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Gnädigste & die 7 Todsünden 07. Gula: Das Maß ist voll

Von | 07.03.2010, 21:15 | 30 Kommentare

Maßlos gelebte Sünden – alles gut und schön. Wie wärs nun zur Abwechslung mal mit einer persönlichen “Apage Satanas”? Die Fastenzeit ist da.

 

 

Ich war letztes Jahr wieder ein böses Mädchen – und der Spiegel lügt mir da  leider auch überhaupt nicht ins  Gesicht.

Als (Selbst-)Bildnerin neigt man schon grundsätzlich einmal mehr dazu, sich auch permanent mit seinem Selbstbild  zu beschäftigen.  Ungezügelter Konsum von deftiger Speis und betäubendem Trank, Quell und Wurzel der Fettleibigkeit und Bequemlichkeit, ist mir grundsätzlich nicht fremd. Ich habe mir jetzt ungefähr 6 kg raufgefuttert und angetrunken, wenns jemanden interessiert – soviel zur Fähigkeit des Weibes,  in sich aufzunehmen.  Gewisse Tendenzen zu  „nicht nein sagen können“ oder „alles runterzuschlucken“  sind bei mir auch über den oralen Bereich hinaus gang und gäbe (anzügliche Bemerkungen hierzu verbitte ich mir).  Was zusammen jedenfalls zu Umständen führt,  die meine allgemeine Befindlichkeit zyklisch immer wieder aus dem Gleichgewicht bringen – der Exzess hinterlässt nun mal auch optisch seine Spuren.

Darüber hinaus bin ich auch ebenso maßlos leidenschaftlich, so moralisch wie unmoralisch gleichermaßen (in aller Doppelbödigkeit), neige zur Überhöhung und kann schon mal ordentlich ungehalten und zornig werden.  Mein Ex nennt mich nicht ohne Grund  liebevoll „Tsunami“.  Kurzum: Ich bin einfach liebenswert. Trotzdem nämlich – oder gerade deswegen.

Ich  halte es da mit Georges Bataille, einem philosophischen Freund des Maßlosen. Gula ist nicht nur eine Todsünde. Sie ist auch ein wichtiges Element in der Selbstfindung,  die Triebfeder engagierten Handelns und die Basis der Fähigkeit zur positiv gelebten Überhöhung von Gefühlen und Leidenschaften. Gesegnet seien die „effervescance de la vie“, skurrile Selbstversuche,  das leidenschaftliche Engagement,  die Neugier für alles, das einem begegnet und vielleicht auch das Überschreiten persönlicher Grenzen.

Mein maßloser Drang alles ausprobieren wie erreichen zu wollen, mündet sicher oftmals auch im Verlust des Blicks auf das Wesentliche. Und in einem zu hohen Anspruch an mich selbst, der auch streckenweise von Narzissmus begleitet wird. Oder einfach im völligen Ausschöpfen meiner persönlichen Kraftreserven wie des Kontorahmens. Maßlosigkeit lässt sich  eben genauso gut als Tugend begreifen wie die Mäßigung als Sünde.

Alle 7 Sünden durch: „Paradise Lost“.  Na und?

Als schwere Sünden gelten laut Evangelium freiwillige, vorsätzliche und schwerwiegende Übertretungen der göttlichen Gebote, die einer Abkehr von Dem da Oben gleichkommen. Nun, mit dem Göttlichen habe ichs nicht so – aber das mit der Abkehr an sich kommt mir ganz schlüssig vor. Als alte Atheistin sage ich daher jetzt einfach mal: Ich glaube, wir haben alle ab und an tatsächlich einen Heidenspass daran, uns immer wieder auch ein bisschen von uns selbst zu entfernen.

Vielleicht wollen wir auch gelegentlich etwas zerstören, um den Wert einer Sache wieder erkennen zu können. Oder bewusst in die falsche Richtung laufen, weil wir gerne daraus lernen möchten, wo es denn bitte tatsächlich lang geht. Oder um nicht komplett Luxuria zu verfallen und somit Genuss für uns zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen.

