Jetztzeit

Reality-Check: die Gegenwart in Wort und Bild

Netzzeit

Geschichten aus dem Leben mit dem Netz

Sexklinik

Alle Zeit bereit: Quality Time zum Thema Nummer Eins

Auszeit

Kultur & Freiheit: Doping zur Bewältigung des Alltags

Denkzeit

Die Welt ist kompliziert. Reden wir darüber

Sie sind hier: Home » Denkzeit » Feminismus ist nicht nur schwierig – er kämpft an den falschen Fronten
Share

Feminismus ist nicht nur schwierig – er kämpft an den falschen Fronten

Von | 03.02.2010, 0:02 | 44 Kommentare

Männer sind sicher oft Sexisten. Aber ist das tatsächlich das einzige Problem des Feminismus? Ich gebe zur Sicherheit gleich einmal ein paar Dinge zu: Mein Wissen um die Theorien des Feminismus bewegt sich ungefähr auf dem Niveau dieses Eintrags in der Wikipedia – und das auch nur, weil ich ihn gerade gelesen habe. Ich bin der […]

Foto: Rochus Wolff, flickr.com/rrho, Lizenz: cc-by-nc-sa-2.0

Männer sind sicher oft Sexisten. Aber ist das tatsächlich das einzige Problem des Feminismus?

Ich gebe zur Sicherheit gleich einmal ein paar Dinge zu: Mein Wissen um die Theorien des Feminismus bewegt sich ungefähr auf dem Niveau dieses Eintrags in der Wikipedia – und das auch nur, weil ich ihn gerade gelesen habe. Ich bin der Meinung, dass Frauen und Männer in der Gesellschaft gleich gestellt gehören. Ich weiß, dass dieser Anspruch in der Praxis noch immer nicht umgesetzt ist. Und ich halte es für Unsinn, in diesem Zusammenhang allzu viel über Binnen-Is zu reden, denn es hilft wenig, Orthografie und Typografie gleichermaßen zu vergewaltigen, um ein paar Jahrhunderte Sprachentwicklung zu reparieren. Deutsch ist nicht so praktisch geschlechtsneutral wie etwa das Englische, und wer es zur Geschlechtsneutralität zwingt, lässt es ziemlich dumm aussehen. Und Dummheit ist das allerletzte, was eine Diskussion wie jene brauchen kann, die Tom Schaffer in seinem Blog zurPolitik.com und hier auf ZiB21 angefacht hat.

„Warum ich Feminismus schwierig finde“, hat er getitelt und danach ein paar Erinnerungen an die Tage der Audimax-Besetzungen erzählt. Von einem angedachten Brief an Robert Menasse, er möge doch „gendern“ (ein Wort, das es im Deutschen übrigens genau so wenig gibt wie die Geschlechtsneutralität). Von einem bizarren Text wie diesem. Und von noch ein paar Sachen mehr.

Erste Reaktion meinerseits: Hihi, da verrennen sich wieder einmal ein paar Tausendprozentige in Nebenschauplätzen. Zweite Reaktion: Sag’ das nicht, denn dann bist du ein tausendprozentiger Sexist, weil du ja keine Ahnung hast, wie es ist, im Alltag als Frau diskriminiert zu werden.

Stimmt, ich weiß das nicht. Und selbst wenn ich mich noch so bemühe, wird sich daran nichts ändern. Aber ich kenne die Fakten, weiß um die Probleme, versuche dementsprechend zu handeln.

Und manchmal hadere ich mit ein paar Dingen, die ich über Frauen (und damit auf Umwegen über den Status Quo des Feminismus) zu wissen glaube. Dazu muss ich ein bisschen ausholen: Ich arbeite für ein Frauenmagazin. Und ich lerne immer wieder mit Staunen, welche Themen Frauen besonders gerne haben. Feminismus gehört nicht dazu, die aktuellen Vorgänge im Haushalt von Angelina Jolie und Brad Pitt sehr, und Geschichten von Märchenprinzen, die hässliche Entlein zu schönen Schwänen heiraten, noch mehr.

Zugegeben, aus dieser kleinen Erfahrung lässt sich noch nichts Generelles ableiten. Also hole ich noch weiter aus und erzähle ein bisschen von der Printmedienbranche, die derzeit vor dem Problem steht, dass ihr die Kundschaft abhanden kommt. Das Web, die Wirtschaftskrise – vieles hat damit zu tun.

Bloß eine Leserschicht hält manches Produkt noch am Leben. Sie ist weiblich und besserverdienend, die beliebteste Zielgruppe der Anzeigenkunden. Solche Frauen kaufen mehr Kleidung als sie nötig haben. Solche Frauen lesen gerne viel über Brangelina und Sternzeichen. Solche Frauen – auch das gehört gesagt – zahlen derzeit meine Miete. Ja, nichts von all dem ist Frauen zum Vorwurf zu machen. Ich selbst beschäftige mich oft genug mit Unsinn, um zu wissen, wie gut er einem tun kann.

Aber ehe ich zu meinem Schluss komme, möchte ich auch noch kurz von Hollywood erzählen, der seit einem Jahrhundert definitionsmächtigsten Instanz in Sachen Männer- und Frauenbilder. Auch dort sind Frauen eine Zielgruppe, die regelmäßig mit maßgeschneiderten Produkten bedient wird, die sie auch dankend konsumiert. Irritierend daran ist vor allem das Frauenbild, das diese Werke gerne transportieren: Es ist erzreaktionär und greift im Zweifelsfall auf die oben schon erwähnte Prinzen-Geschichte zurück. Selbst als „Sex And The City“, die als Hort des Postfeminismus gefeierte Frauenserie, vor zwei Jahren für einen Kinofilm reanimiert wurde, ging es nur mehr um eines: darum, vom tollsten Hecht der Stadt geheiratet zu werden.

Nun weiß ich zwar um die Unterschiede zwischen den Fabrikaten der Unterhaltungsindustrie und dem richtigen Leben, doch das Frauenfilm- und Frauenmagazin-Weltbild spiegelt sich in so vielen Bereichen des Alltags (in der Werbung, in der Kleidung, in den Berufswünschen von Mädchen), dass ich jede Initiative für etwas offensiveren Feminismus gut finde. Bloß bin ich mir nicht sicher, ob das fehlenden Binnen-I und der Sexismus von uns Männern die einzigen Probleme sind, die der Feminismus bekämpfen muss.

