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Weihnachtsamnesie

Von | 21.12.2009, 7:30 | 12 Kommentare

In meinem Hirn herrscht Weihnachtsleere. Ja, danke der Nachfrage: Das YouTube  Weihnachtskino war super und ist fortan meine stehende Empfehlung für die  nächsten 17 Jahre. Oder, um es mit Farkas zu sagen: Schauen Sie sich das an!  (Aber wehe, Sie schnappen mir den Sitzplatz weg.) Mag natürlich sein, dass  ich nur deshalb so wohlwollend daran […]

Vorübergehend geschlossen: Hirn macht Weihnachtsferien (Foto:  cc by rosefirerising)

Vorübergehend geschlossen: Hirn macht Weihnachtsferien (Foto: cc by rosefirerising)

In meinem Hirn herrscht Weihnachtsleere. Ja, danke der Nachfrage: Das YouTube  Weihnachtskino war super und ist fortan meine stehende Empfehlung für die  nächsten 17 Jahre. Oder, um es mit Farkas zu sagen: Schauen Sie sich das an!  (Aber wehe, Sie schnappen mir den Sitzplatz weg.)

Mag natürlich sein, dass  ich nur deshalb so wohlwollend daran zurückdenke, weil das der letzte Abend  war, an dem das Hirn noch funktioniert hat. Vermutlich auch der letzte, an  dem es irgendeine Art von anregendem Futter bekommen hat. Seither ist es in der Zuckerschock- und Pixi-Bücher-Hölle gefangen. Es kann die  „Weihnachtsbriefe von Felix“ schlafwandlerisch herunterbeten, ebenso wie die  Namen der Rentiere eines gewissen Herrn S. Claus. Nämlich: Dasher, Dancer, Prancer,  Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen. Glauben Sie bloß nicht, ich hätte  das gegoogelt. Ich kann das echt. (Dieses Lied hier ist schuld dran) Aber  die dafür abkommandierten Gehirnregionen stehen nun eben für  andere Tätigkeiten nicht mehr zur Verfügung.

Im Alltag ist das nicht  schlimm. Ehrlich, ein denkender Mensch mehr oder weniger fällt bei der  vorherrschenden Punschseeligkeit auch nicht mehr auf. Ich nehme vieles mit  verwundertem Unverständnis wahr. FPBZFPKÖ etwa (obzwar ich mir nicht sicher  bin, ob ich das bei weniger akuter Hirnlosigkeit besser durchblickt hätte  oder inwiefern da mein Zustand nicht sogar von verständnisförderndem Vorteil  ist…)

Ich muss mich außerdem über vieles gar nicht  mehr so echauffieren. Mit der Weihnachtsamnesie kehrt gewissermaßen auch eine  generelle Weihnachtsamnestie ein. (Meine Kieferorthopädin ausgeschlossen. Irgendwo ist Schluss mit lustig.)

Ich habe vor lauter Weggetretenheit  Kakaokipferln gebacken, die jeglicher Beschreibung spotten und die  formgebende Kategorie „Kipferl“ nur widerrechtlich im Namen tragen. Aber, und das ist das Feine daran: Es ist mir wurscht. Das ist ganz herrlich erfrischend für meinereins. Bin ja sonst so ein kopfgesteuertes Wesen.
Es ist ein Zustand, wie ich ihn sonst vom Laufen kenne, wenn sich etwa ab Kilometer 7 der Autopilot zuschaltet und man sich um nichts mehr  scheren muss.

Gut, es fehlen noch ein paar Geschenke. Und der Vogel sollte  rechtzeitig beim Geflügelhändler reserviert werden. Ein Mistelzweig und ein Socken wären ein „nice touch“ in meinem anglophilen Haushalt. Aber  echt: wenn nicht, dann nicht. Ich lass das den Autopilot machen. Er hat mich  bis hierher gebracht und er wird mich auch noch durch den Endspurt  steuern. Diesen Blogpost schreibt er auch gerade für mich. Das hätt ich nicht  extra erwähnen brauchen, ich weiß, man spürt’s und – erraten – es ist mir wurscht. (Nehmen Sie mir’s nicht krumm.)

Ah, die herrliche Inhaltsleere! Das sind innere Weihnachtsferien, und ich werde sie lieben und ehren, hegen und pflegen.

