Jetztzeit

Reality-Check: die Gegenwart in Wort und Bild

Netzzeit

Geschichten aus dem Leben mit dem Netz

Sexklinik

Alle Zeit bereit: Quality Time zum Thema Nummer Eins

Auszeit

Kultur & Freiheit: Doping zur Bewältigung des Alltags

Denkzeit

Die Welt ist kompliziert. Reden wir darüber

Sie sind hier: Home » Netzzeit » Face Off. Leben im 1000-Freunde-Klub. Monika Milde
Share

Face Off. Leben im 1000-Freunde-Klub. Monika Milde

Von | 28.04.2009, 9:00 | 7 Kommentare

Name: Monika Milde Alter: 29 Familienstand: ledig Beruf: Geschäftsführerin PR-Agentur Vipservice Wohnort: Wien Zeit bei Facebook: neun Monate Freunde: 1203 Website: www.vipservice.at Satz: „Vergangenes Wochenende hab ich einen Freund erstmals gesehen, auf Facebook waren wir schon länger Freunde.“ ZiB21: Wie bist du zu Facebook gekommen? Monika Milde: Freunde haben mich immer wieder dazu eingeladen und […]

Die Milde-MonikaName: Monika Milde
Alter: 29
Familienstand: ledig
Beruf: Geschäftsführerin PR-Agentur Vipservice
Wohnort: Wien
Zeit bei Facebook: neun Monate
Freunde: 1203
Website: www.vipservice.at
Satz: „Vergangenes Wochenende hab ich einen Freund erstmals gesehen, auf Facebook waren wir schon länger Freunde.“

ZiB21: Wie bist du zu Facebook gekommen?
Monika Milde: Freunde haben mich immer wieder dazu eingeladen und gesagt ich soll mir doch einmal Facebook anschauen. Und dann hab ich es mir angeschaut. Und dann hat mich auch gleich ein Freund aus Amerika geadded.

ZiB21: Wie nutzt du Facebook?
MM: Eigentlich um meine Kontakte zu halten. Bin grad dabei mir ein internationales Netzwerk aufzubauen. Ich poste aber auch auf Facebook und da ist es natürlich Werbung für mich. Und ich sehe dadurch auch, welche Veranstaltungen die anderen gerade machen.

ZiB21: Du hast momentan 1203 Freunde auf Facebook. Wie viele Postings bekommst du an einem Tag?
MM: Puh. 30 bis 40 sind das sicher. Vor einem Event, bei dem ich das Vipservice organisiere, sind es mehr. Zum Geburtstag hab ich 400 Geburtstagsglückwünsche bekommen.

ZiB21: Welche Kommentare?
MM: Manche wollen wissen, welche Gäste bei einem Event sind, andere wollen Infos, was sich gerade tut, andere schreiben einfach, dass sie auf einem Event gewesen sind, auf dem ich auch war und es super gefunden haben.

ZiB21: Hat man da nicht ständig das ungute Gefühl, man könnte etwas versäumen, weil jemand gerade eine wichtige Mitteilung geschickt haben könnte?
MM: Nein. Dafür hab ich ja meinen Blackberry. Es kommt immer wieder vor, dass Leute kurzfristige Fragen zu einem Event zum Beispiel wegen der Tischreservierung auf Facebook schicken und dann schau ich gleich auf dem Blackberry nach und muss nicht immer erst den Laptop aufklappen.

ZiB21: Wie oft bist du drinnen?
MM: Täglich. Weil ich es ja auch international nutze.

ZiB21: Wie viele Emails schreibst du zurück?
MM: Ich beantworte alle persönlichen Anfragen. Bei den rund 150 Einladungen, die ich jede Woche bekomme, schreib ich aber nicht zurück. Davon hab ich noch 300 ungelesene.

ZiB21: Wie viele Stunden verbringst du im Facebook an einem Tag?
MM: Ein bis zwei Stunden kommen da schon zusammen. Bin aber immer nur kurz drinnen und poste etwas oder beantworte ein paar Emails.

ZiB21: Triffst du deine 1203 Freunde auch einmal im richtigen Leben?
MM: Ja. Hab ja auch viele Gäste und Djs dabei. Jetzt am Wochenende hab ich erst wieder einen zum ersten Mal wirklich gesehen, auf Facebook waren wir schon länger Freunde. Außerdem ist ja eh schon fast jeder drinnen. Und bei Freunden und Bekannten im Ausland heißt es immer als erstes: Bist du bei Facebook? Und dann ist man gleich geadded.

ZiB21: Nach welchen Kriterien suchst du dir deine Freunde aus?
MM: Ich werde ständig geadded. Am Anfang hab ich noch geschaut, wer aller schon drinnen ist. Jetzt such ich gar nicht, ich werde aber immer gefunden. So Sammler-Typen, die nur weibliche Freunde haben, kriegen aber von mir keine Freundschaftsbestätigung.

ZiB21: Hattest du schon einmal das Gefühl über Facebook gelinkt worden zu sein?
MM: Einmal hat mich einer blöd angeschrieben. Das mag ich jetzt gar nicht erzählen, was genau der geschrieben hat. Den hab ich dann aber auch gleich bei Facebook gemeldet. Und eine Stunde später war er gelöscht.

ZiB21: Hast du in Facebook mehr Frauen oder Männer als Freunde?
MM: Ich glaub, dass ich mehr Frauen als Facebook-Freunde hab. Ist aber Zufall.

