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Verena Ringler: „Audimax: Das Labor der Zukunft“ (Video)

Von | 06.11.2009, 15:55 | 3 Kommentare

Hier der Video-Stream des Vortrags aus dem Wiener Audimax in voller Länge. Verena Ringlers berufliche Themen sind Öffentlichkeit, Gesellschaft, die EU und ihre Erweiterung. Sie hat für das „Foreign Policy Magazine“ gearbeitet, für Think Tanks, und für ein politisches Team der Europäischen Union. Sie kommt aus einer Welt, die sie den „globalen Marktplatz der Ideen“ nennt – […]

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Hier der Video-Stream des Vortrags aus dem Wiener Audimax in voller Länge.

Verena Ringlers berufliche Themen sind Öffentlichkeit, Gesellschaft, die EU und ihre Erweiterung. Sie hat für das „Foreign Policy Magazine“ gearbeitet, für Think Tanks, und für ein politisches Team der Europäischen Union. Sie kommt aus einer Welt, die sie den „globalen Marktplatz der Ideen“ nennt – eine Welt, in der man Initiativen prinzipiell Chancen gibt.

Darum schätzt sie das Audimax. Als Prozess, so geduldig und hochqualitativ wie die EU, in dem die Ziele höflich statt hämisch verfolgt werden. Und als Prototyp für Österreich 2.0. Mehr dazu hier – im Video ihres Vortrags aus dem Wiener Audimax.

Und hier noch das Transkript des Vortrags:

Liebe Audi-Mags (mit Gustav-Siegfried statt dem x)

Wir sind hier im Labor der Zukunft und es geht in den nächsten Minuten darum, wie dieses Labor von weit draussen her aussieht. Und was dieses Labor über den November 2009 hinaus sein könnte.

Mein Name ist Verena Ringler. Ich komme aus Innsbruck, von der Uni Innsbruck. Ich komme aus Uppsala, vom Erasmus-Semester. Ich komme aus Bologna und Washington, D.C. – Vom postgraduate Studium an der Johns Hopkins University. Und ich komme – vor ein paar Wochen war das – aus Hamburg, von einer Summer School on Global Governance.

Und jetzt komme ich ins Audimax – und irgendwie gehört das alles zusammen.Denn eines habe ich in meinen Studien und von meinen Lehrerinnen und Lehrern im In- und im Ausland gelernt: Dass wir, wir alle, Verhandler für die Zukunft sind. Und dass wir diese Aufgabe nach unserem Wissen, unserer Leidenschaft, jedenfalls – bestmöglich – wahrnehmen sollen.

Ich habe mich über Ihre Einladung sehr gefreut. Weil ich am livestream den Eindruck bekommen habe, dass ihr, das Labor Audimax, das Lernen honoriert. Das leidenschaftliche Lernen. Weil Audimax das Zuhören und das Fragen honoriert. Und: das Streiten.

Weil Audimax, in diesen zwei Wochen, zur Advanced School on Higher Education, zum Forum on Austrian Governance geworden ist. Plötzlich fliessen Ideen und Initiative. Deshalb danke meinen Vorrednerinnen und Vorrednern, danke für die Einladung in dieses Plenum;

Was sind meine beruflichen Themen? Öffentlichkeit, Gesellschaft, die EU und ihre Erweiterung. Ich habe für Foreign Policy magazine gearbeitet, für Think Tanks, und für ein politisches Team der Europäische Union. Meine Arbeit spielt sich in also in Ministerbüros in Den Haag oder Ankara genauso ab wie in ungeheizten Volksschulen an den Rändern Europas. Mein Leben spielt sich nicht nur an einem, sondern an vielen Orten ab. Ich habe in meiner Arbeit gelernt, dass wir Verhandler für die Zukunft sind. Und das ist ein Job für jede und jeden von uns – Verhandler für die Zukunft.

Denn überall wo ich hingekommen bin, in Berlin, in Baku, in Beijing, ging es und geht es darum, wie Menschen auf dieses schnelle, transnationale, unübersichtliche 21. Jahrhundert reagieren; wie wir uns formieren und austauschen, um unsere Leben möglichst mit diesem 21. Jahrhundert zu befreunden. Es geht darum, welche Barrieren wir zu überwinden haben. Es geht darum, dass wir aussortieren: welche vielleicht altgewordenen Prinzipien, Gewohnheiten, Gesetze wir auf die Reise in 21. Jahrhundert mitnehmen und welche nicht. Und darum geht’s jetzt auch im Audimax.

