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Gestern ist uns die Sonne auf den Kopf gefallen

Von | 02.03.2009, 18:39 | 8 Kommentare

Fünf Gründe, warum man Kärntner immer noch lieben kann. 1. Kärnten ist bescheiden Das südlichste österreichische Bundesland hat in den vergangenen Jahren eine Reihe großer Namen hervorgebracht. Stellvertretend seien Ingeborg Bachmann, Peter Handke und Peter Turrini erwähnt, aber auch Franz Klammer und Nestle-Chef Peter Brabek. Kärnten prahlt nicht mit diesen Namen, wie waren auch nie […]

kuh_johannFünf Gründe, warum man Kärntner immer noch lieben kann.

1. Kärnten ist bescheiden
Das südlichste österreichische Bundesland hat in den vergangenen Jahren eine Reihe großer Namen hervorgebracht. Stellvertretend seien Ingeborg Bachmann, Peter Handke und Peter Turrini erwähnt, aber auch Franz Klammer und Nestle-Chef Peter Brabek.
Kärnten prahlt nicht mit diesen Namen, wie waren auch nie in Versuchung, unserem Stadion den Namen eines großen Sohnes / einer großen Tochter zu verpassen.

2. Kärnten kennt keinen Geiz
Alleine im Jahr 2007 wanderten 658 Kärntner Bürger ins übrige Österreich ab. Wir lassen sie gehen, erheben für diesen geistigen Export keine Gebühren.

3. Kärnten ist kompromissbereit
Zwischen 976 und 1335 war Kärnten ein freies Herzogtum, dann wurde es Teil von Österreich. Trotz dieser eigenständigen Geschichte akzeptieren wir, dass immer wieder Teile der österreichischen Verfassung auf Kärntner Boden umgesetzt werden.

4. Kärnten übertreibt nicht
Im Sommer wird man an Kärntens Seen keine freien Plätze finden. Doch bei uns erliegt niemand dem Tiroler Wahnsinn, daraus nachhaltige Geschäfte erzielen zu können. Wir schließen am 31. August und öffnen am 1. Juli, auch wenn das den finanziellen Spielraum einschränken sollte.

5. Kärnten ist optimistisch
„Der Bund produziert nur heiße Luft, fährt einen Anti-Kärnten-Kurs, aber Kärnten baut.“ So spricht der neue Landeshauptmann und malt damit ein sonniges Zukunftsbild für Wirtschaft und Karriere.
Kärnten hat mit 12,1 Prozent die höchste Arbeitslosigkeit in Österreich. Statt mit Neid den wirtschaftlichen Aufschwung des südlichen Nachbarn Slowenien zu verfolgen, der mit 6,71 Prozent eine halb so hohe Erwerbslosenquote zu beklagen haben, vertraut Kärnten also auf eigene Initiativen

Wenn der Rest Österreichs nun glaubt, uns Kärntnern erzählen zu können, dass Tote keine Zukunft machen, dem sei gesagt:

Die  Kärntner Politik ist schon lange verschieden.

8 Kommentare »

  • shiraz sagt:

    ja, pater,
    sie haben schon recht.
    am kärntner volk wird die welt genesen.
    oderrr?

    • Pater Michael Hass sagt:

      Falsch.
      Am Chinesen wird die Welt genesen.
      der Pater

      • shiraz sagt:

        schon wieder eine themenverfehlung!
        als pater darf man alles behaupten und nichts sagen?

        • Pater Michael Hass sagt:

          Aber, aber – entschuldigen schon, Herr Lehrer!
          Da Sie sich nicht entblöden, einen Geistlichen mit Ihrer Schulmeisterei und einer rhetorischen Frage (oder was einer wie Sie dafür hält) zurechtzuweisen, hier die Antwort:

          Jeder darf alles behaupten – das ist Demokratie.
          Keiner muß verstehen, was der andere behauptet oder damit sagen will – das ist Ihr Glück.
          Und niemand muß sich auf eine Diskussion einlassen, schon gar nicht auf ein paar Gsatzln, die wohl witzig und voller Anspielungen sein sollen, dennoch aber in ihrer Banalität eher in die Foren von Standard oder ORF passen würden – das ist wiederum Ihr Pech.

