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Gnädigste & die 7 Todsünden 02. Luxuria oder: Ergebt Euch den Exzessen

Von | 29.11.2009, 17:28 | 24 Kommentare

Wer gern genießt, der findet rasch Genossen. Denn nichts verbindet so erfolgreich wie der gemeinsame Exzess.

Luxuria. Foto: StendhalSyndrome

Soweit so gut – jedoch gibts immer einen Haken mit den für uns angenehmen Dingen im christlichen Abendland. Wer nämlich in der Frühphase seiner Karriere als Hedonist von kreuzfidelem Bodenpersonal begleitet wurde, wird später oft ungewollt von diffusen Gefühlen wie Schuld und Scham eingeholt, oder mit dem unterschwellig eingeimpften, altvorderen Verständnis von Moral und Anstand konfrontiert. Denn das Ganze ist natürlich verboten.

Lassen wir die Kirche nicht nur im Dorf: So gänzlich unbeeinflusst ist auch in urbanen Gefilden keiner von uns. Die Seuche überträgt sich über Generationen. Eine nicht unerhebliche Anzahl an Geschlechtsfähigen schleppt heute noch einen beängstigenden Rucksack aus der Kindheit mit, egal ob und wie stark der katholische Background aus dem familiären Heimatlichen ins Jetzt funzt. Die Genussfähigkeit ist bei vielen unterentwickelt oder durch Erziehung und genussfeindliche Umgebung erfolgreich verdrängt worden.

Der katholischen Lehre nach sind Selbstliebe, Egoismus, Hedonismus und Genusssucht natürlich tabu – vor allem im Zusammenhang mit Beischlaf. Im produktivsten Fall wird die Zeugung von ebenso selbstsüchtigen wie teuflischen Kreaturen angedroht. Kein Wunder, dass bei solchen Drohungen die Geburtenrate – zumindest in unseren Gefilden –  dramatisch gesunken ist. ( Ich persönlich fürchte mich in dem Zusammenhang aber offen gestanden eher weniger vor der Höllenbrut als vor dem Ergebnis des derzeitigen Teufelskreises: Dass irgendwann über 80 Prozent der Austriaken über 65 Lenze zählen könnten und uns das Pensionssystem gänzlich zusammenkracht).

Wie auch immer: Eine Ideologie, die neben Verboten keinen wirklich genussvollen Ersatz bietet, ist sowieso real zum Scheitern verurteilt. Was zum Geier bleibt uns denn dann noch? Insofern hat uns die Religion einen großen Dienst erwiesen. Weil sie alles, was Genuss bereitet, verboten hat, haben wir nicht mehr viel anderes im Sinn. Gut so. Wie aber sich von den Barrieren im Kopf befreien?

Wohldosiert gelebte „Sünden“ sind pure Lebensfreude.  Bitte davon Abstand nehmen, dass da irgendwo Teuflisches lauert, das uns irgendwann die Hölle heiß machen wird.  Ich empfehle dringend, so oft als möglich über den Tellerrand hinauszublicken und so lange fröhliche Grenzüberschreitungen zu begehen, bis man das ganz persönliche – und nicht fremdbestimmte  – Limit erreicht hat. Die paar Schrammen, die man von den Abenteuertrips im Jungle mitnimmt, seien gern akzeptiert – sofern uns das letztlich zu uns selbst führt.  Es erscheint mir jedenfalls erstrebenswert,  irgendwann leicht ergraut – aber im Frieden mit sich selbst – mit Zigarette in der einen und Whiskeyglas in der anderen Hand milde schmunzelnd über gehabte Exzesse sinnieren zu können, anstatt versäumten Gelegenheiten nach zu weinen.

Wer diesen sündigen Weg nicht allein beschreiten will, darf sich notfalls gern an Philosophien irdischer Leitfiguren wie Epikur klammern: Lust und Genuss sind demnach das höchste Gut – allein die Unberechenbarkeit selbiger gilt es in den Griff zu bekommen.

Dem unreflektierten Wunsch nach Befreiung von moralischen Zwängen kann nämlich schnell auch ein unkontrolliertes Suchtverhalten folgen – wer seine eigenen versteckten Motive und Sehnsüchte nicht kennt, schwankt bald zwischen exzessivem Genuss und Verzicht, zwischen verklemmter Zurückhaltung und der Sucht nach Befreiungsschlägen aller Art.

Und so stellt sich im Extremfall ein beängstigender Zyklus ein –  let´s proudly present: Den selbsternannten Moralisten und Gutmenschen, der sich dennoch immer wieder triebgesteuert vom selbstgebastelten Podest in den nächsten Exzess stürzt, um sich anschließend schuldbewusst in einem Zustand von Selbstverachtung, Selbstgeißelung, Askese und Verzicht wieder zu finden. Man möchte fast Mitleid haben – wäre das Ganze nicht auch noch von schizophrenem, unberechenbarem und sogar jähzornigem Verhalten begleitet.  Das ist ein makelloser Weg, die Hölle bereits auf Erden zu erleben. Für exzessives Suchtverhalten stehen Interessierten von Fress- , Kauf- , Spiel- und Sexsucht bis Alkoholismus und sonstiger Dogenabhängigkeit diverse Möglichkeiten offen.

