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Premier League Spezial. Wenger Knows My Arse 03. Arsenal 6-2 Blackburn

Von | 04.10.2009, 20:30 | 3 Kommentare

Arsenal in Traumform für Arsene Wengers großen Tag. Werfen Sie doch bitte einen Blick auf die Grafik nebenan. So spielt Arsenal in dieser Saison, nämlich 4-3-3, und vergangene Woche wurden HIER ein paar Bewegungsfeinheiten diskutiert, und im wesentlichen ist zu sagen, dass der Wechsel vom 4-2-3-1 des vergangenen Jahres (mit dem Rapid Wien heuer den […]

Arsenal´s 4-3-3, Grafik: Arsenal Column

Arsenal´s 4-3-3, Grafik: Arsenal Column

Arsenal in Traumform für Arsene Wengers großen Tag.

Werfen Sie doch bitte einen Blick auf die Grafik nebenan. So spielt Arsenal in dieser Saison, nämlich 4-3-3, und vergangene Woche wurden HIER ein paar Bewegungsfeinheiten diskutiert, und im wesentlichen ist zu sagen, dass der Wechsel vom 4-2-3-1 des vergangenen Jahres (mit dem Rapid Wien heuer den Rasen beglückt) richtig ist. 4-2-3-1 ist Schema (José) Mourinho, es ist perfekt, um aus insgesamt nicht überbegnadeten Spielern das Maximum heraus zu holen, und mit dem Sieg des FC Porto (unter Mourinho) in der Champions League (2004), trat auch das System dazu seinen Siegeszug über Europas Spielfelder an. Sind allerdings im Sturm sehenswerte Ballkünstler am Werk, fühlen sich die Flügel in ihrer Bewegungsfreiheit ein wenig zu sehr gestutzt. Den Spaß haben dann meist nur der Spielmacher (der mittlere des Dreierpacks) und der Mittelstürmer (der im Idealfall Didier Drogba oder ManU Adebayor heißt).

Weil bei 4-3-3 Marke Arsene Wenger das Mittelfeld zu einem engen Dreieck zusammen rückt und die Außendecker im Angriffsfall auch die Rolle der Flügelflitzer übernehmen, wird den drei Sturmspitzen dadurch jene Bewegungsfreiheit eingeräumt, die ihrer Trickfreiheit und Kreativität maximal entgegen kommt. Merke: Du brauchst drei Stürmer erster Marke, damit das System optimale Wirkung erzielt.

Die Schwächen des Arsenal-Vierdreidreis liegen denn auch in personellen Details. Adebayor wäre der perfekte Mittelstürmer, nur wurde er im Sommer verkauft. Niklas Bendtner wäre kopfballstark genug für diese Rolle, allerdings reicht der Rest seiner Künste zwar für Dänemark, bei Arsenal hält er dieser Tage den rechten Flügel warm für Theo Walcott – der endlich ausreichend genesen ist, um auf der Ersatzbank Platz zu nehmen, im übrigen neben Bendtner, dessen Platz heute Geburtstagskind Tomas Rosicky besetzt. Und das klingt vielversprechend. Alles ist besser als Bendtner im Team. Und an Stelle des nicht ganz fiten Denilson (der normaler Weise Gael Clichy den Rücken deckt) ist weiterhin Abou Diaby im Einsatz (der manchmal vergisst, Clichy den Rücken zu decken). Das verspricht eine offensivstarke Arsenal-Elf mit guten Konterchancen für Gegner Blackburn, zumal weiterhin der junge Mannone stellvertretend für den verletzten Almunia das Gehäuse hütet.

Wenger: 4752 Arbeitstage. Foto: dyobmit

Wenger: 4752 Arbeitstage. Foto: dyobmit

Mann des Tages. Es passiert nicht oft, aber manchmal steht der Mann des Tages schon vor dem Spiel fest. Heute ist so ein Tag. Heute beginnt Arsene Wenger sein vierzehntes Jahr als Manager von The Arse. Es ist sein 4752. Tag im Amt, der Franzose damit frisch gebackener Rekordmanager bei den Londonern. Die bisherige Rekordmarke hielt mit 4748 Tagen der große Herbert Chapman, dessen langer Marsch durch plötzlichen Tod im Jahr 1934 endete.

Im „Build-up“ zum Match stand denn auch Wengers lange Gunner-Karriere im Mittelpunkt des medialen Interesses, zumal ja Blackburn eben Blackburn ist, ein Hoher-Ball-nach-vorne-Ensemble, bei dem der Gegner die extradicken Schienbeinschoner auspackt. Wenger blickte denn auch tief in die Neunziger Jahre zurück, als ausländische Manager in England noch so rar waren wie die Vorurteile gegen sie solide: „Heute kriegt jeder fremde Manager einen roten Teppich“, hatte er dem Reporter von Sky erzählt. „Das war anders, als ich begann. Damals herrschte der Glaube, dass ausländische Manager auf der Insel nicht erfolgreich sein können. Heute meint man, dass nur ausländische Manager erfolgreich sein können. Beide Ansichten sind falsch.“

Es war klar, dass die Wenger Boys heute alles unternehmen würden, um die Laune ihres Bosses nicht nach unten zu drücken, die Vorzeichen standen günstig, als Wenger vor 13 Jahren seine Inselkarriere eröffnete, hieß der Gegner auch Blackburn und wurde Zwei zu Null besiegt. Das Spiel begann denn auch mit einem netten Fersler von Kapitän Cesc Fabregas, es eröffnete mit einem schnellen Tor Blackburns nach Befreiungshuf von Tormann Paul Robinson und simpler Verlängerung per Kopf durch N´Zonzi. Nach Ausgleich durch Vermaelens bereits fünften Saisontreffer, abermaliger Führung Blackburns sowie zwei von Fabregas exzellent vorbereiteten Treffern durch Robin van Persie und Andrey Arshavin ließ das Match schon vor der Pause auch die Herzen neutraler Fußballfans jubeln, nach der Pause jubelten nur noch die Londoner. Endstand Sechs zu Zwei für die Gunners, bei denen als Bonus auch noch Jungstar Theo Walcott Saisonpremiere feierte und mit einem Tor veredelte, ein Tor, dessen Aufbau an das Eins zu Null von Brasilien gegen England (1970) erinnerte, mit Fabregas in der Rolle von Pele. Eine würdige Gala für Wenger, der denn auch nach Spielende um ein paar Zentimeter gewachsen schien.

Nicolas Anelka: Killertor gegen Liverpool. Foto:jameydad

Nicolas Anelka: Killertor gegen Liverpool. Foto:jameydad

Die Höhepunkte der Runde. Inzwischen, in Westlondon, servierte Chelsea die Co-Favoriten aus Liverpool mit Zwei zu Null ab und ist damit wieder Tabellenführer, zwei Punkte vor den Roten aus Manchester, die gestern gegen Sunderland mit dem üblichen Tor in letzter Minute gerade noch Zwei zu Zwei remisieren konnten. Arsenal kletterte vor Liverpool  auf den vierten Tabellenrang, in Lauerstellung ManCity, das nach einem Sieg im morgigen Spiel gegen Aston Villa auf den dritten Platz vorstoßen könnte, direkt am Genick der roten Lokalrivalen. Und last but not least erscheint es geradezu wie ein Wahnsinn mit System, dass Paul Scharner´s Wigan nach der vorwöchigen Traumpartie gegen Chelsea nun ausgerechnet gegen den „programmierten“ Fixabsteiger Hull eine Schlappe erlitt (1-2) und wieder in der unteren Tabellenhälfte grundelt.

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