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Hermetisch abgeschottert

Von | 17.09.2011, 8:10 | 2 Kommentare

Einmal mehr hat Maria Fekter aus ihrem Herzen keine Schottergrube gemacht. Am Rande der gestrigen Sitzung der Euro-Gruppe setzte sie den Unmut mit Bankenprivilegien und Steuergeschenken für Vermögende mit der Judenverfolgung gleich.




Walter Gröbchen bringt es auf den Punkt, wenn er meint, dieser krude Vergleich sei „nicht nur historisch falsch und sachlich unangebracht“, sondern auch „schlichtweg obszön“. Doch was sagt uns diese – auf derStandard.at höflich als „ungewöhnlich“ bezeichnete – Aussage über das Weltbild von Frau Fekter?

Das dramaturgische Bild ist eindeutig: Schützend stellt sich die Finanzministerin vor die „armen“ Banker, Reichen und Vermögenden, die ihrer Meinung nach einer schlimmen Verfolgung ausgesetzt sind. So schlimm, dass sie offensichtlich kein Problem damit hat, Parallelen zum Holocaust zu ziehen.

In der Pose der Widerstandskämpferin

Eine bemerkenswerte psychologische Leistung, mit der es ihr gelingt, sich in die Pose der Widerstandskämpferin zu werfen. Sie sieht sich auf der Seite der (vermeintlich) „Schwächeren“, die zu Unrecht angefeindet werden und vor den niedrigen Instinkten der Masse bewahrt werden müssen – als hätten die oberen Zehntausend diesen Schutz wirklich nötig.

Jene kritischen Stimmen, die für einen gesellschaftlichen Ausgleich eintreten und die sich immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich schließen wollen, werden von ihr in einen Topf mit den größten Verbrechern des 20. Jahrhunderts geworfen. Faschismuskeule von rechts, quasi. Und ganz nebenbei verharmlost sie damit auch noch die Gräuel der Judenverfolgung, aber das ist schon beinahe ein Nebenpfad ihrer eigenartigen Denkweise.

Fekter zeigt damit, dass sie in einer hermetisch abgeschotterten Welt lebt und keinerlei Verständnis für die Sorgen einer breiten Bevölkerungsmehrheit hat – von den Nöten der sozial Schwächsten gar nicht zu reden.

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