44 Kommentare »

  • Olliver sagt:

    “Wenn es Feministinnen um Gleichberechtigung ginge, würden sie für Männerrechte kämpfen“:

    Weil du ein Mann bist darfst du alleine Wehrpflicht schieben
    Weil du ein Mann bist musst du alleine ZIVI machen
    Weil du ein Mann bist stirbst du statistisch 6,16 Jahre früher
    Weil du ein Mann bist hast du kein Wahlrecht bei Gleichstellungswahlen, weder aktiv noch passiv.
    Weil du ein Mann bist hast du keine Rollenalternative in der Familie
    Weil du ein Mann bist bringst du dich statistisch ca. 5mal häufiger durch Selbstmord um.
    Weil du ein Mann bist verunfallst du ca. 4 mal häufiger tödlich im privaten Haushalt
    Weil du ein Mann bist bist du in Afghanistan zu 100 Prozent im Zinksarg
    Weil du ein Mann bist wirst du in der Schule für die gleiche Leistung schlechter benotet.
    Weil du ein Mann bist wirst du dank Quoten sexistisch benachteiligt.
    Weil du ein Mann bist finanzierst du pro Jahr gesetzlich Frauen mit 200 Mrd. Euro!
    Weil du ein Mann bist hast du bei einer Scheidung fast immer die A-Karte
    Weil du ein Mann bist verlierst du sehr oft nach der Scheidung den Kontakt zu deinen Kindern.
    Weil du ein Mann bist wird von dir so genannte nach-eheliche Solidarität verlangt. (von der Frau in der Regel nicht)

    usw.

    Umgekehrt gilt natürlich dann logischerweise: Weil du eine Frau bist brauchst du keinen Zwangsdienst machen, lebst 6,16 Jahre statistisch länger, hast aktives und passives Wahlrecht für Gleichstellungsstellen, kannst dich auf Quoten verlassen, bekommst 200 000 000 000 Euro pro Jahr gesetzlich finanziert…..usw.

    • truetigger sagt:

      Das Argument mit dem Quersubventionieren der Frauen zeigt ja nur, wie weit man von gleiches Geld für gleiche Arbeit entfernt ist.

      Dass Mann bei einer Scheidung oft in Sorgerechtsfragen das Nachsehen hat mag stimmen, und es ist hart – doch ich fürcht, dass die absoluten Zahlen von Frauen, die alleinerziehend sind, weil sich Männer einfach aus dem Staub machen und sich eben nicht um die Kinder kümmern wollen („ich zahl ja schon Alimente wie blöde!“) sehr viel grösser sind. Schaut man sich an, was die Erziehung von Kindern kostet, steigt auch ein alimentezahlender Mann wesentlich günstiger aus als die alleinerziehende Frau, die dann keinen geeigneten Job findet, weil sie bei jedem Bewerbungsgespräch „Und wenn die Kinder mal krank werden?“ abblitzt.

      Deine Übersicht mag lustig zu lesen sein, sie bietet aber ein verzerrtes Bild der Realität. Klar, wenn man sich nur die Rosinen herauspickt im Leben, dann erscheint einem immer irgendwas ungerecht.

    • Ad Quote: Mir ist es allemal lieber, wenn mit Quotenregelungen versucht wird, ein Gleichgewicht herzustellen, das ohne nie und nimmer zur erreichen wäre.

      • Olliver sagt:

        ja ja die Quoten-Forderungen.

        Das sind immer feministisch angenehme Quoten, die zB in DAX-Unternehmen gefordert werden.

        Niemals dort wo es einer Frau nicht gefallen täte.
        Wo ist die Quotenforderung bei der Müllabfuhr oder anderen männerzentrierten Gefahren-Jobs?
        Bundeswehr-Frauen-Quoten werden im Sanitätsbereich 50 Prozent gefordert. In der Truppe reduziert sich dann plötzlich diese Forderung auf 20 Prozent.
        Wo ist die Quotenforderung oder deren kritische Bewertung bei den Gefallenen in Afghanistan, wo das Risiko zu Sterben gerne den Männern zu 100 Prozent überlassen wird? (Frauen-Quote 0,00 Prozent)

        GleichverPFLICHTung ist da gefordert, nicht nur feministisches Rosinen-Picken!

        • Das hieße dann wohl auch Männerquoten in typischen Frauendomänen wie Kranken- und Altenpflege, oder?

          • Olliver sagt:

            Das beste Beispiel wie absurd feministische QuotHilden sind sind die zig-tausende GLEICH-Stellungsbeauftragten.

            Sie sind angeblich für die GLEICH-Behandlung etc. zuständig.

            Wählbar sind jedoch NUR Frauen von Frauen.

            Männer haben da nichts verloren, sie haben weder aktives noch passives Wahlrecht.
            Sexismus, staatlich verordnet.

            Und was das dann mit GLEICH zu tun hat konnte mir bisher keine bisher erklären.

            NOCH gleicher wird es allerdings dann, wenn zB in der Grundschule eine Frauenbeauftragte (so hießen diese DamInnen früher einmal) gewählt wird, wo nicht ein Mann mehr vorhanden ist.
            Doch, der Hausmeister.
            ;-)

        • lusciniola sagt:

          Seit wann wird ein Mann dazu gezwungen, bei der Müllabfuhr zu arbeiten oder am Bau?

          • Stefan sagt:

            seit wann wird ein mann gezwungen politiker zu werden?

            • lusciniola sagt:

              Wird er eh nicht. Wo ist der Punkt?

              • Stefan sagt:

                das argument frauenquoten in der politik wurde von oliver beantwortet mit frauenquoten bei der müllabfuhr, worauf du gesagt hast es wird niemand gezwungen bei der müllabfuhr zu arbeiten, und ich hab geantwortet es wird auch niemand gezwungen in der politik zu arbeiten

                was aber schon ein punkt ist ist der, dass man(n) bei der Müllabfuhr einfach mehr verdient als die Billa-Kassiererin, und das vollkommen zurecht

                Wenn dann eine Studie herauskommt dass Frauen im Mittel weniger verdienen als Männer ist das einfach ein Witz, weil eben alles einfach addiert wurde

                • lusciniola sagt:

                  Der Punkt ist: Oliver wollte Frauenquoten in der Politik mit verpflichtenden Frauenquoten in der Müllabfuhr beantworten. Dass eine bestimmte Anzahl von Frauen bei der Müllabfuhr arbeiten MUSS. Und das ist ein Unsinn.

                  Wieso ist es vollkommen gerechtfertigt, dass man bei der Müllabfuhr mehr verdient als im Supermarkt? Und wieso verdienen zB Kindergärtnerinnen so schlecht? Wieso verdienen Pflegerinnen so schlecht? Ist es gerechtfertigt, dass jemand, der einen anderen Menschen 24/7 pflegt, eine sowohl körperlich als auch psychisch anstrengende, verantwortungsvolle und notwendige Arbeit, um einiges weniger verdient als jemand, der bei der Müllabfuhr arbeitet?