Für Fortgeschrittene bzw die schon von der Ausgangsbasis her entspannteren Gemüter, bieten sich aber unzählige amüsante Möglichkeiten, persönliche Grenzerfahrungen auf dem Weg zur Selbstfindung zu machen, ohne gleich in eine dramatische Abwärtsspirale zu geraten.

Eine Option gewann da  in den vergangenen Jahren immer mehr Anhänger:  Die Esoterik. Warum sich nicht solcherart neu erfinden? Gut, ist nicht ganz meine Schiene. Aber was die sexuelle Befreiung konkret anlangt –  ein paar Tantra-Seminare, Sitzungen bei Gurus, Geistheilern und Schamanen sind schnell absolviert. Anschließend können sich Simone A. und Rudi S. als Neuzeit-Erleuchtete unter dem Decknamen „Snjala Ayinda“ und „Rimvani Shavuna“ (Anm. d. Red: Namen frei erfunden) umringt von Esoterik-Devotionalien, eingelullt vom Duft ätherischer Öle und im zarten Lichtschein einer Salzkristall-Lampe das Hirn aus dem Kopf vögeln – und darauf pochen, damit höheres Bewusstsein zu erlangen. Der sexuelle Akt wird zur esoterischen Kulthandlung erklärt. Regelmäßiger Tantrasex verhindert bekanntlich, dass das Prana langfristig gefährlich ins Wanken gerät – ein großartiger Freibrief zur gemeinsamen Ausschweifung.

Wer angeblich keine Absolution braucht und trotzdem seltsamer Weise nicht so einfach kann, dem bietet die SM-Szene ein interessantes Spektrum an Möglichkeiten. Das Spiel mit gezielt inszenierten, ungleichen Machtverhältnissen – und durch Schmerz lustvolle Befreiung zu erleben – all das kann auch so manche Barriere im Kopf kurzfristig ausschalten.

Diejenigen, für die –  aus welchen komplexen Gründen auch immer – die Verstreuung ihres Samens in das aus biblischer Sicht idealste Gefäss ein absolutes „No-Go“ ist, finden im Do-it-yourself-Laden der Pornoindustrie Kompensation. Websites wie „You Porn“ liefern kostenlos unterstützende Reize frei Haus. Ein abklärender Besuch beim Hausarzt bringt ängstlichen Naturen im Bedarfsfall die erleichternde Bestätigung, dass regelmäßige Selbstbefriedigung weder zu Epilepsie noch zu Unfruchtbarkeit, Gehirnaustrocknung oder sonstigen Schäden führt. Für praxistechnische Fragen zur Masturbation stehen diverse gebundene Ratgeber, Websites wie  www.schoener-onanieren.de oder (für ältere Semester) Nina Hagen zur Verfügung, die 1979 freundlicher Weise in der ORF-Talkshow „Club 2? eindrucksvoll ihr praktisches Wissen zum Thema demonstrierte. Ich persönlich fände es allerdings schad, wenn die Jungs ihre Munition nur noch unter der Hand verpulvern.

Man könnte natürlich auch mit physischen Gegebenheiten argumentativ einfach kapitulieren und sich hinsichtlich mangelnder Genussfähigkeit auf ein fehlendes Gen in der Chromosomenkette ausreden. Wissenschaftlich ist ja nicht ganz geklärt, ob diese Fähigkeit angeboren oder anerzogen ist bzw erlernt werden kann. Einer Studie des Instituts für Genussforschung zufolge gibt es hier geschlechterspezifische Unterschiede, die die MarsVenusGenossenschaft etwas erschweren. Andererseits kann meiner Erfahrung nach gerade diese Gegensätzlichkeit im Zugang dem kurzfristigen gemeinsamen Frönen von Genuss jeglicher Art inspirationstechnisch äußerst dienlich sein.

„Generation Sex“? Final sei – zur Einbindung der Youngsters – auch noch angemerkt: Dass die Jungen von heute dank moderner „aufgeklärter Gesellschaft“ samt Medien zu enthemmten, freizügigen, ja gar übersättigten und ach so gelangweilten wie oversexten Genießern wurden, halte ich für Schwachsinn. Im Gegenteil: Der Data Overload setzt unter Druck und wird von vielen eher verstörend als richtungweisend empfunden. Ja, die Kids stehen heute offenen Auges mitten im Geschehen: Freie Pornografie im Internet, Tittenschau in jedem Printmedium,  0190-Einschaltungen im TV-Sportkanal, diverseste Signale zum Thema Sex in allen Variationen auf unzähligen Werbeplakaten.  Wie wir ebenso.

Und egal welcher Generation wir entspringen, in einem Punkt erleben wir uns alle gleich: Jeder von uns hat (immer wieder), wenn es ans hemmungslos lustvolle Eingemachte geht, die Hosen voll –  und ist damit konfrontiert,  ganz alleine für sich eine eigene Definition von Moral und persönliche Schamgrenzen festlegen zu müssen. Um damit auch langfristig leben zu können.