Ich komme also aus Innsbruck. Aber zugleich aus einer Welt, die ich den „globalen Marktplatz der Ideen“ nenne. Und den habe ich als eine Welt erfahren, wo man Initiativen prinzipiell Chancen gibt. Dass Audimax überhaupt begonnen hat; dass ihr hier dieses Labor eröffnet habt, allein dafür würdet ihr in einer Aktion wie der BBC World Challenge, den sogenannten TED conferences, oder bei den Yale Global Fellows Applaus bekommen.

Audimax hat dieses gewisse Format des 21. Jahrhundert. Dieses Format, wo Menschen sich von der Wissenschaft überraschen, inspirieren, schockieren lassen wollen. Audimax hat internationales Format. Weil es prozesshaft, inhaltlich hochstehend, partizipativ ist. Audimax ist mehr als ein Protest; Audimax ist ein Prototyp für Österreich.

Warum?

Schauen wir uns Audimax einmal so an, wie es die Mehrheit der Menschen erlebt: von aussen. Nicht von hier drinnen. Schauen wir zuerst von einem Ort aufs Audimax, den viele von Euch mit Argwohn betrachten – und keine Frage, ich manchmal auch. Wir schauen von Brüssel aufs Audimax. Setzen wir uns in einen Verhandlungsraum im Justus Lipsius Gebäude, dem Gebäude des europäischen Rates; ins Cockpit Europas quasi. Schalten wir uns in den Audimax livestream.

Wir sehen – Euch. Wir sehen Audimax. Neonlicht, kein Tageslicht. Lange Tische, Mikrofone. Geschäftige Menschen tragen Ideen vom Raum A in den Raum B, wuselig wie im Ameisenstaat. Ihr kommt aus ganz verschiedenen Studien, viele haben noch nie vorher miteinander geredet, ihr zieht über Nacht, aus dem Nichts, eine komplexe Organisation hoch. Ihr trefft Euch in Arbeitsgruppen, verhandelt bis spät in die Nacht, ihr lasst alles durchs Plenum gehen. Ihr fragt. Ihr streitet. Ihr fragt nochmal. Ihr streitet nochmal. Ihr zweifelt. Ihr fragt noch einmal. Ihr stimmt ab. Ihr seid voll in Eurem Element, hier im Labor Audimax.

Aber ihr merkt auch bei den Passanten-Gesprächen auf der Ringstrasse, dass das docking, der Kontakt, mit den Menschen da draussen eine ganz grosse Herausforderung für Euch ist. Manche von Euch fragen nach diesen 2 Wochen, hej, wohin gehen wir? Und andere sagen, „Wir wissen nicht genau, wohin die Reise geht. Nur, dass sie nach vorne geht.“ Ihr seid dezentral, ihr seid ein Netz. Ihr wechselt täglich die Verantwortlichkeiten, damit nicht eine oder einer zu dominant wird. Denn Dominanz heisst oft Macht heisst oft Barriere für die Zukunft. Und ihr wollt das Gegenteil von Barriere sein; ihr wollt eine Schneise in die Zukunft fräsen.

Wir setzen den livestream aus und schauen uns um in diesem Justus Lipsius Gebäude, dem Cockpit Europas.

Wir sehen – Europa. Neonlicht, kein Tageslicht. Lange Tische, Mikrofone. Geschäftige Menschen tragen Ideen vom Raum A in den Raum B, wuselig wie im Ameisenstaat. Sie kommen aus ganz verschiedenen Ländern mit ihren Interessen, viele haben noch nie vorher miteinander geredet. Sie haben, in kürzerer Zeit als einem Menschenleben, das komplexeste Experiment des Souveränitäts-Poolings hochgezogen.

Sie treffen sich in Arbeitsgruppen, verhandeln bis spät in die Nacht, bereiten alles vor für die Ministerräte und die EU Gipfel. Bukarest fragt nach einer Fussnote in einem Dokument zum Weizenbau, Athen fragt will bei FYROM/Mazedonien eine Klammer statt des Schrägstrichs. Lissabon braucht für ein Fischereirecht einen Absatz oder zwei. Beamtinnen und Beamte, Botschafterinnen und Botschafter erhitzen sich, sie zweifeln, sie streiten, sie fragen nochmal.

Europa ist dezentral, ein Netz. Alle paar Monate oder Jahre wechseln die Verantwortlichkeiten, damit nicht eine oder einer zu dominant wird. Denn Dominanz heisst oft Macht heisst oft Barriere für die Zukunft. Manche in dieser EU fragen, hej, wohin gehen wir? Und andere sagen, „Wir wissen nicht, wohin die Reise geht. Nur, dass sie nach vorne geht.“

Von Brüssel aus gesehen also ist Audimax Europa. Denn: Ihr stellt Euch Prozessen. Ihr geht in kleinen Schritten auf visionäre Ziele zu. Aber: ihr habt auch die Herausforderung: Bürgerinnen und Bürgernähe.