                  Wieso wird in typischen Frauenbranchen schon vom Kollektivvertrag her ein wesentlich geringeres Gehalt vorgesehen als in anderen Branchen? Wieso bekommt ein Mann, der ein Kind kriegt, oft eine Gehaltserhöhung dazu, weil er ja jetzt einen Mund mehr stopfen muss und eine Frau, die von der Karenz zurückkommt, fällt gehaltsmäßig und jobmäßig häufig hinunter? Kann es sein, dass das alles deshalb der Fall ist, weil von der Gesellschaft, der Wirtschaft und auch der Gewerkschaft Männer immer noch als Ernährer und Frauen als Dazuverdiener angesehen werden und die KV´s und Gehaltsverhandlungen von Männern dominiert werden?

                  Klar ist es ein Witz, einfach alles zu addieren, weil Frauen ja auch häufiger Teilzeit arbeiten und weniger Überstunden machen. Außerdem sagte ich ja, dass das Problem sehr vielschichtig ist. Aber das hindert nicht, darüber nachzudenken, wie Gehaltsstrukturen überhaupt zustande kommen und wieso bestimmte Wertigkeiten in der Gesellschaft vorherrschen. Es ist kein Naturgesetz, dass Frauenberufe weniger gut bewertet und weniger gut bezahlt sein müssen wie Männerberufe oder solche, wo sich die beiden die Waage halten. Es ist kein Naturgesetz, den sozialen Bereich, den Bildungsbereich, den Dienstleistungsbereich immer schlechter zu entlohnen als andere Bereiche. Die körperliche und gefährliche Arbeit lasse ich als Argument nicht gelten, schließlich verdient man am meisten Geld in Bürojobs ohne Gefahr und Körpereinsatz. Die Frage ist nur, was der Gesellschaft etwas wert ist. Und auf Dauer wird es sich nicht auszahlen, die Bereiche, wo vermehrt Frauen tätig sind, permanent unterzubewerten. Aber da muss man halt über solche Dinge nachdenken und sich nicht wegen Quoten oder Binnen-I´s den Schädel einschlagen ;).

    • lusciniola sagt:

      Seltsame Liste. Ich wüßte nicht was es mit Gleich*berechtigung* zu tun hat, dass ein Mann statistisch 6,16 Jahre früher stirbt, dass Männer häufiger Selbstmord begehen, dass Männer häufiger Unfälle haben.

      Dass Männer keine Rollenalternative in der Familie haben, ist falsch. Sie wollen meist keine bzw ist das eine Sache zwischen den Partnern, aber nicht eine Sache keiner Alternative.

      Welcher Mann aus Österreich ist in Afghanistan im Zinksarg? Was hat das mit Gleichberechtigung bei uns zu tun?

      Wieso wird man als Mann in der Schule für die gleiche Leistung schlechter benotet? Ist das ein NAturgesetz?

      200 Mrd Euro? Sie bezahlen für die Frauen 200 Mrd Euro pro Jahr? Oder die Männer Österreichs? Beeindruckend. Mehr als 2/3 unseres BIP werden von den Männer ausschließlich für die Frauen finanziert.

      Wirklich tragfähige Argumente. :)

      • Stefan sagt:

        entschuldigung für meine wortwahl:

        ich weiß nicht ob du dich so dumm stellst oder es wirklich bist

        es gibt ein rollenbild in das frauen und männer getrieben werden (mann arbeitet, frau am herd und bei den kindern), männer haben oft gewaltigen druck dem zu entsprechen, und das endet leider auch manchmal im freitod

        männer arbeiten in berufen die oft schädlicher für den körper sind, allerdings verdient man in diesen berufen meist auch mehr. Allerdings bedeutet dieses Rollenbild für den Mann auch dass er statistisch gesehen früher stirbt.

        Auf das mit den 200 Milliarden bin ich auch auf eine Quelle gespannt, aber wie du richtig erkannt hast können sich diese Zahlen nicht auf Österreich beziehen.

        Meine Schulzeit ist erst ein paar Jahre her, und ich bin mir 100% sicher dass Mädchen im Allgemeinen für gleiche Leistung besser benotet werden.

        Wo sind deine Argumente? Bis auf Polemik kann ich nichts erkennen.

        • lusciniola sagt:

          Ich gebe freimütig zu, dass ich nicht vorhatte, Argumente zu bringen, weil ich in die Diskussion dieses Themas gar nicht vertieft einsteigen will, weil die Gründe für die angebliche oder tatsächliche fehlende Gleichberechtigung so vielschichtig sind, dass man das ohnedies in diesem Rahmen nicht entsprechend behandeln kann. Ich wollte aber polemisch die Liste in Frage stellen.

          Und Ihre Begründungen finde ich teilweise auch skurril, wenn ich mir diese Wortwahl erlauben darf.

          Dass heutzutage die Männer so vehement in diese Rolle getrieben würden und dadurch dem Druck nicht standhalten, dafür hätte ich doch gerne einen Beleg. Genauso könnte ich sagen, dass Frauen enormem Druck durch die Doppel- und oft Dreifachbelastung ausgesetzt sind und sich weniger verwirklichen können und dadurch öfters den Freitod wählen müßten. Das Rollenbild bestünde ja auf beiden Seiten. Die meisten Frauen arbeiten heutzutage, das Argument ist nicht stichhaltig.

          Dass in Zeiten wie heute, wo die körperlich und gesundheitlich gefährlichen Jobs immer mehr zurückgehen, dies die einzige Ursache sein soll, wieso Männer früher sterben, halte ich auch für ein Gerücht. Männer gehen wesentlich weniger zum Arzt und Männer ernähren sich ungesünder als Frauen. Das sind genauso Faktoren, die aber an den Männern selbst liegen.

          Das mit der Schulzeit ist eine subjektive Sache – ich hatte diesen Eindruck nicht. Was jetzt?

          • Stefan sagt:

            jetzt haben sie zumindest argumentiert wie ich es mir für diese diskusion geünscht hätte.
            Nur weil ein Thema komplex ist heißt das auf keinen Fall dass man deshalb auf Argumente verzichten sollte, eher im Gegehnteil.

            Ich gebe ihne Recht, die Liste mit den 200 Milliarden ist ein eiziger Witz

            Insgesamt stimmen wir also überein das unbedingt taugliche Studien zu diesem Thema gemacht werden sollten, da weder ich noch sie darüber verfügen.

            ich glaub zu dem das Frauen die besseren Noten bekommen hab ich mal was gelesen, kann michaber bei bestem willen nicht mehr daran erinnern. Es wurde ja auch mal diskutiert ob nicht Geschlechtsquoten bei den Medizinaufnahmetests eingeführt werden sollten, das trotz mehr Frauenanteil bei den Bewerbern, mehr Männer den Test bestehen.

            • lusciniola sagt:

              Das mit den Medizintests ist auch erklärbar (auch wenn das nicht heißt, dass das der Grund ist). Die Tests werden vielfach von Männern gemacht, wie auch die meisten IQ-Tests. Und Männer denken eben anders als Frauen und haben andere Zugänge. Dadurch fällt es Männern leichter solche Tests zu bestehen. Das mit der Schule habe ich auch gelesen. Aber dass die Lehrer Mädchen netter benoten, weil sie „lieber und braver“ sind und es die Mädchen daher dann bei diesen Tests schwerer haben, halte ich auch nicht für zutreffend.

