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Swinging Weißenbachtal

Von | 13.10.2011, 17:35 | 2 Kommentare

Frage an Österreichs Pornokönig Thomas Janisch: Was war wirklich dran am Swingerskandal im oberösterreichischen Weißenbachtal?

Thomas Janisch und Model Anita by Erich Reismann

Zur aktuellen Lage: Es herrscht Ruhe im malerischen Weißenbachtal im Salzkammergut, das Klima hat sich eingekühlt, die Bäume tragen Herbst, „weit und breit keine Nackten zu sehen“, berichtet ein Wanderer, der das Tal vom Schoberstein aus musterte.

Das Weißenbachtal bietet sich endlich so dar, wie es Franz Kneißl, Bürgermeister von Steinbach am Attersee, versprochen hatte. „Im Herbst wird es eine Lösung geben“, hatte er in einem Interview angedeutet, vermutlich in weiser Voraussicht. Wer friert sich schon gern bei herbstlichem Lüftchen den Arsch ab?

Gemeint hatte er es anders. Gemeint hatte er, dass er im Herbst einen „runden Tisch mit Gemeinde, Polizei und den Bundesforsten“ einberufen werde, um gegen die Zustände „mit aller Schärfe“ vorzugehen. Zustände, die in die Medien rutschten, nachdem sich Wanderer beschwerten, unfreiwillig Zeugen von sexuellen Handlungen gewesen zu sein. Was Kneißl offiziell „schockiert“ hinterließ, wenngleich er insgeheim vernutlich den Kopf schüttelte.

Das Weißenbachtal ist seit Jahren ein (international bekanntes) Swinger- (und Dogging-)paradies. In der Tat sei es „der beliebteste Swingertreff Österreichs“, erläutert der heimische „Pornoking“ Thomas Janisch (ÖKM).

Nur hatten es die Medien anders im Prozessor. Sie mutmaßten, dass es im Tal erst diesen Sommer „zwischen Vogelgezwitscher und Flussrauschen“ so richtig zur Sache gegangen war und nicht nur das, angeblich hat Janisch dort professionelle Pornofilme drehen lassen.

Letztere Info wunderte mich, vor Monaten (siehe HIER) hatte er noch geklagt, dass an Filmproduktionen nicht zu denken sei, solange das Internet mit Gratisporno überschwemmt ist. Was ist los?

Fazit: Leider-nein-Pornofilme. „Wir haben im diskreten Schutz der Büsche unweit der FKK-Szene ein paar Fotos gemacht“, erzählt Janisch. Und plötzlich meldeten sich OÖN und ATV und Soweiter und erzeugten „einen Sturm im Wasserglas, der passte halt ins Sommerloch.“ (Janisch) Von der geplanten „Schärfe“ des Steinbacher Bürgermeisters habe er zwar gelesen, aber gemeldet habe sich nie jemand. Es war ein „reines Medienspektakel, sonst nichts.“

F**k.

Screenshot

Allerdings erwarte er für den Frühling eine starke Belebung der „Szene Weißenbachtal“. Eine Meinung, mit der er nicht allein ist. Tatsächlich haben sich seit dem „Medienspektakel“ nicht nur die Beschwerden über die Swingerszene gehäuft sondern auch die Swinger organisiert. Auf der Facebook-Seite „Weißenbachtal“   wirbt eine zum Schutzengel erhöhte blonde Weißenbachtalerin erfolgreich mit Bikini-Fotos für das „Natur – und Erotikparadies“.

Natürlich, seit ein paar Wiener sichl mit Erfindung einer Gailtalerin über die Provinz lustig machten, ist das sensibles Terrain. Aber immerhin, die Fanschar der Weißenbachtalerin ist mittler Weile 1600+ stark, die Kommentare sind üblich verdächtig („Ist das nicht ein wenig hart, so zu liegen :)“ – „Hoffentlich kriegt sie keinen Sand ins Getriebe lol“), die Warnungen an Radler und Wanderer unmissverständlich: „Wenns eich net gfoin, die Nackerten, dann Augen zu und durch!“

Klingt wie Kampfansage, no, aber in Steinbach und Umgebung ist das Thema kalt, Ausnahme Janisch, der regt vorbeugende Maßnahmen an, damit die kommende Saison „safe“ beginnt: „Sichtschutzzäune“, meint er. „Damit niemand gestört wird. Die Leute sollen in Ruhe ehwissen (Wort von Red. geändet, Anm.) können.“

Die Idee zu diesen Zäunen sei ihm vor wenigen Tagen anlässlich der Kampfansage des englischen Premierministers David Cameron an die Sexindustrie des Internets gekommen. Cameron will, dass die Internet-Providers „Pornofilter“ installieren, um die Kinder zu schützen.

 Tolle Idee, findet der Ischler Pornomann, zumal damit auch das Pornobusiness geschützt werde: „Wenn das Schule macht und Gratisangebote somit weniger werden, springt auch das Business wieder an.“

Im wesentlichen stellen Schutzzäune (von ihrer widernatürlichen Hässlichkeitl abgesehen, Anm.) eine Win-win-Situation dar, so Janisch, die einen können es ungestört treiben, die anderen in Ruhe wandern, das Problem sei dann, wenn überhaupt, nur ein akustisches – und als solches prinzipiell lösbar: „Man müsste halt die Frauen auffordern, sich bei den Lustschreien etwas zurückzuhalten, das Echo in so einem Tal ist – zugegeben – etwas krass.“

Weißenbachtal by stefanpreis, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Soweit zum kommenden Frühling in den Augen eines Pornokönigs. Reine Zukunfstmusik. Noch ist Herbst. Und demnächst wird Winter sein. Und es werden keine Nackten sein.

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