Jetztzeit

Reality-Check: die Gegenwart in Wort und Bild

Netzzeit

Geschichten aus dem Leben mit dem Netz

Sexklinik

Alle Zeit bereit: Quality Time zum Thema Nummer Eins

Auszeit

Kultur & Freiheit: Doping zur Bewältigung des Alltags

Denkzeit

Die Welt ist kompliziert. Reden wir darüber

Sie sind hier: Home » ZiB21.tv » Nachlese. Russell Brand live: „Helden“
Share

Nachlese. Russell Brand live: „Helden“

Von | 21.03.2014, 3:08 | Kein Kommentar

Such dir deine eigenen Helden, denn sonst werden sie für dich ausgesucht. Und das willst du nicht. 90 Sekunden mit Russell Brand. Essentially live.

Natürlich, Russell Brand ist auch verdammt lustig. Es ist lustig, wenn er von einer Delegation von Außerirdischen redet, die nach Österreich geraten und mit einem „österreichischen Repräsentanten“ reden wollen – und der sieht dann aus wie „der da“, nämlich Faymann (Konterfei groß auf der Leinwand). Klar, da lacht der ganze Saal. Und das Nette ist, dass Brand den Gag in jedem Land, das er bereiste, erfolgreich anwandte, jeweils mit dem Konterfei des entsprechenden „Repräsentanten“. In Deutschland mit Merkel, in England mit Cameron und so weiter. Und überall lachte der ganze Saal. Weil nun mal die Vorstellung, im Falle so einer Begegnung der dritten Art ausgerechnet von dieser oder jener Person „repräsentiert“ zu werden, ein Gefühl jäher Peinlichkeit herauf beschwört, das nur mit befreiendem Gelächter exorziert werden kann. Und das ist der Punkt, den der als lediglich „Komiker“ oder „KatyPerry-Ex“ weit unterschätzte Mister Brand mit seiner fulminanten „Messias-Komplex“-Welt-Tournee (!) setzt: Wenn die „Helden“ unserer Zeit so aussehen wie die „Repräsentanten“ unserer Gesellschaft, die wir kraft unseres demokratischen Privilegs des Wahlgangs an die Spitze setzen, dann birgt diese Demokratie keine Lösung. Dann müssen wir radikal umdenken.

Presenting: Russell Brand live – „Helden“.

„Die Kelten aus meiner Heimat glaubten, dass Flüsse heilig sind. Und es ist egal, ob Flüsse jetzt tatsächlich heilig sind oder nicht, aber wenn du glaubst, dass sie heilig sind, wirst du die Flüsse nicht verschmutzen. Die Menschen aus den Nordländern glaubten, dass die Seelen ihrer Vorfahren in den Bäumen ihrer Umwelt weiterleben. Das mag wahr sein oder auch nicht. Aber wenn du glaubst, dass dein verstorbener Großvater in dem Baum da drüben lebt, wirst du nicht erlauben, dass irgendeine Holzfirma diesen Baum einfach absägt. Die Ureinwohner Amerikas glaubten, dass Gott im Boden wohnt, in der Erde, der Mutter von uns allen. Und auch da ist es egal, ob das nun stimmt oder nicht, aber es hilft dir, eine Haltung zum Thema „Fracking“ zu gewinnen.

Es ist kein Wunder, dass diese alten Geschichten vergessen und durch bedeutungslose Erzählungen und namenlose Helden ersetzt wurden. Weil sie uns nicht erlauben können, Helden wie diese Männer zu haben. Diese Männer würden den Zustand, in dem sich unser Planet befindet, nicht erlauben. Männer mit einem Gehirn wie Gandhi, einem Herz wie Che Guevara, dem Mut eines Malcolm X. Was ich damit sagen will: Wir müssen uns Helden außerhalb unserer aktuellen Geschichte suchen. Helden, die uns inspirieren. Diese Männer hier müssen nicht Eure Helden sein, aber sie sind meine Helden. Sucht Euch die Helden, die Ihr wollt. Willst Du eine Heldin, dann nimm Dir eine Heldin, Du hast diese Freiheit. Aber wichtig ist: Sucht Euch Eure Helden, denn wenn Ihr sie nicht sucht, wird Eure Kultur sie für Euch aussuchen. Und diese Helden werden Euch nicht ermächtigen. Sie werden Euch versklaven.“

Video: schnugsy

*Empfehlungen

Is this your daytime job, love?

Roschiieeerrrr!

Buy my T-shirt

Kommentare sind geschlossen.

ZiB21 sind: unsere Blogger