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Springsteen & McCartney@Hyde Park Unplugged

Von | 18.07.2012, 13:06 | Kein Kommentar

Jeder Boss hat mal Momente, in denen er nicht der Boss ist. Video: Bruce Springsteen & Paul McCartney@Hyde Park Unplugged.

Eins sei erwähnt: Bruce Springsteen kann nicht behaupten, dass er nicht im Bild war. Er hat gewusst, dass sein „Slot“ am vergangenen Samstag anlässlich des Hard Rock Calling-Events im Londoner Hyde Park von 19-22.30h angesetzt war, er war informiert worden, dass die Töne um 22.30h erlöschen werden, egal, wie die Dinge grad tosen. Und auch Kumpel Paul McCartney, bei dem vergangenen November die „Noise Police“ nächtens an die Tür seines Hauses in St Johns Wood, London, geklopft hatte, um die Kabeln zu kappen, wird es ihm geflüstert haben, hey Bruce, die meinen es ernst. Er hatte dreieinhalb Stunden, das musste genügen.

Tut es auch, im Normalfall. Es genügt den soundüberfluteten Anrainern des Hyde Park, die alljährlich hunderte Beschwerden im Westminster Council deponieren. Es genügt den 76 000 Fans, die sich im strömenden Regen einen abstehen. Es reicht für jedes Repertoire eines jeden Rockstars.

Nur gibt´s da ein Problem. Springsteen glaubt, er ist der Boss. Sagen ihm alle Fans, sagen ihm die Bandmitglieder, muss wohl so sein. Einem Boss sagt niemand, wann Sperrstund´ ist, Dem Boss sowieso nicht.

Springsteen ist mit seinen habituellen dreiplus Stunden habituell überfordert. Sind nicht genug für alle Songs, die gespielt werden müssen, sind ja alle so wichtig. Die von den Fans gehört werden müssen. Jenen Fans, die denn auch geduldig wie Schafe im Regen ausharren – und während der Nummern, die sie nicht brauchen, einander Smalltalk einschenken (war leicht, mussten nicht einmal brüllen,Tonqualität aufreizend mies) -, um letztlich und endlich das zu hören, weswegen sie „Lungenentzündung, so what!“ beschlossen hatten – Born to Run.

Letzteres wurde auch innerhalb Deadline serviert. Allerdings gab´s da noch den Stargast, es gab Sir Paul (70), es gab den Moment, auf den Bruce „fifty years“ gewartet hatte.

Der „Yesterday“-Mann war nervös und zappelig überdies, die ganze Woche schon waren die Medien voll mit dem 50jährigen Jubiläum der Rolling Stones gewesen, Keef hin, Jagger her. Kann eine Legende, deren Band es gerade mal auf fünf Jahre brachte, auf die Eier gehen. Taugt ihm nie, sowas, wenn zuviel von Sir Mick die Rede ist, wird Sir Paul söhr unrund, muss er was tun. Zum Glück war Springsteen grad in Town, dem fallen auch 50 Jahre ein, wenn er an Macca denkt.

Also haberte sich der ExBeatle auf die Bühne. Gab sich mit dem NochBoss zwei Nummern. Und wurde dann UNPLUGGED. Um 22.38h, das sei notiert, war ja irgendwie pophistorisch. Unerhört sowieso. „Polizeistaat Großbritannien“, twitterte der Boss-Bassist gleich los.

Selber schuld, Bruce, kann man da nur sagen. Eigentlich grobe Fahrlässigkeit, so einen großen Moment so aufs Spiel zu setzen. Er hat sich auch gehütet, zur Sache Stellung zu nehmen.

Immerhin wurde somit auch möglich, dass fan-amateurisch aufgenommene Clips von ein paar Songs auf YouTube viral geht. Wie dieser hier, von einem gewissen BenR753, der mittler Weile 300 000 Zugriffe ansteuert. Viel Vergnügen.

Video YouTube: Springsteen & McCartney@Hyde Park

 

 

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