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Frater GladiusGladius 14. Der überflüssige Samenspender

Von Frater Gladius | 12.07.2009, 13:32 | 3 KommentareShare/Save

Ist das Befruchtung oder freust du dich nur, mich zu sehen?Es kam die Kunde, dass die Wissenschaft nun erstmals menschliches Sperma in der Vitrine erzeugt hat, ganz ohne Spende des Mannes. Professor Karim Nayernia von der Uni Newcastle (GB) präsentierte die Findung von „vollreifem, funktionierendem“ Sperma, das er „In Vitro Derived“ (IVD) Sperma taufte.
Es gibt Meldungen, die hinterlassen die zölibatäre Zunft gern mit dem Gefühl des Verarschtwerdens und diese Nachricht ist so eine. Wer braucht sowas, dachte ich und blickte zunächst auf mein chronisch unterfordertes Skrotum, dann aus dem Fenster, hinaus zum Planeten Erde, der bekanntlich dramatisch übervölkert ist und da klingt die Lösung „noch mehr Sperma“ doch ein wenig töricht, aber gut, nach Finden einer Lösung sind in der Regel auch die richtigen Probleme schnell entdeckt.
IVD-Sperma, meinte Nayernia, wird bei der Behandlung von männlicher Unfruchtbarkeit helfen und lesbische Paare könnten bald Kinder kriegen, ohne dass der Schatten eines männlichen biologischen Vaters über der Sache hängt. Immerhin.
Mehr Euphorie löste die Kunde unter Frauen aus, die australische Frauenrechtlerin Germaine Greer („Der Weibliche Eunuch“) begrüßte die Ankunft des Kunstspermas wie ein Geschenk des Himmels. „Endlich können wir auf Sex verzichten und den Gatten aus dem Schlafzimmer werfen“, meinte sie. Nicht dass der überflüssige Samenspender nun vollkommen nutzlos sei, wer entsorgt sonst die Mistkübel. Herrgottnochmal, dachte ich, diese Frau hat mit dem Manne ein Huhn zu rupfen.
Ich muss zugeben, dass die Probleme des Beziehungslebens von Frau und Mann nicht die stärkste Seite eines Fraters sind. Wer den Weg eines katholischen Geistlichen einschlägt, ist auf Enthaltsamkeit eingeschworen, er hat also dem anderen Geschlecht vorbeugend und lebenslang den Laufpass gegeben und für einen wie mich  ist dies das größte vorstellbare Opfer, das du bringen kannst. Frau Greer dagegen scheint in ebendiesen sauren Apfel mit Freuden zu beißen, so als wäre die Ermächtigung des Weibes aufs innigste mit der Überflüssigkeit des Mannes verknüpft. Verwirrend.

Im Sinne des Schöpfers sind derlei Entwicklungen eindeutig nicht, weder der künstliche Samen noch die männerfreie Fantasie der Frau, das machen schon die ersten Seiten der Genesis klar transparent. Letztlich ist die erste Frau ja aus einer Rippe des Mannes entstanden und wie kann sie sich also erdreisten, jetzt einfach vor ihn hin zu treten und zu sagen „die Rippe dankend retour und nun verpiss dich“. Andrerseits ist unschwer zu erkennen, dass die alttestamentarischen Denker das andere Geschlecht von Anfang an nur mit schiefem Blick zu betrachten verstanden. „Die Sünde begann mit der Frau und wegen ihr sind wir alle zum Tode verdammt“, steht dort geschrieben (Ecclesiastes 25:18 ff) und der Schreiber jener Zeilen war sicher recht grantig drauf.
Tatsächlich haben die Regisseure der alttestamentarischen Welt diesen Grant nie wirklich abgelegt und so entstand ein Beziehungsspiel, bei dem die Frau immer nur die miesen Karten hatte. Sie hatte außerhalb ihrer Gemächer keine Autorität, sie war zuerst ihrem Vater untertan, dann ihrem Gatten, sie wurde zeitlebens als minderwertig erachtet. Kurz, sie fristete ihr Leben in Abhängigkeit von einem Mann, der geistig wie der Taliban drauf war und da kann man wohl verstehen, dass sie es irgendwann satt hatte, und da muss man auch akzeptieren, dass diese Alte Schrift beim Thema Beziehungsleben zur verrosteten Karre degeneriert.

