred Sax sagt:

          „ob auf vergleichbarem wege unerwünschte spuren vergangener dominanz vertilgt werden können.“

          interessanter gedanke, eselin. ein paar schlüsselworte nur, du öffnest ein paar passende türen – schon stehst du vor abgründen …

          aber einmal abgesehen von unerwünschten spuren, die einen doktor brauchen (und daher stets – ungeachtet der qualität des dominanten ereignisses – bestenfalls bitterkeit hinterlassen): alle spuren führen zum gehirn, das steht mal fest. der wille des gehirns, sich von den unerwünschten – bzw der unerwünschtheit der – spuren zu lösen, ist jedenfalls mal eine voraussetzung, ohne die es nicht geht. ist die gegeben, dann würde ich auch nicht ausschließen, dass auf vergleichbarem wege mit unerwünschten spuren vergangener dominanz zumindest eine interessante kommunikation angezettelt werden kann. Ihr sax

  • gertraud sagt:

    Und sonst geht es Ihnen gut? Aber dass ihnen gar nichts anderes einfällt, als über so einen Sexdreck zu schreiben, muss ihnen wahrscheinlich mehr Schmerz bereiten als mir.

    • Manfred Sax sagt:

      Ms Gertraud, danke der Nachfrage, es geht so leidlich. Und Sie sprechen da ein Thema an, das mir schon als 7jährigem Gedanken machte. Damals fragte mich der Priester anlässlich der Beichte stets, ob ich mich auch mit dem „Pfuigack“ spiele. Erbost ob meiner Geständnisse stellte er mich schließlich vor die Alternative „Kirche oder pfui“. Nach eingehender, elf Jahre währender Gewissenserforschung entschloss ich mich schließlich zu zweiterem (wenn Sie rechts unten in der Rubrik „Unsere Blogger“ auf meinen Namen klicken, erfahren Sie mehr über diesen meinen Leidensweg). Ansonsten gestatten Sie mir diese Anmerkung: Sie haben leicht reden. Sie haben ja keine Prostata. Herzlichst, MS

    • anh sagt:

      Ich kann Gertraud verstehen. Würden Sie das mit mir bei einem Glas besprechen, meine Liebe? Dieser Sax ist tatsächlich abartig. Nur in einem muss ich widersprechen: ich glaube, es fällt ihm schon anderes ein. Er entscheidet sich ganz bewusst für diese Geschichten. Pfui. Aber besprechen wir das zu zweit.

      • Manfred Sax sagt:

        Werter anh,
        Sie klingen da wie einer, der es gegenwärtig offenbar ziemlich notwendig hat. Darf ich etwas Prostatakrebsvorbeugung empfehlen? Das ist gesund, entspannt und lindert die Bedürftigkeit. Letztere sollte man sich übrigens nie anmerken lassen. Sie wissen ja: Die Bankbeamtin gewährt auch nie Kredit, wenn sie merkt, wie sehr es der Kunde braucht … Ihr MS

        • anh sagt:

          Jaja, frei nach dem Motto „Sax durch die Blume“: Gnädigste, gehen wir bitte vögeln, aber vermitteln Sie mir dabei das Gefühl, sie wollen mich. Nicht ich Sie.
          Ich befürchte, Fräulein Gertraud ist das zu einfach.

  • satriales sagt:

    nehme ihre Anregung dankend zur kenntnis und werde mich künftig wieder mehr um meine gesundheit kümmern. einzig die vorlagen können noch getunt werden. zum beispiel mit aufnahmen jener renée aus zeiten, als sie noch alexandra hieß und sich vorzüglich verschnüren ließ …

    gratulation zum tollen portal!

    • satriales sagt:

      kleiner nachsatz: sorry, nicht alexandra, manuela hieß sie dereinst … und ad gertraud – keep reading spatzenpost.com …

      • Manfred Sax sagt:

        Werter Satriales, seien Sie bitte, erstens, nicht so grob zu Ms Gertraud. Sie hat ein Recht auf ihre Meinung und ich freue mich, dass es ihr wert erscheint, sie auf zib21 zu äußern. Zweitens sieht es so aus, dass Sie Grund zur Vorfreude haben. Wenn es stimmt, was zib21-intern gemunkelt wird, dann ist in unserer „Sexklinik“ ab Mitte nächster Woche in Sachen Renée einiges los. MS

        • Pater Michael Hass sagt:

          Ich kann nur hoffen, daß da nichts Unanständiges vorkommen wird. Aber ich hoffe wahrscheinlich vergebens.
          Pater Michael H.

          • Manfred Sax sagt:

            Hochwürden!
            Ist Hoffnung je vergebens? Oder trauen Sie gefallenen Mädchen keine Reue zu? Das wäre schade, zumal ich von einer Bereitschaft zur Beichte höre …
            Ergebenst, Ihr Manfred Sax

            • Pater Michael Hass sagt:

              Verehrter Herr Sax! Es gibt ja für jeden noch Hoffnung, sagt das Buch, das alles weiß. Und natürlich traue ich auch gefallenen Mädchen zu, daß sie sich wieder aufrappeln und den Rest ihres Weges im aufrechten Gang zurücklegen. Nur bin ich dann halt doch froh, daß es im Beichtstuhl dieses Gitter zwischen mir und den mir anvertrauten armen Seelen gibt … abgesehen davon, daß man sich ja auch auf nicht-spirituelle Art leicht was holen kann.
              Der Herr sei mit Ihnen.
              Pater Michael Hass

            • Reue? Nein, Herr Sax, ich bereue nichts. Aber auch wirklich nichts. Was nicht heißen soll, dass ich nicht gerne Zeugnis ablege. Damit muß Hochwürden leben. Mit jedem schmutzigen Detail. So leid es mir tut, ich wurde dazu angestiftet.

              Ich entschuldige mich schon jetzt für meinen Übereifer und stelle mich für einen Moment ins Winkerl.

              Die Pornero

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