24 Kommentare »

  • wolfgang sagt:

    Sehr geehrter Herr Graciella,
    sich selbst als sehr erfahren hinstellend, verstehe ich nicht wie Sie derart verletzt oder besser gesagt „aufgeblattelt“ reagieren und in das persönliche beleidigende abtrifften.
    ad – (männlich, 58, sexuell aktiv, kinder: ja, langjährige beziehung: ja, lustvoll fehlgetreten und -worden: natürlich, mehrmals u.v.a.m.):
    egal ob lustvoll fehlgetreten oder -worden, gehe ich davon aus, dass ein 58 jähriger Mann weiß was er will. Wenn sich Mann (58 und in voller Lust im Leben stehend) selbst dazu entscheidet den Weg des lustvollen oder weniger lustvollen Fehltritts einzuschlagen, so muss Mann sein Spiegelbild beim Hineinschauen in den Spiegel auch selbst ertragen können. Niemand, aber absolut niemand zwingt Sie zum Fehltritt. Mann muß über diese Entscheidungen nicht stolz sein, doch gehört sowohl die Lust als auch der Frust daraus einem selber und nicht jemanden der Ihnen den Spiegel vor die Nase hält.

    Dies schreibt ebenfalls ein Mann (46, sexuell aktiv, Kinder: ja, langjährige Beziehung und sexuell selbstentschieden fehlgetreten – nicht immer nur lustvoll).

  • jerry_graciella sagt:

    Ich habe sie tapfer bis zum Ende gelesen. Beide Texte der hier neuerdings amtierenden Allzweck-Hobbypriesterin.

    Bereits nach dem ersten, in einem seltsam technokratischen Stil gehaltenen Versuch musste ich mir den Wintermantel um die Schultern packen. Die Gefahr, von gesundheitlichen Schädigungen heimgesucht zu werden, erschien mir angesichts der Eiseskälte, die einen bei der Lektüre umfängt, als zu groß.
    Ein angeblich (jedenfalls meinem Verständnis nach Liebes-) „Beziehungen“ behandelnder Beitrag, der den Verdacht nahelegt, daß die Verfasserin mit ebendiesen in Anzahl und/oder Qualität bis anhin nicht eben gesegnet war und sich nicht so richtig entscheiden kann, ob sie darüber lachen oder weinen soll. Weil sie eigentlich keine Ahnung hat warum. Und alles.
    Sicherheitshalber im gestrengen Habitus einer Stiefmutter Oberin Unfehlbarkeit suggerieren, kann allerdings nie schaden. Und möglichst keine Worte wie Liebe oder Gefühl verwenden.
    Kommt irgendwie unintellektuell.

    Man benötigt kein Psychologiestudium um reflexartig zu denken:
    Auch Flucht nach vorn ist Flucht.
    Man spürt die Absicht und wäre verstimmt, vernähme man aus nicht allzugroßer Entfernung unzulänglich gedämpfte Hilfeschreie.

    nd hier nun also dieses noch beliebigere Fruchtwassergeplansche über..ähm..alles ?
    Oder war es: nichts ?
    Alles nicht so wichtig jedenfalls. Soviel konnte man sich merken.
    Ihre Sorgen möchten wir haben, fiele einem spontan ein.
    Ihre Chuzpe auch, gleich als zweiter Gedanke.

    Um der Sache gerecht zu werden, ist aus persönlicher Sicht des Kommentators (männlich, 58, sexuell aktiv, kinder: ja, langjährige beziehung: ja, lustvoll fehlgetreten und -worden: natürlich, mehrmals u.v.a.m.) aber nur eine Frage von Relevanz:

    Mädel, wem willst du erzählen vom ganz normalen Leben samt mancherlei gelebter oder herbeigesehnter Exzesse ?
    Dir ? Die bitter benötigte Chronik eines Desorientierungslaufs ?
    Supersache. Machen bei Bedarf die meisten von uns.
    Für sich selbst, weil sie in turbulenten Phasen die anderen für weniger blöd halten als sich selbst.
    Bei der sich selbst „Gnädigste“ Titulierenden scheint es umgekehrt zu sein.
    Augenscheinlich auch keine Lösung. Ihre Großmutter war eine kluge Frau.

    Denn: Wo sind die Bedürftigen, wo sind sie gebliihiiben ?
    Sie sind meiner Erfahrung und Beobachtung nach enschieden in der Minderheit.
    Erinnert alles frappant an eine dieser verkrampften Marketingaktionen, die wieder mal die Erweckung nicht vorhandener Bedürfnisse zum Ziel hat.

    Aber bitte, und Waidwunds Heil, es gibt ja angeblich für alles eine Kundschaft…
    Auf dass Sie noch vielen verirrten Schafen auf den zwar nicht aufgezeigten, aber mit Sicherheit richtigen Weg helfen und dadurch unzählige Menschenleben retten mögen !

    Gar nicht so grimmig wie er tut, weil es eh um bewiesenermaßen nichts geht,

    Ihr voraussichtlich nicht immer ganz so treuer Leser J.G.