              Natürlich kann es sein, dass manche Lehrer Kinder besser benoten, wenn die braver sind, aber das müssen nicht immer die Mädchen sein ;).

              • Stefan sagt:

                also ich habs damal ganz eindeutig so erlebt das frauen die besseren noten bekommen haben, aber ich will da eigentlich nicht herumjammern, den prinzipiell waren mir meine schulnoten egal waren

                nur jetzt könnten sie mir bitte sagen wo genau der vorteil ist, wenn zb der frauenanteil in der politik 50% beträgt

                • lusciniola sagt:

                  Subjektive Erlebnisse eben – sagte ich ja schon ;-).

                  Vorteil, Vorteil. Da geht es nicht nur um Vorteile. Bei der Politik geht es darum, dass die Politik das Volk repräsentieren soll. Und wenn mehr als die Hälfte der Bevölkerung nicht entsprechend als Repräsentant abgebildet ist, dann ist das schon hinterfragenswert. Natürlich sollen in weiterer Folge nicht nur Frauen sondern auch alle möglichen Schichten abgebildet sein und nicht nur zB lauter Akademiker und Politikwissenschafter im Parlament rumsitzen, aber das ist wieder ein eigenes Thema. Im weiteren geht es natürlich auch darum, dass Frauen eben auch einen anderen Zugang in vielen Bereichen als Männer einbringen und anderes Potential haben und es deshalb Sinn macht, auch diesen integralen Teil unser Gesellschaft entsprechend Einfluss haben zu lassen. Genauso wenig würde es Sinn machen, wenn 80% Frauen in der Politik vertreten wären, weil dann die Männer einfach zu unterrepräsentiert werden. Die Gesellschaft soll sich die Potentiale aller ihrer Vertreter zunutze machen und nicht nur einseitig auf einzelne Komponenten setzen.

                  Ich bin generell eigentlich kein Freund von Quoten. Schon alleine deshalb, weil die heutigen jungen Männer ja nichts dafür können, dass in den vorigen Generationen zu wenig auf Gleichbehandlung, -berechtigung und – partizipation geachtet wurde und dadurch heute junge Männer teilweise massiv diskriminiert werden und das ausbaden dürfen. Allerdings kann man manche wünschenswerte Zustände offenbar nur über Quoten herstellen, weil es sonst nicht gemacht wird; das ist einfach in den Köpfen nicht drinnen, vor allem in Österreich. Und gerade in Österreich sind Netzwerke (und da sind nun mal Männernetzwerke dominant) wichtig für das Erreichen einer Position und viele Männer fördern einfach (oft aus Gewohnheit, gar nicht aus Bösartigkeit und weil man sich halt aus Kreisen kennt, etc.) Männer (während Frauen interessanterweise nicht notwendigerweise Frauen fördern). Deshalb finde ich gerade in der Politik, nämlich Regierung und Parlament Quoten für gerechtfertigt, denn da geht es um Repräsentation. Auch in Bereichen, wo es zB um Aufsichtsratsmandate in ATX-Unternehmen oder staatlichen Unternehmen geht (dort auch für Vorstände), weil es da auch nicht um essentielle Jobmöglichkeiten für Männer geht, wo die existentiell diskriminiert werden. In anderen Bereich, vor allem auch auf unteren und mittleren Ebenen im staatlichen oder staatsnahen Bereich lehne ich das aber ab, vor allem wenn das dann Quotenregelungen sind, wo solange eine Frau genommen werden MUSS, bis eine bestimmte Quote erreicht wird. In der Privatwirtschaft sowieso, da müssen die Antidiskriminierungsregeln reichen, wobei ich dort für vollständige Transparenz, auch bei den Gehältern bin, weil dann erledigen sich manche Probleme schon von selbst.

      • Olliver sagt:

        „“Welcher Mann aus Österreich ist in Afghanistan im Zinksarg? Was hat das mit Gleichberechtigung bei uns zu tun?““

        Das bezieht sich auf Deutschland, wie andere Punkte auch. Bei einer GefallenenQuote von 37 zu NULL zeigt sich sehr deutlich, wie !“ungleich!“ die Risiko-Einsätze vor Ort sind. Feminisisches Rosinenpicken! und das ganz sicher bei gleicher Bezahlung!

        „““200 Mrd Euro? Sie bezahlen für die Frauen 200 Mrd Euro pro Jahr? Oder die Männer Österreichs? Beeindruckend. Mehr als 2/3 unseres BIP werden von den Männer ausschließlich für die Frauen finanziert.“““

        Daran und an den vorigen Punkten hättest du Deutschland zuordnen können, wenn du gewollt hättest. Daran hapert es offensichtlich.

        Trotzdem die Quelle:
        [b]Gesetzliche Zwangs-Transfer-Zahlungen ca. 200000000000 Euro pro Jahr (200 Mrd.€) vom Mann zur Frau:[/b]
        http://wgvdl.com/info/frauenfoerderung/transferleistungen-von-maennern-zu-frauen.htm

        Für ein anderes Alpenland, die Schweiz gab es mal ähnliches:
        http://www.vaeter-aktuell.de/presse/presse-2008/feminines_Eigentor_2008.pdf

        • lusciniola sagt:

          Wir leben hier in Österreich, also warum bringen Sie deutsche Zahlen?

          In Österreich gehen die männlichen Soldaten, die in Afghanistan sind, FREIWILLIG hin, kein einziger Mann in Österreich wird zu einem Auslandseinsatz beim Heer gezwungen. Viele Soldaten reißen sich aber drum, schauen Sie sich mal die Auslandszulagen an, dann wissen Sie warum. Also nichts, was den Frauen angelastet werden kann.

          Haben Sie sich die Transferliste angesehen, wie die 200 Mrd zustande kommen? Bruhahahahaha. Na Entschuldigung, aber das meinen Sie jetzt nicht Ernst oder? Fällt für mich unter Skurrilität des Tages :-)). Besonders die letzten 50 Milliarden finde ich sehr originell. Auch die vorletzten 50 Mrd. Männer haben eben viel höhere Einkommen als Frauen, deshalb bezahlen sie auch mehr Einkommensteuern. Ergibt sich logisch aus dem progressiven System. Dass das alles Tranfers an Frauen sein sollen, ist zwar eine niedliche Milchmädchenrechnung, aber deswegen nicht weniger spaßig. Die Scheidungsindustrie als Transferzahlungen zu rechnen – witzig. Auch der Zivieldienst als Transfer – putzig. Rechnet man da die „Transfers“ der Frauen an die Männer gegen, für die Mrd an Stunden, die unentgeltlich für Kinderbetreuung, Pflege naher Angehöriger etc geleistet werden, explodieren die Kosten, die die Frauen schultern. Die Krankenkosten wurden aufgrund irgenwelcher statistischer Daten der Zusammensetzung der Bevölkerung berechnet, weil es mehr Frauen als Männer gibt – und nicht nach Verursachungsprinzip. Die Glaubwürdigkeit ist enorm :-).

