Jetztzeit

Reality-Check: die Gegenwart in Wort und Bild

Netzzeit

Geschichten aus dem Leben mit dem Netz

Sexklinik

Alle Zeit bereit: Quality Time zum Thema Nummer Eins

Auszeit

Kultur & Freiheit: Doping zur Bewältigung des Alltags

Denkzeit

Die Welt ist kompliziert. Reden wir darüber

Sie sind hier: Home » Auszeit » Premier League Spezial. Wenger Knows My Arse 07. Wolves 1-4 Arsenal. Not A Whole Lotta Maierhofer.
Share

Premier League Spezial. Wenger Knows My Arse 07. Wolves 1-4 Arsenal. Not A Whole Lotta Maierhofer.

Von | 07.11.2009, 22:08 | Kein Kommentar

Arsene Wenger machte sich keine Illusionen. „Wir sollten bereits Tabellenführer sein“, meinte er vor dem Kick-off gegen die Wölfe aus  Wolverhampton. „Da waren die verschenkten Punkte gegen Westham.“ Ist richtig. „Und wie wir gegen ManU verlieren konnten, verstehe ich bis heute nicht.“ Versteht niemand. Die Gunners sind in der Form des Herbstes, Cesc Fabregas gar […]

Foto: Feedsee

Foto: Feedsee

Arsene Wenger machte sich keine Illusionen. „Wir sollten bereits Tabellenführer sein“, meinte er vor dem Kick-off gegen die Wölfe aus  Wolverhampton. „Da waren die verschenkten Punkte gegen Westham.“ Ist richtig. „Und wie wir gegen ManU verlieren konnten, verstehe ich bis heute nicht.“ Versteht niemand.

Die Gunners sind in der Form des Herbstes, Cesc Fabregas gar in der Form seines Lebens. Vergangenen Mittwoch wurden die Holländer aus Alkmaar schwindlig gespielt und gevierteilt aus dem Emirates Stadion verabschiedet, der Zwanzigmeter-Fersler, mit dem Eduardo das Vier zu Null vorbereitete (sehen Sie sich das an, pure Poesie!), rührte die Seelen der Fußballfans noch Tage. Entsprechend der Pre-Match-Respekt von Wolves-Manager Mick McCarthy vor seinem Gegenüber. „So schnell war ein Spiel noch nie ausverkauft“, meinte er und bekräftigte seine Vorfreude, nun endlich gegen Gunners 09 die Klingen zu kreuzen.

Die Gesprächspunkte vor dem Spiel: Wolverhamptons berühmtester Sohn – und Klubvizepräsident – Robert Plant nahm auf der Ehrentribüne Platz (ja, das ist DIESER Robert Plant, nämlich der Sänger), Stürmer Stefan Maierhofer auf der Ersatzbank. Bei den Gunners ist Gael Clichy verletzt, für ihn verteidigte der 19jährige Kieran Gibbs die linke Flanke, ein Supertalent, was sonst. Im Mittelfeld stand überraschend an Stelle von Song mit dem ebenfalls 19jährigen Aaron Ramsey der Spielmacher der walisischen Nationalmannschaft, auch auf Rechtsaußen setzte Wenger mit Eduardo statt Emmanuel Eboué auf radikale Offensive. Von der Aufstellung her konnte man nicht darauf schließen, dass Wenger mit sonderlich heftiger Gegenwehr der Wölfe rechnete. Der Clou kam in Form der Wolves-Aufstellung: McCarthy hatte beschlossen, mit 4-4-2 gegen Arsenal anzustemmen, das hieß, den Londonern das Mittelfeld gar nicht erst streitig zu machen, sondern das Heil über hohe Bälle in den gegnerischen Strafraum zu suchen, wobei die Strategen häufig vergessen, dass es beim 4-3-3-inspirierten Pressing der Gunners-Forwards für einen Verteidiger mitunter gar nicht so einfach ist, einen weiten Abschlag zu Wege zu bringen.