    • pueree sagt:

      s.g. herr graciella,
      ich weiß nicht wohin ihnen die gnädigste mit ihrem artikel gestiegen ist, aber so persönlich beleidigt wie sie jetzt geantwortet haben, muss es wohl deutlich ins gemächt gewesen sein.
      ich persönlich tendiere zu der einstellung: leben und leben lassen.
      solche geschichten sind doch kein dogma, sondern kunstzeilen, die subjektive befindlichkeiten ausdrücken. und wenn sie ihnen nicht gefallen, schreiben sie darüber ihren unmut. sachlich aber ohne persönliche angriffe. oder arbeiten sie auch so in ihrem „normalen“ leben bzw. in ihrem beruflichen umfeld. wenn ihnen die meinung eines anderen nicht passt, dass sie ihm dann untergriffig begegnen?
      das spricht wohl nicht für ihre feinfühligkeit und toleranz bzw. nächstenliebe.

      schönen abend wünscht
      püree
      (ein genießer der fülle des lebens)

    • Simone sagt:

      Tja – die Wahrheit ist hart, nicht? Und: Die Chronik eines Desorientierungslaufs hat in der Darstellung immer zwei Seiten. Sie wissen, die einen sagen so…die anderen wiederum..

      Es gibt zB übrigens zu dem Thema auch derartig bösartige, schockierende, entsetzlich grausliche, opportunistische, selbstmitleidig-egoistisch publizierte Chroniken, das können Sie sich ja gar nicht vorstellen. (Ich konnte es offengestanden vorher auch nicht!) DA würde Ihnen beim Lesen erst wirklich kalt werden. Dahingehend gleicht MEIN heutiger (so gar nicht nicht grundlos leicht unterkühlter) Zugang zu all diesen Themen noch einer warmen Sommerbrise.

      Aber nein, kein dumpfer Hilfeschrei – nur ein logisches Conclusio.

      Und: Es ehrt Sie keineswegs sich in turbulenten Zeiten einfach blöder zu stellen (und bitte nicht sagen: sich für blöder zu halten – nicht schwindeln!) und es entschuldigt auch nichts. Da hilft jetzt später kein rausreden oder gar Gift und Galle spucken. 58? Sie scheinen mir jedenfalls alt aber noch immer kein bisschen Weise – traurig irgendwie. Und ein notorischer Fremdgänger oder wie? Naja,wen kümmerts. Fromme Wünsche wie Waidwunds heil brauchts bitte hier final auch eigentlich nicht, es gibt ganz offensichtlich keine sanftmütigen Rehlein hier, hier steht auch niemand mehr im Wald. Ihr ganz offensichtliches Problem mit Marketingaktionen an sich sollten Sie vielleicht final wirklich mal überdenken – könnte es sein, dass sie neidisch sind, weil selbst einfach nicht mehr vermarktbar?

      Alles Gute trotzdem für Sie jedenfalls,
      Gnädigste

      • jerry_graciella sagt:

        Fantastisch ! Langsam gefallen Sie mir, gnädige Frau Kolle.
        Denn auf alles wäre ich gekommen, nicht aber darauf, daß Ihre Einlassungen uns mit nicht weniger als der WAHRHEIT beschenken. Noch dazu der harten.
        Soviel hab ich jedenfalls verstanden. Beim Rest muss ich leider zum dritten Mal passen. Was den Spaß aber nicht mindert.
        In diesem Sinne auch Ihnen nur das Allerbeste wünschend, Jerry.

  • TBD (to bee defined) sagt:

    GENUSS IST DAS WAS WIR UNS ERLAUBEN
    sprich was gut tut hat jeder selbst in der Hand- und das ist nicht mal zweideutig gemeint – auch wenn es sich so anhört.
    Aber wie bei allen Dingen macht die Dosis das Gift.
    Ob wir dürfen oder nicht ist sekundär- es zählt die Selbstliebe.
    Darum ziehet hin und liebet Euch !!!!

  • sakristan biringer sagt:

    Werte Gnädigste,

    wo sind sie jetzt eigentlich dagegen? Ist es bloß die kirche, die ihrer abscheu verdient oder sind es schon ein bissi die männersleut auch? und der rucksack aus der kindheit – hängt der nun auch an ihren schultern oder haben sie den dereinst mit den schulbüchern verkauft?

    zudem: tantra? SM?? onanieren??? ist das alles nicht ein bissi altbacken?

    überhaupt: was ist jetzt der luxus? zu geniessen, zu sündigen oder beides?

    nur so viel: sollte nach ihrer lehre wirklich jedes mal schwarteln luxus bedeuten, so bin ich doch reicher, als ich bisher annehmen konnte …

    etwas verwirrt,
    Ihr biringer.

    • Simone sagt:

      Dear Mr. Biringer,
      es ehrt mich, dass Sie so konkrete Fragen stellen. Ich möchte Ihre durchaus berechtigen Fragen beantworten bzw. zumindest kommentieren.

      Ich bin nicht gegen irgendetwas sondern vor allem FÜR so einiges.
      Unter anderem zB auch dafür, dass ich Sie
      hinkünftig etwas weniger verwirre – und Sie andererseits nicht alles so todernst nehmen.

