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Liebe und Leid mit Ryan Adams

Von | 07.10.2011, 9:11 | 4 Kommentare

Ein Geburtstag, der verpflichtet. Songs zum Weinen. Und noch ein paar Gründe mehr, warum die ratlose Begeisterung der Woche dieses Mal Ryan Adams gilt.

Beginnen wir mit einer Liste von Filmen, die man nicht gesehen haben muss: alle Filme mit Mandy Moore zum Beispiel. Habe ich beim Stöbern in der Wikipedia gelernt. Der Grund, warum ich überhaupt dort gelandet war: Ich möchte hier kurz von Miss Moores Ehemann Ryan Adams erzählen, der am selben Tag wie ich geboren ist und diese Tatsache einmal in einem Song über unser gemeinsames Geburtsjahr verarbeitet hat. Er heißt „1974“, es gibt bessere Songs, aber ich betrachte ihn trotzdem als meinen Ryan Adams-Song. Es gibt Zufälle, die verpflichten einfach.

Gleich eine ganze Handvoll bessere Songs findet sich zum Beispiel auf „Ashes & Fire“, Ryan Adams’ jüngstem Wurf. Das gehört auch deshalb erwähnt, weil Adams zu recht großzügiger Veröffentlichungspolitik neigt und daher neue Musik aus seiner Feder durchaus unbemerkt an einem vorbei gehen kann. Und gerade in den vergangenen Jahren gab’s da auch nicht viel zu versäumen außer Stagnation auf hohem Niveau.

Lieder in seiner eigenen Tradition

Mit „Ashes & Fire“ hingegen knüpft Ryan Adams an jene Tradition an, die er mit „Heartbreaker“ und „Gold“ vor zehn Jahren selbst für sich geschaffen hat: die des Raunzens und Leidens zu intimer und geschmackvoller Instrumentierung. Das, so lernen wir, kann er noch immer besser als den Rock’n’Roll, an dem er sich auch schon versucht hat. Das, so hören wir in elf Liedern, ist einfach das angestammte Revier dieses Singer-Songwriters aus North Carolina.

Der weiß, dass man die Liebe wirklich kennen muss, um mit der Inbrunst des Country-Barden darüber zu singen, ohne lächerlich zu wirken. Der mit einer Lockerheit zwischen Glück und Depression pendelt, die sich nur einer erlauben kann, der genau weiß, was er tut. Und der auf jede Mode pfeift. Weil Moden rückblickend auch nur eine Liste von Dingen ergeben, die man nicht gekannt haben muss.

Ja, „Ashes & Fire“ ist vielleicht nur ein kleines Album von vielen. Aber es ist das solideste und schlüssigste Album, das Ryan Adams jemals je veröffentlicht hat. Und bei einem, dem seit jeher größtes Talent bescheinigt wird, kann das nur in eine uneingeschränkte Empfehlung münden. Hören wir uns das gute Stück also am besten gleich hier noch einmal an.

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