Es liegt jedenfalls in unserer Natur zu sündigen und vom Baum der Erkenntnis zu naschen. Weil wir lernen möchten und auf der Suche nach der Wahrheit sind (Eine  schöne Triebfeder bei der man gleichzeitig auch sehr schön der Acedia – Trägheit –  entrinnen kann.  Mein eigener gelebter Grenzgang und dessen Folgen halten mich jedenfalls immer wieder auf Trab).

Der Preis dafür ist sicherlich der Verlust von Unschuld. Und vielleicht auch zeitweilig von sich selbst. Aber auch Nietzsche sagte, wenn man erst sich selbst gefunden hat, muss man verstehen, sich auch von Zeit zu Zeit zu verlieren.

Mein Jahr 2009 war jedenfalls ein maßloses, sündiges Auf und Ab, begleitet von positiven Nebeneffekten wie tragischen Konsequenzen.

Es braucht aber eben stets einen gesunden Ausgleich zwischen der Maßlosigkeit als Todsünde und der Maßlosigkeit als Tugend. Womit wir bei der Balance wären – der meinigen nämlich. Gott sei Dank ist gerade rechtzeitig die Fastenzeit angebrochen, ich springe jetzt daher noch schnell auf den Askese-Zug, bevor ich wirklich in die Hölle fahre und schließe die 7 Todsünden  für heute einmal folgendermaßen ab:

Gnädigste hat sich nach Monaten der Maßlosigkeit, Gier und Exzess eine Fasten-Kur in einem ebenso entrischen wie schlichten Kurfastenhotel  im Waldviertlerischen verordnet.

Das Wort Fasten leitet sich ja eigentlich vom gotischen „fastan“ – (fest)halten, beobachten, bewachen – ab.  Und wenn man vielleicht die letzten Monate etwas haltlos aus der Spur war, haben diese Schlagwörter  – für mich jedenfalls –  fast etwas tröstlich Beschützendes, Beruhigendes.

Ich erwarte mir dadurch konkret die Befreiung aus der Knechtschaft von Leidenschaft und Begierde sowie von Fettzellen und unliebsamen Lungennebengeräuschen. Mein Bankkonto wird das auch erfreulich beeinflussen, zumal man in der Fastenzeit hauptsächlich nur von den körpereigenen Reserven zehrt.

Und wer weiss – wenn ich Gefallen daran finden sollte, trete ich vielleicht gleich nach Vorbild Ghandi nahtlos in politischen Hungerstreik über, Anlässe und Themen dazu gäbs derzeit genug –  eine(n) Rosenkranz bete ich nämlich sicher nicht ( an). Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen.

Final: Da ich wahrscheinlich nach meiner geistigen Reinigung für die nächste Zeit eher wenig mit Todsünden am Hut haben werde, sehe ich das ganze als Vorbereitung auf neue spezielle Herausforderungen. Sollte nach der Kur von mir noch etwas übrig sein, hört Ihr wieder von mir.

Herzlichst, Gnädigste

30 Kommentare »

  • maers sagt:

    Danke für die vielen interessanten Tipps und Hinweise

  • mah, scho wieda. geben sie es zu, gnädixte, sie tun das mit absicht.
    inkommodiert
    fnf

    • das ab und *grrr* an meinte ich. ganz unten.

      • Gnädigste sagt:

        ad
        ab und an versus ab und zu:

        Solang der hochgeschätzte Thomas Bernhard des darf, derf i a.
        Und aus.