      Ich weiss nicht ob Sie schon mal mit Menschen in Ihrem Freundeskreis konfrontiert waren,die Ihnen offenbart haben, dass der katholische oder erzieherische Background sie schon leicht verhunzt hat. Ich schon. Fakt ist: Da sitzen viele Geschöpfe (männlich wie weiblich) im gleichen Boot und das ist auch ganz und gar nicht amüsant. Und darum war es mir auch ein Anliegen, das mal wieder zu erwähnen. Über den flockigen Zugang zum Thema „ficken leicht gemacht“, kann man sowieso in jeder öden Zeitschrift lesen. Frage: Wieso ist es wichtig für Sie, ob ich selbst einen Rucksack trage oder nicht? Suchen Sie ein Mitopfer, hab ich einen Nerv bei Ihnen getroffen? Ich hoffe nicht. Darf ich nur drüber schreiben wenn ja – oder eben gerade dann deswegen bitteschön garnicht? Und: Probleme haben Männer wie Frauen gleichermaßen (auch sexuell gesehen). Abscheu haben sich weder die einen noch die anderen dafür verdient. Generell: Ich liebe die „Männersleut“ sehr, wenn Sie das beruhigt…

      Ich weiss nicht ob Sie das bemerkt haben: Ich nahm den Aufruf zur Befreiung an sich bzw. die Beleuchtung von verborgenen Problemen und ihrem Ursprung ernst. Aber: Ich scherzte später bloß mit den erwähnten Optionen der praktischen Befreiung. Ich bin kein Therapeut. Es ist aber gut zu wissen, dass Sie sich hier tatsächlich einen echten Ratgeber erwartet haben. Vielleicht sollte ich da hinkünftig besser aufpassen, so gesehen haben Sie mit „altbacken“ dann natürlich völlig recht. Wenn Sie aber auf Ihr Recht bestehen, so kann ich Ihnen gerne auf einem anderen Kanal nachträglich ein paar sehr moderne Vorschläge machen, um Sie ein bisschen zu versöhnen? D’accord?

      Ihnen alles nur erdenkliche,
      Ihre Gnädigste

      PS: „Luxuria“ ist an sich bloß die Bezeichnung für eine der 7 Todsünden: Genusssucht, Ausschweifung (Wollust). Das Sie davon ableiten, dass Schwarteln also Luxus bedeutet finde ich so kreativ wie amüsant.So habe ich das noch gar nicht betrachtet. Es bleibt jedoch weiterhin Ihre Schlussfolgerung.

      • sakristan biringer sagt:

        Werte Gnädigste,

        dass Sie sich so viel Zeit nehmen um auf meine Fragen einzugehen, ehrt und schmeichelt mich / mir gewissermaßen. Von den selbstgefälligen Männern, die hier schreiben, wird man ja bloß verhöhnt und als unintelektuell abschubladisiert, wenn man nicht nach ihrer bobo-pfeife tanzt (der frater gladius sei hier übrigens ausgenommen. wie heisst es doch so schön: „von zeit zu zeit treff ich den alten gern. und hüte mich mit ihm zu brechen …“).

        Doch nun zu uns: Ich stelle also fest: sie lieben männersleut genausosehr wie die freiheit, vor allem die kirchliche und die sexuelle. die ratschläge, die sie gaben, waren gar keine, parat hätten sie allerdings sehr wohl noch welche, ganz moderne sogar, obwohl Sie kein therapeut (auch keine -in?) sind. well …

        so weit, so d’accord. allerdings: mitopfer brauch ich fürwahr keine. Im gegenteil: Selbstmitleid erachte ich als eine der übelsten befindlichkeiten überhaupt, derlei auch noch mit wem zweiten zu teilen würde die grenzen des erträglichen sprengen.

        ausserdem halte ich rucksäcke für praktische erfindungen. dass in ihnen oftmals auch noch allerlei müll lauert, den man halt nie rausräumt, hat zwei vorteile. erstens: man findet das zeug irgendwann mal wieder und freut sich dann drüber. zweitens: man trägt ballast mit sich rum, den man bei bedarf abschütteln kann. was nun, wenn alles abgeschüttelt ist und es passt trotzdem noch nichts? sehen Sie, davor hätt ich, glaub ich, überhaupt erst am meisten angst …

        ergebenst,
        ihr biringer.

        p.s.: schwarteln halte ich mittleweile für fast ebenso überbewertet wie luxus. doch das ist eine andere geschichte und hat wohl mit dem älterwerden zu tun …

        • Simone sagt:

          Biringer, Lieber!

          Danke für Ihre Zeilen. Aber, ich muss Sie rügen!
          Mir fällt auf, dass sie ein bisschen zu flüchtig lesen.
          Und danach dann durchaus ausführlich den unvollständig
          aufgenommenen Rest etwas grantig-unmutig zerfledern und hinterfragen – soviel Zeit muss dann schon sein, nicht?

          Nochmals: Nicht so streng sein. Wie wär´s vielleicht mit einem freundlicheren, kritischen Annähernund der proaktiven Suche nach einer gemeinsamen Ebene – begleitet von einem kleinen Augenzwinkern?
          Dann klappts auch mit den Herren Nachbarn.

          Zur Präzision: Ich sagte die neunmalklugen RATSCHLÄGE wären scherzhaft gewesen. Würde aber, wenn Sie mich so streng in die Pflicht nehmen, ggf. VORSCHLÄGE (spüren Sie den Unterschied?)auf einem anderen Kanal machen.
          Damit Sie mir nicht den Kopf abreissen,sozusagen. Im übrigen war auch das ein liebenswürdiger Scherz, bitte lachen Sie doch einmal ein bisschen.

          Ad Rucksäcke – ich verstehe was Sie meinen, sehr gut sogar.
          Jedoch: Ich freue mich offengestanden nicht über den gefundenen Müll,
          ist eine Frage der Einstellung.