          Also ehrlich – eine derart lächerliche Liste habe ich selten gesehen. Soll ich das ernst nehmen? ;-)

          • Olliver sagt:

            Lustige Worte wie putzig Bruhahahahaha oder ähnliches ist zwar drollig, aber beileibe kein Argument!

            Die Scheidungs-Industrie wird auch in Österreich hauptsächlich von Männern bezahlt. Und auch in Ö haben Männer keine Rechte, was Kinder, Unterhaltszahlungen, Gentests oder Sorgerechtsfragen angeht.

            Natürlich ist der Zivildienst als Zwangsdienst für Männer eine Transferveranstaltung ersten Ranges, da Frauen zwanglos zu Hause diesen Dienst nicht verrichten müssen. Nur Männer sind da als billige Zwangsarbeiter betroffen. Frauen nicht. Deshalb.

            Die Krankenversicherungskosten ist wie auch in der Schweiz oder in Ö sexistisch gut für Frauen und schlecht für Männer.
            Das selbe gilt auch für die Deutsche Riesterrente, die für die Frauen eine Rendite abwirft, weil sie statistisch ca. 6 Jahre länger leben.
            Für Männer bleibt eine so genannte negative Rendite! Verluste.
            Gäbe es die Krankenversicherungskosten nach dem Verursacherprinzip wären die Prämien für Frauen fast doppelt so hoch wie heute! Oder die der Männer etwa halb so hoch.

            • lusciniola sagt:

              Für solch absurde Listen und Ansagen ist jedes Argument zu schade.

        • lusciniola sagt:

          Ach ja, den Haushalt habe ich ganz vergessen. Der würde genauso in diese eigenartige Transferliste passen. Wenn man also die unentgeltlich Hausarbeit der ganzen Hausfrauen und berufstätigen Frauen in bezahlte und angemeldete Tätigkeit umrechnet, dann würden die Männer aber ziemlich dumm dreinschauen, wie hoch diese Transferzahlungen der Frauen an die Männer sind.

          Also lassen wir diese Listen und argumentieren auf vernünftiger Basis, ok? :)

          • truetigger sagt:

            Man könnte das Haushaltsgeld der Hausfrauen durchaus noch zu den 200 Mrd. Euro draufrechnen, denn immerhin kaufen Frauen ja aus Spass :)

            • Olliver sagt:

              Gar nicht mal verkehrt.

              von Amerika über Europa bis nach China inzwischen sogar rund 80 Prozent aller Kaufentscheidungen, von Gütern des alltäglichen Gebrauchs bis hin zu größeren Anschaffungen, von Frauen gefällt werden. Als Konsumentinnen haben Frauen also bereits die Nase vorn.

              http://www.best-practice-business.de/blog/?p=2574

              Männer schaffen die Kohle ran, Frauen verbraten sie!

              UND jammern noch rum.
              Das ist ja wohl die HÖHE!!!
              ;-)

              • karotterl sagt:

                ähm…wenn ich mir diese posts so durchlese, hab ich direkt n schlechtes gewissen..
                jö. die armen männer. sind zwar an den neuralgischen punkten an der überzahl…habens aber net geschafft, die frau in der küche ordentlich zu bändigen.
                geht arbeiten, wenns ihr passt. kümmert sich net ordentlich um die kinder, wird trotzdem älter, und bleibt gsünder, muss net sterben für die ehre, verplempert das ganze geld, dass die hart arbeitenden männer heimbringen…

                also echt…ich bin für einen orden für arme überforderte männer…

                mir geht die genderei ja sowas von auf den geist…und dass in den volksschulen ausschließlich frauen unterrichten, auch…aber bei dem gehalt..ka wunder…
                das kann sich halt kein mann leisten, der zhaus a frau dahalten muss…oder wie?

                ehrlich, diese diskussion ist wunderbar…aber so plakativ vertrottelte statments müssten net unbedingt dabei sein., ich kenn nemenge männer, die das a bisserl differenzierter sehen können….

  • C. Ruthner sagt:

    Vor allem der „Second Wave“ Feminismus mit seinen simplen Täter-Opfer-Narrativen läuft Gefahr, so etwas wie der „Nationalismus des (weiblichen) Geschlechts“ zu sein. Und wie Nationalismus ist auch diese Ideologie janusköpfig: Auf der einen Seite emanzipatorisch, demokratiSierend, befreiend. Im Extremfall ist sie aber auch einfach Hate Speech, die auf das Bashing, den Ausschluss, ja im Extremfall sogar auf die Zerstörung des Anderen abzielt und geradezu rassistische Züge annehmen kann.

    Als akademischer Lehrer, der im kulturwissenschaftlichen Rahmen auch Feminismus als Denksystem unterrichtet, fällt mir immer wieder auf, dass es viele junge Frauen gibt, die sich einfach nicht mehr als Opfer sehen wollen, sondern sich selbstbewusst als Macherinnen empfinden; sie sagen mir auch immer wieder, dass sie den paläolithischen Feminismus ihrer Müttergeneration peinlich finden – was sicher auch ungerecht ist, denn die musste ja erst mal dafür kämpfen, dass die Girlies heute überhaupt so sein können.

    Aber da es Feminismus ohnehin nur im Plural gibt: wie wärs mit „Third Wave“, z.B. mit Judith Butler? Nach ihr macht ein platter „Gender“-Diskurs ohnehin nicht mehr viel Sinn…

    • Ana Tajder sagt:

      Ja, wie wärs mit Third Wave…. Das Problem mit Third Wave ist das, was ich „alles haben/sein wollen“ nannte: erstens ist das leider noch unmöglich, weil es das bestehende System nicht erlaubt. Zweitens gibt es hier eine Idntitätskrise: Third Wave will für Gleichberechtigung in High Heels kämpfen. Also sind wir jetzt Girlies, Emanzen, Weibchen, Feministinen? Alles? Oder nichts davon? Außerdem, wogegen kämpfen wir überhaupt? Am Papier haben wir schon die Gleichberechtigung. Und wenn wir kämpfen, werden wir als böse Feministinen abgestempelt. Unsere weiblichkeit wird dadurch bedroht. Und das wollen wir nicht mehr. Das ist genau das Konflikt über den ich im meinem letztemn Posting geschrieben habe.
      Und: Natürlich fühlen sich Girlies auf der Uni noch als Macherinen und nicht als Opfer. Fragen Sie die gleiche Frauen in 15 Jahren, nachdem sie gesehen haben, dass sie weniger als ihre männliche Kollegen verdienen, keinen Job bekommen, weil sie schwanger werden könnten, nach der Karenz auf die bisherige Karriere verzichten müssen, sexuell belästigt waren und ihr Mann mit seiner 20 Jahre jüngeren Sekretärin abgehauen ist…..

