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Renee PorneroRenee Unplugged 19. Das Spanische beim PornoEnglisch

Von Renee Pornero | 27.11.2009, 20:27 | 4 KommentareShare/Save
Renee by Reismann

Renee by Reismann

Pornografen brauchen nicht viele Buchstaben, um sich klar auszudrücken. Als Anfänger versteht man dennoch Bahnhof.

Es war ein sonniger Tag in Kalifornien, und ich war auf dem Weg zu meinem ersten Einsatz in Porn Valley. Man kann nicht sagen, dass ich ausreichend aufgewärmt war, die paar Deutschland-Drehs in meinem Portfolio zählten nicht. Berlin ist Berlin, und Porn Valley ist vor allem anders. Dort war ich gerade mal als FOTB (nie gehört? Einfach weiterlesen. Auflösung im Anmarsch) angeschrieben. Nicht dass ich mir darauf einen Reim machen konnte, was weiß eine Fremde. Ich war zwar der englischen Sprache mächtig, aber „Ef-Ou-Ti-Bi“ kam mir spanisch vor. Nur eins wurde sofort klar: Ich musste mir möglichst flott eine neue Sprache aneignen: Porno Englisch.

Mit den Vokabeln, die ich mit über den Atlantik genommen hatte, kam ich nicht weit. Was mit „Barely Legal“ gemeint war, konnte ich mir zwar ausrechnen (bis zu 30jährige, auf Teenager getrimmt). Auch der Aufstieg der MILF (Mother I´d Like to Frühstück with) hatte sich schon bis nach Berlin durch gesprochen, und „anal“ ist sowieso international. Aber ansonsten war ich bei allem, was über „fuck“ und „suck“ hinaus ging, eben very FOTB.

Wenn Du in Porn Valley einen Agenten hast – was zu empfehlen ist -, chauffiert dieser dich sogleich mal durch die Gegend. Was sehr freundlich ist, da lernst du sofort die schönen Seiten von L.A. kennen, von denen du bisher nur gehört hast. Rein zufällig führt dieser Weg aber auch von einem Casting Director zum anderen. Und dort stellte mich der Agent vor – „this is Renee, she´s FOTB“ – und keine zwei Minuten später war ich stets nackt, man schoss ein paar Polaroids, von der ungeschminkten Schönheit bis hin zu der Glatze, wo mal der „beaver“ war.  Dann konnte ich mich setzen – und sah diesen Fragebogen vor mir. Eine Liste mit Sachen zum Anhakerln, und meine Alternativen waren „do“ oder „don´t“. So weit, so easy. Aber was hatte GG, BG, DP, DAP, A2M etc verdammt noch mal zu bedeuten?

Nachher weiß man ja immer alles besser, folgend daher die Essenz des Porno-Vokabulars. Der Blowjob – BJ – ist ja auch bei uns ein etabliertes Wort. Fellatio würde es auch treffen, ist aber doch sehr unamerikanisch. Vor allem ist es nicht „nasty“ genug. Anyway, wer den „Bi Dsche-i“ nicht anhakt, braucht sich gar nicht erst brausen zu gehen. Ohne BJ geht nix beim Porno, und wenn es dabei nur um das Ablecken diverser Körperflüssigkeiten geht, die dem Schwanz oben am purpurnen Ende eben so entweichen. Was das in Details ist, will man ehrlich gesagt gar nicht näher wissen.

Weil er so wichtig ist, muss man auch davon ausgehen, dass ein BJ nicht nur ein BJ ist. Es gibt mehr orale Wege, den Lümmel des Herrn zu bedienen, als dir der Ober im Kaffeehaus Alternativen präsentieren kann, wenn du nur „einen Kaffee, bitte“ sagst.

Eine gute Gonzo-Queen, die aus mir wurde, macht beim BJ jedenfalls gehörigenTamtam, mit viel Schmatzen und Handgemenge und so weiter. Fortgeschrittene haben den DT (Deepthroat) im Programm und erzeugen durch rasante Mundbewegung ein Gurgelwürg-Orchester – worauf du im Fragebogen auch TG (Throatgagging) anhaken kannst. Manchen kommt dabei das Frühstück, ich bekomme Hustenanfälle. Manchmal macht das sogar Spaß. Solange ich die Kontrolle habe, nicht kopfüber hänge und er mir auch nicht die Nase dabei zu hält. Das machen sie gern, bei mir allerdings versuchten sie das, wenn, dann nur einmal, man hat ja Zähne.

Gleich neben dem BJ steht im Bogen auch die Buchstabenkombination A2M, was nichts anderes bedeutet als Ass To Mouth. Ass to what? Na ja, genau das. Wie der Weg der Speise, nur umgekehrt. Und statt der Speise ist eben das männliche Organ sehr hin und her auf dem Weg. Wozu? Eigentlich nur eine Spielerei, die sich irgendein Wahnsinniger ausgedacht hat. Aber sie trägt nicht wenig dazu bei, dass es die Girls vor der Arbeit mit der Reinigung sehr ernst nehmen.

