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Frater GladiusGladius34. Der Schwarzeneger

Von Frater Gladius | 17.01.2010, 18:36 | 12 KommentareShare/Save

Foto: d-vdm, Bearbeitung: Erich Reismann

Österreichischer Ureinwohner; Foto: d-vdm, Bearbeitung: Erich Reismann

In einem Nachrichtenblatt hieß es unlängst: „Arigona ist ein Nigerianer“. Gilt das nicht für uns alle?.

Ich will dem Erfinder des Satzes nun nicht Weißgottwas vorwerfen, allerhöchstens ein wenig Oberflächlichkeit. Auch nehme ich ihm ab, dass er es mit dem unglücklichen Titel „gut“ meinte. Er meinte: „ Wäre Arigona nicht ein hübsches junges Mädchen, sondern ein dunkelhäutiger Afrikaner, dann hätte man sie längst abgeschoben, und niemanden hätte es gekümmert.“ Und weil mit den „Niemanden“ auch er selbst betroffen sein könnte, schob er nun auch noch die Story eines „Nigerianers“ nach, dem unlängst in Österreich übel mitgespielt wurde.

Womit er seinem Gewissen nun jedenfalls mal vorbeugend eine „weiße Weste“ verpasst hat. Nur will mir das nicht reichen.

Mir geht an der gegenwärtig grassierenden „Ausländerdebatte“ einiges gegen den Strich. Zum Beispiel die Schablonenhaftigkeit, wie sie auch obiger Autor habituell betreibt. Zum Beispiel meint er: „Der Ausländeranteil in Österreich ist über die vergangenen 20 Jahre extrem gewachsen.“ (ibid) Das nenne ich verdammt selektive Wahrnehmung. Denn wahr ist auch, dass sich die menschliche Bevölkerung des Planeten in den vergangenen zwanzig Jahren ziemlich genau verdoppelt hat (Im November 09 wurden weltweit sechskommaacht Milliarden Menschen ausgemacht).

Was hat sich der Autor denn erwartet? Dass die von der globalen Bevölkerungsexplosion getriggerte Migration ausgerechnet um Österreich einen Bogen macht? Und wäre es nicht angebracht, auch zu erwähnen, dass nicht nur Österreich sondern alle halbwegs funktionierenden Staaten Europas mit eben diesen Problemen konfrontiert sind und mit der Devise „nicht vor meiner Haustür“ kein Staat zu machen ist, weil Migranten nun mal nicht gelernt haben, sich in Nichts aufzulösen?

Überhaupt ist aus dem Blickwinkel der national-patriotischen Brille heute kein Problem mehr zu lösen. Die Schablonisierung in Staaten ist überholt. Spätestens mit der Findung des Internets ist der Planet zu einem Globalen Dorf geschrumpft, es herrscht Globalisation, wir sind mit dem Problem der Globalen Erwärmung konfrontiert, wir fürchten uns vor dem Globalen Terrorismus (und letzterer wird auch vor uns nicht halt machen, solange wir die Probleme in Palästina, Irak, Afghanistan, Iran und nun auch Angola weiterhin geflissentlich ignorieren). Globale Probleme erfordern ein globales Bewusstsein. Mit einem „österreichischen“ Bewusstsein kommen wir nicht weit, mit einem „menschlichen“ Bewusstsein eventuell sehr wohl.

Dieser Bedarf an „Humanität“ kann aber nicht mit Bewusstwerdung und Aufarbeitung eines Detailproblems befriedigt werden. Mit lautem Getöse „Arigona“-Petitionen herum reichen – und den Rest der Welt einen solchen sein lassen – hat auch was Mickriges. Denn wie gesagt, da ist noch „der Nigerianer“.

Interessant, nicht, dass der Nachrichtenblattmann ausgerechnet auf den „Nigerianer“ kam. Warum nicht ein Äthiopier oder Angolaner oder Bürger eines der anderen 38 Staaten Afrikas? Nun, reden wir nicht um den Busch. Der Nigerianer bietet sich eben an. „Niger“ heißt schwarz. Aus diesem „Niger“ haben sich Sprachblüten wie „Neger“ und „Nigger“ entwickelt, alles Worte, mit denen wir gehörige kulturelle Probleme haben. Leider erst seit kurzem. In Amerika machten die „Negroes“ erst Ende der Sechziger Jahre den „Blacks“ und „African Americans“ Platz. In unseren Breitengraden stufte immerhin das Landgericht Neuruppin in einem Urteil vom 1. April 2009 (!) das Wort „Neger“ als fremdenfeindlich und herabwürdigend ein.

