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Massive Attack: Ein Video gegen die Folter

Von | 17.03.2010, 12:30 | 3 Kommentare

In Guantanamo wurden Häftlinge auch mit lauter Musik gefoltert. Eine Methode, die die britische Band nun zum Thema ihres neuen Videos macht. Ein Musikvideo, das kein Musikvideo ist, klingt zumnächst einmal wie großer Humbug. Der Clip zu „Saturday Come Slow“ vom aktuellen Massive Attack-Album „Heligoland“ mit Damon Albarn als Gastsänger ist kein Musikvideo, denn das […]

Der ehemalige Guantanamo-Häftling Ruhal Ahmed im neuen Video von Massive Attack.

In Guantanamo wurden Häftlinge auch mit lauter Musik gefoltert. Eine Methode, die die britische Band nun zum Thema ihres neuen Videos macht.

Ein Musikvideo, das kein Musikvideo ist, klingt zumnächst einmal wie großer Humbug. Der Clip zu „Saturday Come Slow“ vom aktuellen Massive Attack-Album „Heligoland“ mit Damon Albarn als Gastsänger ist kein Musikvideo, denn das Lied kommt darin allenfalls als Fragment vor. Es dauert acht Minuten, in einem hermetisch abgeriegelten Raum werden diverse Schalleffekte eingespielt, ein Mann erzählt. Er heißt Ruhal Ahmed und war als Gefangener in Guantanmo Bay. Und zwischen aus dem Off erklärten Fakten zum menschlichen Gehör erzählt er von seinen Erfahrungen mit der Folter.

Das Video ist Massive Attacks Untersützungsbeitrag für die Aktion zerodb von der britischen Menschenrechtsgruppe Reprieve und der britischen Musician’s Union – ein Protestfilm gegen die Gräuel der Folter, kein Musikvideo, in seiner schlichten Ästhetik besonders wirkungsvoll.

3 Kommentare »

  • […] Die Bristol-Formation Massive Attack hat 2010 mit dem Sänger Damon Albarn das beeindruckende Musikvideo „Saturday comes slow“ produziert, in dem auch Ruhal Ahmed zu Wort kommt. Daneben wird Physikalisches zur Schallwellenübertragung und den Wirkungsmechanismen im menschlichen Gehör erklärt und demonstriert (siehe hier). […]

  • Zelina sagt:

    Ich persönlich finde Folter extrem schlimm und durch nichts zu rechtfertigen. Allerdings denke ich sind da weniger die Folterer strafrechtlich zu belangen sondern eher die Menschen die das anordnen. Ich habe mich etwas mit dem Milgram Experiment beschäftigt und da kommt ganz klar zum Ausdruck, wie die Menschen manipuliert werden. Gut ich bin erst am Anfang meiner Psychologie Studien, aber die Ergebnisse des Milgram Expirements sprechen einfach für sich.

    • lusciniola sagt:

      Natürlich tragen die Anordner mehr Verantwortung und Schuld als manipulierte Ausführer (dass jeder Ausführer manipuliert ist, wage ich aber erheblichst zu bezweifeln). Allerdings kann man diese auch nicht aus ihrer strafrechtlichen Verantwortung entlassen. Auch beim Milgramexperiment gab es Leute, die nein gesagt haben und sich geweigert haben, mitzumachen. Leute, die das Experiment abgebrochen haben. Man kann sich immer weigern, etwas zu tun, was man nicht will. All seine Verantwortung und das Mitdenken an eine höhere Stelle zu delegieren, weil man selbst nicht Stellung beziehen will, kann keinen Entschuldigungsgrund abgeben.

      Ein Verbrecherregime oder eine Institution, die Verbrechen begeht, kann Terror immer nur ausüben, wenn es Menschen gibt, die sich als Werkzeuge dazu benutzen lassen. Und die tragen genauso Schuld und Verantwortung an dem was passiert.

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