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Isabella NittnerDie spinnen, die Amerikaner!

Von | 15.03.2012, 11:07 | Ein Kommentar

Wieder machen amerikanische Militärs mit Verbrechen gegen die Menschenwürde in Afghanistan Negativschlagzeilen. Eigentlich wollten sie ja amerikanische Werte in den arabischen Staat bringen. Doch sind die wirklich erstrebenswert?

Eigentlich habe ich ja nichts gegen die Vereinigten Staaten von Amerika. Ich mag Obama. Neben Bill Clinton ist er wahrscheinlich der einzige Präsident, der mit dem nötigen Intellekt an der politischen Spitze der USA steht. Über George W. Bushs Intelligenz braucht man hier wohl kaum streiten. Ich möchte mir auch gar nicht ausmalen, was denn passiert wäre, hätte man John McCain und Sarah Palin das Ruder übergeben.

Hochmut kommt vor dem Fall

Was mich aber massiv stört, ist der anscheinend in den amerikanischen Genen verankerte Gott-Komplex. Ich spreche hier nicht bloß davon, dass in Afghanistan offiziell immer noch Krieg herrscht, obwohl die gesamte Welt weiß, dass die USA, wenn man es genau nimmt, zahlungsunfähig sind und gar kein Geld dafür haben. Sie wären völlig pleite, wäre da nicht auch das Geld der Chinesen, der Kommunisten, deren Ideologie sie eigentlich seit Jahrzehnten verabscheuen und bekämpfen.

Nein, in diesem Fall meine ich die Mission, in der das amerikanische Militär Afghanistan (und bis vor Kurzem auch noch den Irak) besetzt. Sie wollen den Afghanen die Demokratie bringen. Retter und Erlöser sein. Schon komisch also, dass immer wieder von Koranverbrennungen oder Massakern die Rede ist, lehrt man in der Demokratie doch, dass alle Menschen dieselben Rechte haben und ihre Religion frei ausüben dürfen.

Was ist Intigrität?

Was für eine Demokratie ist es also, die die USA dort aufbauen wollen? Ist es eine nach Vorbild der amerikanischen, so wäre ihr wichtigstes Attribut wohl die Doppelmoral. In einem Land, in dem man auf der Straße von Obdachlosen im Fünf-Minuten-Takt um einen Dollar angebettelt wird, ist der amerikanische Traum, von dem immer alle reden nämlich nichts weiter als eben das: ein Traum. In einem Land, in dem die NRA, also die Waffenlobby, Wahlkämpfe in Millionenhöhe sponsert, kann von Unabhängigkeit nicht mehr die Rede sein.

Es ist das Land mit der weltweit größten Pornoindustrie und dennoch predigen Politiker (vor allem jene der Tea Party), Sex vor der Ehe sei eine Sünde und Homosexualität eine Krankheit. Wozu also diese ganze Farce? Die Vereinigten Staaten von Amerika sind längst nicht mehr das Maß aller Dinge – im Gegenteil. Und jeder, der denkt, in den USA gäbe es ein besseres Leben, bessere Chancen auf Karriere und einen höheren Lebensstandard, der macht genau das, was die Amerikaner in ihrem Patriotismus und in dem seit jeher eingetrichterten Überlegenheitsgefühl seit Jahren tun: träumen.

Foto: Perfecto Insecto, Lizenz: CC BY 2.0

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