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Subvention für Fortgeschrittene? Oder: Wir kaufen uns einen Gourmetführer

Von | 03.07.2009, 15:30 | Kein Kommentar

Als Österreicher ist man Absurditäten im politischen Alltag ja reichlich gewohnt. Aber ein Artikel im Wein-Blog CaptainCork macht einen dann doch stutziger als gewohnt. Dort steht: „Österreichs Regierung plant Fresstester zu subventionieren.“ Der Hintergrund dieser Meldung: Der Chef des Gourmetführers „Guide Michelin“ hat vor einigen Tagen erklärt, dass sich sein Verlag nach vier Ausgaben aus […]

guide_michelinAls Österreicher ist man Absurditäten im politischen Alltag ja reichlich gewohnt. Aber ein Artikel im Wein-Blog CaptainCork macht einen dann doch stutziger als gewohnt. Dort steht: „Österreichs Regierung plant Fresstester zu subventionieren.“

Der Hintergrund dieser Meldung: Der Chef des Gourmetführers „Guide Michelin“ hat vor einigen Tagen erklärt, dass sich sein Verlag nach vier Ausgaben aus Österreich zurückziehen wird, weil sich die Verkäufe in Grenzen hielten. Gleichzeitig erschien in der Zeitschrift Rolling Pin ein Interview mit Naret, in dem er erklärte, den Rückzug eventuell noch zu überdenken. Als Grund dafür nennt er die Aktion „Pro Guide Michelin in Österreich, hinter der österreichische Spitzengastronomen stehen. Und auch das Interesse des österreichischen Wirtschaftsministers Reinhold Mittlerlehner am Fortbestehen des Guide.

CaptainCork dazu: „Laut Naret hat der Spitzenpolitiker angerufen und Mut gemacht eventuell ein paar hundert Bücher anzukaufen. Naret jedenfalls ist für einen neuen Guide im Jahre 2010 (gültig für das Jahr 2011) zuversichtlich.“

Was da dahinter stecken könnte? Vielleicht eine sehr verquere Umwegrentabilität auf Kosten des Steuerzahlers, die sich in Zeiten der Wirtschaftskrise schwer argumentieren lässt. Sicher bringt ein Gourmetführer wie der Guide Michelin auch Kundschaft, die sich ohne nicht blicken lässt. Aber gleichzeitig subventioniert ein groß angelegter Ankauf von Exemplaren auch einen französischen Verlag, der einem multinational agierenden Konzern gehört.

Laut CaptainCork blieb eine Anfrage zur Causa beim Bundesministerium bisher unbeantwortet. Wir haben daher gleich eine nachgeschickt – und von der Pressestelle folgende Antwort bekommen:

Es ist richtig, dass sich Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhold Mitterlehner in seiner Position als Präsident der Österreich Werbung für den Fortbestand der österreichischen Ausgabe des Guide Michelin eingesetzt hat. Die Gespräche sind über die Niederlassung der Österreich Werbung in Paris gelaufen. Bundesminister Mitterlehner hat keinerlei Gegengeschäft versprochen. Das Bundesministerium wird also keine Exemplare abnehmen.

Weiterführende Links
Artikel auf CaptainCork
Interview mit Jean-Luc Naret in Rolling Pin
Artikel zur Petition österreichischer Spitzenköche an den Guide Michelin auf derStandard.at

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