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Champions League. Wenn die Götter lächeln.

Von | 09.04.2009, 22:04 | Ein Kommentar

„Wenn Cesc den Ball kriegt, gilt sein erster Gedanke dem Stürmer, und ich bin immer da“, meinte Emmanuel Adebayor nach dem CL-Gastspiel bei Villareal. Cesc, das ist der spanische Spielmacher Fabregas, der mit dem 25jährigen Stürmer aus Togo gerade die Saison von Arsenal London belebt. Es gab eine Zeit, da war Arsenal nichts für Ästheten. […]

„Kopf hoch, Arsene!““„Wenn Cesc den Ball kriegt, gilt sein erster Gedanke dem Stürmer, und ich bin immer da“, meinte Emmanuel Adebayor nach dem CL-Gastspiel bei Villareal. Cesc, das ist der spanische Spielmacher Fabregas, der mit dem 25jährigen Stürmer aus Togo gerade die Saison von Arsenal London belebt. Es gab eine Zeit, da war Arsenal nichts für Ästheten. Seit aber der Franzose Arsene Wenger die Geschicke des Klubs lenkt, sind Genießer puren Fußballs dort gut aufgehoben. Der Mann aus dem heimelig klingenden Dorf Duttlenheim macht alles aus den richtigen Gründen. Fußball ist für ihn ein Gesamtkunstwerk und der eine Star der Mannschaft das Team selbst, rekrutiert aus Talenten, die ihren Feinschliff in der Regel von Wenger selbst erhielten. Zu seinem Malheur ist der „Professor“ genannte Franzose auch selbst felsenfest davon überzeugt, genau das Richtige zu machen. Deswegen hadert er habituell mit den Göttern, die ihm seit Jahren kalten Herzens einen großen Finaltriumph versagen. Diese Woche haben sie ihm allerdings zugelächelt.
Dabei begann das Viertelfinal-Hinspiel so unglücklich wie gehabt. Villareal stand mit einem Tor im Plus, mit Tormann Almunia und Verteidiger Gallas waren zwei Arsenal-Stützen ausgeschieden – und Arsene haderte, soll heißen er schickte einen Blick gen Himmel, den du im allgemeinen nur draufhast, wenn dir die Gattin erläutert, dass auf ihrer Haut der Schweiß eines anderen klebt.
Und dann hatte Cesc den Ball. Die Männer von Villareal verharrten einen Augenblick auf der Stelle und Teamkollege Adebayor spürte den Moment gekommen. Er preschte vor, direkt Richtung Abseits-„falle“, die aber nicht zuschnappte, weil der Ball rechtzeitig den Fuß von Cesc verließ. Allein, Sacre Bleu nochmal erwies sich der Pass als zu kurz und Adebayor drehte sich im Sprint und stoppte per Brust den Lauf des Balles, der nun leider in ungünstiger Höhe in der Luft stand, der Stürmer selbst auch noch mit dem Rücken zum Tor des Gegners.  Und plötzlich begannen sie zu lächeln – Zeus und Hera und Apollo und Ares und wie sie alle heißen – denn plötzlich schnellte sich „Manu“ in Missachtung aller Warnsignale vor einer widerlichen Landung nach hinten weg und schuf so die notwendige körperliche Distanz zum Ball, um denselben per makellosem Fallrückzieher in der langen Ecke des Tores von Villareal zum letztlichen Einstand zu versenken. Womit die fußballpuristische Hoffnung auf ein CL-Traumfinale der hungrigen jungen Anwärter Arsenals gegen die glorreichen Ballkünstler von Barcelona sich weiterhin bester Gesundheit erfreut.
Wie er das nun gemacht habe, wurde Adebayor nach dem Spiel gefragt. „Keine Ahnung“, sagte er. „Es ist ganz einfach passiert.“ Götter, seid bedankt.

Ein Kommentar »

  • Hannes Uhl sagt:

    Ich hab ja schon viel gesehen, aber dieses Tor eröffnet eine neue Dimension des Fußballs!

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