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Vernissage. Julian Schnabel in Venedig

Von | 05.07.2011, 21:07 | Kein Kommentar

ZiB21 präsentiert exklusiv: „Architektur des Sehens“ – die Biennale-Exhibition des US-Künstlers und Filmemachers Julian Schnabel im noblen Museo Correr.

Julian Schnabel by Thomas Koenig

Er hat, erzählt uns Julian Schnabel in seiner Eröffnungsrede, sehr wohl auch erlebt, „hier in Venedig zu sein und niemanden zu kennen und keinen Platz zum Zeigen der Werke zu kriegen.“ Das war 1980, wenige Jahre später war er bereits ein Großer der Neoexpressionisten, die auch als Neue Wilde im Buch der 80er Jahre notiert sind.

Heute stehen dem amerikanischen Künstler die noblen Räume des Museo Correr zur Verfügung, des Städtischen Museums von Venedig, das anlässlich der Biennale 2011 bis zum 27. November ganz im Zeichen von Schnabels Exhibition „Permanently Becoming And The Architecture Of Seeing“ stehen wird. Die „Architektur des Sehens“ ist klar genug, im permanenten „Becoming“ steckt ein kleiner Zwiespalt, das kann „bekömmlich“ ebenso sein wie „in einen Zustand geraten“ und eigentlich können die beiden nicht ohne künstliche Brücke mit einander.

Der Hintergrund zur Show ist ein vom Kunstmarkt animierter, die Aktie Neoexpressionismus stand schon mal höher im Kurs, insbesondere die jüngere Vergangenheit zeigt sich gnadenlos, Kollegen wie Francesco Clemente oder Eric Fischl sahen den Wert ihrer Werke binnen weniger Jahre um zwei Drittel fallen. Die gute Nachricht ist, erklärt mir ein Galerist, dass es nun wieder Sinn macht, in „Wilde“ zu investieren.

Kuratiert von Sir Norman Rosenthal bietet das Museo einen Streifzug durch das gesamte Schaffen Schnabels, „The Sea“ (1981), famoses Beispiel seiner berühmten „Scherbenmalerei“, ist ebenso zu sehen wie „Bez“ (2010), ein Flirt mit moderner Popkultur, mit Bez ist tatsächlich der schräge Tänzer der Manchester-Bandlegende Happy Mondays – und Celebrity Big Brother-Sieger (UK) – gemeint.

Mit seinen Venedig-Aktionen (HIER gehts zum großartigen Maybach-Projekt) bringt sich Schnabel wieder stark in Erinnerung, das soll nicht heißen, dass er ein Vergessener war, wer nebenbei auch noch als Filmemacher für Oscarnominierungen sorgt (Before Night Falls mit Javier Bardem) und Golden Globes gewinnt (Schmetterling und Taucherglocke), der kann nicht vergessen werden. Dass der vielseitige Amerikaner außerdem demnächst seinen Sechziger feiert, ist auch kein Nachteil.

In seiner Museo-Rede huldigte Rosenthal dem Künstler als Seher der Zukunft und Beschreiber der Gegenwart und Erinnerer der Vergangenheit. Es hörte sich ein wenig übererhaben an, ich selbst freue mich schon, wenn ein Kunstwerk für Bewegung und Expansion zwischen meinen Ohren sorgt, die Gedanken sind dann mein, die lass ich mir nicht nehmen.

ZiB21 präsentiert, dank freundlicher Unterstützung von Maybach und Mercedes und jenen gewidmet, die heuer nicht Venedig sehen:

Architektur des Sehens. Julian Schnabel in Venedig

Ein virtueller Museumsbesuch anlässlich der Biennale 2011

Fotos: Thomas Koenig

Bitte klicken Sie auf das erste Bild und folgen Sie dann den Pfeilen. Enjoy!

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