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Eisernes Rollenmodell: bye-bye Margaret

Von | 11.04.2013, 13:44 | Kein Kommentar

Ja, sie war eine schreckliche Neoliberale. Aber sie schaffte auch etwas Positives.

Conservative Dinner by Herry Lawford, Lizenz: CC BY 2.0

Na gut, Margaret Thatcher ist also tot. Sie verblich vor ein paar Tagen, und meine Facebook-Wand ist noch immer voll mit ihr. Weil meine FB-Freunde großteils linke Intellektuelle sind (geb ich hier an?), sieht diese Pinnwand aus wie ein Wettbewerb zum Thema, wer das Schlimmere über die „Eiserne Lady“ sagen kann.

Ja, sie war eine schreckliche Neoliberale, die gemeinsam mit ihrem Kumpel Ronald Reagan mithalf, den Zustand mit zu schaffen, in dem wir letzt leben. Aber langsam werde ich müde, all diese schlimmen Sachen über sie zu lesen. Es ist alt. Wir wissen es. Lasst es bleiben. Investieren wir doch unsere Energie in Wege, aus diesem Zustand raus zu kommen, anstatt sie damit zu verschwenden, einen lang vergessenen Leichnam zu prügeln!

Ich bin die Eiserne Lady

Mir ist danach, etwas über Margaret Thatcher zu schreiben, weil ich mich ihr auf seltsame Weise verbunden fühle. Auf bizarre Weise. Seit ich im Alter von 15 Jahren eine Operation hatte, in der meinem Rückgrat zur Stütze eine lange, Harrington genannte Eisenrute verpasst wurde, nannten mich meine Freunde immer wieder mal „eiserne Lady“. Das gefiel mir immer. Zum einen bestehe ich seither in der Tat aus einer ganzen Menge Metall. Aber eigentlich gefiel ich mir als eine andere Art eiserne Lady: stark, mutig, ehrgeizig. Unzerstörbar.

Und deswegen halte ich Margaret Thatcher für wichtig. Wie auch immer ihre politischen Ansichten waren, sie schaffte auch etwas Gutes. Sie wurde der erste weibliche Premierminister des United Kingdoms. Sie erkämpfte ihre Position in einer Zeit und einer Gesellschaft, in welcher Eltern ihren Töchtern noch immer verbaten, auf die Universität zu gehen, weil sie glaubten, dass die einzig richtige Rolle für sie die einer Hausfrau sei.

Dank Thatcher nahm ich es für selbstverständlich an, dass eine der mächtigsten politischen Persönlichkeiten der Welt eine Frau ist (darüber hinaus war sie außerdem feminin – soweit es ihre Position erlaubte. Und sie war eine Mutter).

Seit sie die Politik verließ, haben Mädchen leider kein Bild einer führenden Politikerin mehr, zu der sie aufblicken konnten, oder die sie für selbstverständlich hinnahmen. Hoffentlich wird Hillary das in ein paar Jahren ändern.

Bis dahin: bye-bye, Margaret!

PS. Die englische Originalfassung dieses Blogs finden Sie per Klick auf Tajder.com

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