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Netzzeit News. Jungfernhaut am Online-Markt … Neue Streets-Songs gratis … Linke Online-Politik

Von | 21.04.2009, 18:11 | Ein Kommentar

Die eine versteigert ihre Jungfernhaut. Der andere verschenkt Lieder. Und noch einer ist ein linker Agitator.

Jungfrau Alina wohlfeilHymen-Auktion. „17.04.2009. Es regnet. Dieses Wetter stimmt mich traurig, ich bin aber trotzdem aufgeregt, das Auktionsende nähert sich.“ Also schrieb ein 18jähriges Girl namens Alina Percea in ihr Online-Tagebuch. Oder sie ließ es schreiben. Denn die Auktion, die sie andeutet, ist nicht jederfraus Tasse Tee. Es geht um ihr Jungfernhäutchen, das sie an den Mann bringen will. An den richtigen Mann, nämlich den höchsten Bieter.

„Ich frage mich, wer es wohl sein wird – ich werde bis zur letzten Sekunde neugierig sein und möchte die erste sein, die erfährt, wer mein Höchstbieter ist.“
Erhebt sich die Frage, wieviel die Befreiung von der Unschuld dieser Tage wert ist. Na ja, nicht sonderlich viel, nämlich knapp ein Achtzehntausendstel dessen, was der freie Fuß eines Zwielichts wie Meinl wert ist. Ja, ganze 5555 Euro hat der Bestbieter bislang in Aussicht gestellt, um das Privileg der heiklen Penetration zu übernehmen. Tendenz nicht sonderlich steigend. Vor zwei Wochen waren es auch schon 5000 Euro.
„Der erste Mann in meinem Leben, die erste Berührung. Der erste Mann, der mich nackt betrachten wird. Ich kann es kaum erwarten, ihn kennen zu lernen.“ Ja, kann man sich vorstellen. War ja schon immer der Traum eines jeden Teenagers, sich von einem Sweaty Old Man (solche sind es meistens) einbrechen zu lassen. Möglich dennoch, dass sich die Sehnsucht der unbedarften Brünetten in Grenzen hält. Ursprünglich wollte die Rumänin für die Schmerzen ja 50 000 Lappen kassieren, womit sie sich „das Studium finanzieren“ wollte, was sonst.
An mangelnder Publicity kann das mangelnde Interesse nicht liegen. Der Zweifel ihres ehemaligen Lehrers Alexandru „Dumitrescu“ (so heißen in Deutschland zitierte Rumänen immer) an Alinas intakter Unberührtheit hat ja ziemlichen Staub aufgewirbelt. Der sich erst legte, als sich ein Gynäkologe namens Dr Jan Lenkiewicz aufrappelte, den wahren Sachverhalt zu eruieren. Der war mit seinen 63 Jahren im haargenau richtigen Alter, um sich diesen Leckerbissen von Test nicht entgehen zu lassen. Fazit: Hymen intakt. Alles  andere auch? Schwer zu sagen. Ein Psychiater für Alina wurde noch nicht zu Rate gezogen. Updates: www.gesext.de

Skinner-Mike gratisThe Streets gratis. Seltsam, oder? Street Credibility ist tatsächlich nicht etwas, das du kaufen kannst. Im Gegenteil. Ein Musiker, der um jeden Preis cool sein will, hat heute gar keine andere Wahl, als uns seine Musik gratis aufzudrängen. Letztes Exemplar der sowas von geldüberdrüssigen Musikanten ist Mike „The Streets“ Skinner („You´re Fit But You Know It“), der diese Woche auf seiner Twitter-Site drei neue Lieder zum Download anbietet. „All diese Troubles, um euch meine Musik zu verkaufen, sind mir einfach zu langweilig“, ließ der urbane Rapper verlauten. Und hier die Überraschung: Der Song, den ich nun hab – „Long Working Day“ – ist nicht einmal übel. Aber nächstes Mal kommst du nicht so billig davon, lieber Mike. Da musst du schon was springen lassen, wenn du willst, dass ich dir deine Raps abnehme.  www.twitter.com/skinnermike

Damian McBrideLinke Linke. Manche Leute glauben, sie können jeden Schmarren verbreiten, solange sie es online betreiben. Jüngstes Beispiel ist ein gewisser Mister Damian McBride (Foto), seines Zeichens frisch gebackener EX-Spindoktor des englischen Prime Ministers Gordon Brown, der ein paar führenden Politikern der konservativen Oppositionspartei per eMail Dreck an die „Stecken“ (Ihrwisstwasichmeine) dichten wollte. Als ob das notwendig wäre. Leider ist es immer wieder die politische Linke, die glaubt, man könne link sein, solange man es für die „richtige“ Sache ist. Fantasieloses Volk.

Ein Kommentar »

  • saxolady sagt:

    yö, eine hymenERsteigerung
    schön
    da lebt doch die alte geisha-geschichte romantisch wieder auf…seufz

    nun, zugegebenermaßen gesteh ich hiermit, die versuchung, hätt ich SIE noch, dem werten beispiel zu folgen…warum nicht?
    was einem im wirklichen leben nach wirklichen spielen und liebesspielen und all zu ernsten nichtmehrspielen zu unterkommt, dient ja nicht gerade dazu, der romantik noch allzuviel platz einzuräumen in seinem – ihrem-leben.

    Selbst: trifft man die große liebe dann virtuell, wie schnell, nur allzuschnell, kennt man sich besser als man je wollte. „sich“ jetzt ernstgemeint und nicht den andern. der bleibt immer unfassbar wie der mensch an deiner seite nach jahren der projektion.

    wie groß da die versuchung, nur das eine, nur der akt, nur die gegenseitige bestimmung, sich zu enthemmen und beglücken.

    nun, bücher füllten sich und filme flimmerten. es lebe das reich der fantasie. und viel glück, kleine.

    es gibt schlimmeres;-)

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