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Sonntagabend 2.0

Von | 03.08.2008, 21:54 | Kein Kommentar

Eigentlich sollte hier ja ein kluger Text stehen, der eine Geschichte verhandelt, die gestern auch auf ORF.at zu lesen war. Die Obrigkeit von Los Angeles will nämlich den marodierenden Paparazzi den Krieg erklären, sie mit Bannmeilen bekämpfen, ihnen die Existenz rauben. Das wäre fatal, denn damit würde sich über Nacht unsere Wahrnehmung von Hollywoodstars ändern, […]

Eigentlich sollte hier ja ein kluger Text stehen, der eine Geschichte verhandelt, die gestern auch auf ORF.at zu lesen war. Die Obrigkeit von Los Angeles will nämlich den marodierenden Paparazzi den Krieg erklären, sie mit Bannmeilen bekämpfen, ihnen die Existenz rauben. Das wäre fatal, denn damit würde sich über Nacht unsere Wahrnehmung von Hollywoodstars ändern, die in den ausklingenden Nullerjahren vor allem von so genannten Abschüssen geprägt ist. Und das könnte ein sehr großes Geschäft eindämmen, das auch deshalb prosperiert, weil manche Promis „serialized“ werden, wie es im Jargon der einschlägigen Fotoagenturen heißt. Sprich: Alles, was jemand wie Britney Spears tut, hat verbreitungswürdigen News-Wert, solange es ein Foto davon gibt. Gehen, Kaffee trinken, parken, egal was.
Aber nach einem Tag – ich gebe zu: sehr losen – Nachdenkens war mir das so nahe am täglichen Brot, dass es langweilig wurde. Außerdem empfand ich vor allem Sympathie für den Chef des Los Angeles Police Departement, der wegen folgendem Zitat von der Fraktion der politisch Korrekten kritisiert wird: „Seit Britney wieder Kleidung anhat, Paris nicht mehr in der Stadt ist und Gott sei Dank niemandem mehr auf die Nerven gehen kann und Lindsay Lohan offensichtlich lesbisch geworden ist, haben wir kein großes Problem mehr“, sagte dieser William J. Bratton vor laufenden Fernsehkameras. Ja, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Vor allem an Tagen wie heute. Denn so kurz bevor es losgeht, bin ich mir immer noch nicht sicher, ob Olympia und China und alles andere, was dazu gehört, nun gut, schlecht oder gar verachtenswert ist. Seit einer famosen Geschichte in der Süddeutschen Zeitung von gestern weiß ich wenigstens, dass es vor allem dumm werden wird. Nicht wegen der Zensur, wegen ein paar Gemeinheiten des Regimes oder wegen der Allmacht von Großkonzernen, sondern einfach deshalb, weil das Gros der dieser Tage anreisenden Berichterstatter als Sportjournalisten arbeitet. Das ist – so findet Christian Zaschke, selbst eine Mitglied dieser sonderbaren Zunft – fatal. Und weil er das so gut begründen kann, empfiehlt es sich anstatt in diesem Blog ausnahmsweise hier nachzulesen. Gute Nacht.

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