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Doktor House, das Prequel

Von | 06.09.2010, 14:38 | Ein Kommentar

Im TV geht er am Stock. Als Student war Hugh Laurie der ultimative Athlet. Verrät Busenfreund Stephen Fry in seiner Autobiografie. Nichts schmerzt mehr, heißt es irgendwo, als der Erfolg deines besten Freundes. Für Stephen Fry, Englands populärsten Twitterer (1,7 mio Followers), war es einst nicht voraus zu sehen, dass ihm Hugh Laurie mal den […]

Hugh Laurie & Stephen Fry als Komikerduo in den 80er Jahren. Foto: MandaMia, Lizenz: Creative Commons BY-NC-ND

Im TV geht er am Stock. Als Student war Hugh Laurie der ultimative Athlet. Verrät Busenfreund Stephen Fry in seiner Autobiografie.

Nichts schmerzt mehr, heißt es irgendwo, als der Erfolg deines besten Freundes. Für Stephen Fry, Englands populärsten Twitterer (1,7 mio Followers), war es einst nicht voraus zu sehen, dass ihm Hugh Laurie mal den Rang ablaufen würde. Keine Komödie und keine Talkshow, in deren Vorspann Fry nicht vor Laurie featurete. Aber dann ging Laurie nach Amerika, und der Rest ist ein globales TV-Phänomen namens „House“.

Fry und Laurie haben Jahrzehnte gemeinsamer Geschichte auf den Schultern. Vor 31 Jahren stellte sie Emma Thompson, auch keine Unbekannte, einander vor. Die drei studierten damals in Cambridge, und Fry füllte nun eine ganze Menge Seiten seiner druckfrischen Autobiografie The Fry Chronicles, (erscheint nächsten Montag) um zu illustrieren, wer damals das Alfatier war, wer also länger brauchte, um den anderen als ebenbürtig zu registrieren. Anfangs „I didnt give him much thought“, schrieb Fry, aber das sollte sich ändern.

Außergewöhnlich für Fry (der normaler Weise nur einen Spiegel braucht, wenn ihm nach einer Muse ist), widmete er dann dem Cambridge-Dasein von Laurie ein ganzes Kapitel – in welchem er transparent machte, dass die spätere Inkarnation von Gregory House nur deswegen Schauspieler wurde, weil in entscheidenden Momenten ein Drüsenfieber den sportlichen Triumph versagte. Laurie war Ruderer. Ein Top-Ruderer, der mal im Zweier ohne Steuermann die Goldmedaille bei einer Junioren-Olympiade gewann. Als solcher „transferierte“ er auch von der Eliteschule Eton nach Cambridge, seinen Alltag beschrieb Fry so: „Am Fluss um fünf Uhr früh, Stunden des Rücken brechenden Ruderns, dann Laufen auf der Straße und Work-out im Gym.“ 1979 – siehe Krankheit – musste er zusehen, aber 1980 saß er beim legendären Boatrace Oxford-Cambridge im Achter. Ausgerechnet in jenem Rennen, in welchem ein knapper Zentimeter zu Gunsten von Oxford entschied. Und den zweiten Sieger Laurie dazu bewegte, das Rudern sein zu lassen, um mit Fry als Komikerduo durch zu starten (siehe Clip weiter unten). Ein Verzicht auf Körperlichkeit, der sich nun so dramaturgisch perfekt durch alle  Folgen von House zieht.

Müßig zu erwähnen, dass es ausgerechnet dieses Kapitel war, mit welchem die Sunday Times gestern den Vorabdruck aufmachten, da halfen Fry auch die seltsam indiskreten Outings der süßen Boys nicht, mit denen er anno Cambridge die Kissen teilte. Laurie ist House, ein globaler Star, und Fry ist eben zunächst Insulaner. „Zum Glück“, merkte er noch an, „hatte ich nie erotische Gefühle für Hugh, wie schmerzhaft peinlich wär das wohl gewesen. Aber ich hör jetzt besser auf, ehe mir die Tränen kommen.“

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