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Am Anfang war das Teilchen Gottes

Von | 15.07.2012, 22:37 | 15 Kommentare

Schluss mit der ganzen Gottsache. Am Anfang war sein kleinstes Teilchen und ohne es konnte nie was werden. Reimversuch auf etwas, das mir zu hoch ist.

Screenshot „Talk Nerdy 2 Me“

Am Anfang war … tja, wüsst´ ich gern. Wollte ich immer schon wissen, von klein an, du weißt, „am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ und so weiter. Und beim eingetrichterten Gottverständnis – „der war immer schon“ – plus der logischen Nachfrage – „was war dann vor Gott“ – half niemand weiter. Hilft noch immer keiner. Kein Mensch kann dir „unendlich“ erklären, nämlich so, dass es zwischen deinen Ohren nicht eng wird.

Was am Anfang war, wird immer die Frage sein. Wirst du nie wissen. Weil du nur Mensch bist und als solcher zu beschränkt, um auch nur ansatzweise zu verstehen, was da tatsächlich läuft. Aber immerhin, du bist hell genug, um dir wenigstens die Frage zu stellen. Und bei den gebotenen Antworten stehen deine Beine auf Spagat zwischen zwei Lagern: Gott versus Big Bang, Glaube versus Wissenschaft, Idee versus Materie.

Gegenwärtig herrscht Vorteil Materie. Schon lange. Schuld ist Einstein. Die Raumzeit, dieses clevere „E = mc2“. Nicht, dass ich es je verstand. Ich wusste nicht einmal, dass es ein Problem damit gab. Gab es aber.

Einem britischen Wissenschaftler namens Peter Higgs war das Problem schon vor 50 Jahren geläufig, nach einer mathematischen Auseinandersetzung (frag mich nicht). Das „m“. Die Masse. Wo kam die her? Gleich nach dem Big Bang, sagte er, also wirklich gleich danach, Bruchteile von Bruchteilen einer Sekunde danach, hatten die existenten Teilchen keine Masse, und ohne Masse läuft Einstein nicht, läuft keine Schwerkraft, braucht das ganze Universum in Wahrheit eine neue Erklärung (noch einmal: frag mich nicht, schlag nach bei meinen Links, wenn du Kopfweh haben willst, am besten HIER BEI ROCKSTARPHYSIKER BRIAN COX. Im Ernst, Cox ist ein Hammer).

Also: am Anfang des Universums gab es keine Masse, die kam erst gleich danach, als Resultat einer Interaktion mit einem theoretischen (!) Feld (dem Higgsfeld). Laut Higgs durchdringt dieses Feld den, nun, Raum (die Raumzeit?) … und gibt allen subatomaren Teilchen, die damit interagieren, ihre Masse.

Nach Higgs´ Berechnungen müsste diese Masse in etwa 125 GigaElektronVolt haben (was unfassbar Winziges). Meinte er, vor 48 Jahren. Und rechnete nie damit, dass diese Masse – das Higgs Boson – zu seinen Lebzeiten gefunden wird.

Und vor Kurzem wurde nun also bei den Experimenten mit dem Large Hadron Collider zu Genf, wo man den Big Bang simulierte, ein Partikel mit einer Masse von etwa 125 GigaElektronVolt gefunden.

Wow!!!

Die Euphorie war entsprechend. Stephen Hawking forderte, man solle Higgs den Nobelpreis 2012 für Physik in die Hand drücken. Enthusiasten schrieben gleich mal die ersten Worte der Genesis um („Am Anfang war das Higgs und das Higgs war ein Boson und ohne das Boson konnte nichts, das je gemacht wurde, gemacht werden.“)

Bekanntlich wurde dieses Boson denn auch das „Teilchen Gottes“ genannt. Und genoss entsprechende Kritik. Zum Beispiel, klar, aus den Lagern der Gottesanbeter, „Gotteslästerung“ etcetera, zu Beginn der LHC-Experimente prophezeiten sie das Ende der Welt.

Kritik auch, ebenso klar, von Menschen wie du und ich. Die Boson-Findung hat bis dato immerhin drei Milliarden Euro gekostet. Muss man soviel Geld für so einen Humbug ausgeben? Ist das noch menschlich? Stell dir vor, wie viele hungrige Mäuler man mit dem Betrag stopfen könnte …

Was ist menschlich?

