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Sex für Fortgeschrittene 44. Der Banker, seine Rolex und der rote Arsch des Pavians

Von | 17.11.2011, 15:51 | Ein Kommentar

Wenn es um Sex geht, sind teure Statussymbole so unbezahlbar wie der Hintern eines geilen Affen. Weiß jeder Alphamann.

Pavian (Zoo Madrid) by Roy Stead, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Zum Beispiel der Wall Street Banker in „Die Entführung der U-Bahn Pelham 1-2-3“ (2009). Der war auf harte Zeiten gestoßen und entführte einen U-Bahnwaggon, aber niemand wusste, wer oder was dieser Entführer war. Bis er in einem Telefonat damit prahlte, mit Callgirl und Ferrari ein Wochenende auf den Bahamas verbracht zu haben. Worauf die Polizisten zu fragen begannen, welche Art Mann bescheuert und betucht genug sein kann, sich diese Art Kicks zu holen.

Die Antwort war simpel: Das konnte nur ein Wall Street Banker sein, einer jener Adrenalin-Junkies, die auf die Alphaschiene geraten, die Börse als Dschungel bezeichnen und dann entsprechend den Platzhirsch heraus hängen lassen; Ebene Gorilla, der sich mit den Fäusten auf die Brust hämmert.

Die Inspiration zu diesem netten Drehbuch-Spin kam vom Dschungel-besessenen Schriftsteller Richard Conniff, der ausgezogen war, um schwerreiche Alphas „in Society“ zu beobachten, aber so zu beschreiben, als wären sie illustre Tiere „auf freier Wildbahn“.

Ronald Perelman by David Shankbone, Lizenz: CC BY 2.0

Einer dieser Alphas war Business-Magnat Ronald Perelman, den er in einem Restaurant aufstöberte. Die Trophäenfrau an Perelmans Seite hieß Ellen Barkin (vorüber gehend seine vierte Gattin). Conniff gab sich aufmerksam die Szene und notierte, wie sämtliche Restaurantgäste die beiden anstarrten, Perelman sich dessen genießerisch bewusst war und vor Verlassen des Lokals noch bei einem Millionärskollegen stehen blieb, um denselben mit sachtem Druck auf die Schulter von oben herab zu grüßen.

Hoffnungsvoller Ganter by Evelyn Simak, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Szenen wie diese wurden von Conniff dann in assoziativer Übersetzung ins Aufnahmegerät diktiert: „Perelman sendet ein dominantes Signal. Er agiert wie eine starke Wildgans, deren Flügelschlag und Brustkorb-Plustern die Rivalen beeindrucken soll.“

Resultat der Beobachtungen war der spätere Bestseller The Natural History Of The Rich, in dem die faszinierenden Parallelen zwischen stinkreichen Alphas der Spezies Homo Sapiens – und der Tierwelt aufgelistet wurden. Die These dazu: Schwerreiche Alphas mögen andere Menschen sein als Leute wie du und ich. Aber sie bemühen einen Habitus, den sie direkt von führenden Figuren des Dschungels geklaut haben könnten.

„Wir sind alle das gleiche Biest. Die teure Rolex am Arm hat letztlich keine andere Funktion als der rote Arsch des Pavians. Beide heischen um Aufmerksamkeit.“

Der Zoomorphismus, den Conniff da bemüht hatte – das Betrachten von Menschen, als wären sie Tiere –, war an sich ein lang vergessener Sport, hatte aber durch die Findungen im Zuge des Humangenomprojekts eine zwingende Logik. Immerhin wissen wir heute, dass die Genome von Menschen und Menschenaffen zu 98,4% ident sind. Da kann sich so manches ungewollt Tierische in unser Verhalten schleichen.

Jerry Hall by mafleen, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Begüterte Zeitgenossen wie Tycoon Donald Trump und Supermodel Jerry Hall waren vermutlich nicht übermäßig begeistert, dass sie bei Conniff wie eine männliche Hängefliege (Trump) daher kamen, die Insekten tötet und den Girls im Austausch gegen Sex offeriert; oder wie ein Rabenweib (Hall), das plötzlich nach Nestbau erkennt, dass ihr Rabenmann (vermutlich Mick) schon wieder bei einem anderen Rabenweib nistet.

Dass ausgerechnet reiche Leute derlei tierische Parallelen provozieren, lag für Conniff auf der Hand: „Wir sind alle das gleiche Biest. Die teure Rolex am Arm hat letztlich keine andere Funktion als der rote Arsch des Pavians. Beide heischen um Aufmerksamkeit.“

Rabe by Rennett Stowe, Lizenz: CC BY 2.0

Bezeichnender Weise, meint Conniff, seien die Parallelen gerade im Sexualverhalten stark ausgeprägt. Kein Wunder. Ein Mann, der alles hat, hat eigentlich nur noch eines im Sinn – und wird von bürgerlicher Moral kaum gebremst. In einer Studie über die Forbes 400  (die alljährliche Forbes-Liste der 400 reichsten Amerikaner) wurde auch einmal transparent gemacht, dass nicht nur ihr Futternapf ergiebiger sondern auch ihr sexueller Appetit weit größer ist als jener der menschlichen Herdentiere: Reiche produzieren um 38% mehr Nachwuchs als Normalverbraucher. Sie treiben, was alle Alphatiere treiben und der Rest von uns auch gern triebe, hielten uns nicht finanzielle Troubles so widerlich streng im Zaum der Zivilität.

Zum Sex eines Alphatiers: Da empfiehlt sich eine tiefe historische Rückblende in die Geschichte der menschlichen Kopulation, zurück in eine Zeit, als a tergo das eine Maß aller sexuellen Dinge war.

Alphasex ist vierbeinig, Alphatiere lieben den G-Spot-Jiggy, das ist Alphaspeak für doggy, also von diversen, durch Gesichter kommunizierten Gefühlsduseleien ungetrübter Sex. Doggy weckt das Alphatier in ihm.

Der Zufall will es, dass bei dieser Stellung der G-Punkt, nicht die Klitoris, zur prinzipiellen Quelle weiblicher Lustschöpfung wird. Aber das nur nebenbei. Erstens ist weibliche Lust nicht etwas, das einen männlichen Alpha sonderlich interessiert. Zweitens wurde der G-Punkt an dieser Stelle bereits vergangene Woche referiert.

Take it away, Alpha-Phil!

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