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Sex für Fortgeschrittene 15. Die Twittersexuellen: im Bett mit dem Vogerl

Von | 30.09.2010, 19:00 | Ein Kommentar

Haben Sie schon mal während des Sex getwittert? Nein? Zeit für eine Einführung …

 

Twittersex by blog-co. fuck.co.za

Zum Beispiel Erika. Ich stehe morgens ungern auf, ehe Erika auf Twitter erwacht. Sie twittert nette Sachen, frivol aber mit Twist. Den Airsex-Video, den Sie heute auf zib21.tv sehen, schickte sie gestern Nacht. Heut früh gab es dann eine kleine Einführung zum Begriff „Nerdgirl“. Sehr erzieherisch.

Nebenan, in Südafrika, erinnert Cleavage-Spotter (Dekolleté-Spechtler) seine Followers, dass die Flintstones heute 50 Jahre alt sind und schickt entsprechend Heimeliges, zum Beispiel einen Clip des Filmchens „Flintbones“ – das Wort sollte reichen, um die richtige Assoziation zu haben. Übrigens, wussten Sie, dass heute Höschendonnerstag ist? Tja, Twittersexuelle wissen das.

Aber das ist nicht alles. Auf honeymagazine gibt es via Twitter eine Kummertante für den schnellen Rat („Mein Dude will, dass ich bei einem Dreier mitmache. Soll ich?“ – „Ist der dritte ein Boy: ja. Ist es ein Girl: nein“), es gibt eine Lovetwittersex-Line, aber auch Hatetwittersex ist aktiv. Und Tweetyourselfnaked ist ohnehin Standard. Es gibt in der Tat so viele Kombinationen von Twitter und Sex, dass erstens festzustellen ist: Die Leut haben Zeit. Zweitens ist eine Frage nicht weit:

Haben Sie schon mal während des Sex getwittert bzw während des Twitterns gesext?

Demi´s Arsch by Ashton Kutcher (zur Info klicken)

Gar so abwegig ist das nicht. Die Digitale Revolution hat in diesem Jahrhundert so manche sexuelle Neuheit gebracht. Wer Handy sagte, war bald mit Textsex konfrontiert. Was man mit Skype & Videocam machen kann, ist ohnehin unverschämt. Und was Twitter anbelangt, hat der Schauspieler Ashton Kutcher schon früh demonstriert, wie man zu Gefolgschaft kommt, Stichwort Demi´s Arsch (siehe Foto links).

Nur ist das alles Sandkiste im Vergleich zur Frage, ob es spirituell vertretbar bzw physisch möglich ist, während eines horizontalen Aktes zu twittern. Genau dieser Frage nahm sich nun Amerikas populärste „sexpositive Bloggerin“ Violet Blue an. Um die Pointe vorweg zu nehmen: Violet erkannte, dass ein Twitterversuch inmitten eines Aktes häufig den Rausschmiss der so unzeitgemäß Twitternden zur Folge hatte. Aber im Zuge ihres Forschungstrips geriet sie unweigerlich in die Twittersexszene.

Etwa die Profis. Die Branche, die Darsteller, die Sexblogger, die Sexperten – sie alle twittern. Sie twittern zur Sache, sie sorgen für einen permanenten Infostream (das kann SO aussehen). Das kann nützlich sein. Wenn der xenophobe Alltag mit seinen Mickrigkeiten vom lediglich Widerlichen ins Unerträgliche kippt, dann reicht ein kleiner Tweet – schon bist du in Zonen, die sich lohnen, relativ gesehen, siehe Erika.

Und so beginnt Twittersex. Theoretisch. Zum Akt ist es selbstverständlich noch die ganze Strecke. Dazu braucht es eine(n) Coi, eine(n) Gleichgesinnte(n). Die finden sich im Gefolge der Profis. Dort sind auch Normalos und das Problem mit ihnen ist laut Miss Blue nur, dass sie verdorbener sind. Das heißt, du brauchst eine strikte Twitter-Flirt-Etikette.

Das Dumme beim Twittern ist, dass du zwar jemandem folgen kannst, denselben/dieselbe jedoch nicht zwingen, dir zu folgen. Aber du kannst sie per @-zeichen ansprechen, du kannst @erikalust kleine Nichtigkeiten schicken („Ich bete dich an, Goddess“), vor allem aber kannst du das sein, was es auch im menschlichen Zwischenleben meistens bringt: ein guter Zuhörer/Seher/Leser.

Das @-Zeichen signalisiert allerdings noch immer Öffentlichkeit, sollte sich mal Feedback einstellen, ist dann die Weiche für DM (Direct Message) gestellt. Da wird es zweisam, da ist dann jeder mit seinem Geschick allein und sich selbst der/die nächste. So will es die Etikette.

Das war auch schon fast das Ende ihrer Twitterforschung. Ein Exemplar der Spezies Homo Sapiens, das während des Koitus twitterte, konnte nicht gefunden werden. Allerdings geriet sie anlässlich deer Jahreskonferenz von South By Southwest Interactive (Austin, Texas) an einen Hardware-Hacker namens Kyle Machulis. Der stellte der Welt seine Twitterdildonics vor: die Verbindung von Twitter-Updates mit einem Dildo. Erraten, bei jedem Update beginnt der Dildo zu summen und vibrieren, und somit käme es nur noch darauf an, wo dieser Dildo deponiert wird.

Wie man dann die Updates lesen könne? Gar nicht, meinte der wackere Erfinder. „Aber die meistens Tweets sind ohnehin öder Lesestoff. Viel interessanter, sie zu spüren.“ Interessanter Standpunkt.

Hier geht es zu einem Sextweet.

Und folgend ein Interview von Violet Blue mit Kyle Machulis in Sachen Twitterdildonics. Enjoy!

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