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Print ist tot. Sagt ein Mann, der denkt.

Von | 29.04.2009, 11:50 | 4 Kommentare

Alan Rusbridger, Chefredakteur des britischen Guardian, denkt über Zeitungen nach. Und er sagt all das, was österreichische Zeitungsmacher nicht hören wollen. Das Mantra “Print ist tot” hat ungeheure Kraft. Es bewirkt, dass ein österreichischer Verlagsleiter alle meine Aufträge storniert, offenbar nachdem er von einem “Fachtschournalisten” über die Identität von Terence Lennox aufgeklärt wurde. Der “Fachtschournalist” [...]

Death by Tim MöllerAlan Rusbridger, Chefredakteur des britischen Guardian, denkt über Zeitungen nach. Und er sagt all das, was österreichische Zeitungsmacher nicht hören wollen.

Das Mantra “Print ist tot” hat ungeheure Kraft. Es bewirkt, dass ein österreichischer Verlagsleiter alle meine Aufträge storniert, offenbar nachdem er von einem “Fachtschournalisten” über die Identität von Terence Lennox aufgeklärt wurde. Der “Fachtschournalist” hat auch andere Herausgeber angerufen, die vereinzelt wieder bei mir anrufen und mir vorwerfen, die Branche massiv zu schädigen. Deswegen hier noch einmal: Laut Aussage maßgeblicher Personen wird in Österreich keine Zeitungskrise stattfinden. Zwar ist zugegebenermaßen alles leicht angegriffen, aber im Kern gesund. Das kann man mal so stehen lassen. Wenn man will.

Will man nicht, dann ist ein Blick auf das unten eingebettete Video mit Alan Rusbridger anzuraten, der Klartext spricht, was die Zeitungskrise betrifft. Österreichische Herausgeber werden sagen: Das geht uns nichts an, das geschieht nur bei den Briten und Amerikanern. Doch was geht mich das an?

Rusbridgers Kernaussagen:

  • Wenn wir beim Online-Geschäftsmodell nicht weiterkommen, dann müssen wir als Journalisten vor allem darüber nachdenken, wie sich Journalismus verändern muss, um weiter wichtig und relevant zu bleiben.
  • Journalisten müssen verstehen, dass sie das alte Modell umkrempeln müssen: Früher dachten wir, dass wir alles wissen. Heute müssen wir erkennen, dass unsere Leser häufig sehr viel mehr wissen als wir.
  • Das Distributionsmodell der Print-Zeitung wird sterben, weil es nicht mehr zu finanzieren ist und die Anzeigenkunden es nicht mehr mittragen wollen.

Natürlich sind das alles nur Aussagen eines einzelnen, sehr ehrenwerten Vertreter unseres Standes. Wie recht er hat, wird man hierzulande zu spät realisieren.
Hier das Video mit Rusbridger, das vom Onlinemagazin Carta dankenswerterweise via Vimeo zur Verfügung gestellt wird.


Alan Rusbridger on the Future of Journalism from Carta on Vimeo.

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