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Isabella NittnerUSA: We Don´t Obamacare

Von | 05.11.2014, 18:06 | Kein Kommentar

Ach: Die Amerikaner wählten also die Partei, die sie am wenigsten mögen, um den Regierungskörper zu kontrollieren, dem sie am wenigsten trauen. Warum? Frag Obama …

Viel ist von der inspirierenden „Yes, we can“-Mentalität Barack Obamas nicht mehr übrig. Okay, Tatsache ist, dass der US-Präsident in letzter Zeit (und nun erst gar seit Eroberung des Repräsentantenhauses durch die Republikaner) ziemlich abkackt. Turns out he can’t. Kein funktionierendes Gesundheitssystem, keine Souveränität im Umgang mit Ebola, dem russischen Lex Luthor hat es die Sicherungen geschossen, kein Sieg über den Terror oder die Waffenlobby. Und so kann das heitere Obama-Bashing, wie es die Republikaner mit all ihren sonderbaren innerparteilichen Bewegungen ohnehin seit Jahren betreiben, weitergehen.

Was ich mich immer wieder frage ist, was die amerikanischen Wählerinnen und Wähler denn eigentlich erwartet hatten? Die umstrittene Einführung von Obamacare konnte nicht sofort funktionieren, erst mal nachdenken, ist das nicht umständlich? Wozu ein Arzt, solange es Painkillers gibt? Die kriegt man ja auch in der Jumbo-Packung um zehn Dollar im Drogeriemarkt. Easy also. Und ja, nachdem Bush Osama bin Laden scheinheilig zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt hatte, war dessen Tötung für Obama zweifelsfrei ein Erfolgserlebnis. Dass aber dann die noch gefährlichere Gruppierung „Islamischer Staat“ so viel Macht bekommen würde, hat einem niemand geflüstert. Auch nicht Obama.

Mittlerweile wirkt der Präsident gebrochen. Jedes Mal, wenn er zu einem brisanten Thema Stellung bezieht und die Welt sich einen Leader erwartet, spricht er zwar mit fester Stimme, aber ohne Nachdruck. Müde, ausgelaugt und genervt – so wirkt er. Hätte ich seinen Job, wäre ich mit meinem Magengeschwür auf Du.

Wäre ich Barack Obama, hätte ich auch Nullbock. Diese Krisenherde in aller Welt, die immer dann wie Pilze aus dem Boden schießen, wenn du sie nicht brauchen kannst. Diese innenpolitische Blockadepolitik, die Obama vom ehemaligen Leader zur Marionette degradiert. Das vormalige Empire, die einzige Weltmacht nach dem Kalten Krieg, ist erstarrt. Zu viel Kryptonit. Selbst für den einst wie Superman aufkreuzenden Barack Obama. Over to you, Russell!

*

„Americans have decided: We´ll have the party that we least like to run the body that we least trust.“

Foto: Pete Souza, Lizenz: Pubblico dominio

Video: Russell Brand The Trews

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