          Man könnte natürlich so gesehen dann auch weiters feststellen
          (Achtung,Ironie!):
          Für die Grantler unter uns ist eine plötzliche Sorgenfreiheit und ein damit verbundenes Glücksgefühl schon aus der Gewohnheit heraus überhaupt nichts Schönes – all das wird nicht als persönlicher Gewinn sondern höchstens als Verlust von Elend und Schmerz (Ballast) empfunden. Vorher mit Schleppen und Jammern durchaus recht gut beschäftigt, fühlt man sich danach so befreit wie orientierungslos. Die „Inhalte“ – die es nie gab – fehlen einem ganz furchtbar. Was ja Gott sei Dank auch wieder Anlass zum Jammern gibt.
          Insofern, haben Sie keine Angst. Es wird nie irgendetwas passen!

          Geht es Ihnen jetzt etwas besser?

          Herzlichst,
          Ihre Gnädigste

          PS:
          Ich muss Ihnen dazu aber wirklich recht geben. Ich werde wohl auch schon alt. Oder setzten wir vielleicht doch die Prioritäten einfach richtig?
          Auch das ist wohl eine Frage der (positiven?) Einstellung.

          • Sakristan Biringer sagt:

            Liebste Gnädigste (man beachte: ich reisse mich zusammen, sehr sogar!!!),

            nun sind es aber Sie, die hier wortklaubt. Aus RATschlägen werden VORschläge – wo soll denn hier der große Unterschied sein? Zudem würde mich der andere Kanal interessieren – wo publizieren Sie sonst noch?

            Unmutig – weiss gott, ja da könnten Sie recht haben. man verliert die laune irgendwann, wenn man jahraus jahrein allerlei glaubensheuchlern auf die freundliche tour vermitteln will, was sache ist … pardon: sein könnte, sie lächeln dir ins gesicht, als wärst Du der ganz große blödel, Deine weisheiten nehmen sie aber gierig an, drehen sie sich zurecht und verkaufen sie an der nächsten ecke als eigene erkenntnis weiter.

            insofern verstört mich vielleicht ihr leichtfertiger umgang mit persönlichen erfahrungen und deren weitergabe …

            … die freilich einer wie ich sofort, wie schrieben Sie doch so charmant, „zerfledern und hinterfragen“ muss – alleweil soll so viel zeit sein! und eigentlich sogar noch mehr davon!!!

            was mich nun (wieder) stört: wir theoretisieren nun über das wie und wo, aber nicht mehr um die sache selbst, die da war … hm … sehen Sie: ich hab’s vergessen.

            liegt’s an mir? bin ich vergesslich? hab ich nicht aufgepasst? oder war die inhaltliche brisanz ihres vortrages vielleicht doch ein wenig weniger interessant als die art und weise seiner darbietung?

            das bringt uns nun gewissermaßen zurück zum start: kirche, sex und das ganze drumherum sind und bleiben überbewertet. Tantra zur entspannung? nein danke! man will ja nicht so enden wie der unglückliche sting – den hat seine stylerische (achtung: wortspiel!) trudy nämlich per tantra an den eiern, weshalb er jeden abend nach der arbeit (gigs spielen irgendwo, mit oder ohne police rundherum) per privatflieger nach hause eilen muss, um ja nicht zu spät zum essen zu kommen …

            Also möchte ich Sie, liebste gnädigste, hier um das abzukürzen ein bisschen herausfordern: kehren Sie doch mal raus, wie wunsch- oder ratschlaglos glücklich sich Ihr entspannungs-leben gestaltet (falls es das tut), anstatt uns anderen (etwa mir, dem karotterl oder auch dem herren graciella, dem Sie mit dem geschriebenen ja scheinbar ganz gehörig die sackhaare frisiert haben …) gütig vorzupredigen, was wir dabei falsch machen.

            wäre das ein deal?

            in freudigster (ehrlich, ich grinse!) erwartung,
            Ihr biringer.

            • karotterl sagt:

              holla! ich hab ganz und überhaupt nicht das gefühl, mir wäre was vorgepredigt worden, was ich falsch gemacht hätte.
              ich erfreue mich halt nur… über die wurzeln den saft, über den schopf die strahlen… ist doch nicht so schwer.
              und die gnädigste frau simone beschien mich ganz erfreulich.
              also, biringer, krieg dich ein und forder nicht wunsch-und ratlosigkeit oder ähnliches, wenns doch nur um glücksgefühle der dritten art geht..
              :)

            • Simone sagt:

              Gnädigste schmunzelt auch, noch immer. Und lässt jetzt den Biringer-Wurf mal sostehen, bevor wir uns total verzetteln und irgendjemand auf die Idee kommt den ganzen Sermon über (..ja was eigentlich..habs auch vergessen..) gar gebundener Form unter dem Titel „Gut gegen Aufwind“ zu veröffentlichen.