      • Matthias sagt:

        Warum verdienen Frauen weniger als Männer?
        Meiner Erfahrung nach, weil sie sich ihres eigenen Wertes nicht bewusst sind, bzw nicht dafür einstehen. Kein Arbeitgeber würde auf die Idee kommen, jemandem mehr Geld zu bezahlen als dieser verlangt und wenn ich selber meinen Arsch nicht hoch bekomme umd dieses mehr zu fordern, bin ich es selber Schuld.
        Einer meiner Kollegen macht genau die gleiche Arbeit wie ich und verdient Netto 200€ weniger als ich(Single), er hat daheim noch Frau und 3 Kinder, ABER das liegt nicht daran, dass er wegen seiner Familie diskriminiert wird, sondern daran, dass er nicht mehr fordert. Und so ist es auch oft bei Frauen, die sich beklagen das sie weniger verdienen, aber nicht den Mut haben dieses mehr einzufordern.

        Jaja das Stereotypische Bild des untreuen Erfolgsmannes der mit seiner Sekretärin durchbrennt, ist genauso sexistisch wie falsch. Frauen gehen genauso oft fremd wie Männer. Wie oben bei Ana Tajdergeschrieben Frauen wollen auch ihren Spass (viel guten Sex) und den bekommt man nicht immer zu Hause, das haben Frauen erkannt und nutzen dies genauso wie es Männer machen. Auch da ist das Bild wieder verzerrt es behauptet „Frauen tun so etwas nicht“, die Wahrheit sieht anders aus. Und tut damit Frauen wie Männern unrecht.

        Auch Männer werden sexuell belästigt (wie man gerade am Fall Amerell), nur reden sie aus Scham noch weniger als Frauen dadrüber, ausserdem wird dadrum kein großes Traraa gemacht, weil es nicht dem „typischen“ Männerbild entspricht der ja stark ist und sich wehren kann (da wird wieder beiden Unrecht getan, Frauen können sich auch wehren).

        Ein bekannter von mir ist Hebamme bzw seit 1987 Entbindungshelfer, ja wirklich vorher gab es keine Bezeichnung für Männer. Er hat mir erzählt das es heutzutage immernoch befremden auslöst wenn (werdende) Mütter ihn zum ersten mal sehen. Sie haben oft angst er wäre nicht so empfindsam wie eine Frau, sie gewöhnen sich aber meistens schnell an ihn. Ebenso spürte er anfangs die Ablehnung und das belächeln werden durch seine Kolleginnen.
        Dort ist es auch nicht soweit her mit „Gleichberechtigung“, immer wenn man neue Wege geht, stösst man zuerst auf Widerstand, bis sich die Meinung der Gesellschaft ändert.

        Was ich sagen möchte, nicht jedes Problem liegt in der Gesellschaft oder dem vermeintlichen Sexismus gegenüber Frauen, den gibt es auch gegenüber Männern.
        Es sind auch individuelle Probleme, die jeder für sich lösen müsste. Wer das nicht kann/will/möchte muss damit leben lernen, sowohl Männer wie auch Frauen.

        • truetigger sagt:

          @Matthias: Du zählst nette Einzelfälle auf, und natürlich hängt die Höhe des Gehaltes auch vom eigenen Verhandlungsgeschick ab, doch die Statistik spricht eine klare Sprache: Frauen verdienen SIGNIFIKANT weniger Geld.

          Ich will die Gesellschaft nicht für alles verantwortlich machen, doch bevor man anfängt über die Diskriminierung von Männern zu jammern wie Oliver, sollte man den Mut haben, die Zustände an sich zu erkennen. Wenn ich mit offenen Augen herumlauf, sehe ich, dass es KEINE Gleichberechtigung gibt. Einzelfälle ja, aber das Gesamtbild ist klar.

          Frauen ficken auch gern? Wer hätte das gedacht! Frauen können auch intrigante machtgeile Fieslinge sein? Natürlich! Manchen Frauen sind Karriere und Geld wichtiger als Freunde und Familie? Alles schon gesehen. Doch darum gehts hier nicht.

          Die Gesellschaft ist schlichtweg nicht so emanzipiert, wie sie es auf dem Papier tut. Da hilft auch kein „Innen“ an jedem zweiten Wort, im Gegenteil. Vielleicht ist Feminismus auch nicht der richtige Weg, um eine faire Gesellschaft zu schaffen – Handlungsbedarf ist aber da, jedenfalls in meiner Wahrnehmung.

          • Olliver sagt:

            @truetigger „“Frauen verdienen SIGNIFIKANT weniger Geld.““

            Schon im Juli 2006 hat das Statistische Bundesamt klargestellt, dass „die Gehaltsdifferenzen bei Mann und Frau nicht zwingend darauf schließen (lassen), dass Frauen für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden. Verantwortlich seien vielmehr Unterschiede in der männlichen und weiblichen Arbeitnehmerstruktur. Diese seien beispielsweise gekennzeichnet durch Unterschiede im Anforderungsniveau, der Verteilung auf besser und schlechter bezahlte Wirtschaftszweige, der Größe der Unternehmen, der Zahl der Berufsjahre, der Dauer der Betriebszugehörigkeit und des Ausbildungsniveaus.“

            Dementsprechend teilte das Bundesfamilienministerium der Männerrechtsgruppe MANNdat im Jahr 2008 mit „Die … Aussage von Frau Ministerin von der Leyen, dass ‚Frauen noch immer nur 77 % des männlichen Einkommens verdienen, wohlbemerkt für gleiche Arbeit‘ ist daher in dieser Form nicht richtig und missverständlich, auch wenn sie sich in den Medien oft so oder ähnlich findet. Wir haben die Rede daher aus dem Netz genommen und danken Ihnen für diesen Hinweis.“

            @truetigger „“zu jammern wie Oliver““
            Eklatante Männer-Benachteiligungen aufzuzählen ist bei dir Jammern?
            Na toll.
            Würdest du mir bitte das genauer verklabüstern?
            Danke.