          Es wundert mich, daß man jemandem solche Dinge erklären muß.
          Seien Sie trotzdem guter Dinge … rät
          der Pater

          • shiraz sagt:

            ups, sie lassen sich für einen geistlichen ganz schön schnell aus der reserve locken.

            zum einen: auf den bassena-tratsch auf derstandard.at kann ich auch gerne verzichten. ich glaub, ich bin der einzige vollidiot auf erden, der dort – selten, aber doch – mit vollem namen postet.

            zum ursprünglichen: der herr johann entsteißt sich einer wunderbaren paraphrase auf kärnten, und alles, was ihnen dazu einfällt, ist, den kärntnern auf die schulter zu klopfen, weil sie ein zeichen gegen eu-diktatur und links-liberalen mainstream setzen!? da pack ich den oberlehrer aus und sage, thema verfehlt! sie mögen dieses wahlergebnis gutheißen (oder kokettieren mit ihrer achsooriginellen meinung), ich möcht in so einem bundesland (hetze gegen randgruppen, untertanenmentalität, freunderlwirtschaft, sozialpolitik als gnadenakt, millionengräber bei fußball/wörtherseebühne usw.) nicht leben.

            und im übrigen: ich mag ihre mieselsüchtige art, ein bisschen weniger kulturpessimismus stünde ihnen aber gut zu gesicht.

            wünsch ihnen derweil alles gute, vielleicht bis zur nächsten sonntagspredigt!

            • Pater Michael Hass sagt:

              Werter Herr Shiraz!

              (Wenn das Ihr voller Name ist, dann alles Gute …)

              Gern gehe ich näher auf Ihr Schreiben ein, wenn mich die tägliche Seelsorgepflicht von einer längeren Epistel abhält – aber bitte:

              1. Ein Geistlicher ist nie in der Reserve, sondern immer ganz weit vorne, an der Front, also braucht man ihn auch nirgends hervorzulocken, außer eventuell manchmal hinter dem Ofen, wenn er Sonntagnachts seine Ruhe haben möchte.

              2. Der Herr Johann in Ehren; ich mag ja diese diskrete Ironie, die man auch im Jugendfernsehen und -radio immer wieder gern hört. Aber es macht mir doch immer wieder Freude, den ironischen ach-so-super-ironischen Nullenjahren was entgegenzusetzen. Daher mein erster Kommentar. Weil ich das Wahlergebnis natürlich gutheiße; etwas anderes bleibt einem in einer Demokratie doch gar nicht übrig, oder? Das hat mit Originalität (mit solchen Dingen vertreibt man sich eher in profanen Kreisen die Zeit) nichts zu tun.

              3. Nur weil die Kärntner es gewagt haben und wagen, Ihnen nicht ins Konzept zu passen (auf Ihre Aufzählung möchte ich gar nicht näher eingehen, weil sich vieles davon in der Bundes- und EU-Politik genauso abspielt; nur daß die verfolgten Randgruppen eventuell andere sind), kann man die Demokratie auch nicht abschaffen. Da hilft selbst die beste rot-grüne-Gutmenschen-Untertanenmentalität (jetzt hätte ich beinahe „Untertanten“ geschrieben, weil diese öde Sozialpornographie sowas Tantenhaftes hat …) nicht.

              4. Aber jetzt die gute Nachricht: Sie müssen nicht in diesem Bundesland leben. Und wenn Sie zufällig doch in diesem Bundesland leben sollten, können Sie jederzeit woanders hingehen. Ist die freie Welt nicht herrlich?

              Woran Sie auch meinen großen Kulturoptimismus bemerken. Wenn ich zum Beispiel ein paarmal ein ganz fest mit dem Kopf gegen die Wand renne, finde ich sogar das „Friedensprojekt EU“ großartig und bemerkenswert, aber nur ein paar Minuten lang.

              Trotzdem: Ein Vergelt´s Gott für Ihre frommen Wünsche. Am Sonntag erschallt wieder der Ruf zur Bekehrung.

              Ihr Pater

              • Pater Michael Hass sagt:

                Es hätte natürlich heißen sollen „wenn mich die tägliche Seelsorgepflicht AUCH von einer längeren Epistel abhält“

                PMH

  • Pater Michael Hass sagt:

    Das haben die sehr gescheit gemacht, die Kärntner, oder? So ganz gegen den parlamentarischen Willen und den der ORF/Standard/Falter-Redaktionen ihre eigenen Entscheidungen treffen … Wer weiß, wie lange das in unserem schönen Vereinten Europa noch möglich ist. Dann werden sich ohnehin endlich die durchsetzen, die das Volk schon lange entmündigen wollen. Weil man solchen Leuten ja wirklich keine Demokratie überlassen darf.
    Meinen Segen usw.
    Pater M. Hass

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