Screenshot, siehe Aufmacherfoto

Tja, um diese Frage geht es im Kern. Ich habe immer damit können, wenn mir wer „menschlich“ als das definierte, was uns vom Tier unterscheidet. Nur hab ich den positiven Spin nie verstanden. Tiere ruinieren so vergleichsweise wenig. Das Menschliche dagegen wimmelt von Qualitäten, die genau das nicht sind, was wir meinen, wenn wir „menschlich“ sagen. Hat wohl mit dem komplizierten Dialog zwischen Haben und Sein zu tun. Ich bin habituell im zweiteren Lager (notgedrungen, fürs Haben war ich immer zu blöd).

Natürlich wurde und wird „das Gute im Menschen“ immer beschworen. Moses´ zehn Gebote, große Basisdenke für das Werden von „Community“. Und die Propheten Mohammed und Jesus konnten Nächstenliebe machen. Aber sieh dir die irdische Sachwalter an. Palästina, Herrgottnochmal, dieses ewige „das ist mein Land, hau ab“, „nein, das ist mein Land, hau du ab“. Äpfel vom selben Stamm, die einander die Birnen eindreschen, sag ich immer.

Im Vergleich zu diesen Kleingeistern sind die LHC-Forscher die Guten. Weil sie menschliche Qualitäten zu Tage bringen, die mit Negativität nicht können: Neugier, Wissenwollen, Horizont erweitern. Überhaupt letzteres. Für mich ist die Erweiterung des Horizonts ein humaner Auftrag. To boldly go where no man has gone before, bitte sehr. Wir müssen dorthin, wo wir noch nicht waren, dann sind wir Spezies, Menschen mit gemeinsamem Nenner, nicht nur Europäer mit Grant auf die Griechen oder Amis mit Bock auf das Öl der Anderen.

Die Kosten? Hm, was sind drei Milliarden Euro? Knapp ein Viertel dessen, was ein Roman Abramowitsch am Konto hat.

„Die Leute kritisieren immer die Kosten des Large Hadron Colliders“, sagte jetzt der Waliser LHC-Forscher Dr Lyn Evans. „aber (in Genf) arbeitet die ganze Welt zusammen. Es gibt uns nicht nur ein besseres Verständnis der Welt, es bringt uns auch näher. Hier arbeiten palästinensische und jüdische und amerikanische und russische Forscher zusammen.“

Und alle prosteten einander zu, als dieses winzige Stück Masse mit 125 GigaElektronVolt gefunden wurde. Gefällt mir: Juden und Araber, die einander euphorisch umarmen. Wenn das möglich ist, ist alles möglich. Groß, was Neugier und Wissenwollen alles triggern. Vorteil Wissenschaft.

Am Anfang war das Teilchen Gottes. Aber gut, aller Anfang ist relativ. Ich meine: Was war vor diesem Anfang?

PS. Und hier noch etwas Aufklärung: das Higgs Boson für Nerds. Abteilung sapiosexy. Enjoy!

Cara Santa Maria: Talk Nerdy 2 Me

 

 

15 Kommentare »

  • Friedrich Heß sagt:

    Ich empfehle eine alternative Erklärung zu Masse, man findet sie wenn man bei google Jesusistelija eingibt, dann unter Konsequnezen einer bestimmten Welt

    • FNF sagt:

      hochinteressantes pamphlet. ich habe vorläufig nur das vorwort gelesen, den rest dann nach feierabend im bett. aus dem vorwort habe ich das gefühl, es geht wieder einmal um das generalthema holismus versus hermetik. na, schau ma mal.

      von jesus ist elija halte ich persönlich wenig, mir drängt sich vielmehr die assoziation zu jesaja, oder isaia auf. jesus heißt ja auf arabisch isa ibn maryam, daraus folgt isa-ia ist der esel des isa, auf dem dieser reitet. nicht ein iota des logos wird verloren egehn, ich bin nicht gekommen das gesetz aufzuheben, sondern es zu erfüllen. jesaja hat das drehbuch geschrieben, jesus ist der hauptdarsteller dieser soap. und wir haben eben die offenbarung des johannes zu inszenieren: occupy the world.

      the world’s a stage and each must play his part: http://www.youtube.com/watch?v=xvo6UVayW3U

  • FNF sagt:

    „Kein Mensch kann dir „unendlich“ erklären, nämlich so, dass es zwischen deinen Ohren nicht eng wird.“

    (und das inkriminierte zitat ist aus johannes. omfg, frater, ist die brille des mädels tatsächlich so sapiosexualisiernd? tztztz.)

    naja, versuch ma es halt noch mal:

    das raum-zeit-kontinuum ist nach einstein ein 4-dimensionaler hypertorus ohne grenzen. da wir nur in drei raumdimensionen denken können, können wir uns das nicht räumlich vorstellen. das leben, das ein mensch erlebt, ist eine trajektorie auf diesem hypertorus, dh der mensch durchläuft die vorgegebene kurve seines lebenspfades mit konstanter gechwindigkeit, die er aber subjektiv als unterschiedlich schnell erleben kann, zb beim warten auf den bus.

