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Isabella NittnerTeenage Kicks. Sexting & Fucking

Von | 12.07.2012, 20:39 | 3 Kommentare

Die heutige Jugend: Geht es nach der Wissenschaft, haben Eltern Grund, sich einen abzuängstigen. Geht es nach Isabella Nittner (23), ist das a bissi paranoid.

Schoolgirl by Tim Möller-Kaya

Ergebnisse der Untersuchungen sind etwa: Je lauter man auf seinem MP3-Player Musik hört, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit regelmäßig Marihuana zu rauchen, zu trinken und ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben. Das schließen, nach einer zu diesem Thema durchgeführten Studie, niederländische Forscher.

Die Universität von New South Wales in Australien wiederum beschäftigt sich mit Internetpornografie und sieht einen Zusammenhang zwischen den im Netz konsumierten Sexfilmen und der dazu direkt proportional steigenden Anzahl an sexuellen Partnern. Sie nennen das „risky sexual behaviour„.

Und als würden diese beiden nicht schon genug Wind machen, mischt jetzt auch die Kinderschutzorganisation „Stop Child Abuse“ mit. Mittelpunkt ihrer Studie ist das Sexting, also das Versenden von Nacktfotos und kongenialer Sprüche über Smartphones oder soziale Netzwerke. Besorgnis erregend soll demnach sein, dass sich bereits sehr junge Teenager, oft unfreiwillig, dem sozialen Druck im Freundeskreis ausgesetzt fühlen, unanständige Bilder zu versenden. Konsequenzen dieser Entwicklung seien unter anderem der Druck, schon im Kindesalter Pornografie zu konsumieren, oder auch der Zwang, allzu früh sexuell aktiv zu werden.

Unterstützt wird dieses Studienergebnis auch vom Londoner King’s College. Und als wären die bereits genannten Studien für Erwachsene und vor allem Eltern nicht schon bedenklich genug, mischt letztlich auch noch Philip Zimbardo mit. Der hoch renommierte Psychologe und Universitätsprofessor Stanfords spricht von moralischem Untergang.

„Um zehn bist Du zuhause!“

Dieser Studiensturm ist nicht leicht zu verdauen. Drogen, Alkohol, ungeschützter Geschlechtsverkehr, Pornografie und der mediale Austausch von Intimzonen! Alle machen sich Sorgen. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Eltern endlich wieder ein wenig toleranter im Umgang mit ihren Kindern sind und sie ohne Bedenken bis zur morgendlichen Sperrstunde durch die Stadt tanzen lassen. In Zukunft heißt es wohl wieder: Um zehn bist du zu Hause!

Frage: Für wie dumm wird die moderne Jugend gehalten? Als wüssten wir nicht, dass Ozzy Osbourne aufgrund seines jahrelangen Drogenkonsums keinen geraden Satz mehr sprechen kann. Als wüssten wir nicht, dass Pornos oft unrealistisch sind und Sex ohne Kondom zu ungewollter Schwangerschaft und zu Geschlechtskrankheiten führen kann. Danke Wissenschaft.

Hier ein Geheimnis: So furchtbar verdorben, wie man die Jugend gerne sieht … ist sie nicht. Natürlich geht man mit dem Thema Sex offen um. Viele Jugendliche und junge Erwachsene tendieren dazu, sich erst später zu binden und sich vor einer monogamen Beziehung, Heirat und dem obligatorischen Kinderkriegen das Leben zu geben. Dazu gehört nun mal auch eine Variation an sexuellen Partnern. Ist das Studentenleben nicht für sowas da? Seriös muss man im Leben früh genug sein.

Klar, junge Erwachsene wechseln nicht selten den Partner. Aber die Korrelation zwischen lauter Musik und Drogenkonsum ist mir zu dubios. Und möglich, dass Internetpornos junge Leute desensibilisieren. Aber Pornos bekommen ja immer den Schwarzen Peter zugeschoben.

Aber hey, prüde war gestern. Was ist denn so verwerflich daran, sich Inspiration aus Pornos zu holen? Gestatten, dass wir mal ein paar Dinge jenseits der Missionarsstellung versuchen? Dass einige Stellungen, die in Pornos etwas akrobatisch daherkommen, im häuslichen Bett eventuell nicht einwandfrei funktionieren, merkt man spätestens, wenn man sie ausprobiert hat. Den Partner im Handstand manuell zu befriedigen funktioniert nicht? Wieder was dazu gelernt.

Fragt man nun Jugendliche nach ihrer Meinung zu den besprochenen Themen, stellt man schnell fest, dass Sicherheit sehr wohl an erster Stelle steht. „Ich hab‘ in ’ner Bar eine kennengelernt. Wir sind dann gemeinsam auf’s Klo, hatten aber kein Kondom, deswegen ging’s eben nicht.“ Es mag wundern, aber Triebe können im Zaum gehalten werden. Ist nicht schwer. Immerhin sind die Themen AIDS, Hepatitis und ungewollte Schwangerschaft unsere ständigen Wegbegleiter.

Also, liebe Eltern. Kein Stress. Wir sind keine Triebtäter – und so unvernünftig und suchtanfällig sind wir auch nicht. Alles ist gut.

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