ZiB21: Könntest du dir vorstellen, über Facebook einen Partner zu suchen?
MM: Nein. Auch von diesen Singlebörsen halt ich nicht viel. Dafür bleib ich lieber im richtigen Leben.

ZiB21: Was würdest du ohne Facebook machen?
MM: Ich würde weiterhin Myspace nutzen. Facebook ist aber die viel angenehmere Plattform. Das ist viel einfacher als Myspace. Und geht auch viel schneller. Ohne würde ich es aber auch schaffen. Heutzutage kann man sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen, ähnlich wird es wohl bald bei Facebook sein.

7 Kommentare »

  • Helena sagt:

    Die Welt, die Du beschreibst, das ständige Blackberry-Erreichbarsein, ist für mich eher eine beängstigende Vorstellung. Liegt aber auch an meinem Suchtpotential: schon simple Browserspiele bringen mich um den Schlaf, weil die irre Annahme, etwas zu verpassen, mich immer wieder online treibt. Insofern wär eine Welt mit 1000 Freunden, bei denen es immer irgendwas interessantes gibt, für mich eine 24h-online-Garantie. Obwohl, 1000 Freunde kommen ja nicht von allein, da muss man schon was für tun.

  • viennamac sagt:

    Lieber truetigger,

    als jemand, der Monika persönlich kennt, kann ich dir versichern, dass sie – obwohl sie eine erfolgreiche und daher vielbeschäftigte Geschäftsfrau ist – auch ein sehr netter Mensch ist und deshalb alle Freunde verdient, die sie hat! :-)

    Schönen Tag noch!
    viennamac

  • truetigger sagt:

    Wahrscheinlich bin ich einfach zu dämlich für Web2.0 – aber was will einem dieser Beitrag journalistisch sagen? Ich erkenn nur Werbung für die ominöse VIP-PR-Agentur mit einem hübschen Gesicht.

    • Ganz einfach: In diesem Artikel erzählt wie schon vergangenen Dienstag jemand, wie das Social Network Facebook sein Leben prägt oder nicht.

      • Crossbow sagt:

        Sehr interessant, genau wie der erste Beitrag dieser Reihe. Bildet die aktuellen Entwicklungen schlüssig ab. Gefällt mir – weiter so!

    • Monika sagt:

      Hi „truetigger“
      nachdem ich das Facebook für geschäftliche Zwecke nütze, kann ich mich nur auf diese Inhalte beziehen. In diesem Sinne hast Du natürlich recht, und…???
      Ich denke ein Interview macht man meistens wegen Eigenwerbung und nicht aus „Spaß an der Freude“ ;-)

      • truetigger sagt:

        Servus Monika,

        danke erstmal für ein Feedback aus erster Hand (natürlich ist nirgends so leicht eine Identität vorzutäuschen wie im Internet, aber ich nehm einfach mal an, Du bist eben diese 1000-Freunde-Monika)!

        So wie für Dich normal ist, das Internet für geschäftliche Zwecke zu nützen, ist es bei mir genau umgekehrt: ich lebe hier im Netz privat, nutze soziale Strukturen, um meinen Horizont zu erweitern und neue Menschen kennenzulernen abseits von denen, mit denen ich im beruflichen Alltag zu tun habe.

        Die Welt, die Du beschreibst, das ständige Blackberry-Erreichbarsein, ist für mich eher eine beängstigende Vorstellung. Liegt aber auch an meinem Suchtpotential: schon simple Browserspiele bringen mich um den Schlaf, weil die irre Annahme, etwas zu verpassen, mich immer wieder online treibt. Insofern wär eine Welt mit 1000 Freunden, bei denen es immer irgendwas interessantes gibt, für mich eine 24h-online-Garantie. Obwohl, 1000 Freunde kommen ja nicht von allein, da muss man schon was für tun.

        Mich irritieren bei Twitter & Facebook auch immer die Bezeichnung „Freunde“. Gut, man sollte nicht die eigenen Maßstäbe ansetzen: nur weil mich schon bei den weniger als 50 Bekannten im Real-Leben allein das Merken von Geburtstagen und Namen überfordert und ich nur den wenigsten davon wirklich die Bezeichnung „Freunde“ zugestehen würd, muss das ja bei anderen nicht auch so sein. Wünsch Dir viel Erfolg mit Deinen Facebook-Kontakten!

        Vielleicht sind ja von meiner Seite einfach Vorurteile dabei: Branche PR, selbstständig, internationale Netzwerke und „dauernd mit dem Blackberry online“ beschreiben genau meine Vorstellungen dieser trendy-hippen Lifestyle-Menschen, die sich mit viel oberflächem Selbstdarstellungsgerede in den Mittelpunkt drängen. => nein, damit mein ich nicht Dich, ich kenn Dich ja net. Aber Dein Profil erinnert mich halt genau an solche Menschen.

        Und noch ein Wort zum Thema Inverview: Wahrscheinlich hast Du recht – wer wie ich noch nie interviewt wurde, malt sich romantische Vorstellungen aus, die Menschen würden sich für einen selbst interessieren und Inverviews zu geben würden vor allem dem eigenen Ego streicheln und nicht harte Arbeit sein. Tja, Du bist der Profi :)

ZiB21 sind: unsere Blogger