Zum Glück steht es in der modernen Welt jedem Menschenwesen frei, sich für ein individuelles Lebensmodell nach Gutdünken zu entscheiden. Aber es hilft, wenn sich dieses persönliche Modell auch ein wenig daran orientiert, wie die Welt funktioniert. Man kann nicht ausschließen, dass eine Frau mit einer Vitrine voll Kunstsamen in der Handtasche bis ans Ende ihrer Tage männerlos glücklich lebt, nur fährt mir bei so einer Fantasie kein Achtel in die Kutte (verzeihen Sie den Ausdruck). Diese Fantasie kommt ein wenig daher wie eine Welt mit Südpol, wenn auch ohne Nordpol und wie soll sowas funktionieren, ohne dass die planetarische Harmonie des Universums vollkommen aus den Fugen gerät?
In diesem Zusammenhang fällt mir auch ein altes Konzept wieder ein, das ebenso viele Jahre wie die Heilige Schrift am Rücken hat, den Fortschritt der Zivilisationen aber überdauerte, ohne deswegen verstaubt zu wirken – die Philosophie von Yin Yang. Dort sind Yin (das weibliche Prinzip) und Yang (das männliche Prinzip) zwei ebenbürtige Gegensätze, die einander zu einer größeren Gesamtheit ergänzen, in der simplen Addition also sowas wie die Rechnung eins plus eins ist drei ergeben. Yin und Yang ist wie Sommer und Winter, wie Tag und Nacht, wie Frau und Mann. Sie sind das Gegenteil ihres Gegenübers, können aber miteinander allerhand erzeugen, zum Beispiel Frühling und Herbst, einen Sonnenuntergang, ein Baby. Und der Punkt ist, wenn das eine verschwindet, wird auch das andere bald verenden und alle Zwischenformen gehen den Bach runter. Ein uraltes Konzept, wie gesagt, aber nenn mir ein besseres! Und mit dem frommen Wunsch an die Wissenschaft, sich doch wieder mal was Vernünftiges einfallen zu lassen, sowie einem sehnsüchtigen, wenn auch entsagenden Blick auf die selbstbewusste Frau von heute verbleibe ich in aller männlichen Einsamkeit ohne den göttlichen Segen des Einsamens, Euer Frater.

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3 Kommentare »

  • erik sagt:

    Wenn Sie IhrenTraumprinzen noch nicht gefunden haben und Ihre biologische Uhr tickt, gibt es Alternativen,
    um einen Partner kennenzulernen.
    Co-Eltern.net besteht aus mehreren tausend Mitgliedern,
    die Co-Elternteil werden möchten oder sich für eine Spermaspende interessieren.
    Als erste Website seiner Art ist Co-Eltern.net heute, zwei Jahre nach seiner Gründung, die Nummer 1: mehr als 7000 Mitglieder mit den unterschiedlichsten Profilen, hetero- und homosexuelle Paare, weibliche und männliche Singles jeglicher Orientierung…

  • karotterl sagt:

    lol
    frater lieber frater!!!!
    ich verbrüdere mich im geist ganz einfach mit brüderchen und schwert!
    das wort, das schwert natürlich!!
    ts aber auch;)

    die sanft trauer oder sehnsucht oder was auch immer diesen text, der inhaltlich wohl seinesgleichen sucht, durchströmt, verjag ich aber fluchs mit meinem grünen schopf und kitzl dich brüderchen!!!
    zum lachen ist was zum lachen ist!!!
    soll uns der ernst der welt nicht als fritz oder franz oder susie daher kommen!
    its a game! und die tollheiten als tollheiten zurückgelehnt zu genießen, naja, ok it’s also a bitch, aber lassen Sie uns lachend und schenkelklopfend die spermien beklatschen. unsinnigeres wurde zwar wenig aber doch als neuerung in die welt gesetzt-bedenken wir nur die akustische verunreinigung in form von klingeltönen (kotz) die als denkwürdig, ohne-es-nicht-auskommen-könnende weltneuheit….aber egal!! auch darüber lach ich, halt meinen grrrrgrrrr-ton strahlend in die welt und amüsier mich über die neuen spermien, im wissen, dass es nix besseres gibt als gießkannen:D

    Ihr Karotterl

  • Emma sagt:

    Schönes Wort zum Sonntag, solche Worte würde man sich sonntags in der Kirche wünschen mfg

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