          • Stefan sagt:

            @truetigger
            du bist diejenige die vorurteile schürt, wenn du dich beklagst ist es fair, wenn oliver dinge anspricht jammert er sofort

            das ist grundlos und sexistisch, nur weil er ein mann ist und bei vielen dingen in der gesellschaft vorteile genießt nimmt es ihm nicht das recht auch andere sachen anzusprechen

            ich bitte auch daran mir studien zu zitieren, bei denen man wirklich etwas erkennt, die vom standard vor kurzem publizierte studie war einfach nur ein witz

            • truetigger sagt:

              @Olliver: Sorry für meinen agressiven Tonfall – „jammern“ war das falsche Wort, hätt mich umgekehrt auch gestört. Und natürlich ist es Schubladen-Denken von mir: Du sprichst Probleme an, die ja existieren (streit ich nicht ab), und ich fühl mich an typische Diskussionen „aber die anderen!“ erinnert – so wie sämtliche Klimagipfel daran scheitern, dass kein Land anfangen will, sondern jeder ein Beispiel hervorzaubert, bei denen mehr Handlungsbedarf besteht.

              @Stefan: Ich denk recht selten über Gleichberechtigung nach – klar, Mann ist ja relativ zufrieden (wenn Mann nicht gerade in einem Sorgerechts-Fall mitbekommt, wie ungerecht die Gesellschaft sein kann). Macht man sich wie in dieser Debatte mal Gedanken, neige ich dazu, kritisch meinen eigenen Umgang und meine eigenen Erfahrungen zu sehen. Und da bin ich halt der Überzeugung, dass die Gleichberechtigung NICHT existiert, weil Frauen einfach weniger zugetraut wird.

              Was mein Kommentar Olliver gegenüber „grundlos und sexistisch“ macht, seh ich nicht – denn mich stört ja nicht, dass er ein Mann ist, ich ärgere mich nur über von mir als reflexartige Abwehrreaktion empfundene Äusserung „Wir Männer sind doch auch voll unterdrückt und werden niedergemacht“.

              Mein Tonfall war nicht angemessen, stimmt. Und ich habe eine Meinung, keine Zahlen – also sollt ich meine Meinung nicht als Fakten versuchen darzustellen.

              • Stefan sagt:

                ich bin vl auch etwas über das ziel hinausgeschossen, aber dein tonfall hat mich wirklich maßlos geärgert

                ich fand es sexistisch von dir dass du dir als frau das recht herausnimmst zu jammern, es aber oliver offensichtlich nicht zugestehst

                prinzipiell is mir sowas ja komplett egal, man sollte es nur auch aufzeigen

  • tajder sagt:

    Eigentlich ist Feminismus ganz einfach…..
    Das Problem ist, wir (Frauen) wollen (oder glauben, wollen zu müssen) alles. Wir wollen Ausbildung, Karriere, wir wollen Spaß (ja, viel guten Sex), wir wollen viel erleben und wir wollen unabhängig sein. Aber (hier kommen die Klischees und die sind total in Ordnung weil sie ein Naturgesetz sind) wir wollen auch einen Mann auf unserer Seite, wir wollen Liebe und wir wollen Kinder. Eigentlich wäre das alles möglich – nur die 2 wichtigsten Faktoren – das System und die Umgebung (die Männer) – spielen nicht mit.
    Ad System: heute bedeutet Karriere 70h/Woche (plus Wochenenden und Feiertagen), und das bedeutet, dass Frau mit Kind/Familie raus aus dem Spiel ist (etwas muss geopfert werden: Familie oder Karriere). Wenn die Arbeitswelt humaner (und nicht feministischer, gender-gerecht, oder ähnliches BS) wäre – wenn sie den Frauen und Männern genug Zeit und Energie für privates Leben erlaubte, wäre das möglich. Statt Frauenquoten bin ich dafür, alle Arbeitszeiten auf 30h verbindlich zu beschränken und Karenz für Männer verpflichtend zu machen. In diesem Fall wären Frauen mit Familie (oder mit dem Plan, eines Tages Familie zu haben), nich so leicht diskriminiert. Und es ist machbar.
    Leider wird das System immer noch von Männern dominiert. Und Männer fördern Männer….
    Ad Männer: Damit die weibliche Emanzipation funktioniert, müssen sich die Männer emanzipieren. Damit sie mit diesen alles-wollen-und-können-Frauen zurecht kommen, müssen sie noch stärker, selbstbewusster und ja, männlicher werden. Sie dürfen keine Angst haben, dass so eine Frau ihre Position oder ihre Männlichkeit bedroht. So wie eine Frau gleichzeitig Mutter/Managerin/Hure sein kann, muss ein Mann es schaffen, der Frau die Unterstützung zu geben, sich zu verwirklichen, ohne sich (und seine Männlichkeit) dabei zu verlieren. Wir sind am Punkt angelangt, von dem wir nur weiter kommen, wenn wir zusammenarbeiten. Vergesst Feminismus, es ist Zeit für einen neuen Humanismus!
    Und letztlich: man darf Menschen nicht danach beurteilen, womit sie gefüttert werden. Wir sind faul – wir nehmen das bequemste. Die Medien füttern uns mit dem glitzernden, lustigen, bequemen feel-good-or-buy Schrott, damit wir brav arbeiten und brav konsumieren. Kritische Menschen (speziell Frauen) sind höchst unerwünscht…..

    • saxo lady sagt:

      hm, ja schon…das problem bei dem wollen….
      ist halt, die männer wollen das alles auch (gendergerecht;))
      und der unterschied ist

      wenn n mann das alles will, erfüllt er sich –gesellschaftlich anerkannt
      wenn ne frau das alles will, und zunehmend sich erfüllt……gesellschaftlich?????anerkannt????

    • Stefan sagt:

      du hast gute dinge angesprochen, allerdings

      es ist für männer auch nicht grade leicht das alles unter einen hut zu bringen (wahrscheinlich sogar unmöglich)

      Allerdings hat ein Mann oft die bessere „Unterstützung“ durch die Frau, die ihm die unrühmlichen Dinge des Alltags etwas abnimmt.
      Allerdings kommen extrem viele Frauen mit dieser Rolle toll zurecht, sie wünschen sich diese Rolle sogar. Frauen verlangen von Männern entscheidungen zu treffen, und fühlen sich gut wenn sie ihrem Partner eine Freude machen können.

      Den Frauen die diese Rolle nicht einnehmen fällt es dadurch natürlich ungleich schwerer sich gegen Männer durchzusetzten

      Ich denke der größte gegner des Feminismus ist die Frau

    • truetigger sagt:

      @tajder: Ist die Unterstützung des Partners wirklich ein Männer-Frauen-Machtkampf? Natürlich sieht man allerorten noch die klassiche Rollenverteidigung, aber eigentlich kennt man ja nur seine Freunde etwas besser, den Rest (ver)urteilt man über oberflächliche erste Eindrücke. Und bei den wenigen Menschen, die ich näher kenne, ist eher das von Dir gewünschte Miteinander als anachronistische Männer=Geld+Frauen=Haushalt-Rollenbilder zu sehen.

      Ja, die kinderfeindliche Gesellschaft ist ein grosser Hemmschuh. Sind Kinder im Spiel, können sich nicht beide Partner um ihre Karriere kümmern. Doch auch da zeichnen sich neue Modelle ab, ein guter Freund z.B. ist nun daheim, während seine Frau ihr Geschäft ausbaut.