Ich weiß nämlich, dass sie (Schirrmacher stehe mir bei!) nicht von Dauer sind: Im Jänner prasselt das Semesterende mit 352-seitigen  Skripten auf mich ein („Lustig ist das StudientInnenleben faria…“). Mein  Brötchengeber, der WIENER, wird auch wieder Schnee und Lametta der  selbstverordneten Winterpause abschütteln und fordert dann vermutlich etwas  Nicht-Autopilotiertes. Und in der Schule geht der Reigen der Beurteilungsgespräche los – per se ein Kandidat für  gemüsige Autopiloten-Präsenz, aber ich fürchte, die sehen das dort nicht so  gerne. Da muss ich den Hebel rechtzeitig auf engagiertes Muttertier umlegen,  sonst wird’s peinlich…

Jedoch bis es soweit ist: Ferien. Hirn aus. Durchatmen. Autopilot.
Jawohl. Na kommen Sie schon, leisten Sie mir  Gesellschaft!

Und damit es Ihnen leichter fällt (und extra für Patrick M. der  sich das so sehr wünscht),  sei Ihnen dieses Video als Starthilfe gewidmet. Happy 24/31! Man liest  sich…

12 Kommentare »

  • karotterl sagt:

    jaaaaa ist das nicht herrlich?!?!
    ich hab ja den verdacht, dass weihnachten ursprünglich zu diesem zweck erfunden wurde. ein lichterl, ein leuchterl, ein seeliges grinsen, auf dass die zynische seele mal vor verschlucken und husten pause mache. schön.
    mein lieblingslied ist ja dieses:
    http://www.youtube.com/watch?v=xOMmSbxB_Sg
    da hilft natürlich auch nur hirnausschalten, aber echt, eartha kit….
    meiner einer grünzeugs hat ja den zug heuer völlig verpasst und serviert ausschließlich romanitisches vom letzten jahr:
    http://www.youtube.com/watch?v=mIGMPtFo618
    seufz, weihnachten ist schöööön…
    so hurry down the chimney tonight…
    aja,ich nehm christkind und santa. können net genug nette leut da sein;)

    • @nic_ko sagt:

      …und dazu dazu gibts dann „love actually“ auf dvd (bzw. wird sich eh irgendein sender erbarmen und den film wiederholen) mit einem extragroßen becher apfel-zimt-eis (weihnachtsedition) am sofa.
      jedes anwesende y-chromosom verlässt händeringend den raum. so what…:)

      • und warum sollte es das tun, das y-chromosom ?

        • @nic_ko sagt:

          Ja warum sollte es? Sagen Sie’s mir; ich hab darauf nämlich auch keine Antwort. Es entspricht ledliglich meinen langjährigen Beobachtungen, dass y-Chromosom-Träger ein, sagen wir mal, „anderes“ Verhältnis zu Schmalz haben:)

          • naja, was ihr mädels vergesst ist, dass wir x und y haben, ihr nur x, woraus sich entgegen der landläufigen meinung ergibt, dass ein mann mit heißem bemüh’n wohl eine frau verstehen, niemals aber von ihr verstanden werden kann.
            ich persönlich habe einem doppel-x zuliebe sogar schon periodisch hansi hinterseer über mich ergehen lassen, muss ich noch mehr sagen.

  • nic_ko sagt:

    oh führe mich nicht in versuchung… nein, in wahrheit wünsch ich dir eh, dass du bis zum 6.1. durchhälst :)

  • Patrick M. sagt:

    Haha, danke für die Widmung.

    Aber, liebe Nicole: Sticks and stones may break my bones, but Wham will never hurt me (and Rick Astley won’t either; he promised)! ;-)

    Obwohl du offenbar etwas dagegen hast (ich weiß natürlich, dass du nur Spaß machst), wird der persönliche Rekord fallen. Tag Nummer 21 ist beinahe vorbei, und ich habe inzwischen auch zwei Wham-technisch gefährliche Autofahrten mit Ö3-Hörern überlebt (am Ende eines jeden Liedes hat mein linkes Auge angefangen zu zucken), wodurch ich mich jetzt unzerstörbar fühle.

    Die einzige Möglichkeit, die ich noch für dich sehe: Du könntest versuchen, dich mit einem Ghettoblaster auf die Straße vor meiner Wohnung zu stellen und mich mit „Last Christmas“ zu beschallen. :-)

    • @nic_ko sagt:

      note to self: nicht antschechert per iphone auf kommentare antworten. landet garantiert irgendwo, wo’s nicht hingehört… (if I’m lucky)

      • gerti sagt:

        kann ich nur unterschreiben. hab gerade eine halbleere flasche wodka unter dem schreibtisch entdeckt. jetzt heißt es email – und facebook – und soweiter checken, um die nächtens geposteten peinlichkeiten zu orten und dann zur schadensbegrenzung antreten. so vergeht auch die zeit ….

  • […] This post was mentioned on Twitter by Eberhard Lauth, Nicole Kolisch. Nicole Kolisch said: @catearcher hi cutie, this one's for you ;) http://www.zib21.com/jetztzeit/weihnachtsamnesie/ […]

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