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Giantree: Weltruhm und Reichtum für diese Band!

Von | 16.03.2012, 7:47 | Kein Kommentar

Pop für die ganze Welt: Das erste Album der Wiener Band Giantree hält, was die Vorboten hoffen ließen – es ist noch besser.

Sie geistert ja schon seit ein paar Monaten herum, diese Platte. Zuerst mit dem Song „Time Loops“ samt einem Video, das mit erträglich prominenten Protagonisten aus Film und Fernsehen ausgestattet war. Schon dieses Lied war fast zu gut, um wahr zu sein. Eine Pop-Perle von nebenan, die nicht nach nebenan klang, sondern nach richtiger Welt, wichtigen Konzerten, vielen Leuten und, ja, auch Berühmtheit, die über die von nebenan hinaus gehen muss.

Berühmtheit von nebenan hat nämlich einen gravierenden Nachteil: Das Sample ist zu klein, es sind zu viele Bekannte dabei, die womöglich auch im selben Teich fischen. Sie klopfen einem auf die Schulter, obwohl sie einen lieber niederstächen. Sie sagen, dass du toll bist, obwohl sie meinen: Du kannst nichts, keinen Ton halten, keinen Rhythmus spüren, keine Melodie verstehen, nichts, nichts, nichts. Und übrigens: A supa Numma, Oida.

So wird es einem zumindest erzählt. Und da ich lange genug als Journalist gearbeitet habe, um zu wissen, dass Neid, Niedertracht und Missgunst sich gerne mit einem kollegialen Händedruck vorstellen, gehe ich jetzt einmal davon aus: Es wird wohl auch unter Musikern so sein. Sind ja auch sehr viele, die um sehr wenige Plätze an der Sonne buhlen. Aber ich schweife nun endgültig ab …

Nach „Time Loops“ jedenfalls kam „Communicate“, und es war noch besser als das erste Lied. Perfekt aufgebaut, zuerst diese um Sekundenbruchteile verschleppten Engelschöre, dann ganz viel Gitarre, dann wieder Ruhe … – ich finde es noch immer großartig, welch perfekten Song Giantree da produziert haben.

Alles wie versprochen

Und nun – genauer: ab Freitag nächster Woche –  gibt es Giantree, bestehend aus Hele Maurer (Gesang), Roland Maurer (Gitarre, Gesang), Ada Joachimsthaler (Synthesizers, Gesang), Franziska Kleinschmidt (Bass) und Konstantin Spork (Schlagzeug), in Album-Länge. Endlich, denn seit „We All Yell“ vorliegt, weiß man, was dran ist an den Promotionmails, die so Großes versprechen, dass sie sogar der Chef ihres Labels persönlich adressiertte.

Er hatte völlig recht mit seiner Begeisterung: Giantree ist es tatsächlich gelungen, das Niveau zu halten, das zwei Songs versprachen, die bei anderen die Highlights eines Werkes wären. Hier werden sie gleich zu Beginn des Albums abgefeuert und machen den Weg frei für all die Zaubertricks, die diesen Band drauf hat.

Sie erinnern einen in Sachen richtig kanalisierten Weltschmerzes an Arcade Fire, in Sachen virtuoser Verschrobenheit mit Breitenwirkung an Helden von ganz früher, in Sachen … ach, ist doch egal, was hier jeder in seine Referenzkiste packt. Fest steht, dass in der Musik dieser Band sehr vieles von dem drin steckt, was ich mag. Fest steht auch, dass ich ihren Mitgliedern Weltruhm und unermesslichen Reichtum wünsche. Und fest steht, dass ihnen bald noch mehr Leute auf die Schultern klopfen werden als jetzt schon. Mit Songs wie denen auf „We All Yell“ werden sie das aber locker überleben.

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