Österreichischer Wortschatz; Foto: janten

Österreichischer Wortschatz; Foto: janten

In Österreich war es in der Tat ein laufender Prozess, bis aus dem „Negerbrot“ der allseits beliebte „Schokotraum Erdnuss“ wurde und die „Negerküsse“ verschwanden. Und irgendwann werden wohl auch bei Herold.at die 74 Eintragungen zum Begriff „Neger“ verschwinden, die Blogger Stauni dort unlängst ortete.

Gewisse Zweifel, dass mit dieser politisch-korrekten Sprachkosmetik auch der damit verbundene Rassismus verschwindet, sind leider angebracht. Es wurde uns Abendländlern in den vergangenen Jahrhunderten so einiges an Herrenrassentum vermittelt, nicht wahr? Selbst Immanuel Kant, dessen Ausführungen zum Kategorischen Imperativ ich so immens schätze (siehe auch HIER), sagte vor 200 Jahren dieses:

„Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das Läppische stiege. Die Schwarzen sind sehr eitel, aber auf Negerart und so plauderhaft, daß sie mit Prügeln müssen aus einander gejagt werden.“

Noch vor 50 Jahren (die Nazi-Tiraden möchte ich uns hier ersparen) hieß es in einem Handbuch der Biologie: „„Es trifft weiterhin zu, daß hier in Europa eine Hauptrasse der Menschheit entstand, die in bezug auf geistige und technische Leistungsfähigkeit alle anderen weit übertrifft.“

Ja, die europäischen Herrenrassisten gingen recht weit, um ihre Aktionen als Sklavenhalter zu rechtfertigen. Die entsprechenden Bewusstseinslücken haben wir bis heute. Sogar ein politisch-korrekter Feinspitz wie Martin Blumenau meinte vor kurzem, dass der korrekte Name für Elfenbeinküste tatsächlich „Cote d´Ivoire“ sei. Im Ernst? Sind die Menschen dort sowas wie dunkelhäutige Franzosen?

Nun aber weg vom Staatlichen, zurück zum Menschlichen. Wir brauchen mehr Egozentrismus, nämlich eine spezies-orientierte Ich-Bezogenheit. Das sag ich mal, dem großen Weisen Sir David Attenborough folgend. „Wir sind von uns selbst fasziniert“, meinte der, „wir wollen unbedingt wissen, wo wir herkommen und uns ein Bild über unsere Ahnen machen.“ (siehe auch HIER und HIER)

In so einer Haltung kann ich keinen Fehler sehen. Weil wir denken können und uns ein Bild über unser Dasein machen wollen (sollten), ist es legitim, nach unseren Ahnen zu forschen. Und es ist zu wenig, sich mit dem ersten Buch Mose zu begnügen. Denn Tatsache ist, dass der erste Homo Sapiens ein Afrikaner war. Wir wurden nicht von Gott nach seinem Ebenbild geschaffen, wir haben auch nichts vom Neanderthaler in der DNA. Nach aktuellem Stand der Genetik ist dort die „Haplogruppe N (mtDNA)“ als Ahnen-Gen aller Europäer sesshaft, eine Gruppe, die vor rund 70 000 Jahren in Ostafrika entstand.

Amerikanischer Politiker; Foto: Ambidance, Bearbeitung: Reismann

Amerikanischer Politiker; Foto: Ambidance, Bearbeitung: Reismann

Unsere Urahnen sind „Blacks“ aus Afrika, deren Wanderungen vor 30 und etlichen tausend Jahren auch nach Europa führten, wo die dunkle Haut aufgrund anderer Sonneneinstrahlung allmählich einer hellen wich. Arigona und du und ich sind Nigerianer. Eine Erkenntnis, die ich allemal inspirierender finde als den kleinkrämerischen Futterneid, der die moderne österreichische Alltagsdebatte dominiert. Dieses „tut mir leid, kein Platz hier“ – Stichwort Bethlehem – war bereits im Neuen Testament eine ausgesprochen öde Haltung.