Wenn du GG (Girl/Girl) oder BG (Boy/Girl) anhakst, definierst du, mit welchem Geschlecht du bereit bist, in die Horizontale zu gehen. Natürlich gibt es dabei noch Variationen wie zum Beispiel BGGA. Steht das in Deiner Job Description, teilst du dir den Mann mit einer Frau, das A ist nicht der vordere Eingang.

Unweit der Mumu ranken sich noch ein paar nicht unwesentliche Begriffe. Gaping zum Beispiel. Das gehört auch zur Abteilung A und hat mit Schließmuskelkontrolle zu tun. Ich kann nicht gapen, schon beim Gedanken daran wird meine Rosette zur Auster. Der eine Fleck in meinem ansonsten vorzüglichen Zeugnis.

Dafür hatte ich nie ein Problem mit „Creampies“. Cremekuchen. Ein hübsches Wort, das aber nur beschreibt, dass an Stelle des üblichen „Cumshots“ (Samenexit vor Kamera) die Ejakulation in Mumu oder Popo erfolgen, wenn auch mit Pointe: Die Creme muss von dort auch wieder raus, wenn möglich mit exzellenten Haltungsnoten für künstlerischen Ausdruck. Im Idealfall kann da noch ein CS („Cumswapping“) angestückelt werden. Selbstverständlich gibt es Bonuspunkte für’s Swallowing. In der Regel keine große Sache. Allerdings werden Girls, die nicht lieber spucken, gern für den „10MCS“ gebucht. Soll ich auch das übersetzen? Na gut, zuvor aber würde ich empfindlichen Gemütern doch ans Herz legen, den nächsten Absatz nicht einmal zu überfliegen.

Hinter 10MCS verbergen sich die Begriffe „10“, „Men“, „Cum“ und „Slam“, und jetzt stellen Sie sich einmal zehn Männer mit einer Dame vor und denken dann an das Wort „Cocktail“. Reicht das? Finde ich auch.

Meine erste Job Description in L.A. lautete „DP5G“. Dass ersteres „Double Penetration“ bedeutet, bekam ich gerade noch mit. Dass sich hinter 5G nicht fünf Girls sondern eben Guys verbargen, blieb dann auch kein Geheimnis. Ein harter Brocken für einen Einstieg, doch gerade diese Szene habe ich als eine der Besten aller Zeiten in Erinnerung. So was nenne ich Vollbeschäftigung. Und immerhin machte keiner der Guys danach einen unbefriedigten Eindruck, ich ging mit dem Stolz nach Hause, gute Arbeit geleistet zu haben. Ein guter Auftakt und für mich der eigentliche Einstieg ins Pornogeschäft, ich wurde gleich an „Bob“ weiter gereicht, nur war das kein Typ, das waren die Schwarzen von „Blacks On Blondes“, die es sowas von überhaupt nicht störte, dass ich keine Blondine war. (Das entsprechende Abenteuer habt Ihr ohnehin schon HIER gelesen).

Ich war sofort groß im Geschäft, so sah es auch das AVN Magazin, welches mich für die Kolumne „FOTB“ interviewte. Und endlich, endlich erklärte mir nun einer, was ich war, wenn ich FOTB war.

Ich war Fresh Off The Bus.

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4 Kommentare »

  • Mike sagt:

    Hallo, habe mir mal einen Film von dir angeschaut >>> http://www.porno-star-dvd.com/product_info.php?info=p3064_Eingelocht.html neben deiner Rolle spielt auch die Vivian Schmitt mit, also ich muß schon sagen du bist der Hammer mein Respekt.
    Nachdem ich nun deinen text hier gelesen habe, würde ich sagen das ist ja mindestens genauso anstrengend wie im Kohle Kraftwerk !!! Ne, aber anstrengend ist es garantiert aber Spaß macht es ja auch.
    Jetzt habe ich gelesen ( ebenfalls ) auf dieser Seite das du keine Filme mehr drehst, hast du die Schnauze voll von den vielen Männer ?

  • AnjinSan sagt:

    Da kann ich nur Respekt zollen.
    Hut ab vor ihrer Leistung, grad ob ihrer Beschreibung klingt das ganze nicht wirklich nach Bespassung für alle Akteure. jedenfalls nicht immer.
    *verneig*

    • Richtig: Nicht immer. Wäre auch verwunderlich, wenn ich die Einzige wäre, der Arbeit immer Vergnügen bereitet. Im Nachhinein kann man ohnedies alles belächeln und ich freue mich genauso über schlechte Erfahrungen, denn gerade die stärken einen.

  • truetigger sagt:

    Bist ja gut gelaunt – die Links, mit denen Du Deinen lässigen, gar nicht so “frisch von der Alm” (so würd man es wohl hierzulande nennen. was auch wieder gut thematisch zu Josephine passen würd, aber ich schweif ab) wirkenden Bericht garnierst, sind das i-Tüpfelchen. Grossartig!

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