        Zu Ihrer Rrheiterung darf ich Ihnen dazu auch folgende (Yucca-Palme?) Geschichte weitergeben:

        „Ich bin fast 63 Jahre alt und wohne im Westen von Deutschland. Bis in die 80-er Jahre habe ich niemals den Ausdruck „ab und an“ gehört. Hochdeutsch heißt es richtig „ab und zu“ Der Duden sagt hierzu auch „landschaftlicher Ausdruck für ab und zu“. Es muss sich eher um eine norddeutsche Region handeln, bei uns im Westen und auch im nahen Luxemburg sagt man auf Moselfränkisch „hei’ens dô“ = „hier und da“. Der Ausdruck wurde duch das Deutsche Fernsehen bekannt. Es gab einen Wettermann der bei der Erklärung des Wetterberichtes den Ausdruck „ab und an“ verwendet hat. Das hat durch die Breitenwirkung des Fernsehens sehr schnell um sich gegriffen, so daß immer mehr Deutsche diesen Ausdruck benutzt haben. An diesem Beispiel kann man die Macht der Medien auf die Sprache erkennen..“

  • pueree sagt:

    liebe gnädigste,
    der exzess hat leider auch immer etwas selbstzerstörerisches. aber wenn man schon perfekt wäre, könnte man sich ja gleich erleuchtet nennen und ins nirvana abtauchen.
    auf ihre baldige rückkehr wartet ein gerade erst aus dem winterschlaf (krankenbett) entstiegener ebenso großer exzessler.

    alles gute
    pueree

    • pueree sagt:

      was ich eigentlich vergessen habe zu sagen ist, selbstzerstörung hat nichts mit wahrheitsfindung zu tun. exzess und selbzerstörung (selbstverletzung) hat etwas mit ablenkung zu tun. mit nicht-hinsehen wollen auf die wahrheit. nicht bewußt-sein.
      aber wie gesagt, wir sind alle noch nicht erleuchtet :)

      • saxo lady sagt:

        hmmm weiß nicht, ob ich da nicht widersprechen will.soll.muss.

        so mancher hat durch exzesse erst die möglichkeit gehabt, weiter zu kommen. erst dadurch, dass er an die grenzen des möglichen ging…

        es gibt viele wege, viele standpunkte…und jeder hat seine berechtigung ;)ist ganz schön schwierig, das wirklich zu akzeptieren….

        • pueree sagt:

          ja sicher, aber es gibt nichts wo man nicht durch andere methoden (meditation, therapie, selbsterfahrung, bla bla bla….) nicht auch weitergekommen wäre. dazu braucht es nicht unbedingt den prozess des exzesses, der meist mit alkohol, drogen, suchtmitteln, zuviel von etwas ergo schädigend und selbstzerstörerisch.
          ich bestreite ja nicht, dass der exzess lustig ist, aber er hat trotzdem was schädigendes, und es wäre an sich zu hinterfragen, warum man das braucht.

          liebste grüße an saxo lädy
          pueree

          • saxo lady sagt:

            hmmmmmm
            exzess ist lustig? weiß nicht recht…
            exzess ist etwas, in das man getrieben wird
            oder sich reintreiben lässt…
            etwas, wo man die ruder aus der hand geben muss
            ich denk jetzt nur so vor mich hin ;)

            ein mensch, der es gewohnt ist, alles zu kontrollieren, seine gedanken, seine umwelt….der wird manche erfahrungen nur darin machen, dass ihm alles aus der hand gleitet…
            ein mensch, der es gewohnt ist, sich von allen kontrollieren zu lassen, wird gut daran tun, seine sselbsterfahrungen in meditation etc. zu suchen….

            die sache ist halt die, dass es genau anders rum läuft.
            ;)
            das machts a bisserl schwierig.
            und außerdem bin ich berufene dagegenseierin :D..also quasi antiopportunistin. querulantin wär auch ein schönes wort…
            herzlichst
            saxo

          • saxo lady sagt:

            aja…es nervt mich ganz gewaltig, dass ich es nicht schaff, hier in diesem forum mein avatar-bild reinzustellen.
            und ich will nix hören von wegen dau!!!
            grrrr

            • pueree sagt:

              ich bin auch ein dagegenredenmüsser :)

              meditation: bewußt sein, nicht denken, sich und seine atmung beobachten, „den kontrollfreak“ in sich dadurch ausschalten, loslassen lernen, zu seinem wahren ich kommen, das ego loslassen, ….

