Jetztzeit

Reality-Check: die Gegenwart in Wort und Bild

Netzzeit

Geschichten aus dem Leben mit dem Netz

Sexklinik

Alle Zeit bereit: Quality Time zum Thema Nummer Eins

Auszeit

Kultur & Freiheit: Doping zur Bewältigung des Alltags

Denkzeit

Die Welt ist kompliziert. Reden wir darüber

Sie sind hier: Home » Aktueller Dienst, Netzzeit » Netzzeit News. MyKunstdotcom oder: andere Technologien, andere Kunstdebatten.
Share

Netzzeit News. MyKunstdotcom oder: andere Technologien, andere Kunstdebatten.

Von | 28.04.2009, 13:11 | Kein Kommentar

In heimischen Galerien herrscht die Depression, in Europa bieten Künstler wie Damien Hirst ihre Werke gratis an, um ihren „Brand“ am Leben zu halten. Inzwischen, im Cyberspace, erfrischen neue Technologien die Debatten der Kunstszene. Der Aktuelle Dienst berichtet. Warhol im Web 2.0. Würde Warhol das Web regieren, wäre er noch am Leben? Eindeutig, meint Paddy […]

Aktueller Dienst by Tim Möller-KayaIn heimischen Galerien herrscht die Depression, in Europa bieten Künstler wie Damien Hirst ihre Werke gratis an, um ihren „Brand“ am Leben zu halten. Inzwischen, im Cyberspace, erfrischen neue Technologien die Debatten der Kunstszene. Der Aktuelle Dienst berichtet.

Warhol im Web?Warhol im Web 2.0. Würde Warhol das Web regieren, wäre er noch am Leben? Eindeutig, meint Paddy Johnson, die rührige Kunstkritikerin hinter der New Yorker Szeneplattform Art Fag City. Allerdings würde der wackere Andy bei den modernen Ausdruckformen einiger Maßen irritiert wirken, zumal die Szene ja heute von Warhol-Impersonators geradezu wimmelt. Immerhin, meint Johnson, wäre er aber nicht um Feindfiguren verlegen, „da böte sich Steve `Add-Art´ Lambert an“, das ist der Künstler hinter jener bemerkenswerten Firefox-Erweiterung, die Inserate durch Kunst ersetzt. Der Rest sei kompliziert, wenn auch machbar: Andy´s Website würde in einer Lawine aus Youtube-Videos und Live-Twitter-Feeds untergehen, auf der ein Assi die eingehenden Fragen in alter Warhol-Tradition mit „ja“ oder „nein“ beantwortet. Für seine geliebten künstlerischen Ausflüge in die Pornowelt würde er Snoop Dogg als Hauptdarsteller gewinnen, den er im Namen der Kunst nicht zu bezahlen braucht. Ein Problem nur Warhol´s Wikipedia-Seite, meint Johnson: „Die ist jetzt schon so groß. Stell dir also vor, er wäre noch am Leben. Außerdem müsste die Seite ständig wegen Vandalismus geschlossen werden.“ Johnson´s Lösung: „Eine eigene Wikipedia-Eintragung, die Warhol´s Wikipedia-Seite zur Kunst erklärt.“ www.artfagcity.com

Anschlag der TwittererIst es okay, während eines Films zu twittern? Drei Performance-Künstler namens Paul Scheer, Rob Huebel, and Scott Aukerman nahmen eine Mitternachts-Ausstrahlung von Jason Stathams neuer Gewaltorgie „Crank 2: High Voltage“ im Kino von Burbank, Los Angeles, zum Anlass für den Test. Zusammen mit 30 anderen Twitterern bevölkerten sie die hinteren Sitzreihen des Theaters und begannen den Film twitternd zu kommentieren. Auszüge: (@paulscheer: „Spoiler Alarm: Revolver anal inhaliert“ – @erockappel: „Bai Ling hat Subtitles. Obwohl sie Englisch spricht.“ – @azizansari: „Ein Hund hat gerade die Ente (?) eines Cops abgebissen!“ –
Die Kinobesucher in den Frontreihen bekamen davon nichts mit, und so wäre die Aktion vermutlich problemlos als erster „Social Networking Movie“ Geschichte geworden, hätten nicht ein paar Filmbloggers zuhause vor ihren Computern von den „Flicktweets“ Wind bekommen und alsogleich einen „Protest-Tweet“ organisiert, in welchem sie den Aktionisten mangelnden Respekt vor der „heiligen Institution Movie-theater“ vorgeworfen. Erwiderte Aziz Ansari, einer der Flick-Twitterer: „Niemand will eure Tempel besudeln, aber bei Filmen wie Crank sollte man doch eine Ausnahme gestatten. Herrgott nochmal, da gab es sogar eine Figur, die hieß PoonDong!“ Die Debatten, ob Twittern während eines Films „künstlerischer Spaß“ ist oder doch nur „saublöd“, sind weiterhin im Gange. www.nymag.com/entertainment; updates: www.twitter.com/slashfilm

The Legend Of FuJonny Fu lebt. Inzwischen, im Cyberspace zwischen London und Hamburg, ranken sich noch immer Rätsel um den urbanen Mythos von Jonny Fu. Bekannt ist, dass seine Anfänge alles andere als gewöhnlich waren. Die einen siedeln ihn als hochtrainierten, wenn auch käuflichen Söldner in den Dschungeln von Südostasien an, während andere behaupten, er sei ein mit Ninja-Künsten beschlagener Attentäter, der sich als Koch eines Vorstadt-Restaurants in Tokio bedeckt hält. Timbuk2 und Ronzo, die beiden Masterminds hinter Jonny Fu, wollen nur soviel verraten: „Er ist ein ehemaliger Geheimagent, der eigentlich nur Flöte spielen wollte.“ Den Rest des Geheimnisses soll Teil 2 des Kultfilmes „The Legend Of Fu“ lüften. Teil 1 und viele Artefakte mehr sind auf www.jonnfu.org zu begutachten.

Kommentare sind geschlossen.

ZiB21 sind: unsere Blogger