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Gladius47. FC Niemandsland von Frater Gladius

12 Kommentare »

  • blumenau sagt:

    wegen cote d”ivoire: ganz im ernst. das ist der offizielle name, eine art copyright. die ivoirer verbitten sich seit einigen jahren diverse übersetzungen, die zuvor üblich waren. das ist eine frage des respekts; und es geht uns einen scheißdreck ab, warum sie auf französisch bestehen. wenn das der time-almanach, also die us-hegemonie schafft, dann wird das auch einem katholischen sünder zuzumuten sein. oder sagt ihr zu bangla desh immer noch ost-pakistan? oder rhodesien zu zimbabwe, oder dahomey zum benin, oder obervolta zu burkina faso? eben. es geht also, anders als in der – wohl durch reine unwissenheit entstandene – fehleinschätzung im text, um den respekt vor der selbstbestimmung anstelle der freihändigen zuschreibung. unter anderen deswegen schreibe ich täglich (hier: http://fm4.orf.at/africacup ) über den afrika-cup, ein sportereignis, das aus eurozentristisscher sicht sonst weniger interesse auf sich ziehen würde: um diese unwissenheit ein wenig durch den zugang zu wissen zu ersetzen. der wille, den ich in der vorliegenden veröffentlichung nicht in ausreichendem maß erkennen kann, muss natürlich von alleine folgen.

    • Frater Gladius sagt:

      Dass die Cote d`Ivoire offiziell so heißt, will ich sicher nicht bestreiten. Aber seien Sie so lieb, mir das nicht als „Zugang zu Wissen“ verständlich zu machen. Das sind Eckdaten. Tatsächlich schließen Sie damit keine Wissenslücke, Sie öffnen eine. Sie wecken eine Neugier, die zur Frage führt: Warum beharren die Ivorianer auf die Sprache ihrer ehemaligen Ausbeuter? Warum heißt das Land nicht Gyaaman, oder Agnia? Und ob mich das jetzt einen „Scheißdreck“ angeht oder nicht, will mich nicht kümmern. Mir reicht die Neugier. Das ist sicher nicht Absenz von Respekt.
      Natürlich würde ich zu Zimbabwe nicht Rhodesien sagen. Aber hieße das Land dazu noch immer Rhodesien, würde ich den Umstand in Frage stellen, wie im Sermon die Cote d`Ivoire. Für mich sind Cote d`Ivoire und Rhodesien zwei Vögel einer Feder. Herzlichst, Ihr FG

  • Kirsch sagt:

    Lieber Frater,

    danke für diese Predigt, das Bild zum Artikel finde ich wenig passend, doch vielleicht begreife ich den tieferen Sinn einfach nicht. Zu ihren Gedanken möchte ich folgende sehr simple Bemerkung hinzufügen: Das Problem ist ganz einfach die große Zahl von Menschen, die sich heute auf den Weg nach Europa machen. Und so zu tun, als wären alle Menschen, denen das Angst macht, Rassisten sind, dieser Argumentation kann ich ich nur bedingt folgen. Migration – die Chancen und auch Probleme, die damit verbunden sind, ist ein sehr komplexes Thema, das viele der großen Umwälzungen, mit denen wir konfrontiert sind, beinhaltet. Da ist der Klimawandel, die Folgen der so genannten Globalisierung, die ständige Untergrabung unseres Sozialsystems als Folge dieser Globalisierung, in der vor allem durch die Billigproduktion in den so genannten Schwellenländern und in der “Dritten Welt” unsere sozialen Standards ausgehebelt werden. Und da ist nicht zuletzt ein Arbeitsmarkt, auf dem durch Schwarzarbeit und Scheinselbständigkeit der Kollektivvertrag und alle Errungeschaft der Arbeiterbewegung der letzten hundert Jahre systematisch untergraben werden. Nicht zuletzt setzt sich die Industriellenvereinigung dafür ein, dass Migranten und Asylwerber schneller eine Arbeitserlaubnis bekommen, denn Migraten der ersten Generation sind willige und anspruchslose Arbeitnehmer, denen man beinahe jeden Job zu jedem Lohn zumuten zu können glaubt.
    Eine Freundin (selber Migrantin aus Osteuropa) hat mehrere Jahre in der Flüchtlingsbetreuung gearbeitet und hat zu dem Thema einiges zu erzählen. Natürlich gibt es auch politische Flüchtlinge, es kommen aber auch viele Menschen zum Beispiels aus Nordafrika und aus Staaten der GUS (Georgien etc), die sich als politische Flüchlinge aus anderen Ländern ausgeben. Sie vernichten Ihre Papiere (Gebursturkunden, Pass etc) und geben sich als Minderjährige aus, obwohl sie viel älter sind. Die Arbeit mit solchen Leuten ist zum Teil sehr schwierig und meine Freundin arbeitet jetzt nicht mehr in diesem Bereich, weil es als Frau auch sehr schwierig ist mit solchen zum großen Teil junge Männer zusammen zu arbeiten. In vielen dieser Kulturen (Afrika etc) werden Frauen von Männern einfach nicht geachtet.