              Ja, wohin geht die Reise mein Lieber? Noch 5 Todsünden – und Ihr Ratschlag (schon wieder dieses Wort, mir ist auch schon ganz schlecht) dahingehend einfach köstlich. Ja, das Leben mit den noch anstehenden Sünden (..Hochmut, Eitelkeit, Ruhmsucht, Geiz, Habgier, Zorn, Rachsucht, Völlerei, Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht, Neid & Missgunst, Eifersucht, Faulheit, Feigheit, Ignoranz..) ist großartig und es ist äußerst glaubwürdig und empfehlenswert darüber zu berichten, wie schön und gesund es sich für alle Beteiligten damit leben lässt! Tut mir leid, meine Seele werd ich für Ihren Applaus (nicht ganz) verkaufen können. Es wird wohl immer ein bisschen was von beidem bleiben (siehe Apfelverzehr). Ich predige niemandem vor etwas falsch zu machen, ich skizziere bloss sehr menschliche Situationen und Geschöpfe, die meist eher ungewollt) zeitweilig auf Abwegen wandern. Und ich verteufle nicht, ich erwähne wenn überhaupt bloß, was das alles für Konsequenzen haben kann. Und selbst das mit einem Augenzwinkern.

              Bis zum nächsten Mal,
              Ihre Gnädigste

  • so beruhigen sie sich doch, meine liebe.

    verehrtes gemüse, ich fürchte dich korrigieren zu müssen, das ist viel weniger eine predigt denn eine beichte, mit dem mut der verzweiflung der breiten öffentlichkeit ins antlitz gekotzt, da der gute frater den beichtstuhl verwaist lassend lieber wieder mal den untergang des abendlandes betrauert, strichmännchen ante portas. und auf dem ohr ist er ja sowieso taub, kennen wir ja.

    aber schön der reihe nach, meine liebe, es besteht kein grund zur panik: eine examination ihres bildnisses scheint mir zu ergeben, dass sie doch ein paar kilometer weniger auf dem tacho haben als meine wenigkeit, so dass sie zu den bedauernswerten geschöpfen gehören, denen keiner mehr traut, bei denen sich die segnungen der midlife crisis aber noch nicht voll entfalten konnten.

    gerade dieser altersbereich ist unglaublich prüde, es wird sehr viel mehr geredet als gevögelt, wie es eine diskutantin hier jüngst mit spitzen fingernägeln zur tastatur brachte, und dieser, nun ja, man kann es nicht anders auffassen, hilfeschrei zeigt ganz deutlich die brisanz und dringlichkeit des problems.

    zu jung um den lagerfeuergeschichten aus der flowerpowerzeit glauben schenken zu können, auf der höhe der schaffenskraft konditioniert mit safer sex und partnerschaftsverträgen, und doch zu reich an jahren um die wuaschtigkeit der nachgeborenen annehmen zu können, no risk no fun, sorgen sie sich in höchster pein um das pensionssystem. liab schau ma aus.

    all diese leiden entstehen aus der angst, wie wir ja von gautama siddharta wissen. befreien sie sich von ihren ängsten, meine liebe, und lassen sie sich einfach fallen in den weiten blauen himmel. esoterik ist natürlich die plastikversion, und wer da tantra-gurus braucht, verdient unser mitgefühl. aber ganz schief liegen dei nicht. da der frater ja anderweitig beschäftigt ist, erlaub ich mir ein einschlägiges wort des trostes, und werdet die wahrheit und die wahrheit wird euch frei machen, auch von pensionsfonds und sexualmoral.

    also kopf hoch, meine liebe, es wird schon. sie müssen es nur wollen.

    don’t dream it, be it ;-)

    • Simone sagt:

      Sehr geehrtes Würstchen,

      wie vom eigenen Schein geblendet muss man sein, zu vermuten mich als Person dahinter erfasst zu haben, geschweige denn zu glauben hinter all dem meinen privaten persönlichen Zugang zu Sex und Moral erahnen zu können? Muss man selbst im Sumpf feststecken um drüber schreiben zu können wie sich der Schlamm zwischen den Zehen für andere anfühlt?

      Andererseits hab ich Sie ganz gern muss ich sagen. Sie glauben sicherlich auch noch an den Weihnachtsmann – irgendwie süss. Ausserdem berührt es mich natürlich sehr, wenn Sie Anteil nehmen und um mein Wohl besorgt sind.

      ad es wird viel mehr geredet als gevögelt
      Frage: Vögeln Sie eigentlich noch? Ich meine, ich mache mir wirklich Sorgen um Sie, Sie sind wirklich über die Massen online aktiv? Oder beschränken Sie sich nur noch darauf mit zersaustem Haar des nächtens im Jogging Anzug vor dem PC zu hängen und aus der verzerrten Selbstwahrnehmung heraus Nachrichten gefärbt von den persönlichen Golden Times aus früheren Zeiten zu übermitteln, als Sie noch (so hoffe ich?) ein wilder Stier waren und ich noch im Fruchtwasser schwamm?

      Alles Liebe,
      Gnädigste.