Was ist Audimax noch? Wir nehmen einen Transatlantikflug nach Boston, zur Harvard Business School: dort werden die Führungskräfte von morgen in sogenannte Centers of Excellence aufgenommen. Sie sollen für Gesellschaft und Wirtschaft optimale Lösungen fürs 21. Jahrhundert anbieten. Sie werden sozusagen zu Chefverhandler mit der Zukunft auserkoren. Sie befassen sich mit Naturwissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und vor allem mit Führungsqualität – kurz, mit der Verhandlungsposition gegenüber des 21. Jahrhunderts, von der ich vorher gesprochen habe.

Und Audimax, könnte sich das Audimax zum Centre of Excellence qualifizieren? Ich denke, ja.

Ihr habt noch nie soviel über Hochschulpolitik in Europa gewusst wie heute; ihr tauscht Euch auf einem Niveau aus, das der Hofburg, dem Rathaus, dem Parlament den Wegweiser ins 21. Jahrhundert aufstellt. Ihr sprecht hier kurz und prägnant; ihr seid höflich statt hämisch. Ihr übersetzt in Gebärdensprache. Ihr wedelt quasi durch die Sprachen- und Ausdrucksvielfalt, die eine so bunte Gesellschaft wie unsere spricht. Ihr lasst Frauen und Männer zu Wort kommen.

Ehrlich gesagt, von der Harvard Business School am Charles River aus gesehen, qualifiziert sich Audimax als ein Centre of Excellence. Von dem – normalerweise – alle möglichen Führungskräfte lernen möchten.

Wir waren jetzt in Boston; lasst uns diesmal einfach kurz in den livestream gehen und über das Internet nachdenken. Der Prozess im Labor Audimax wird so ähnlich gestaltet wie Web 2.0 statt Web 1.0. Also: nicht wenige moderieren und viele konsumieren, sondern viele verhandeln, diskutieren, bringen was hinein, nehmen sich was heraus. Bei 2.0 geht es noch um was anderes: darum, dass wir das 21. Jahrhundert zu verstehen versuchen. Wir vermuten zum Beispiel: dass wir unsere Probleme – ob in Klagenfurt oder in Kopenhagen, nur dann lösen können, wenn wir alte Fronten aufbrechen.

Schubladen sind nicht nur alt; sie sind unbrauchbar geworden. Wir brauchen USB Docking Stations, nicht Schubladen, um uns mit Orten, mit Städten, mit Dörfern zu arrangieren. Den Rest bringen wir schon selbst ein, keine Angst. 2.0 eben.

Wir fassen zusammen: Was ist Audimax?

Audimax ist Europa, Audimax ist ein Center of Excellence, und Audimax ist 2.0

Nun zur Frage, was könnte Audimax sein?

Hier im Saal, auch in Linz, Graz, Innsbruck im Saal, überall da ist Audimax ein Labor der Zukunft. Im grossen aber – also von Brüssel, von Boston oder von Belgrad aus gesehen, ist Audimax ein Prototyp für Österreich.

Audimax als Prototyp für Österreich; nein, als Prototyp für Österreich 2.0.

Die Überraschung an Audimax ist ja die: da gibt es plötzlich Protestierende, und was sie tun, ist arbeiten. Ihr arbeitet in diesen Tagen und Nächten mehr als alle anderen in Österreich. Ihr stellt einen livestream auf, ihr ladet Sprecher ein, ihr seid schnell, ihr stellt Events auf und Märsche und Bühnen, Ihr arbeitet.

Und das ist eure Verhandlungsposition. Ihr seid ja für etwas, ihr bietet ja sogar Orientierungshilfen für die Entscheider. Ihr seid Hackler. Audimax IST Verhandlungsposition.

Was heisst das nun für nächste Woche und alle nächsten Wochen?

„Wird Audimax leise, leise, leerer werden und bis Weihnachten verschwunden sein?“, würden die Diplomaten und Vorstandsvorsitzenden an dieser Stelle die Strategieberater fragen. Und die würden die Brauen hochziehen, ihr Powerpoint rausziehen, und sagen: Erstens, Audimax ist hier und es wird erst mal bleiben.

„Warum denn das?“,  fragen die Diplomaten und Vorstandsvorsitzenden.

Drei Aspekte, sagen die Strategieberater:

„Es ist prozesshaft wie Europa.

Es ist hochqualitativ wie ein Center of Excellence.

Es ist partizipativ wie 2.0.