              exzess ist doch ein bewußter prozess, oder? also ich entscheide hoffentlich immer selbst, wann und wo ich exzessiv bin, ansonsten würde ich mich wohl ziemlich manipuliert fühlen :)

              natürlich ist der exzess ein mittel von vielen, um mal loszulassen, und ich verwende es ja selbst sehr gerne, aber ich bezweifle trotzdem, ob es das für unsere seele gesündeste mittel ist, und ob es nicht aus einer seelischen mangelerscheinung entsteht, die man besser mit positiven mitteln bearbeitet.

              ergebenst
              pueree

              • saxo lady sagt:

                tja ,mein lieber püree
                ich gesteh dir ja zu, dass du deine exzesse bewusst erlebst
                (milde lächelnd, weil ich nämlich grad soooo milde gestimmt bin :D

                aber das, was gnädigste da grad beschreibt, mit verlaub, ist eine exzession, die uns weibern vorbehalten ist, behaupt ich jetzt mal frech :D
                und wenn wir wüssten, wo der knopf ist, der den unstillbaren heißhunger auf schokis und rotwein und leckerlis jeder art abstellen würden…wir würden mit begeisterung …ähm noch öfter exzessen? na hoffentlich nicht.

                seufz, wir sind kompliziert.
                also, die hormone oder so…
                es lebe der geist, der alles kontrolliert
                ;)

                • pueree sagt:

                  *hahaha
                  soll ich dir den knopf zeigen. sorry kann mich nicht mehr halten bei deinem kommentar. danke :)

            • ist doch ganz einfach: dich mit der email-adresse, die du hier verwendest auf http://en.gravatar.com/site/signup registrieren, dann ein bild hochladen und nach 5 bis 10 minuten funzt das.

    • Gnädigste sagt:

      Verehrter Pueree,

      bei der exzessiven Wahrheitssuche fühle ich mich nicht wirklich abgelenkt oder blindlinks agierend. Und die banalen (oralen) Exzesse dazwischen (die zur Verfettung führen) möchte ich unter „wohlverdiente Arbeitspausen“ einreihen.

      Insofern doch schon sehr erhellt und auf einem guten Weg,
      Ihre Gnädigste

      PS. Gute Besserung und einen guten Start in den Frühling.

      PPS. Wie darf man eigentlich das Pseudonym Pueree interpretieren – Kopfmus durch Exzess und Ablenkungen div. Art? ;-))

      • pueree sagt:

        verehrte gnädigste,
        das ist natürlich auch eine gute erklärung bezüglich meines pseudonyms. aber tatsächlich ist es eine anspielung darauf, dass ich sehr gern für mich und meine gäste koche bzw. auch mit leidenschaft verschiedene arten von püree esse. den konsum erstklassiger weine läßt das pseudonym hier außer acht, obwohl er ganz gut zum thema passen würde.

        in ergebenheit ihr
        sellerie-kartoffel-ingwer-pueree

        p.s. dazu vielleicht ein flascherl sauvignon blanc 2008 vom sabathini

  • rasenmaeher sagt:

    Herr, hab Erbarmen ! Sie liebt Dich eben auf ihre Weise. Es genau wissen zu wollen, wirst auch Du als Dienst an der Schöpfung verstehen, oh Allüberaller und Innendrinner.
    Und siehe in welch formvollendeter Manier Deine sündhafte Tochter der ihr, in Deiner endlosen Güte geschenkten Begabung der selbstreflektierten, menschheitserfreuenden und mithin auch gottgefälligen Wortdrechslerei huldigt.
    Wenn Du solches wider erwarten nicht als Hochamt zu werten imstande wärst, möchte auch Dein welker Diener fürderhin nichts mehr mit Dir am Toupet haben.
    Ich habe diesbezüglich aber keine Befürchtungen, durfte ich Deinen kaum verhohlenen Hang zu den kompromisslos lebenshungrigen Geschöpfen oft genug am eigenen, in schöner Regelmässigkeit schwächelnden Fleisch erfahren.

