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Pop News: dZihan & Kamien machen alles richtig. Scott Matthew weint in Wien. Und Prince war Epileptiker

Von | 01.05.2009, 6:30 | 2 Kommentare

Das in Wien ansäßige Duo dZihan & Kamien hat eine neue CD veröffentlicht. Sie heißt „Music Matters“ und ist das vorläufige Ende eines ziemlich langen Weges. Zur Erinnerung: Es war vor knapp zehn Jahren, da landeten Vlado Dzihan und Mario Kamien mit ihrem Album „Freaks & Icons“ punktgenau im Fahrwasser einer damals sehr angesagten elektronischen […]

Aktueller Dienst by Tim Möller-KayaDas in Wien ansäßige Duo dZihan & Kamien hat eine neue CD veröffentlicht. Sie heißt „Music Matters“ und ist das vorläufige Ende eines ziemlich langen Weges. Zur Erinnerung: Es war vor knapp zehn Jahren, da landeten Vlado Dzihan und Mario Kamien mit ihrem Album „Freaks & Icons“ punktgenau im Fahrwasser einer damals sehr angesagten elektronischen Musikströmung namens Downbeat. DJs waren in diesen Jahren kleine Götter, der Groove kam vor der Struktur, der Vibe vor der Melodie. Diese Zeiten sind lange vorbei.
dzihan_kamien 
dZihan & Kamien haben sich recht schnell aus dieser Ecke wegbewegt. Und „Music Matters“ ist wirklich sehr gut: Lauter schöne Songs sind drauf, voller analoger Wärme, die meisten mit dem noch dazu mit dem viel zu selten gehörten Helgi Johnson (einem Isländer in Wien) als Sänger. Gute Sache, große Sache – und auf einer Site, die vor nicht allzu langer Zeit das Ende der Musikkritik beschwor, braucht auch nicht mehr dazu gesagt werden. Erstens gibt das Album auf der Band-Website auch zum Anhören. Und kaufen lässt es sich dort auch gleich: in anständigen 320kBit und selbstverständlich nicht mit dem Mist zu vergleichen, den ihr euch da draußen herunter lädt, ihr Diebe!

Scott Matthew weint für uns. Er singt wie David Bowie. Er spielt die Ukulele. Und er hat zu diesem kleinen Instrument eine Geschichte zu bieten, die zu gut ist, um sie durch übereifrige Nachprüferei kaputt zu machen. Vor zwei Jahren soll sich Mister Matthew bei einer Rangelei auf den Straßen vor New York einen Finger so blöd verletzt haben, dass er danach nicht mehr Gitarre spielen konnte und auf Ukulele umsteigen musste.
scott_matthew1 
Sie ist nun sein Markenzeichen und auf ihr zupft der gebürtige Australier seine traurigen Weisen, die auf diesen Seiten im Zusammenhang mit seinem aktuellen Album „ There Is An Ocean That Divides And With My Longing I Can Charge It With A Voltage That’s So Violent To Cross It Could Mean Death“ schon genannt wurden. Matthew, der früher einmal in Punk- und Indie-Bands musizierte, gelangte übrigens über ein Projekt zu seinem jetztigen Sound, das den Namen „Songs To Drink And Drive By“ trug. Das kann man getrost auch als Motto für seine Show am 6. Mai im Wiener WUK adaptieren. Autofahren ist dort nicht erlaubt, also ist der Rest eigentlich klar.

Prince im Fernsehen. Vor ein paar Tagen begab sich der mittlerweile 50jährige Musiker (manche sagen auch Gott zu ihm) Prince in die Talkshow von Tavis Smiley. Ausnahmweise nicht, um dort mit seiner Band zu spielen, sondern um aus seinem Leben zu erzählen. Das hat er früher nicht gemacht, aber früher (also vor allem in den 80er-Jahren) verkauften sich seine Platten von selbst. Heute macht Prince alles alleine, und bei drei CDs gleichzeitig am Markt muss auch ein notorischer Verweigerer zum Volke gehen. Es ist – abgesehen von vielen Lachern aus unverständlichen Gründen – ein recht gutes Interview mit einem sehr schüchternen Mann. In diesem kurzen Ausschnitt erzählt er, wie er als Kind an Epilepsie litt …

… und auf der Website von PBS gibt es noch mehr in voller Länge. Wunderheilungen, Verschwörungstheorien, Bürgerrechte – alles dabei.

2 Kommentare »

  • Karin sagt:

    Alles Blödsinn meiner Meinung nach.
    Der Typ ist ein musikalischer Gott und das hat er am 13.07. in der Wiener Stadthalle wieder mal allen bewiesen. Dass er heute musikalisch eine andere Richtung eingeschlagen hat ist OK, er geht mit der Zeit und tut was ihm gefällt. Und gerade bei der Musik sollte man nur tun was man selbst will, weil man es dann wirklich mit Herz macht.
    Aber wie heisst es so schön? Todgesagte leben länger. Und auch dieser Mensch hat ein Recht auf Privatleben, wie jeder andere auch.

  • sakristan biringer sagt:

    vielleicht sollte an dieser stelle in diesem medium nicht verschwiegen werden, das der kleinwüchsige musikzwerg namens PRINCE die letzten drei jahre mit blutrünstigem klagen verbrachte. gegen alle nicht ihm gehörenden internetportale nämlich, die sich mit ihm, inhalten über ihn oder gar seinen songs -kommerziell genützt oder nicht – schmückten. also großteils letztlich nichts als werbung für ihn machten.

    nun ist das internet garantiert prince-frei und was man über ihn liest, ist von ihm persönlich lanciert (so auch dieser text? sonst: vorsicht!). toll … ein freiheitsliebender mensch, das. oder vielleicht doch nur ein kleinwüchsiger komplexler mit ausgeprägtem musikalischem talent, dem seine felle davonschwimmen weil er heute doch nicht mehr so gute musik komponiert wie in den achtziger jahren?

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