Lauter Ingredienzen der Zukunft.“

Aber, es gibt noch eine Sicherheit: Die Gruppe Nicht-Audimax, die da draussen, die anderen, sie sind auch hier und werden erstmal bleiben. Nicht-Audimax, das ist Regierung plus Kleinformat, sagen vielleicht manche hier. Ich sage, Nicht-Audimax, das sind viel mehr Leute. Nicht-Audimax, das sind Eltern. Nicht-Audimax, das ist der Security-Guard vor der Disco und die Verkäuferin im Fliessenmarkt an der Westautobahn. Nicht-Audimax, das sind diese innovativen Architektinnen und Architekten, die Techniker für Alternativ-Energie, die spritzigen Designer. Nicht-Audimax, Das sind auch die Forscher, die von Österreich längst ins Ausland gegangen sind – der brain drain.

Diplomaten und Vorstandsvorsitzende verlieren an dieser Stelle keine Zeit mehr. Sie krempeln sich die Ärmel hoch und beginnen ihn: den sogenannten Stakeholder-Managed Process.

Stakeholder sind Interessensgruppen. Manche wissen jetzt, am Freitag nachmittag, noch gar nicht, dass sie Interessensgruppen sind, andere vermuten es zwar, aber sträuben sich bei dem Gedanken. Die grösste Herausforderung für den Prototyp Audimax ist in den kommenden Wochen: die Kommunikation zwischen Audimax und Nicht-Audimax. Audimax dockt mit Nicht-Audimax.

Erstellen wir also eine Audimax Landkarte. Wer und wo ist Audimax, wer und wo ist Nicht-Audimax?

Audimax, also ihr & jene, die grade nicht da sind, sagen: Treten wir in Verbindung mit möglichen Interessensgruppen, möglichen Multiplikatoren, auch: mit möglichen Gegnern.

Erinnert Euch, ihr seid Verhandlungsposition; das Netz Audimax; die Hackler Audimax. Ihr seid: prozesshaft wie Europa, gut wie ein Centre of Excellence, ihr kooperiert über Grenzen hinweg wie 2.0 Und wenn also die ersten, an die ihr denkt, schlafen. Dann schaut Euch unter denen um, die wach sind.

Das sind viele. Da draussen im Ausland, da drinnen in Österreich. Mehr Priorität für Bildung, diese Forderung steht zur Debatte. Finanziell, personell, substanziell.

Wer macht hier mit? Und wer macht nicht mit? Ich vermute, die meisten machen mit. Zwischen Lustenau und Eisenstadt, in den Zügen und an den Stammtischen, habe ich bisher nur Menschen kennengelernt, die sagen, je besser die Bildung desto besser unsere Zukunft.

Aber wie stehen diese Menschen, zwischen Lustenau und Eisenstadt, jetzt und heute in Relation zu Audimax? Wo könnten sie in 3, 4, in fünf Monaten stehen?

Wir kartieren. Wir schauen uns Berufsgruppen an, Altersgruppen; lokale, regionale, nationale, internationale Organisationen. Wir schauen uns Terrestrische an einerseits, und Nomaden, also Leute, die von Österreich weggegangen sind, hergekommen sind, die halb- oder teilzeit Österreicher sind.

Wir nehmen unsere Audimax-Landkarte. Unser Ziel: Nicht-Audimax in den Orbit Audimax zu ziehen;

Wie macht ihr das? So, wie das die Weltpolitik macht. In der Weltpolitik geht es im Moment bei allen grossen Themen – der politischen Ökonomie, dem Klimawandel, der Unterentwicklung; – darum, dass Deine Bündnispartnerinnen und -partner oft überraschende sind. Staaten holen sich das business, das business holt sich Staaten, alle holen sich die NGOs ins Boot.

In der Weltpolitik geht es derzeit auch ganz oft um soft power, also Einfluss durch Anziehungskraft. Die EU Erweiterung etwa, die nennen viele als ein Beispiel von angewandter Soft Power. Audimax geht sozusagen in die Erweiterungsrunde, wie die EU. Und Audimax kann, was die EU kann: durch Überzeugungs- und Anziehungskraft neue Freunde, Alliierte, Aktive gewinnen.

Lernen von der Weltpolitik 21. Jahrhundert: Erstens, unübliche, starke Bündnispartner suchen. Zweitens, unerschütterliche Soft Power an den Tag legen.

Mit zwei grossen Gruppen könntet ihr, Audimax, ab sofort, gleichzeitig in Verbindung treten und Eure Verhandlung für die Zukunft starten: Erstens Wien und zweitens „Zuhause bei Euch“ – in Umhausen, Urfahr und Bruck.