    Doch nun zu Ihnen selbst, ebenso verehrte, wie offenbar schuldhaft verfettete Gnädigste: Bin untröstlich meine Rolle als Kommentarkrokodakl diesmal nicht zu Ihrer devot angehauchten Befriedigung ausfüllen zu können.
    Zu reif kommt ihr, im besten Sinne essayischtisches Juwel daher, das glücklicherweise nicht nur keine Wünsche offen lässt, sondern gleichzeitig den einen oder anderen weckt.
    Leidenschaftliches, phantasieanregendes Lesevergügen !
    Mit dem dringenden Wunsche, dass Sie weder der Knecht-/ resp. Magdschaft jemals so ganz entrinnenn, noch das Neinsagen in aller Konsequenz erlernen mögen, verneigt sich Ihr exzessiv beeindruckter

    Rasenmäher.

    • Gnädigste sagt:

      Verehrtes Kommentarkrokodakl,
      ich freue mich schon wenn irgendein Herr erbarmen hat. Wenn Sie
      arrangieren können, dass „DER DA OBEN“ auch noch dabei ist,
      solls gut sein.

      So leidenschaftlich wie Sie dafür eintreten, wird „er“ da wohl sowieso nicht nein sagen können.

      Sie sind Toupetträger? Hoffe es war bloß ein Versehen mit dem Rasenmäher?

      Ihnen jedenfalls für die (für Ihre Person) sehr überraschende Freundlichkeit und Ihr Lob sehr dankend,
      Ihre schuldhaft verfettete Gnädigste. ;-)

  • oh gnädixte,

    ab und zu bitte, ab und zu. dieses sat1- und pro7mäßige ab und an stößt mir immer wieder gallig auf.

    doch zum thema: wohl besteht wenig zweifel daran, dass man im alten arabien für sie ein gerüttelt maß an kamelen und auch noch das eine oder andere heißblütige araberpferd geboten bekommen hätte, lassen sie mich ihnen aber versichern, es steht ihnen gut. verlieren sie also sich selbst, atheismus ist heilbar, sobald man erkennt, dass man es nicht mit einem grantigen alten großvater mit langem bart, sondern mit sich selbst zu tun hat, aber seien sie gnädig zu ihren kilos, ihr anblick ist gewiss erfreulicher als der der allermeisten boanagstölla.

    und gestatten sie mir noch den hinweis darauf, dass es auch eine ganze menge läßlicher sünden gibt, deren untersuchung sich wohl lohnen mag.

    ergebenst
    fnf

    • hm. wohl den html-tag wieder unqualifiziert eingesetzt. nur das erste „zu“ hätte bold sein sollen, der rest ganz normal. vielleicht kann das ja ein gnädiger privilegierter korrigieren.

    • Gnädigste sagt:

      Liebster FnF,

      Jessusmariaundjosef, sind Sie immer streng. Einerseits begrüße ich
      Ihre Abgrenzung von Deutschtümmelei auch über die Maßen.
      Andererseits: Let the church in the village:
      Jetzt mach mal halblang Alter, trink ne Schorle und lass jut sein, nich? ;-)

      Bitte wie meinen – mir steht ein oder mehrere Kamele bzw. ein Araberpferd gut?
      Das müssen Sie mir näher erklären. Hab da grad ein seltsames Gruppenbild mit
      Dame vor Augen.

      Ja ich hab mit mir selbst zu tun ( wie wir alle) und hab nicht nur deswegen bald schon selber einen langen Bart. (..) Nach der entrischen Kur und entsprechender Läuterung wissen wir dann mehr.

      Wir werden dann auch sehen, ob die Ausstrahlung summa summarum wirklich
      darunter leidet, wenn man den optischen Referenzen der
      von Ihnen fast angewidert erwähnten Boanagstölla etwas näher rückt.

      Ich habe jedenfalls gehört, dass einen so eine Kur energetisch wie mental jedenfalls recht weit nach vorn haut – insofern wärs doch lustig zu sehen, ob dort schon jemand ist – oder weiter mithält?

