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SexScience. Frau am Rande eines Orgasmus im MRIscanner

Von | 22.12.2011, 15:40 | Ein Kommentar

Sexologen nennen es die Findung des Jahres: Erstmals konnte filmisch erfasst werden, was im Gehirn einer Frau passiert, wenn sie einen Orgasmus hat.

MRI-scan einer orgasmierenden Frau, Screenshot (siehe Video unten)

Ein MRIscanner – jener Schlauch, in den ein Mensch mehr schlecht als recht reinpasst – ist eines der großen unsinnlichen Objekte unserer Zeit. Steckst du mal drin, ist Platzangst das wahrscheinlichste aller Gefühle. Erschwerend zudem, dass du dich nicht rühren darfst, damit die gewonnenen Bilder was heißen. Und last, but not least, ist da auch noch dieses unsägliche Hämmern.

Wie legst du in so einem Ding einen Orgasmus hin?

„Erstens: durch Übung“, erklärt Autorin Kayt Sukel. Genau das hat Ms Sukel gemacht, sie hat zwei Wochen lang trainiert, bis sie so einen Orgasmus, bei dem sich von den Schultern aufwärts nichts regen durfte, auf der Reihe hatte. Dann trat sie an, im Dienste einer noblen Sache.

Zweck des Experiments war die lang gehegte Ambition des legendären Orgasmusforschers Barry Komisaruk (Rutgers Uni, New Jersey), auf Film zu bannen, was im Gehirn einer Frau abläuft, wenn sie einen Orgasmus hat. Mittel zum Zweck war eine – während des Akts auf Ms Sukels Kopf fixierte – Maske, die alle Magnetresonanz-Daten erfasste.

Und so wurde das Experiment (fünfminütige) Filmgeschichte. Eine Animation, die in – alle zwei Sekunden getätigten – Schnappschüssen zeigt, wie sich die orgasmische Aktion über 80 verschiedene Gehirnregionen ausbreitet.

„Das Ziel des Experiments“, erklärt Professor Komisaruk, „ist verstehen zu lernen, wie sich ein Orgasmus aus genitaler Stimulation entwickelt und welche Teile des Gehirns dabei erfasst werden.“

*Erste Erkenntnisse: Einer der großen „Spielplätze“ ist das Limbische System, eine Gehirnstruktur, die mit Emotionen und Langzeitgedächtnis im Bunde steht.

*Mit Annäherung des Orgasmus breitet sich die Aktivität auf das Kleinhirn und den Frontallappen aus.

*Die Klimax des Orgasmus bringt den Hypothalamus in den Vordergrund, der eine Dosis Oxytocin (auch als Treuehormon geläufig) verabschiedet und unter anderem auch den Uterus zum Kontrahieren nötigt.

*Nach dem Orgasmus beruhigt sich die allgemeine Aktivität allmählich.

Was das Experiment bringen könnte? Generell zeige es auf schöne Weise, meint der Professor, wie die Gehirnbereiche mit einander verbunden sind. Im Besonderen erhoffe er sich Aufschlüsse über den pathologischen Zustand der Anorgasmie.

Die Arbeit wurde Mitte November anlässlich des Jahresmeetings der Society for Neuroscience in Washington präsentiert, ist Teil einer Dissertation der Sextherapeutin Nan Wise und wurde auch in Kayt Sukels aktuellem Buch „Dirty Minds: How Our Brains Influence Love, Sex and Relationships (siehe Promotion-Video) etwas breiter getreten.

Somit zum MRI-Film von Ms Sukels Gehirn, während ihr der Orgasmus widerfährt. Die Gehirnaktivität wird auf einer Farbskala von dunkelrot (sehr schwach) bis gelb/weiß (sehr stark) reflektiert.

Quelle: Female orgasm captured in brain scan

 

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