    • Frater Gladius sagt:

      Gestatten Sie mir eine grundsätzliche Bemerkung, Frau Kirsch. Vor Ihnen war eine Ewigkeit, und nach Ihnen wird wieder eine Ewigkeit sein. Dazwischen sind genau jene durchschnittlichen 77 Jahre, die Ihnen gegönnt sind, um sich aus dem Spektakel des Universums einen Reim zu machen. Es steht Ihnen natürlich frei, dieses Leben mit Arbeit und Pension zu fristen und Probleme – wenn geht – nicht an Sie heran zu lassen. Aber in Anbetracht der lächerlichen Kürze einer Lebensfrist erscheint mir “das Problem” prinzipiell eigentlich interessanter als “die Problemlosigkeit”. Durch Probleme kommt weit eher ein Reim zu Stande (es sei denn, man vergeudet seine Energie damit, ihnen aus dem Weg zu gehen).
      Was das Problem “große Zahl von Menschen” angeht, nun, das wird uns nicht erspart bleiben. Das mag Angst schaffen. Ich empfehle, sich ihr zu stellen. Und dafür, dass die Industriellen lieber Migranten einstellen, weil sie es billiger geben (wenig ist besser als nix), sollte man jedenfalls nicht die Migranten verantwortlich machen. Da ist nur das Wirtschaftssystem unseres Vertrauens am Werk. Ihr FG

      • karotterl sagt:

        frater lieber frater
        darf ich mich für diese zwischendurch predigt oder leviten oder wie immer das ding benannt sein will bedanken?
        mich hat grad eine erkenntnis geflutet, die in diesem 77jahre-aspekt -erkennen gut platz findet.

        nämlich grünzeugs hin oder her…

        ich bin ein mensch
        hmmmmmm

  • karotterl sagt:

    frater lieber fraterm
    da kommt mir doch der gedanke, ´mit verlaub und respekt, verzettelt Ihr Euch da nicht ein bisserl im globalen?
    ist ja eine schöne predigt, aber lusciniola hat schon recht, und der sarge wohl sowieso, meine oö-wurzeln würden behaupten wollen:

    thinken damma big, tuan damma do.
    oder so.

    aber weil der gedanke ja ein wunderbar durchdachter ist und der seitenhieb auf den glattgekämmten ein bezaubernd eleganter, sag ich dennoch herzlichst, so a schöne predigt..

  • lusciniola sagt:

    Beim Lesen dieses Kommentars hatte ich eine Menge Assoziationen, die ich versuchen werde noch einmal einzufangen :).

    1. Nigerianer kam wohl nicht deswegen, weil niger schwarz und nigger usw usw, sondern weil gerade Nigerianer als Gruppe von Schwarzen in Österreich seit der Operation Spring den meisten ein Begriff sind und ganz besonders mit dem Attribut “Drogendealer” verbunden werden.

    2. Ich kann nicht allen helfen, sagte der Engherzige und half deshalb keinem. Maria von Ebner-Eschenbach.

    Was bei dieser Arigona ist ein Nigerianer Diskussion bemerkenswert ist, ist der Zynismus, der dieser, wenn die anderen 1000nden nicht dürfen, darf Arigona auch nicht-, Ansicht inne wohnt: keinem anderen Asylwerber oder Migranten würde es besser gehen, wenn Arigona ebenfalls gehen müßte. Und nicht erstaunlicherweise kommen solche Aussagen ja äußerst selten von den Betroffenen selbst, sondern zumeist von uns Österreichern, in unseren warmen und sicheren Stuben, wo wir uns als Anwalt der Entrechteten aufspielen, indem wir glauben irgendeine Form von Gerechtigkeit herstellen zu müssen, die uns bequemerweise nicht betrifft. Und Gott sehe dieser Katastrophe vor – Frau Fekter möge verhindern, dass jemals alle hier bleiben dürfen.

