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Die Qual der Wahl: Wer gegen den Islam hetzt, gewinnt

Von | 27.09.2010, 13:18 | 3 Kommentare

Nach der Steiermark ist vor Wien. Und die dumpfe Hetze gegen den Islam wird weiter eine Integrations-Debatte torpedieren. Viel kann man ja aus dem Ergebnis der Steiermark-Wahl nicht mitnehmen. Dass sich Wahlverlierer nicht entblöden, Niederlagen in Siege umzudeuten, gehört zu deren Geschäft. Dass der rote Wahlverlierer offen eine Koalition mit dem Feind anstrebt und sich […]

Politik findet nicht im Kopf statt. Es geht um niedere Instinkte. Foto: Thomas Prenner, Lizenz: CC 2.0 BY-SA

Nach der Steiermark ist vor Wien. Und die dumpfe Hetze gegen den Islam wird weiter eine Integrations-Debatte torpedieren.

Viel kann man ja aus dem Ergebnis der Steiermark-Wahl nicht mitnehmen. Dass sich Wahlverlierer nicht entblöden, Niederlagen in Siege umzudeuten, gehört zu deren Geschäft. Dass der rote Wahlverlierer offen eine Koalition mit dem Feind anstrebt und sich dabei auf Proporz und ein pervertiertes Verständnis von Vernunft und Staatsräson beruft, mag bloß eine regionale Rückgratlosigkeit sein, zeigt aber trotzdem, wie verrottet die Werte innerhalb von Teilen der SPÖ sind. Und dass die Grünen innerhalb dieser Rahmenbedingungen mehr als nur überlebt haben, ist eine Freude.

So weit, so persönliche Befindlichkeiten. Was bleibt, ist bloß eine Erkenntnis: Erstens bringt es Stimmen, gegen den Islam zu hetzen. Zweitens bringt es Stimmen, damit jegliche Debatte zur Integration zu torpedieren. Und drittens bringt es daher Stimmen, die Integration als solche zu torpedieren.

Was dem Modernisierungsverlierer – heute heißt er auch „Krisenverlierer“ – früher der „Scheiß Ausländer“ war, den er stellvertretend für sein verpfuschtes Leben mit Hass bedachte, ist heute der „Scheiß Mustafa“.

So irrational und dumm dieses Protestverhalten bleibt, so sehr wird es wohl noch den Wiener Wahlkampf der Rechten anheizen. Denn gegen den Islam zu hetzen, ist dieser Tage vor allem für die FPÖ ein leichtes Spiel. Sie ist die einzige Partei, die das Potenzial dieses Themas erkannt hat und damit die einzige, die es besetzt.

Für die letzten zwei Wochen des Wahlkampfs ist das wohl nicht mehr umzukehren. Und so gesehen bleibt für den 10. Oktober ohnehin nur mehr eine Option: Grün wählen, um Rotgrün zu ermöglichen. Das macht mich vielleicht nicht geil, aber vielleicht können wir danach wieder normal über Integration reden.

3 Kommentare »

  • […] irren die Kommentatoren, die „Islamhetze“ als den Hauptgrund des FPÖ-Erfolgs in der Steiermark sehen. Der Hauptgrund des FPÖ-Erfolgs liegt […]

  • karotterl sagt:

    halllloooooo
    10%
    wasisndalos?
    wenn die grünen 10% an land ziehen (in wien zb oder auf bundesebene) heißts: enttäuschend und loserpartei…

    ja von den 10% haben sich etwa 70% davon überzeugen lassen, dass die dinger, die in der grünen mark in den himmel wachsen, minarette sind. keine bäume.
    bemerkenswert. aber sorry, anscheißen muss sich da keiner.
    ich komm vom platten land. der steiermark nicht unähnlich, das gute oberösterreich. und ja, so 10-15% ängstliche bürger sind da wie dort drin.
    ja und? hält eine demokratie aus…sollt ma meinen. solang nicht jeder, wirklich jeder, sogar gscheite und von mir hochgeschätze journalisten, auf den zug aufspringen und dem auch noch gewicht verleihen.

    ja klar. angesehen bürger wenden sich jetzt auch wieder der furchtsamen partei zu. weil schließlich haben sie durch ehrliches pfuschen und ganz typische freunderlwi…ähm lobbying ihren reichtum erworben. den jetzt mit dahergelaufenen ausländern, die halt seit 3 generation nicht dazu in der lage sind, ihre lage zu verbessern, zu teilen, ist ja auch wirklich unzumutbar.
    und natürlich gibts auch die echten österreicher, die in der schule nix glernt haben, keinen job gekriegt haben, ihr leben versaufen…klar ist das für die angenehm zu erfahren, dass sie nicht selber schuld sind, sondern der böse mustafa….

    die wirds immer geben. ich kenne einen österreicher, der in der schweiz ein vermögen verdiente, weil er quasi keine steuern zahlen musste. dieses vermögen geschickt anlegte, sich von den zinsen ein haus in spanien kaufte…als einer der ersten. alles gaaanz legal. und ist mit 50 ausgestiegen und lebt seither vortrefflich von den zinsen. steuern muss er noch immer keine zahlen. und er brüstet sich damit, ganz ohne staatliche zuschüsse in form von pension oder so leben zu können…hahahha
    und außerdem findet er sarrazins thesen sehr wichtig und richtig, weil diese elenden sozialschmarotzer und überhaupt. er als leistungsträger sieht das einfach nicht ein….

    ehrlich gesagt: davon solltma uns mehr fürchten, als vor 10% steirer, die bäume mit minaretten verwechseln.

    prostmahlzeit

  • Lina sagt:

    Wir brauchen ein Mehrheitswahlreicht!

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