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Isabella NittnerItalien. Back to Bunga Bunga?

Von | 09.12.2012, 14:59 | Kein Kommentar

Die Amtszeit des scheidenden Ministerpräsidenten Mario Monti währte ein Jahr. Italien, was nun? Doch nicht …

Silvio Berlusconi by fotoguru.it, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Na also. Italiens Premierminister Mario Monti tritt mit Ende des Jahres zurück. Wenig verwunderlich, wollte er diesen Job doch eigentlich von vorne herein nicht machen. Wer will schon in einem Land Superman spielen, das der Korruption bereitwillig die Hand gibt. Und einfach hatte er es nicht, Politik ist weder sein Metier noch einfach zu praktizieren, zumal in Italien, das mehr Regierungen hatte als reguläre Legislaturperioden.

Dazu kam: Mario Monti wurde von den Bürgern nicht regulär gewählt. Er ist Universitätsprofessor und Wirtschaftsexperte. In der rezessiven Situation eine verständliche Entscheidung, ihn als Geheimwaffe einzusetzen. Problem war bloß, dass sich die Politiker zwar einig waren, dass es mit Italien so nicht weiter gehen kann, sich Monti bei wichtigen Abstimmungen aber dennoch quer legten. Einzige Möglichkeit also das Übliche: Steuererhöhungen und Pensionskürzungen.

Mittler Weile steht Monti alleine da. Das hat er nicht verdient. Tatsache ist, dass es ihm zu verdanken ist, dass Italien (noch) nicht Griechenland oder Spanien ist. Aber was wäre gewesen, hätte Berlusconi das Land weiter regiert? Der triebgesteuerte, größenwahnsinnige Ex-Premier hätte bestimmt nicht das Wohl des Staates und der Bürger vor sein eigenes gestellt. Niemals.

Aber nun wittert Boomerang-Silvio erneut seine Chance, eine weitere Kandidatur steht zur Debatte. Vermisst er die Bunga-Bunga-Parties mit Putin? Oder geht es doch wieder um seine parlamentarische Immunität? Wozu? Bei der Geschwindigkeit, mit der Italiens Justiz arbeitet, schafft er es mit Berufung und Revision locker, seine Strafen verjähren zu lassen. Warum also sollte er sich das wieder antun, wo er Italien doch für ein „Scheißland“ hält?

Und nun wird der wahrscheinlich beste Premier, den das Land in lebender Erinnerung hatte – Mario Monti -, gesenkten Hauptes den Zirkus verlassen. Allerweil, würde ich Italien so gut verstehen wie ich das Land mag.

 

 

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