      • mitnichten, gnädigste, ich favorisiere das christkind, auch halloween ist mir ein gräuel.
        so mag es denn wohl sein, dass meine aktive zeit bereits gekommen war, als sie noch im fruchtwasser schwammen, so genau läßt sich das aus dem bildchen nicht eruieren, ich darf sie aber beruhigen, das imperfekt für derlei aktivitäten ist noch längst nicht angebracht.
        haben sie dennoch vielen dank für ihre sorge, die viele onlinezeit ergibt unter anderem aus der schlichten tatsache, dass dieses mistding auch mein werkzeug ist, und es ist nur ein mausklick oder zwei, das fensterln hat sich dadurch ja erheblich erleichtert, um mich zwischendurch an so viel liebreiz zu ergötzen.
        in der tat stimmt es mich froh, dass sie nur über den schlamm zwischen fremden zehen berichten, und auch ein wenig geschmeichelt, dass sie so gut über meinen tagesablauf orientiert sind. womit habe ich nichtswürdiger das wohl verdient.
        aber um wieder aufs thema zurückzukommen, den exzess, ein kleines ebenso wie ich angejahrtes scherzlein:
        father bull and son bull are standing on a hill and watching a flock of young crispy cows down in the valley. oh father bull, oh father bull, let’s run down and fuck one of them, says son bull. oh son, oh son, you bloody bastard, let’s walk down and fuck them all.
        so mag denn eine gewisse reife den genüssen und auch den exzessiven durch die damit verbundene noncha?ance sogar förderlich sein, und jedenfalls hatte ich bei der sache noch nie die hosen voll, das passiert in solchem fall ja wohl eher dem schönen geschlecht.

        • Simone sagt:

          Dear father bull,
          Sie haben ihre Vorzüge nun sehr eindrucksvoll dargelegt –
          ich habe Ihnen schon gesagt, dass ich sie irgendwie mag, ja?

          Es freut mich jedenfalls für Sie (und vor allem für die young crispy cows), dass Sie zu den Mutigen gehören! Sie haben natürlich völlig recht: Männer haben keine Angst, haben keine Probleme, sie fühlen auch keinen Schmerz und weinen nicht. Sie sind schon so auf die Welt gekommen – da war und ist nie ein Funken von Unsicherheit in ihrem Leben. Keine Frage, da können sich die cows wirklich noch was abschauen.

          Ich würde Ihnen ja sehr gerne ganz uneigennützig von zuviel Online Arbeit abraten. Aber das geht leider nicht, da ich weiterhin möchte, dass wir ein Auge auf einander werfen können..

          So ganz und garnicht ängstlich,
          Ihre Gnädigste

          • liebe gnädigste,

            sie schlussfolgern voreilig. sich in solchem fall die hosen nicht vollzumachen, schlicht weil die erforderlichen sekretspender fehlen aus gründen, für die nicht mal der ehrenvorsitzende der grm (gruppe revolutionärer machos) etwas kann, heißt ja noch lange nicht keinen schmerz zu empfinden und nicht zu weinen.

            es sei ja neidlos anerkannt, dass eine frau neun mal so viel schmerz zu ertragen vermag wie ein mann, der konsequenterweise eine geburt nicht überleben würde und ich schließe mich ihrem angehauchten zitat des grönemeyer durchaus an: http://www.youtube.com/watch?v=ImFLvwIIM54

            aber bittschön, ausgerechnet dann plötzlich angst zu haben, wenn es nach all dem erniedrigenden baggern endlich so weit ist, wär doch schön blöd.

            mit den crispy cows isses so ne sache, ich hab mich da singulär festgelegt. ich weiß, reaktionär, der sax pockts a ned, aber es is halt mal so.

            aber ich hab zwei söhne im mannbaren alter.

            gut, und das eine oder andere auge herumzuwerfen, kann doch noch nicht sünde gelten. clintons expertise geht da noch viel weiter.

            • Simone sagt:

              Also sie derpackt das schon – es gefällt mir sogar sehr
              gut, sehr konsequent und wird schon seine Gründe haben.
              Und : nur keusches Augerl werfen, versprochen.
              Ich danke jedenfalls für die herzliche Bereicherung durch Ihre Person – und freue mich darüber, dass Sie Gnädigste mit einem Zwinkern begegnen können.(..)

              • oba geh, oba geh, oba geh, liebste gnädigste.

                keusch doch ned, oiso, bitt goascheh, is doch fad.

                keusch, welch entsetzliches idiom, das mir ja doch die wurzel der pein des obigen durchaus respektablen, weil ja doch offenbar aus dem herzen oder vielleicht etwas, jetzt überhaupt nicht wertend gemeint, sondern politisch voll korrekt, rein geographisch niedrigeren regionen kommenden, und doch durchaus ergreifenden artikels in meiner sich perpetuiernden hybris, das wesen der gnädigsten auch nur erahnen zu können, so doch zu offenbaren scheint, ja, die sache mit venus und mars ist kompliziert, let’s face the ugly truth.

                und doch, das is doch das salz in der suppe, einander eben ned „keusch“ zu begegnen, das prickeln zu spüren, und wär ma jetzt beide single, jessasmaria.

                und das macht spaß, oder ? don’t dream it, be it, meine liebe, net würstchen, sondern das „’n'“ ned vergessen, creature… of the night. und ein triptychon mit der revolutionär viktorianisch singulären, wer weiß? ? a wonsinn, tat i sogn.

  • karotterl sagt:

    :) sehr schön. eine alternativ-predigt sozusagen.
    ich dank recht schön und freu mich am revolutionären viktorianischen
    herzlichst
    grünzeugs

  • […] This post was mentioned on Twitter by Eberhard Lauth and erziehung, dominanz. dominanz said: Zeit im Blog. Live aus dem 21. Jahrhundert » Gnädigste & die 7 …: Wer angeblich keine Absolution braucht und tr… http://bit.ly/7NHwEA […]

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