Cesc by Wonker

Cesc by Wonker

Wolverhampton Wanders 1-4 Arsenal. Das Spiel als sportlicher Wettbewerb dauerte circa fünfzehn Minuten, zwei halbe Chancen der Wölfe verloren sich in Londoner Verteidigerbeinen, als sich Abspielfehler ins Spiel der Gastgeber zu mischen begannen, war es auch schon um sie geschehen. Bei zwei abgelenkten Schüssen der Gunners zu den ersten beiden Toren war auch noch etwas Pech im Spiel, das Null zu Drei durch Fabregas noch vor der Pause war pure Fußballpoesie, wie sie dieser Tage nur Wengers Boys auf den Rasen legen. Außenverteidiger Bacary Sagna spielte einen Freistoß am eigenen Sechzehner kurz zu Kapitän Cesc Fabregas ab und setzte zu einem mächtigen Sprint übers halbe Feld an. Cesc trabte indes gemütlich Richtung Mittellinie und servierte Sagna den Ball rechts vor dem gegnerischen Sechzehner, um nun seinerseits nach vor zu preschen. Inzwischen holte sich Sagna das Leder bei Fuß, erspähte den von zwei Verteidigern nur halbherzig bedrängten Robin van Persie am Elfmeterpunkt und servierte ihm einen halbhohen Pass. Van Persie sah nun seinerseits seinen Kollegen Cesc in den Strafraum sprinten, verzichtete daher auf technische Kapriolen, sondern ließ vielmehr den Ball dämpfend in die Laufrichtung von Cesc prallen, und der Spanier besorgte den Rest. Kann Fußball Kunst sein? Er kann.

Nach der Pause herrschte Exhibitionsfußball jener Art, wie es die Harlem Globetrotters im Basketball zelebrieren, Andrey Arshavin komplettierte den mittler Weile traditionellen Viererpack der Young Guns, Craddock verschönte nach einem Corner zum (schmeichelhaften) Eins zu Vier Endstand, Maierhofer kam nicht zum Zug, hat aber die Partie zweifellos genossen. Arsenal ist nun auf Platz Zwei der Tabelle, in elf Spielen haben Cesc & Co bereits 36mal das gegnerische Gehäuse gefunden. ManU könnte die Londoner mit einem Punktegewinn bei Chelsea von diesem Platz wieder verdrängen, was angesichts der gegenwärtigen Traumform des Chelsea-Minotaurus Didier Drogba eher unwahrscheinlich ist.

Foto: commons.wikimedia

Foto: commons.wikimedia

Die Highlights der Runde. Inzwischen, in Manchester, verlor ManCity nach dem fünften Remis in Folge (3:3 gegen Aufsteiger Burnley) weiterhin wertvollen Liga-Boden. Auf die viertplatzierten Spurs aus Tottenham (2-0 gegen Sunderland) fehlen bereits zwei Punkte, auch Aston Villa hat sich nach einem Fünf zu Eins gegen Bolton vor die Manncs geschoben. Der Kampf um den Ligatitel, frohlocken Arsenal-Optimisten, scheint sich auf einen Zweikampf Chelsea gegen die Gunners zuzuspitzen, aber bitte, vielleicht zieht Sir Alex morgen noch den einen oder anderen Trumpf aus dem Ärmel. Anzunehmen ist es nicht. Ein paar schlechte Tage at the office – dann ist der Titel Gone, Gone, Gone, weiß auch Robert Plant.

P.S.: Und beinahe hätten es Sir Alex´Rothemden doch geschafft, nicht nur einen sondern alle drei Punkte an der Stamford Bridge zu erobern. Allein, Schuss-Schwäche von Darren Fletcher und Ryan Giggs war die Hauptursache, dass die feldüberlegene ManU-Truppe keinen zählbaren Erfolg verbuchten. Der (weiche) Siegestreffer Chelseas – bei denen Drogba und Frank Lampard einen schwarzen Tag hatten – fiel nach einem Freistoß, der via John Terry´s Kopf den Weg ins Gehäuse von Van der Saar fand.

Kommentare sind geschlossen.

ZiB21 sind: unsere Blogger