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#unibrennt: Audimax ist ein Prototyp für Österreich

Von | 06.11.2009, 21:37 | 5 Kommentare

Audimax ist weit mehr als ein Protest. Es ist das Cockpit des Gesellschafts-Dialogs in Österreich. Seit mehr als zwei Wochen ist das Audimax besetzt; Österreichs Studierende fordern mehr Priorität für Bildung: finanziell, personell, substanziell. Inzwischen wurde der zuständige Minister nach Brüssel befördert; die Bildungs-Proteste weiteten sich aus und andere EU-Unis sind besetzt. Österreichs Regierung versäumt weiterhin […]

Foto: Screenshot LivestreamAudimax ist weit mehr als ein Protest. Es ist das Cockpit des Gesellschafts-Dialogs in Österreich.

Seit mehr als zwei Wochen ist das Audimax besetzt; Österreichs Studierende fordern mehr Priorität für Bildung: finanziell, personell, substanziell. Inzwischen wurde der zuständige Minister nach Brüssel befördert; die Bildungs-Proteste weiteten sich aus und andere EU-Unis sind besetzt.

Österreichs Regierung versäumt weiterhin den Zug ins 21. Jahrhundert, indem sie diese Studierenden- und SchülerInnenbewegung ignoriert. Und indem sie den gesellschaftspolitischen Ruf dieser Bewegung kaltstellt. Die Koalition, die Top 50 Unternehmen, die „opinion leaders“ verpassen weiterhin eine Chance, von dieser Bewegung zu lernen. Normalerweise bezahlen diese Leute für Simulationsspiele und für Centers of Excellence; normalerweise lieben sie es, wenn sich Österreich international und europäisch top positioniert. Diesmal bleiben sie schlafend und scheu, und das ist ein Fehler.

Denn folgende Einschätzung ist klar: die Bewegung „Audimax“ ist hier und sie wird erstmal bleiben. Diese Bewegung ist einerseits ein selbstverwaltetes 24/7 Organisationswunder an diversen Unis, allen voran der BesetzerInnen des Audimax in Wien. Andererseits ist diese Bewegung längst die gesellschaftliche Rückkopplung auf ein unzureichend modernisiertes politisches System im geografischen Herzen der EU.

Diese Bewegung stellt eloquente, junge, internationale SprecherInnen auf ihre Bühnen in den Straßen und im Audimax. Sie versammelt sogenannte Bindestrich-ÖsterreicherInnen (zum Beispiel Österreich-Türkinnen), Erasmus-StudentInnen, gehörlose Studierende (angeblich etwa 20 in Österreich, versus 600 in Schweden).

Warum so optimistisch? Weil diese Bewegung drei zentrale Ingredienzen der Zukunft in sich vereint: Audimax, dieses sozio-politische Experiment im Saal, ist prozesshaft wie die Europäische Union, hochqualifiziert wie ein Center of Excellence und partizipativ wie „2.0“. Audimax ist Europa. Audimax ist ein Center of Excellence. Audimax ist 2.0.

Audimax, dieses über Nacht entstandene Cockpit des Gesellschafts-Dialogs in Österreich ist damit weit mehr als ein Protest. Die Bewegung für Bildung hat das Zeug, zum Prototypen für Österreich zu werden; nein, zum Prototypen für Österreich 2.0.

Zum Video meines Vortrags im Audimax am 6. 11. 2009»

Update am 17. 11. 2009:

Heute erschien von mir auch ein Gastkommentar zum Thema in der österreichischen Tageszeitung Die Presse: Joseph Schumpeter wäre ins besetzte Audimax gegangen. 7 Gründe, warum die Studentenprotesten positiv sind.

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