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Isabella NittnerTom Cruise & Katie Holmes: bis Xenu euch scheidet

Von | 06.07.2012, 13:08 | Ein Kommentar

Tom Cruise oder: die nächste Ex. Was haben seine Frauen nur gegen Scientology?

Scientology-Filiale L.A., Foto: Own work, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Cruising mit Tom: Katie Holmes (mit Suri), Foto: Kathryn Decker-Krauth, Lizenz: CC BY 2.0

Vielleicht war es jugendliche Torheit, aber in Jerry Maguire war Tom Cruise mein Held. Ein Mann, der für seine Überzeugungen und Werte seinen Ruf aufs Spiel setzte. Es ging um Integrität, Treue und Freundschaft.

Im wahren Leben handhabt er es ähnlich. Er setzt seinen Ruf für seine Überzeugungen und Werte aufs Spiel. An sich sehr löblich, ginge es nicht um eine umstrittene Sekte, für die er sich einsetzt: die Church of Scientology. Sie ist nicht nur ein Business, von dem man steuerlich profitieren kann, sie ist auch kriminell. In den vergangenen Jahren wurden ihr zahlreiche Verbrechen nachgewiesen, unter anderem der Fall Snow White – der größte Diebstahl von US-Regierungsdokumenten aller Zeiten.

Transformers mal anders

Der Kult Scientology hat Xenu im Fokus, einen galaktischen Herrscher, der vor vielen Millionen Jahren Menschen gekidnappt und auf die verschiedenen Planeten verteilt haben soll. Nach der Ankunft auf der Erde wurden die Menschen am Fuße von Vulkanen platziert und in die Luft gesprengt. Ihre unsterblichen Seelen wandern nun von Körper zu Körper. Ich fragte mich immer, wie man solchen Humbug glauben kann.

Ron L. Hubbard, Gründer von Scientology, hat sich diese Geschichte ausgedacht. An sich reicht die Story gerade für einen schlechten Science-Fiction-Thriller. Der wurde auch gemacht: Battlefield Earth – in der Hauptrolle John Travolta. Er ist Langzeit-Scientologe, wie viele andere Stars auch: Kirstie Alley, Priscilla Presley, Jazz-Größe Chick Corea und angeblich auch Will Smith finanzieren die Sekte mit.

Für jedes „Clearing“, eine Gehirnwäsche, also die Auslöschung des reaktiven Verstands, der jeden Mensch laut Doktrin davon abhält rein zu sein, wechselt eine Unmenge Geld den Besitzer. Eine höhere Leistungsfähigkeit ist laut Scientology das Ergebnis.

Dass die Organisation so nach und nach das gesamte Leben eines Menschen zwanghaft kontrolliert, fällt den wenigsten Mitgliedern auf. Auch Nicht-Mitglieder erfahren von diesen Dingen wenig, Scientologen dürfen nicht über ihre Religion sprechen. Wie gefährlich Scientology wirklich ist und welche Praktiken sie anwenden, wird nur von ehemaligen Mitgliedern geoutet, die sich der Glaubensgemeinschaft entreißen konnten. Winfried Handl, ehemaliger Leiter der Scientology-Filiale in Österreich – und jetziger Gegner – bemüht sich in seinem Blog gegen Scientology um Aufklärung. Von Beschattungen und Gehirnwäsche ist bei ihm die Rede. Momentan hat er eine Scientology-Klage gegen ihn laufen.

Was Tom Cruises frisch gebackener Ex Katie Holmes, die nun die Scheidung eingereicht hat, bevor steht, kann man sich ausmalen. Für diese ist jetzt aber einzig und allein wichtig, dass Tochter Suri nicht in die Fänge der Sekte kommt. Aus diesem Grund hat Holmes auch das alleinige Sorgerecht beantragt. Von Liebeskummer und Herzschmerz war von Anfang an keine Rede.

Ein Kommentar »

  • Mark sagt:

    Wozu braucht eine Glaubensgemeinschaft einen Geheimdienst? Dieser Frage gehen Frank Nordhausen und Markus Thöß in ihrem Dokumentarfilm über die mysteriöseste Abteilung der Scientology-Organisation nach. Sie haben ein Jahr lang mit der Kamera in Europa und den USA recherchiert. Ihr Dokumentarfilm ist der weltweit erste ausführliche Film über O.S.A. — das Office of Special Affairs.

    http://www.youtube.com/watch?v=Ancdgafq1Ts&feature=player_embedded

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