Erstens, AG Wien, Auf Euer Liste sind die Opinion Leaders. Die Meinungsführer.

Opinion Leaders brauchen weniger eine Erklärung; sie brauchen eine Einladung. Die meisten von ihnen sind akademisch ausgebildet. Und sie lieben es, wenn Österreich sich international und europäisch top positioniert. Opinion Leaders interessieren sich für Strategie, für Management, für Organisationen. Sie bezahlen für Simulationsspiele und für Centres of Excellence. Opinion Leaders sind, davon gehen wir aus, sehr wach und sehr interessiert an einer guten Zukunft. Schliesslich möchten sie da ja auch noch mitmachen, in ein, zwei, drei Jahrzehnten.

Debattiert, überlegt das – und vielleicht lädt ihr die Vorstandsvorsitzenden von Österreichs Top 50 Unternehmen via veröffentlichter Briefe hierher aufs Podium ein. Aber auch: Österreichs Top Fussballtrainer, Top Kulturschaffende, Top Köche, Top ModeratorInnen, und so weiter.

Gehen wir nun zur zweiten Gruppe, der AG „Zuhause Bei Euch“ – Umhausen, Urfahr und Bruck.

Ihr fährt dort vielleicht noch heute hin. Ihr trefft Eure Familien, Freundinnen und Freunde. Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Musikkappellen und Jungbauern. Fussball und Greenpeace Gruppen. Arbeitslose und Fabriksarbeiter. Ihr trefft die Friseurin und Ihr trefft den Polizisten.

Ihr werdet erklären müssen. Audimax erklären, erklären, erklären.

Warum Audimax ein Prototyp ist, kein blosser Protest.

Warum Audimax ganz, ganz direkt verbunden ist mit dem Kindergarten und mit der Schule in Umhausen, Urfahr und Bruck.

Warum die Bewegung für Bildung, die Ära Audimax, Euch viel, viel mehr lehrt als die Vorlesungen: Prozesse wie im Cockpit der EU; Debatten wie in einem sonst teuren Centre of Excellence; Verhandlungen wie im Web 2.0.

Wenn das also klappt – Wien und zuhause – dann könnte Österreich in ein paar Monaten so aufwachen: die Opinion Leaders fragen beim Morgenkaffee zuerst nach dem Audimax, – dann nach dem ATX. Die Personalchefs tuscheln und sagen, wir suchen uns Audimax Alumni. Denn netzwerken, organisieren, führen, improvisieren – all das haben die im Herbst 2009 in Wien gelernt. Und: Eure Familien, Freunde, Gemeinderäte, die sagen, „Mensch dass die Tochter bei Audimax ist, des macht mi scho stolz. Und dass der Bua von de Nachbarn, da anzige, der dort studiert, bei dena tüchtigen audimaxn mitmacht, des is guat“

Tja, und was macht Audimax inzwischen? Hier, konkret, im Saal?

Audimax könnte einen ganz, ganz grossen Bildungs-Konvent 2010 vorbereiten, hier im Saal, mit vielen vielen Menschen, vielleicht einen Monat oder drei Wochen vor dem Bologna-Gipfel im Frühjahr 2010.

Weiters, Audimax könnte die Menschen, die sich für Österreich interessieren, einladen, ihren persönlichen Vorschlag für Bildung auf die Website zu schreiben. Ihr nennt das, die Audimax Poll. Maximal fünf Zeilen, „Mein Vorschlag für eine bessere Bildung.“

Ihr fragt die Auslandsösterreicherinnen und Österreicher, ihr fragt die Inlandsösterreicherinnen und Österreicher, ihr fragt die Halb, die dreiviertel, die Freunde von Österreichern. Ihr fragt die Bindestrich und die Retro Österreicherinnen und Österreicher. Um fünf Zeilen.

Und ihr überreicht ein Buch der Rekorde, Ihr überreicht in der Hofburg eine Orientierungshilfe fürs 21. Jahrhundert. Mambo war der Anfang; das Buch „Österreich 2.0“ wird der nächste Rekord sein.

Audimax bleibt während all dieser Zeit ein Rede- und Hörsaal der Ideen; jeden Tag Vorträge, Aktionen, Abstimmungen. In einem Prozess wie der Europäischen Integration, mit einem Qualitätssiegel wie im Center of Excellence, und: dank einer Vielheit von Meinungen wie bei 2.0

Audimax nicht als Protest, sondern als Prototyp für Österreich 2.0

Und nehmt Euch den Satz mit, der in einem Büro in Pristina, Kosovo aufgehängt war. Von Jim Goodwin: The impossible is often the untried – das Unmögliche ist oft das Unversuchte. Danke.

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