    3. Ja, es muß (eine) große Lösunge(n) geben, ja es reicht nicht mehr aus, nur an kleinen Problemen rumzudoktorn – allerdings wird hier einfach übersehen, daß für bestimmte Leute, in dem Fall Arigona und ihre Familie und viele vergleichbare Fälle ebenfalls, das kein verschwindendes Detailsproblem im Kosmos der verloren gegangenen Humanität ist, sondern eine ganz existenzielle Bedrohung. Und da ist es schön und gut, wenn Menschen sich um das große Ganze Gedanken machen – nur hilft das Arigona weit weniger als jede mickrige Petition, die sich für ein Bleiberecht für sie ausspricht.

    4. Man muß gar nicht sagen, daß wir alle Nigerianer sind – es würde schon ausreichen zu sagen, daß wir alle Menschen sind und danach zu handeln. Ich fürchte nämlich in einem Land, wo jeder gerne vergißt, daß wahrscheinlich 80% der Einwohner in den letzten 3-4 Generationen Migrationshintergrund haben, wird die Tatsache, daß wir alle vor zehntausenden von Jahren von Afrikanern abstammten, wenig Relevanz haben.

    5. Schön. Und was tun wir jetzt konkret? Think globally, act locally. Also vielleicht doch Petitionen, Lichtermeere, Briefe, Initiativen und nicht nur schöne und richtige Gedanken? ;)

    • Frater Gladius sagt:

      Absolut, werte(r) lusciniola, es geht darum, global zu denken und lokal zu handeln. Es ist dies übrigens der einzige je von Bankern geprägte Satz, den ich mühelos unterschreiben kann. Weniger nahe ist mir Ihr unter Punkt 1 vermitteltes Verständnis eines Nigerianers. Mir ist es egal, wie „Nigerianer“ als „Gruppe von Schwarzen“ seit einer Operation „in Österreich ein Begriff“ sind. Das Bild Nigerianer = Drogendealer ist Krone-Jargon. Das muss obiger Nachrichtenmagazineur nicht wiederkäuen. Herzlichen Dank für die Zuwendung. Ihr FG

      • lusciniola sagt:

        Selbstverfreilich, lieber Frater, das ist auch nicht mein Verständnis von Nigerianern. Ich glaube nur, dass das Profil absichtlich Nigerianer gewählt hat, weil gerade diese in der Kronegesellschaft besonders mißtrauisch beäugt bis abgelehnt werden. Kritisch widergekäut sozusagen. Aber natürlich umso mehr ein Grund, Bürger aus dem Land Nigeria von diesem Attribut zu befreien und in einen anderen Kontext zu stellen.

  • “Mit lautem Getöse „Arigona“-Petitionen herum reichen – und den Rest der Welt einen solchen sein lassen – hat auch was Mickriges. Denn wie gesagt, da ist noch „der Nigerianer“.”

    das kann ich so nicht stehen lassen.

    zitat:” Es geht hier aber nicht nur um Arigona und ihre Familie. Es geht darum, wie ein superreiches Land wie Österreich mit Asylanten und Migranten umgeht. Und es geht auch darum, wie wir miteinander umgehen. Jedem das seine und mir das meiste und Geiz ist geil sind megaout. Menschlichkeit muss Vorrang vor Kostendenken haben.”

    lieber mickrig, aber konkret etwas anfangen als von einem globalen dorf erzählen, von dem 80% der weltbevölkerung ausgeschlossen sind, weil sie weder strom noch gar pcs haben.

    und auch die weiteste reise beginnt mit dem ersten schritt. mit dem naheliegenden.

    • Frater Gladius sagt:

      Ist schon klar, Frank`n´Furter, dass Sie das so nicht stehen lassen können. Aber so, wie Sie meine Worte interpretieren, waren sie auch nicht gemeint. Mit „Mickriges“ wird nicht das Herumreichen der Arigona-Petitionen angesprochen (die sind großartig) sondern das “den Rest der Welt einen solchen sein lassen” – also die Haltung, mit einer Arigona-Unterschrift den persönlichen Bedarf für angewandten Altruismus bis auf weiteres gedeckt zu haben. Ich wurde auch einmal gefragt, wieso ich mich denn um Malalay in Afghanistan sorge, wo es doch gleich um die Ecke den Fall Arigona gäbe. Obiges Zitat „Menschlichkeit muss Vorrang vor Kostendenken haben“ will ich daher nicht nur unterschreiben sondern auch ergänzen: Menschlichkeit muss Vorrang vor Österreich haben. Herzlichst, Ihr Frater

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