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Sexismus News. Was steigert weibliche Lust?

Von | 24.09.2010, 17:23 | 5 Kommentare

Es gibt Fragen, die riechen  nach Sexismus, auch wenn die Wissenschaft antwortet. Drei Fallbeispiele. *Placebo törnt Frauen an. Behauptet wer? Mediziner der Uni Texas in Austin, USA. Die haben die Wirkung von Scheinpräparaten bei (200) Frauen mit sexuellen Erregungsstörungen analysiert. Ergebnis: Jede dritte Frau, die das Placebo bekam, berichtete während der folgenden drei Monate von […]

Mark Wahlberg & Bostonian by Athena LaTrelle, Lizenz:CC Attr. ND 2.0 Generic

Es gibt Fragen, die riechen  nach Sexismus, auch wenn die Wissenschaft antwortet. Drei Fallbeispiele.

*Placebo törnt Frauen an. Behauptet wer? Mediziner der Uni Texas in Austin, USA. Die haben die Wirkung von Scheinpräparaten bei (200) Frauen mit sexuellen Erregungsstörungen analysiert. Ergebnis: Jede dritte Frau, die das Placebo bekam, berichtete während der folgenden drei Monate von einer deutlichen Besserung. Die Frauen fühlten sich erregter, die Zahl der erfüllenden Sexualkontakte stieg.

Was soll man daraus schließen – dass sich Frauen ihre Probleme nur einbilden? Eher nicht, interpretiert Versuchsleiterin Andrea Bradford. Die Teilnehmerinnen seien danach angeleitet worden, ihre Gefühle und Sexualverhalten sorgfältig zu beobachten. Sie waren also möglicher Weise danach mehr bei der Sache als zuvor. Klingt plausibel. Einer Sache hilft es im Allgemeinen immer, wenn man voll bei der Sache ist. Aber wie ist man während der Sache nicht bei der Sache? Fragen über Fragen …

* Frauen kommen mit reichen Männern eher zum Orgasmus. Behauptet wer? Wissenschaftler der Uni Newcastle, die nach Auswertung der Daten von 1500 chinesischen Frauen zum Schluss kamen, dass ein „Zusammenhang zwischen weiblichem Orgasmus und dem Einkommen ihres Partners besteht.“

Was soll man daraus schließen? Dass Frauen  der Anblick einer Kreditkarte als Vorspiel vollauf genüge? Nein, erkannten nun Torsten Hothorn und Esther Herberich vom Institut für Statistik der LMU. Dieser seltsame Zusammenhang sei vielmehr aufgrund der Verwendung eines falschen Statistikprogrammes entstanden. Tatsächlich hinge die Orgasmushäufigkeit der Frau am stärksten mit ihrem Bildungsniveau zusammen. „Das Einkommen des Partners erwies sich als unbedeutende Variable in diesem Zusammenhang.“ Der Schlüssel sei nicht sein Einkommen, sondern ihr IQ die wesentliche Ingredienz zum Erreichen erfüllender Zonen.

*Bier am Leib bringt Mann auf Weib. Sagt wer? Ist die Botschaft eines Werbeclips für Carling Beer: Darin verwandelt eine  Frau ihren faulen Mann in einen Putzteufel, indem sie Carling Beer auf den Boden schüttet. Der Mann ist alsogleich auf allen Vieren und leckte den Boden blank. Worauf sie die Idee hat, sich eine Bierdusche zu geben, damit der Mann undsoweiter. (siehe Clip).

Was soll man daraus schließen? Meint ein davon etwas unterwältigter Zeitgenosse auf FB: „In der Tat ist die Vertrottelung des Mannes ein fest verankertes Motiv in der Werbung.“ Ein Motiv mit Methode. Ein Biertrinker hat laut englischem Werbeprofil genau diese Prioritäten: 1. Bier; 2. Kumpels; 3. Fußball; 4. Müssen wir uns erst überlegen.

http://www.youtube.com/watch?v=gI1SruFHR1

5 Kommentare »

  • Babsi sagt:

    möglicherweise wird reichen Männern bereitwilliger ein Orgasmus
    „vorgespielt“ !?

    • Susanne sagt:

      hm, Zusammenhang des weiblichen Orgasmus und dem Einkommen des Mannes..kann ich nicht nachvollziehen. Wenn er meine erogenen Zonen findet, ist es mir herzlich egal, ob der was auf dem Konto hat – oder nicht ;-)

      • Manfred Sax sagt:

        schön, dass es Dich gibt. Andererseits: Der wirklich sexuelle Mann wird sich an Frau laben nach seines Herzens Lust, ohne jeden Gedanken, ob das auch ihre erogenen Zonen sind. Und dennoch sollte es stimmen. „Erogene Zonen“ sind Sexperten-speak. Mich törnt an Frau vor allem an, wenn sie sich nimmt, wonach ihr ist. Das verschafft mir das umgekehrte Privileg, ganz im Sinne von Kant. Ihr sax

  • gundelGaukelei sagt:

    jetzt drehen wir den evolutions-psychologischen Spiess einmal um: frau hat mehr Geld, frau hat mehr Kontrolle, frau fuehlt sich sicherer deswegen, und demnach kommt frau auch wesentlich leichter! Wo und wie ist dann halt noch die Frage…ue…berhaupt, die wunderbare quantitative Statistik! Vorstand der psychologischen Statistik (Namen vergessen) gleich in der ersten Vorlesung im Oktober 1973 .. ‚die Statistik ist eine Hure, fuer Geld macht sie alles, was Sie wollen…‘ und 1500 Subjekte?????!!! Da werden sich ein paar Leute von der Uni in Newcastle gefreut haben…
    Da lob ich mir eine wirklich gute grounded theory qualitative Forschungsarbeit mit IPA (nein, nicht das Bier, interpretive phenomenological analysis)
    Tja, das Bildungsnivuea ist vielleicht wirklich ein Faktor… gewisst, wie!

    • Manfred Sax sagt:

      würde ich noch einmal umdrehen: frau kommt wesentlich leichter – fühlt sich deswegen sicherer – hat mehr kontrolle – hat mehr geld … was dann?

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