Premier League. Wenger Knows My Arse 04. Arsenal 3-1 Birmingham. Maierhofer sieht rot
Er ist ein Wenger Boy. Und der Name ist Fabregas. Cesc Fabregas. Arsenal 3-1 Birmingham. Maierhofer sieht rot …
Klubmanager hassen internationale Wochen. Zwei Wochen Pause vom täglichen Ligabrot können Teams spektakulär außer Tritt bringen. Mannschaftsstützen können vom Einsatz für ihr Land verletzt zurück kehren – diesmal Gael Clichy (Arsenal), Wayne Rooney (ManU), Michael Ballack (Chelsea), Steven Gerrard und Fernando Torres (beide Liverpool) unter anderen. Oder sie versäumen den Rückflug, wie Liverpools Argentinier Javier Mascherano.
Dennoch war die Stimmung im Arsenal-Camp vor dem gestrigen Match gegen Birmingham extrem relaxed. Manager Arsene Wenger hatte im Pre-Matchinterview Zeit, sich Gedanken über allzu ManU-freundliche Schiedsrichter zu machen, Kapitän Cesc Fabregas machte mit seinem neuen Werbespot für Nike mögliche Ambitionen als „Baddie“ für den neuen Bond-Film geltend. Der Umstand, dass man in den vergangenen vier Heimspielen jeweils zumindest vier Tore in den gegnerischen Kasten setzte, machte auch nur den Gegner nervös – und der hieß Birmingham. Ein traditioneller Pendler zwischen höchster und zweithöchster Liga.
Aber immerhin, vor zwei Jahren entpuppte sich ausgerechnet dieser Jausengegner als finaler Stolperstein für die Meisterambitionen der Londoner. Ein waffenscheinpflichtiges Foul von Birminghams Martin Taylor hatte den in Traumform befindlichen Eduardo nach doppeltem Beinbruch für neun Monate abserviert. Außenverteidiger Gael Clichy sorgte mit einem Elferfoul in letzter Minute dafür, dass die Gunners neben dem brasilianischen Kroaten auch noch zwei Punkte verlor. Man nennt das „adding insult tu injury“. Weder Eduardo noch Clichy mussten diesmal ins Trikot schlüpfen.
Arsenal 3-1 Birmingham. Wie in den vergangenen Runden üblich, featurete das 4-3-3 der Gunners zwei offensive Mittelfeldspieler (Fabregas, Diaby), der wiedergenesene Theo Walcott ersetzte Niklas Bendtner am rechten Flügel, für Fans ist das wie zwei fette Fliegen auf einen Schlag. Interessantestes Gesicht in der Birmingham-Ecke war jenes des neuen Klub-Präsidenten Carson Yeung, der die zurückgetretenen Führungs-Davids Gold & Sullivan abgelöst hatte – das sich nun wieder ganz ihrem Porno-Imperium widmen kann. Nach Bilderbuchtoren von Robin van Persie (sein fünftes in fünf Spielen) und Abou Diaby schaltete man – in Hinblick auf das dienstägliche Champions League-Spiel in Alkmaar – bereits nach zwanzig Minuten zwei Gänge zurück: Weil erstens der Teufel nicht schläft (Walcott schied nach Mordversuch von Sebastian Larsson bereits nach 30 Minuten erneut verletzt aus) und zweitens Abou Diaby nicht nur geniale Spielzüge sondern auch verblüffende Patzer auf den Rasen legen kann, schafften die blauen Gäste noch vor der Pause durch Lee Bowyer (der vor 12 Jahren ein passabler Kicker war) den Anschlusstreffer. Wenn auch nicht mehr. Der für Walcott eingewechselte Andrey Arshavin sorgte nach Zuspiel von Fabregas in der 84. Minute für den Endstand.
Die Höhepunkte der Runde. Langsam, aber sicher entwickelt sich Sunderlands neuer Manager Steve Bruce zum großen Favoritenschreck. Nach dem – noch dazu unglücklichen – Auswärts-Remis bei ManU vor wenigen Wochen wurden gestern die Reds aus Liverpool in die Knie gezwungen, die nach der bereits vierten Niederlage im neunten Spiel auf den achten Tabellenrang zurück fielen und erneut demonstrierten, dass sie ohne Torres und Gerrard eine lahme Truppe sind. Kurios der Siegestreffer von Sunderland. Nach einem (schwachen) Schuss von Mittelstürmer Darren Bent prallte der Ball auf einen (typischer Weise von einem Liverpool-Fan ins Spielfeld geworfenen) Ballon – worauf Loserpool-Goalie Pepe Reina dem Ballon nachschaute, während der offizielle Matchball ins Tor kullerte.
Chelsea verlor nach einer überraschenden Niederlage bei „Rapid-Opfer“ Aston Villa (2-1) die Tabellenführung zu Gunsten von ManU (mühevolles 2-1 gegen Bolton), und man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass der „Milan-Diamond“, mit dem Manager Carlo Ancelotti nach London übersiedelte (mit Michael Essien als „Wasserträger“ für den überschätzten „Fat“ Frank Lampard), die Abwehr der Blues verwundbar macht. Die Truppe ist nicht mehr so robust wie noch vor wenigen Monaten unter Guus Hiddink.
Inzwischen, bei Everton, ließ Aufsteiger Wolverhampton Wanderers mit einem Eins zu Eins aufhorchen. Neo-Wolf Stefan Maierhofer kam, wie gewohnt, in der letzten Viertelstunde zum Einsatz, das reichte dennoch für zwei ruchlose Fouls und gelb-rot.
Alles in allem eine erfreuliche Runde für die Boys von Monsieur Wenger, der abends bei „Match of the Day“ (BBC) zufrieden analysierte: „Heuer wird es in der Liga enger zugehen als man erwarten durfte.“ Die Young Guns haben sich nun auf Rang vier vorgearbeitet. Vier Punkte hinter Leader ManU, bei einem Spiel weniger.