      Gleichberechtigte Frauen sind zwar eine „Bedrohung“ von Männerdomänen, aber wer in allen eine Bedrohung sieht, fürchtet sich auch vor Ausländern, vor Umstrukturierungen, vor Veränderungen allgemein. Andere, die den Job nicht als gnadenlose Hack-Hierarchie auffassen, sehen kompetente Partner geschlechtsunspezifisch. Ich sehe intelligente, taffe Frauen als Bereicherung, während mich dumme oder bequeme Menschen ganz allgemein aufregen.

      Und Lady Saxo: Mein Eindruck: Die gesellschaftlichen Normen ändern sich gerade. Wer rücksichtslos auf den eigenen Vorteil achtet und dabei über Leichen geht, hat nicht mehr die ungeteilte Bewunderung, ebenso wie Frauen, die ihren eigenen Weg gehen, zunehmend auch von Männern respektiert werden.

    • Selberdenker sagt:

      Naja, also das mit der Beschränkung der Arbeitszeit auf 30 Stunden wär a feine Sache. Wär auch rechnerisch dann machbar, wenn das in 30 Stunden zu verdienende Einkommen erstens ausreichen würde, um eine Familie zu füttern, und zweitens auch netto zur Verfügung stünde. Heut ist es jedenfalls so, dass man 70 Stunden arbeiten muss, damit einem der Ertrag von 30 Stunden überbleibt. Die Differenz landet in der Tasche unserer „geliebten“ staatlichen Strukturen – die ja endenwollende Effizienz aufweisen. Und die Dinge finanzieren, die keinen erkennbaren Nutzen bringen.

      • saxo lady sagt:

        …in den taschen unserer geliebten staatlichen strukturen???

        hmmm wieweit hast du da selbst gedacht?
        ich sehe eine menge geld (nämlich nicht mehr), das in die taschen von leute wandert, die die richtige lobby haben -heißt: ihre freunderl in der politik.

        wieviel mio kostet zb in der gesundheitspolitik die verhunzte struktur (die man hoffentlich bald mal erneuert)
        und wieviel mrd kosten die entscheidungen, die die pharmaindustrie in diesen sturkturen durchgesetzt hat?

        wieviele mio kosten die kleine-betriebe, die grad in konkurs geschickt werden, weil die banken ihnen keine kredite mehr geben?
        und wieviele mrden bekommen die banken zu stützung des systems, dass ihnen erlaubt, weiterhin siehe oben zu bestimmen???

        sozialhängematte…wieviel mio?
        in stiftungen geparktes vermögen, zahlen wieviel mrd nicht-steuer?

        wer bestimmt, was mit welchem geld wo passiert?
        und wer bestimmt, dass wir übernacht ein paar hundert mio der hypo reinstopfen können (systemrelevante bank? systemrelevante struktur???)
        aber keine 250 mio für die universitäten (systemirrelevant????)

  • truetigger sagt:

    In meinem Alltag findet der Sexismus eher unter der Oberfläche statt – doch wer ein wenig die Augen öffnet, bekommt es durchaus mit, gerade an sich selbst:

    Frauen und Autofahren: Beim Fahren selbst stellen sich Frauen ähnlich wie Männer an: mal forsch, mal nebenbei telefonierend, mal rücksichtslos, mal vorausschauend. Selbst auf der Autobahn drängeln nicht mehr nur Machos allein. Aber wenn es ums Parken geht, erwisch ich mich selbst immer wieder beim Gedanken: „Frau am Steuer“, wenn sich jemand wieder besonders deppert anstellt.

    Frauen in der Politik: Ich erwisch mich dabei, dass ich Frauen wesentlich kritischer nach ihrer Optik als nach ihren Taten/Worten beurteile. Hat man sich an jemanden gewöhnt (Merkel, Glawischnig, Rosenkranz, Prammer), dann nehm ich sie auch als Politiker wahr. Doch neue Gesichter wie jetzt Beatrix Karl werte ich instinktiv nach ihrem Aussehen.

    Frauen im Alltag: Es fällt mir auf, dass Putzfrauen nach wie vor Frauen sind, gern auch aus Billiglohnländern. An der Kassa im Supermarkt sitzen fast nur Frauen (ok, es gibt auch den einen oder anderen Mann), während LKWs oft vom Männern gelenkt werden und in Autowerkstätten fast nur Männer anzutreffen sind. Es gibt auch Fortschritte: Polizistinnen sind keine Seltenheit, und man nimmt sie genauso ernst wie ihre männlichen Kollegen. Einer Professorin an der Uni begegnet man mit dem gleichen Respekt wie einem Professor, und in der Bank kommt es mir nicht in den Sinn, die Kompetenz einer Beraterin anders einzuschätzen als eines Beraters.

    Ich glaub, jeder kann im Alltag – ganz ohne mit „Innen“-Anhängseln die Sprache zu verunstalten – noch ein wenig an den eigenen Gewohnheiten feilen, um Gleichberechtigung stückweise zu ermöglichen.

  • fatmike182 sagt:

    Aus aktueller Sicht auf die Generation sicher nicht falsch… Trotzdem darf nicht vergessen werden, wie viel Stereotypie da drinnen steckt. Zu dieser kommt es hauptsächlich durch die Erziehung (& die Medien); solange sich dort nichts ändert — und daran werden Binnenbuchstaben und v.a. Männerhetze wenig ändern — wird die tatsächliche Rolle der Frau keine große Emanzipation erfahren.

    Subjektiv betrachtet ist dieser Wandel bei der männlichen Medienzielgruppe gewissermaßen schon vollzogen worden. Das Matcho-Bild ist quasi ausgestorben, was bleibt ist eine gemäßigt neutrale Rolle des Mannes (subjektiv gesehen…) auf der anderen Seite aber diverse illusorische weibliche Idole aus medialer Fiktivität.
    So, das war jetzt genug Öl für den kalten Tag…

  • saxo lady sagt:

    hm
    ja, das binnenI nervt mittlerweile auch alle? unter 45jährige frauen.

    aber…frauenzeitschriften bedienen einen ausschnitt von frauen.
    daraus abzuleiten, was frauen an sich gerne wollen
    ist ungefähr so, wie aus ner autozeitschrift abzuleiten, was männer gerne wollen.

    klar..oder?

    • Ich leite aus Frauenzeitschriften und allen anderen hier angeführten Dingen nicht generell ab, was Frauen gerne wollen. Das steht ja auch geschrieben. Was bleibt, ist meine Irritation darüber, wie bereitwillig die darin verbratenen würdelosen Klischees akzeptiert werden. Denn die sind sexistischer als jeder blöde Witz.

ZiB21 sind: unsere Blogger