    ein bild im dreidimensionalen wäre eine ameise, die ihren lebenspfad auf einem dreidimensionalen torus durchläuft, also der einfachheit halber ein überdimensionales donut. da der torus so groß ist, erscheint ihr die fläche, auf der sie läuft eben, und ganz egal, wohin sie läuft, sie wird nie einen anfang oder ein ende finden.

    ihr pfad ist auch schon immer da, wird auch immer sein, ist ewig, aber diese ameise erlebt ihn zeitlich ablaufend.

    das universum ist also so ein hypertorus, der die zeit beinhaltet, die frage, wann das universum beginnt oder endet, ist also schlicht sinnlos.

    entlang der linearen zeit können wir bis auf 10^-43 s zurückrechnen, dann versagen die physikalischen gleichungen, sie gelten nicht mehr, weil so etwas wie der ereignishorizont eines schwarzen lochs erreicht wird. bei t = 0 wird von den physikern eine singularität vermutet. ein bekanntes beispiel für eine singularität ist die division durch null. das ergebnis ist nicht unendlich, sondern undefiniert, der rechner sagt beim versuch einer division durch 0 schlicht ERROR. kenn mi nimma aus.

    das alpha können wir also nicht erreichen, das gleiche wäre es mit dem omega. das universum hat keinen anfang und keine ende, es IST.

    IHWH, der hebräische name für „gott“ heißt: (ICH) BIN.

    universum ist die verballhornung des lateinischen unicum verum sum: ich bin das einzig wahre.

    das universum ist also DIE wahrheit, es ist perfekt. da ist kein fehler.

    wo kommt es aber her? gar nirgends: es IST. woher kommen würde ja eine bewegung oder ein ereignis außerhalb dieses universums in einem übergeordneten zeitbezugssystem bedeuten. die zeit ist ja aber ein subsystem des universums. das universum kennt keine äußere zeit: es IST.

    aber nehmen wir einmal an, es gäbe so etwas, und das universum wäre durch ein urknallereignis in diesem meta-universum entstanden, dann stünden wir vor dem gleichen problem mit diesem meta-universum und bräuchten ein meta-meta-universum usw usf ad infinitum.

    „erleuchtung“ oder „erwachen“ bedeutet sich mit vollständiger klarheit dessen bewusst zu werden, dass ich dieser hypertorus universum bin. der nächste aber auch. liebe deinen nächsten wie dich selbst. warum? er ist du. in lak’ech, der gruß der maya: bedeutet: ich bin ein anderes du. das gleiche bedeutet: namaste.

    ein bild, das ich gerne provokativ verwende: „gott“ ist ein schizophrener mit nem ganzen haufen dieser gespaltenen persönlichkeiten. erleuchtung bedeutet sich dieser spaltung bewusst zu werden und sie damit zu überwinden.

    davor fürchtet sich das kleine egolein aber natürlich wie der sprichwörtliche teufel vor dem weihwasser, weil es dann nicht mehr gebraucht wird.

    ein arabisches gleichnis besagt: allah ist das meer und jeder von uns ist ein tropfen in diesem meer.
    wo fängt der tropfen aber an, und wo hört er auf? die frage ist sinnlos. der tropfen IST das meer.

    das kleine egolein will aber der tropfen bleiben, da kann es regelmäßig seine moleküle durchzählen und stolz behaupten, ja, das bin „ich“. und darum klammert es sich verzweifelt an das blatt an dem es hängt, um nur ja nicht in den darunter fließenden abch zu fallen, der in einen fluss mündet, der es ins meer trägt.

    lass dich einfach fallen und sei das meer: götter seid ihr, lesen wir in genesis.

    joh 8:32 : und werdet die wahrheit erkennen und die wahrheit wird euch frei machen.

    und warum? ist doch scheißegal. have fun :D

    • FNF sagt:

      der nächste schritte is die zahl der dimensionen zu erhöhen, das ist sogar zwingend notwendig. für die relativitätstheorie gibt es experimentelle beweise, ebenso für die quantenphysik. im rahmen der 4 dimensionen sind die gleichungssysteme der beiden theorien aber inkompatibel, sie widersprechen einander.

      davon aber mehr vielleicht ein anderes mal, hier soll ja gepredigt werden.

      ps: laut letzten analysen ist das gefundene teilchen ein fragment eines barthaares des alten, und für den den urknall gibt es eine ganz einfache erklärung:

        • frater gladius sagt:

