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Iran: The revolution will be twitterized

Von | 16.06.2009, 9:03 | Kein Kommentar

Wo auch immer die Ereignisse im Iran nach den Präsidentschaftswahlen hinführen: Es wird wohl nichts bleiben, wie es war. Und das ist auch ein Verdienst der Netzmedien, die organisierten Protest auf eine Art erlauben, dass ihn niemand mehr unterbinden kann. Sie lassen sich zwar behindern oder sperren – aber nie so, dass nicht doch etwas […]

Gestern in Teheran.

Gestern in Teheran.

Wo auch immer die Ereignisse im Iran nach den Präsidentschaftswahlen hinführen: Es wird wohl nichts bleiben, wie es war. Und das ist auch ein Verdienst der Netzmedien, die organisierten Protest auf eine Art erlauben, dass ihn niemand mehr unterbinden kann. Sie lassen sich zwar behindern oder sperren – aber nie so, dass nicht doch etwas nach außen dringt. Und darum sind die Proteste von Anhängern des iranischen Oppositionsführers Mir Hussein Mussawi im Netz erfasst, auf ewig.
Der Wahrheitsgehalt dieser Meldungen ist natürlich nicht zu prüfen. Sie ergeben trotzdem ein diffuses Konglomerat an bruchstückhafter Information, das ein Gefühl auslöst: Hier bahnt sich was an. Blut könnte fließen, oder tut es schon. Und trotzdem ist es was Großes: eine Revolution vielleicht, in der das Mittelalter (der Islam) und die Moderne auf der Straße zusammen krachen.

Diese Revolution ist überfällig, und sie hat nun endlich ihr Medium gefunden. Es ist twitter. Dort werden Nachrichten und Links weitergereicht, dort ist „IranElection“ der mittlerweile häufigste Hashtag – und dort wird auch die Zensur umgangen.
Menschen auf der ganzen Welt richten Proxy-Server ein und verbreiten deren Adressen. Wenn der eine Nachrichtenkanal gekappt ist, steht der andere schon längst offen. So wie Thomas Knüwer auf Indiskretion Ehrensache sagt:

Die Welt protestiert nicht nur mit – sie wird Teil des Widerstands.

Dadurch ist der Widerstand auch viel näher an uns dran. Unmittelbar, live, und auch dort, wo wir im Netz unseren Alltag leben. Also nicht auf klassischen News-Sites, die Agenturmeldungen nachbeten, sondern in den sozialen Netzwerken, der digitalen Entsprechung unseres Bekanntenkreises.
Hier ein Link zu einem Tweet, dort ein Link zu einem Youtube-Video, auf dem ein Toter von den Straßen Teherans getragen wird, da eine Facebook-Diskussion darüber, wie böse der Islam denn nun gar ist.
Ja, ich werde nervös, wenn ich das alles lese. Und es ist eine gute Nervosität. Hier noch ein paar Links, um sie anzuheizen.

„IranElection“ auf twitter.
Der Blog „Iran Rigged Election“
Der Live-Blog auf Huffington Post zum Thema
„HOW TO: Track Iran Election with Twitter and Social Media“ auf Mashable

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