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Nacktscanner oder Grapschen? Sie wünschen, der Flughafen spielt

Von | 17.11.2010, 13:48 | Kein Kommentar

Invasion der Privatsphäre: Seit 1. November herrscht in den US-Flughäfen ein neuer Sicherheitsmodus. Nun gibt es erste Brösel. Die Alternativen riechen ein wenig nach „gehüpft oder gesprungen“: Entweder du lässt dich vom Bodyscanner ausziehen – oder du wirst befummelt. Beides kommt mit Gesundheitswarnung. Der ganz banale Wahnsinn, der seit 1. November in den US-Flughäfen Methode […]

Invasion der Privatsphäre? Bodyscan by publik16, Lizenz: CC Attr.-NC-SA 2.0 Generic

Invasion der Privatsphäre: Seit 1. November herrscht in den US-Flughäfen ein neuer Sicherheitsmodus. Nun gibt es erste Brösel.

Die Alternativen riechen ein wenig nach „gehüpft oder gesprungen“: Entweder du lässt dich vom Bodyscanner ausziehen – oder du wirst befummelt. Beides kommt mit Gesundheitswarnung. Der ganz banale Wahnsinn, der seit 1. November in den US-Flughäfen Methode hat – und binnen weniger Tage derart massive Brösel kreierte, dass für nächste Woche ein „Nacktscanner-Verweigerungstag“ angesetzt wurde.

Im Kern der Bodyscanner-Kontroverse steckt ein Versprechen, nämlich, dass die Bilder der nackten Körper nie an die Öffentlichkeit geraten würden. Dieses Versprechen wurde selbstverständlich schneller gebrochen als du „sieh dir diese Titten an“ sagen kannst. Angestellte eines Gerichtshofes in Florida haben 35 000 Scan-Images auf ihre Computer gesichert – und 100 dieser Bilder von nackten Flugzeugpassagieren sind zum Beispiel HIER zu sehen. Ja, so einfach geht das, man braucht nicht mal Wikileaks dazu.

Für den Eklat zur Alternative – „intensives Befühlen“ – sorgte vor wenigen Tagen ein Blogger namens John Tyner, dessen hautnahe Erlebnisse vom 13. November am Flughafen San Diego in diesem Blog detailliert beschrieben sind. Tyners Troubles begannen, als er den Bodyscanner verweigerte und dann die Befingerung nicht brauchte. Also meinte er zum (männlichen) Airport-Angestellten: „Wenn Sie mich anfassen, lass ich Sie verhaften.“ Seine Begründung im Blog: „Wer mir an die Genitalien fasst, belästigt mich sexuell.“

Tyners Widerstand führte zu ein paar Konsequenzen: Erstens verpasste er natürlich den Flug. Gesetztheoretisch interessanter aber die Stellungnahme der Airportbehörde, dass der Fluggast mit Kauf eines Tickets der Behörde quasi das Recht einräumt, ihn entweder zu scannen oder zu befummeln. Weil Tyner verweigerte, stellte ihm die Airportbehörde nun eine zivile Klage in Aussicht. Dennoch stehen Tyners Karten nicht schlecht: Sein Bericht kreierte binnen weniger Tage 5000 Kommentare. Eine weitere Konsequenz: Am 24.11. soll ein „Bodyscanner-Verweigerungstag“ die Flughäfen lahmlegen.

Inzwischen, in Hongkong, wurde die Flughafen-Affäre von San Diego gleich einmal per Comic durch den Kakao gezogen. Da lacht am Ende Bin Laden. Enjoy!
Video: NMA World Edition/YouTube

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