          Danke, FNF. Wie schon im Schrieb per Holzhammer angedeutet: Bei gscheiten Sachen erhitzt sich meine Denkstelle so ominös schnell. Aber „sapiosexualisierend“ geht noch. Und ja, es mag wohl die Brille sein. Ich finde aber die ganze Erscheinung dazu sehr erfrischend. Weich werden da nur meine Knie. Ihr FG

          • FNF sagt:

            verstehe. ich verhehle nicht, man möchte ihren redeschwall stoppen, indem man ihr das goscherl mit etwas von dieser weichheit der knie nicht betroffenen stopft oder zumindest die äußerst sinnlichen lippen mit einen vollendeten kuss verschließt. ja doch, und wohlan, ich dürfte das ja, but holy crap, des fratri beichtvater könnte das barthaarpartikel dann wohl gleich persönlich rückerstatten.

            • Ich bin ehrlich, ich gehe davon aus, das Sie rein irritierend wirken. Sie sind dafür da Leser in die Irre zu führen, wahrscheinlich vom BND eingesetzt, um die Gerechtigkeit zu verhindern, die hinter einem solchen Anspruch steckt. Bei dem Ingenieur nach Ihnen scheint dasselbe der Fall zu sein, ein „Ingeieur“ beweist etwas maximal bestätigtes, um eben zu zeigen, dass es noch andere Positionen gibt die gegen, alles sind. Man versucht also die Qualität zu vertuschen was es bedeutet, dass ein Geltungsanspruch sich gegen alles behaupten kann, weil es naheliegend ist das dieser von Gott kommt. Die Menschen werden irritiert durch die Vermögenden, damit eine Millarde Menschen in Slums und Hunger leben müssen. Meinungssteuerung der Masse, so wie in Deutschland alle Merkel Fans sind, beängstigend, da war der Absolutismus Hilters offensichtlicher. https://sites.google.com/site/jesusistelija/

              • FNF sagt:

                huch, ertappt. ja, ich beziehe eine fürstliche apanage vom bnd und auch der ösi-stasi, nicht zu vergessen fbi und cia.
                aber leider, leider: jesus ist nicht elija, sondern jesaja. isa-ia das drehbuch, isa ibn maryam der hauptdarsteller.

      • Für die Relativitätstheorie gibt es keinen einzigen experimentellen Beweis, den es sowieso nicht geben kann, aber auch keine Verifikation, weil sie unumstößlich falsifiziert wurde und eine falsifizierte Theorie durch nichts mehr bestätigt werden kann. Ich habe nämlich den mathematischen Beweis erbracht, daß die zugrundeliegende Lorentz-Transformation im Gegensatz zu Einsteins Behauptung im allgemeinen Falle nichtkollinearer Geschwindigkeiten zwischen den betroffenen Inertialsystemen lediglich hinsichtlich des Imaginärteils eines Weltpunktes im vierdimensionalen Minkowski-Raum, also hinsichtlich der Zeitkoordinate ict transitiv ist.

  • […] Higgs-Teilchen einen Engel berührtWelt OnlineWelt Online -PC Games -Derwesten.de -ZiB21.comAlle 11 […]

  • lupopasso sagt:

    Das „Gottesteilchen“ hat den Namen übrigens durch die Frage nach dem „god damned thing“, wobei man dann einfach das „damned“ weg ließ, erhalten.

    se non è vero, è ben trovato…..

  • mare sagt:

    Ist schon interessant das es Gottes-Teilchen genannt wird, nicht wahr? Es ist eine Freude, wenn endlich die Wissen-schaft zusammenrückt und im Team neugierig auf all die unverständlichen Wunder blickt;-) Eigentlich können wir Menschen nur miteinander besonderes leisten, jeder kann befruchtet vom anderen werden, wenn nicht immer die/das Ego(s) hineinpfuschen würde! Doch ich bin zuversichtlich, dass nun die Zeit angebrochen ist in der die Menschen erkennen, das es egal was es betrifft, nur m i t e i n a n d e r geht und vorallem zum Zwecke, dass es für alle (global) gerechter wird. Wir leben in einer wunderbaren Zeit des Erkennens, des Wahrnehmens und der Veränderung(en) ….
    Es wird immer am Einzelnen liegen, wie und wozu er sich entscheidet, dass liegt in seiner freien Willensnatur, die langsam aber sicher in ihm wach wird;-) Jeden Tag erleben wir auf diesem wundervollen Planeten Wunder, in allen Bereichen und das wird sich fortsetzen wenn wir weiterhin achtsam offen sind dafür. Die Sufis sagen: Gott schläft im Stein, atmet in den Pflanzen, träumt in den Tieren und e r w a c h t im Menschen! Was will man mehr?;-)

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