      Ich glaube Sie sind ein ganz ein ausgefuchster mein Lieber,
      also sagens mir mal: Welchen sündigen Weg kann ich denn für Sie noch
      untersuchungstechnisch beschreiten?

      Ihnen ebenso treu ergeben,
      Ihre Gnädigste

      • allerliebste gnädixte,

        jessasmarantjosef, da fliegen die fremdsprachen ja nur so durcheinander, sogar extreme wie das schwäbische und das nordleuchtende. das nenn ich exzess. reschpeckcht, wie mein biodynamisches japanischwörterbuch sagen würde.

        oops, wie erklär ich das jetzt angesichts der mobilisierung durch den soeben verwichenen weltfrauentag. gefährliches unterfangen. nun denn, wohlan, das leben ist lebensgefährlich: das ist eine frage der preisbildung für die gespielinnen des wohlhabenden arabers gewesen (nebstbei: derlei wurde bereits vor 1400 jahren vom propheten, friede sei mit ihm, untersagt. was einige jungs aber ebensowenig wie die knabenliebenden diener des herrn angefochten hat), in etwa so: fia a boanagstö a dirres kamöh, auch alt und gebraucht, oder zwei ziegen mittleren zustands, für eine auch nur annähernd dem wohlgeformten liebreiz der gnädixten ähnlichen lady mehrere hundert kamele, jung und in bestzustand, und in der heißen endphase der auktion musste wohl auch noch zusätzlich der eine oder andere vollbluthengst draufgelegt werden uum den zuschlag zu erhalten. alles in allem also eine angelegenheit, die am diestadtrand wohl kaum ohne das attribut sexistisch durchgehen würde.

        aber sie werden sich doch nicht ernsthaft so weit an die boanagstölla annähern wollen, insbesondere angesichts der ob dieser drohung mit schreckgeweiteten augen sämtliche verfügbaren langbärtigen um vergebung anflehenden männerwelt. nein, das glaub ich nicht, so grausam sind sie nicht.

        ja, so eine fastenkur wirkt erfrischend, wie ich aus eigener erfahrung berichten kann, wird doch bei meinen einkommensverhältnissen dergleichen regelmäßig sozusagen als sozialleistung mit der apanage nach abzug der alimente und dergleichen mitgeliefert.

        der weg der sünde ist natürlich ein delikates thema, vielleicht wäre da die entwicklung eines grobkonzepts bei gemeinsam genossenen achterln hilfreich.

        bacchus um beistand anrufend
        fnf

  • saxo lady sagt:

    woooff
    eine erkenntnis striff mich grad..
    Maßlosigkeit lässt sich eben genauso gut als Tugend begreifen wie die Mäßigung als Sünde.
    das dingst mich jetzt und zwar ziemlich.
    genädigste
    da bleibt mir nix, wie Euch einen angemessenen selbstfindungsurlaub zu wünschen…einen langen…weil, bis ich das verdaut hab, das dauert.
    als karotterl tät i mir da leichter, im moment fehlt mir zu diesem gemüsezugang aber eindeutig die leichtigkeit. jaaaa, auch mich trafen ein paar kilos..jaaaa, ich hab mir noch keine sekunde darüber gedanken gemcht, ob und wie…. und neiiiin, ich hab kein ansatzweiseschlechtes gewissen… wenn ich morgen statt dem morgen apfel wieder dem morgen kipfer zusprech…neiiiin sicher nicht…ich sehs nämlich seit heute
    als tugend
    :D
    bussi und beste grüße ins fastenhotel
    saxo

    • Gnädigste sagt:

      Dear Lady,
      lassen Sie sich nicht dingsen, davon kommt nur Unsinn raus (..)

      Und: Apfelverzehr (siehe Sünde1) ab und an ist nichts Übles, aber ich plädiere in Summe doch eher für ein Kipferl, da hat man weniger Scherereien nachher.

      Es umarmt Sie,
      Ihre Gnädigste

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